Langenlois

Gemeinde in Österreich
Stadtgemeinde
Langenlois
Wappen Österreichkarte
Wappen von Langenlois
Langenlois (Österreich)
Langenlois
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Krems-Land
Kfz-Kennzeichen: KR
Fläche: 66,94 km²
Koordinaten: 48° 28′ N, 15° 41′ OKoordinaten: 48° 28′ 24″ N, 15° 40′ 48″ O
Höhe: 219 m ü. A.
Einwohner: 7.607 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 114 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3550
Vorwahl: 02734
Gemeindekennziffer: 3 13 22
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 2
3550 Langenlois
Website: www.langenlois.at
Politik
Bürgermeister: Harald Leopold (ÖVP)
Gemeinderat: (2020)
(33 Mitglieder)
19
5
5
4
19 
Insgesamt 33 Sitze

Lage von Langenlois im Bezirk Krems-Land
AggsbachAlbrechtsberg an der Großen KremsBergern im DunkelsteinerwaldDroßDürnsteinFurth bei GöttweigGedersdorfGföhlGrafeneggHadersdorf-KammernJaidhofKrumau am KampLangenloisLengenfeldLichtenau im WaldviertelMaria Laach am JauerlingMautern an der DonauMühldorfPaudorfRastenfeldRohrendorf bei KremsRossatz-ArnsdorfSchönberg am KampSenftenbergSpitzSt. Leonhard am HornerwaldStraß im StraßertaleStratzingWeinzierl am WaldeWeißenkirchen in der WachauKrems an der DonauLage der Gemeinde Langenlois im Bezirk Krems-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ortsansicht von Westen
Ortsansicht von Westen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Langenlois ist eine Stadt im Bezirk Krems-Land in Niederösterreich mit 7607 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019).

GeographieBearbeiten

Langenlois liegt im südöstlichen Waldviertel am unteren Ende des Kamptales und am Fuße des Manhartsberges. Langenlois wird vom Loisbach durchflossen, der in den Kamp mündet. Die Fläche der Stadtgemeinde beträgt 67,12 Quadratkilometer, wovon 27,25 % bewaldet sind. Die Lössböden und die günstige klimatische Lage (vom Donau-Kamptal beeinflusste Milde) bieten eine hervorragende Grundlage für den Weinbau.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Gobelsburg (832)
  • Langenlois (4808) samt Eichelbergstraße, Fahnberg und Haindorf
  • Mittelberg (201) samt Neuwald
  • Reith (195) samt Oberreith, Spern und Unterreith
  • Schiltern (640) samt Kronsegg, Krückl, Neumühle, Neuwald und Reisert
  • Zeiselberg (166)
  • Zöbing (765)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Gobelsburg, Haindorf, Langenlois, Mittelberg, Oberreith, Schiltern, Unterreith und Zöbing.

Die Stadtgemeinde Langenlois ist Mitglied der Kleinregion Kamptal Süd.

NachbargemeindenBearbeiten

Gföhl und Jaidhof St. Leonhard am Hornerwald Schönberg am Kamp
Lengenfeld   Straß im Straßertale
Krems an der Donau,
Stratzing
Gedersdorf,
Rohrendorf bei Krems
Hadersdorf-Kammern,
Grafenegg

PostleitzahlenBearbeiten

In der Stadtgemeinde Langenlois finden mehrere Postleitzahlen Verwendung. Bei einem Großteil der Haushalte von Langenlois sowie in den Ortschaften Gobelsburg-Zeiselberg und Mittelberg findet die Postleitzahl 3550 Verwendung. Die Orte Reith und Schiltern haben die Postleitzahl 3553. Der Ort Zöbing und ein paar Haushalte von Langenlois haben die Postleitzahl 3561.

KlimaBearbeiten

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Langenlois
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,8 5,0 10,1 16,0 21,0 24,0 26,5 25,9 20,7 14,7 7,7 3,2 Ø 14,8
Min. Temperatur (°C) -4,0 -3,0 0,6 4,5 9,2 12,3 14,1 13,7 9,8 5,3 1,2 -2,6 Ø 5,1
Temperatur (°C) -0,9 0,5 4,8 9,8 15,0 18,1 20,2 19,3 14,5 9,2 4,0 0,1 Ø 9,6
Niederschlag (mm) 17 17 29 31 62 79 69 73 47 28 25 22 Σ 499
Luftfeuchtigkeit (%) 70,6 63,4 54,8 48,9 50,4 52,7 50,9 51,1 55,3 62,7 72,0 75,7 Ø 59
T
e
m
p
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a
t
u
r
2,8
-4,0
5,0
-3,0
10,1
0,6
16,0
4,5
21,0
9,2
24,0
12,3
26,5
14,1
25,9
13,7
20,7
9,8
14,7
5,3
7,7
1,2
3,2
-2,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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47
28
25
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

GeschichteBearbeiten

Erste urkundliche Erwähnung erfolgte um 1081. Seit 1310 hat der Ort das Marktrecht und seit 1925 das Stadtrecht.
Der Bach und die Gegend wurden von den Siedlern aus dem Norden auf Grund ihrer Empfindungen „Liubisa“, die „Liebliche“ benannt. Der Name hat wiederholt seine Form verändert. Liubes, Lewbs, Leubs, Langenleys und schließlich Langenlois.
1082 gibt das Bistum Passau den Weinzehent in und um Liubisa an das Kloster Göttweig, was bereits ertragreichen Weinbau voraussetzt. 1141 schenkt Herzog Leopold dem bayrischen Stift Reichersberg zwei Lehen in Liubes und das Recht, Holz aus dem Wald zwischen Kamp und Krems zu beziehen. Der Weinbau und der „Vierzigerwald“ waren eng mit der Siedlung verbunden.

