Waidhofen an der Thaya

Gemeinde in Österreich
Stadtgemeinde
Waidhofen an der Thaya
Wappen Österreichkarte
Wappen von Waidhofen an der Thaya
Waidhofen an der Thaya (Österreich)
Waidhofen an der Thaya
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Waidhofen an der Thaya
Kfz-Kennzeichen: WT
Fläche: 46,05 km²
Koordinaten: 48° 49′ N, 15° 17′ OKoordinaten: 48° 48′ 54″ N, 15° 17′ 9″ O
Höhe: 510 m ü. A.
Einwohner: 5.365 (1. Jän. 2020)
Bevölkerungsdichte: 117 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3830
Vorwahl: 02842
Gemeindekennziffer: 3 22 20
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
3830 Waidhofen an der Thaya
Website: www.waidhofen-thaya.at
Politik
Bürgermeister: Robert Altschach (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(29 Mitglieder)
13
7
6
3
13 
Insgesamt 29 Sitze
Lage von Waidhofen an der Thaya im Bezirk Waidhofen an der Thaya
DietmannsDobersbergGasternGroß-SieghartsKarlstein an der ThayaKautzenLudweis-AigenPfaffenschlag bei Waidhofen an der ThayaRaabs an der ThayaThayaVitisWaidhofen an der ThayaWaidhofen an der Thaya-LandWaldkirchen an der ThayaWindigsteigNiederösterreichLage der Gemeinde Waidhofen an der Thaya im Bezirk Waidhofen an der Thaya (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Rathaus
Rathaus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Die österreichische Stadtgemeinde Waidhofen an der Thaya mit 5365 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) liegt im nördlichen Waldviertel in Niederösterreich. Als Hauptstadt des gleichnamigen Verwaltungsbezirkes Waidhofen an der Thaya ist sie die nördlichste Bezirkshauptstadt Österreichs.

GeografieBearbeiten

Waidhofen an der Thaya liegt am Oberlauf der Deutschen Thaya, die die Stadt, eingebettet in das Waldviertler Granit- und Gneißhochland, von Süden nach Norden durchfließt.[1] Der Lensbach, der Große Radlbach und der Kaltenbach münden auf dem Gemeindegebiet in den Fluss ein.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 13 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2020[2]):

  • Altwaidhofen (193)
  • Dimling (91)
  • Götzles (50)
  • Hollenbach (301)
  • Jasnitz (34)
  • Klein Eberharts (80)
  • Matzles (121)
  • Puch (92)
  • Pyhra (49)
  • Schlagles (12)
  • Ulrichschlag (114)
  • Vestenötting (60)
  • Waidhofen an der Thaya (4168)

Die Gemeinde gehört zur Kleinregion Zukunftsraum Thayaland.

NachbargemeindenBearbeiten

Pfaffenschlag Thaya Groß-Siegharts, Karlstein an der Thaya
Waidhofen an der Thaya-Land   Dietmanns
Windigsteig Göpfritz an der Wild

GeschichteBearbeiten

 
Der Hauptplatz von Waidhofen an der Thaya

Altwaidhofen jenseits der Thaya entstand im 12. Jahrhundert und wurde 1230 urkundlich als Altsiedlung genannt.

Waidhofen an der Thaya wurde im Jahre 1171 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1230 das Stadtrecht. Bedingt durch die Grenzlage hatte Waidhofen an der Thaya immer wieder mit böhmischen Einfällen zu kämpfen, die Situation beruhigte sich erst 1526 durch den habsburgischen Erwerb Böhmens und Mährens. Waidhofen blieb bis zum Jahr 1848 landesfürstliche Stadt. Aufgrund des textilen Heimgewerbes im Umland kam es Ende des 17. Jahrhunderts zum wirtschaftlichen Aufschwung und Waidhofen an der Thaya entwickelte sich neben Krems an der Donau zur wichtigsten Gewerbestadt des Waldviertels.

Im Zuge vom Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland war Waidhofen Sitz vom Kreis Waidhofen an der Thaya, welcher Teile des heutigen Tschechien einschloss.

1873 wütete in der Stadt ein Großbrand, dem viele Häuser der Altstadt zum Opfer fielen.

WappenBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

  • seit 1982 Deutschland  Heubach, Deutschland
  • seit 1992 Tschechien  Telč (deutsch: Teltsch), Tschechien

BevölkerungsentwicklungBearbeiten


PolitikBearbeiten

Der Gemeinderat hat 29 Mitglieder.