Die Siedlung war von Anbeginn aus zwei Teilen gewachsen, die sich in Baulichkeiten unterscheiden. Das „niedere Aigen“ mit den Vierzigerhäusern, Sitz der Kaufleute und Gewerbetreibenden und damit der Märkte: Kornplatz (Traidmarkt) und Holzplatz. Das „obere Aigen“ vom Anger bachaufwärts war die Weinhauersiedlung. Die beiden Aigen hatten jedes einen eigenen Richter und wurden um 1430 vereinigt. Langenlois erhielt 1310 das Marktrecht; 1346 das Recht seine Richter selbst zu wählen; 1411 wird der Leonhardimarkt bewilligt; 1518 wird das Wappen verliehen und der Dorotheamarkt bewilligt.

Der Wohlstand der Bürger wirkte sich auch auf kulturellem Gebiet aus. Die Pfarrkirche zum hl. Laurentius erhielt reichlich Spenden und Stiftungen, sodass sie wiederholt vergrößert und verschönert werden konnte. Der Bürger Niklas Gfeller errichtete beim Bürgerspital die Elisabethkapelle und dotierte sie reichlich. Trotz des Elends der Kriegs- und der Nachkriegszeit bietet die Stadt heute das Bild eines aufstrebenden Gemeinwesens.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Ein roter, der Quere nach von einem natürlichen Bache durchzogener Schild. In seinem oberen Teile ein flacher, grün begraster, von einem natürlichen Kornfelde bestandener Berg. Im unteren Schildesteile erhebt sich aus dem Fußrande ein grüner Weinberg. Auf dem Hauptrande des von einer ornamentierten bronzefarbenen Einfassung umgebenen Schildes ruht eine silberne Mauerkrone mit fünf sichtbaren Zinnen.“

BevölkerungsentwicklungBearbeiten


PolitikBearbeiten

BW

Der Gemeinderat hat 33 Mitglieder.

  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, 5 SPÖ, 5 Unabhängige Überparteiliche, Ideologiefreie Gemeinschaftsliste Langenlois (OPAL) und 3 FPÖ. (29 Mitglieder)
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 18 ÖVP, 4 SPÖ, 2 FPÖ, 2 Namensliste Bärtl, 2 OPAL und 1 Demokratie Aktiv.[2]
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, 5 SPÖ, 5 FPÖ-OPAL, 1 Grüne und 1 Namensliste Bärtl.[3]
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 8 SPÖ, 6 FPÖ-OPAL und 3 Grüne.[4]
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 20 ÖVP, 4 SPÖ, 3 Grüne und 2 FPÖ-OPAL.[5] (29 Mitglieder)
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 20 ÖVP, 5 Grüne, 4 SPÖ und 4 FPÖ.[6]
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 19 ÖVP, 5 Grüne, 5 SPÖ und 4 FPÖ.[7]
Bürgermeister
  • 1945–1960 August Kargl
  • 1960–1970 August Sachseneder
  • 1970–1980 Josef Rucker
  • 1980–1990 Johann Sauberer
  • 1990–2008 Kurt Renner (ÖVP)
  • 2008–2018 Hubert Meisl (ÖVP)
  • seit 2018 Harald Leopold (ÖVP)[8]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Loisium
 