Bürgermeister

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Basilika
 
Waldrapp

Waidhofen an der Thaya bietet eine Vielzahl an kulturellen Ereignissen wie Theateraufführungen, Konzerte, Musicals und Ausstellungen. Das Internationale Musikfest, veranstaltet vom Folkclub Waidhofen ist ein jährlicher Fixpunkt des Kulturkalenders. Das nördlichste Theater Österreichs, das TAM (Theater an der Mauer), bietet das ganze Jahr hindurch in Waidhofen an der Thaya Vorführungen.

Zudem befindet sich in Waidhofen an der Thaya seit 2003 Europas größte Waldrapp-Voliere. Der Waldrapp ist eine seltene und gefährdete Ibis-Art, die in Waidhofen in Gefangenschaft gezüchtet wird, um die Art zu erhalten.

Unter der Innenstadt wurden Kelleranlagen aus dem Mittelalter entdeckt, die wahrscheinlich auch als Fluchtwege dienten. Zum Großteil sind diese verschüttet, ein Teil ist jedoch begehbar und kann besichtigt werden.

WirtschaftBearbeiten

Im Jahr 2001 gab es 375 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten. Die Zahl der land- und forstwirtschaftliche Betriebe belief sich nach der Erhebung von 1999 auf 138. Nach der Volkszählung 2001 waren 2.488 Personen am Wohnort erwerbstätig. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44,86 Prozent.

VerkehrBearbeiten

BildungBearbeiten

Waidhofen an der Thaya verfügt über ein Gymnasium und über eine Handelsakademie mit angeschlossener Handelsschule. Des Weiteren gibt es ein Polytechnikum, eine Neue Mittelschule, eine Volksschule und eine Sonderschule. Für die Erwachsenenbildung steht eine Volkshochschule zur Verfügung.

SportBearbeiten

Waidhofen bietet unter anderem Gelegenheit zum Fahrradfahren, Wandern oder Golfspielen. Eine Radstrecke führt auf ehemaligen Bahntrassen bis nach Tschechien. Die Stadt verfügt über ein Freibad. Weitere Freizeitangebote umfassen beispielsweise Tretbootfahren auf der Thaya, Tischtennis, Minigolf, Pit-Pat oder Beachvolleyball. Für Übernachtungsgäste steht ein Campingplatz bereit.

Der mitgliederstärkste Sportverein der Stadt ist die Sportunion mit den Sektionen Turnen, Tennis, Tischtennis, Modellflug, Laufen und Eislaufen.

Der Union gehört die „Jäger- und Schützengilde Union Raika Waidhofen von 1596“ an, die in einem Jugendstilschützenhaus (Badgasse 7) Schießsport mit Luftwaffen und Armbrüsten auf 10 Meter Distanzen betreibt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde
Personen mit Bezug zur Gemeinde

LiteraturBearbeiten

  • Burgen, Stifte und Schlösser. Regionen Waldviertel, Donauraum, Südböhmen, Vysočina, Südmähren ISBN 978-3-9502262-2-5, S. 136 f

WeblinksBearbeiten

Commons: Waidhofen an der Thaya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wiener Stadt- und Landesarchiv, Ludwig-Boltzmann-Institut für Stadtgeschichtsforschung, Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung (Hrsg.): Österreichischer Städteatlas. Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung, Wiener Stadt- und Landesarchiv (Volltext auf mapire.eu).
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  3. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Waidhofen an der Thaya. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 23. April 2020.
  4. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Waidhofen an der Thaya. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 23. April 2020.
  5. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Waidhofen an der Thaya. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 23. April 2020.
  6. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Waidhofen an der Thaya. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 23. April 2020.
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Waidhofen an der Thaya. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 4. März 2019.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Waidhofen an der Thaya. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 23. April 2020.
  9. Robert Altschach wird neuer ÖVP-Bürgermeister. In: kurier.at. 10. Dezember 2013, abgerufen am 3. Mai 2018.
  10. LH Mikl-Leitner eröffnete neuen Radweg „Thayarunde“. In: APA OTS. 24. Juni 2017, abgerufen am 10. August 2017.
  11. Thayatalbahn wird eingestellt. In: derstandard.at. 10. Juli 2010, abgerufen am 8. August 2017.