Schloss Gobelsburg
  • Arche Noah
  • Bürgerhäuser; teils mit Arkadenhöfen aus der Renaissancezeit
  • Dreifaltigkeitssäule bzw. Pestsäule (1713) auf dem Kornplatz mit Pestheiligen in ganzfiguriger Ausführung und in Reliefdarstellung vom Bildhauer Andreas Krimmer.
  • Erlebnisgärten Kittenberger in Schiltern
  • Heimatmuseum mit bedeutenden ur- und frühgeschichtliche Exponaten.
  • Kamptalwarte; 1897 errichteter Aussichtsturm auf dem Heiligenstein.
  • Kunstwerke „ohne Namen“; am Käferberg und in der Kellergasse vor dem Loisium
  • LOISIUM Kellerwelt; aufsehenerregender Bau des US-amerikanischen Architekten Steven Holl
  • Katholische Pfarrkirche Langenlois hl. Laurentius: Gotischer Stil, Langhaus im Kern romanisch, hölzerne Flachdecke, Basilikaform durch zwei Seitenschiffe, erhöhtes Presbyterium mit Spitzbogengewölbe; gotischer Altarschrein mit fünf weiblichen Heiligenfiguren; Flügel vom Maler Helmut Kies 1964 ergänzt: Szenen aus dem Leben des heiligen Laurentius. Der Turm am östlichen Ende des südlichen Seitenschiffes, 1754–56 erhöht (56 m) und barockisiert, ist im Besitz der Gemeinde. Beim Glockenspiel ist ein Mobilfunksender untergebracht. 1959/60 erfolgte eine umfassende Renovierung und Rückführung des Kirchenbaues in den gotischen Bauzustand. 1982 wurde ein Karnergewölbe unter dem Presbyterium entdeckt.
  • Katholische Filialkirche hl. Nikolaus: Gotischer Saalbau mit romanischem Kern und spätgotischem Seitenschiff, 15. Jahrhundert.
  • Schaugärten der Gartenbauschule Langenlois
  • Stiegenhaus Langenlois
  • Schloss Gobelsburg; der Gutshof wurde 1725 zu einem herrschaftlichen Schloss ausgebaut. 1740 erwarb das Stift Zwettl das Schloss. In der Schlosskapelle befinden sich ein Deckengemälde mit der Darstellung Mariens und ein Seitenaltarbild mit der Darstellung des Hl. Bernhard des Kremser Schmidt von 1769.[9] Bis in die 1990er Jahre befand sich im Schloss eine Außenstelle des Österreichischen Museums für Volkskunde. Schloss Gobelsburg ist Sitz des Weinguts Schloss Gobelsburg.
  • Katholische Pfarrkirche Gobelsburg Mariä Geburt
  • Schloss Haindorf
  • Schloss Schiltern mit Modelleisenbahn-Schauanlage

WirtschaftBearbeiten

 
Sonderstempel in Form eines „Wein-Römer-Glases“ Stempeldaten: 3550 Langenlois 15. August 1973

Im Jahr 2001 gab es 286 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten, sowie 515 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (Erhebung 1999). Die Volkszählung 2001 ergibt 3.041 Erwerbstätige am Wohnort, dies ist eine Erwerbsquote von 45,09 %.

Der wichtigste Wirtschaftszweig ist sowohl in Langenlois selbst als auch in den einzelnen Orten der Gemeinde der Weinbau. Langenlois ist die größte weinbautreibende Stadt Österreichs.

VerkehrBearbeiten

BildungBearbeiten

  • Gartenbauschule Langenlois
  • Landesberufschule für das Baugewerbe
  • Josef Rucker Volksschule Langenlois
  • Gartendorfschule Volksschule Schiltern
  • Neue Mittelschule Langenlois
  • Musikmittelschule Langenlois
  • WISO Fachschule für Sozialberufe Langenlois
  • Höhere Lehranstalt für Sozialmanagement[10]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde
  • Leonore Ehn (1888–1978), Schauspielerin, wurde in Langenlois geboren.
  • Johann Endl (1897–1960), niederösterreichischer Landtagsabgeordneter, wurde in Langenlois geboren.
  • Karl Gerhardt (1869–1931), Schauspieler und Regisseur
  • Konrad Höfinger (1886–1938), nationalsozialistischer Politiker und niederösterreichischer Landtagsabgeordneter, wurde in Langenlois geboren.
  • Anna Höllerer (* 1953), Politikerin und Nationalratsabgeordnete, wurde im Ortsteil Gobelsburg geboren.
  • Anton Hrodegh (1875–1926), Prähistoriker und Förderer des Kamptalmuseums
  • August Kargl (1898–1960), Politiker und niederösterreichischer Landeshauptmann-Stellvertreter, wurde in Langenlois geboren und war dort Bürgermeister.
  • Gunda König (* 1945), Schauspielerin und Sängerin, wurde in Langenlois geboren.
  • Josef Leopold (1889–1941), Gauleiter Niederdonau und Landesleiter der NSDAP, wurde in Langenlois geboren.
  • Johann Pettenauer (1902–1985), österreichischer Politiker und niederösterreichischer Landtagsabgeordneter, wurde im Ortsteil Gobelsburg geboren.
  • Werner Vasicek (1939–2013), Heimatforscher und Paläontologe, wurde in Langenlois geboren.
  • Irmie Vesselsky (* 1984), Singer-Songwriterin und Pianistin, wurde im Ortsteil Schiltern geboren.
  • Anton Weichselbaum (1845–1920), Pathologe und Bakteriologe, wurde im Ortsteil Schiltern geboren.

WeblinksBearbeiten

Commons: Langenlois – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Langenlois. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 23. Dezember 2019.
  3. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Langenlois. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 23. Dezember 2019.
  4. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Langenlois. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 23. Dezember 2019.
  5. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Langenlois. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 23. Dezember 2019.
  6. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Langenlois. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 23. Dezember 2019.
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Langenlois. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 29. Februar 2020.
  8. Bericht auf Homepage Stadt Langenlois, abgefragt 19. April 2018
  9. Franz Eppel: Das Waldviertel. Seine Kunstwerke, historischen Lebens- und Siedlungsformen. 8. Aufl., Salzburg 1984, S. 110–111, ISBN 3-900173-01-X.
  10. Langenlois: Rathaus -> Leben in Langenlois -> Schulen. Abgerufen am 27. Oktober 2018.