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Waidhofen an der Thaya

Gemeinde in Österreich
Waidhofen an der Thaya
Wappen Österreichkarte
Wappen von Waidhofen an der Thaya
Waidhofen an der Thaya (Österreich)
Waidhofen an der Thaya
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Waidhofen an der Thaya
Kfz-Kennzeichen: WT
Fläche: 46,05 km²
Koordinaten: 48° 49′ N, 15° 17′ OKoordinaten: 48° 49′ 0″ N, 15° 17′ 0″ O
Höhe: 510 m ü. A.
Einwohner: 5.501 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 119 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3830
Vorwahl: 02842
Gemeindekennziffer: 3 22 20
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
3830 Waidhofen an der Thaya
Website: www.waidhofen-thaya.at
Politik
Bürgermeister: Robert Altschach (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(29 Mitglieder)
14
7
4
4
14 
Insgesamt 29 Sitze
Lage der Stadt Waidhofen an der Thaya im Bezirk Waidhofen an der Thaya
DietmannsDobersbergGasternGroß-SieghartsKarlstein an der ThayaKautzenLudweis-AigenPfaffenschlag bei Waidhofen an der ThayaRaabs an der ThayaThayaVitisWaidhofen an der ThayaWaidhofen an der Thaya-LandWaldkirchen an der ThayaWindigsteigNiederösterreichLage der Gemeinde Waidhofen an der Thaya im Bezirk Waidhofen an der Thaya (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Rathaus
Rathaus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Die österreichische Stadtgemeinde Waidhofen an der Thaya mit 5501 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) liegt im nördlichen Waldviertel in Niederösterreich. Als Hauptstadt des gleichnamigen Verwaltungsbezirkes Waidhofen an der Thaya ist sie die nördlichste Bezirkshauptstadt Österreichs.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Waidhofen an der Thaya liegt am Oberlauf der Deutschen Thaya, die die Stadt, eingebettet in das Waldviertler Granit- und Gneißhochland, von Süden nach Norden durchfließt.[1] Der Lensbach, der Große Radlbach und der Kaltenbach münden auf dem Gemeindegebiet in den Fluss ein.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 13 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[2]):

  • Altwaidhofen (199)
  • Dimling (86)
  • Götzles (52)
  • Hollenbach (310)
  • Jasnitz (35)
  • Klein Eberharts (83)
  • Matzles (120)
  • Puch (93)
  • Pyhra (47)
  • Schlagles (16)
  • Ulrichschlag (119)
  • Vestenötting (61)
  • Waidhofen an der Thaya (4280)

NachbargemeindenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

 
Der Hauptplatz von Waidhofen an der Thaya

Waidhofen an der Thaya wurde im Jahre 1171 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1230 das Stadtrecht. Bedingt durch die Grenzlage hatte Waidhofen an der Thaya immer wieder mit böhmischen Einfällen zu kämpfen, die Situation beruhigte sich erst 1526 durch den habsburgischen Erwerb Böhmens und Mährens. Waidhofen blieb bis zum Jahr 1848 landesfürstliche Stadt. Aufgrund des textilen Heimgewerbes im Umland kam es Ende des 17. Jahrhunderts zum wirtschaftlichen Aufschwung und Waidhofen an der Thaya entwickelte sich neben Krems an der Donau zur wichtigsten Gewerbestadt des Waldviertels.

1873 wütete in der Stadt ein Großbrand, dem viele Häuser der Altstadt zum Opfer fielen.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 


PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
47,58 %
(-13,45 %p)
12,78 %
(-5,07 %p)
23,70 %
(+15,88 %p)
15,93 %
(+10,27 %p)
keine
(-7,64 %p)
2010

2015


Der Gemeinderat hat 29 Mitglieder.

Bürgermeister

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Partnerstädte sind

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Waidhofen an der Thaya bietet eine Vielzahl an kulturellen Ereignissen wie Theateraufführungen, Konzerte, Musicals und Ausstellungen. Das Internationale Musikfest, veranstaltet vom Folkclub Waidhofen ist ein jährlicher Fixpunkt des Kulturkalenders. Das nördlichste Theater Österreichs, das TAM (Theater an der Mauer), bietet das ganze Jahr hindurch in Waidhofen an der Thaya Vorführungen.

Zudem befindet sich in Waidhofen an der Thaya seit 2003 Europas größte Waldrapp-Voliere. Der Waldrapp ist eine seltene und gefährdete Ibis-Art, die in Waidhofen in Gefangenschaft gezüchtet wird, um die Art zu erhalten.

Unter der Innenstadt wurden Kelleranlagen aus dem Mittelalter entdeckt, die wahrscheinlich auch als Fluchtwege dienten. Zum Großteil sind diese verschüttet, ein Teil ist jedoch begehbar und kann besichtigt werden.

 
Waldrapp
 
Basilika

Für die Vereinigung von Tradition und Moderne steht das neu adaptierte Waidhofner Rathaus. Das ursprünglich im 16. Jahrhundert erbaute Rathaus wird auch für Kunstausstellungen genutzt (z. B. von Arik Brauer und Bruno Haberzettl).

Die Dreifaltigkeitssäule auf dem Hauptplatz wurde in den Jahren 1705–1709 errichtet. Säule und Figuren wurden vom Eggenburger Steinmetzmeister Wolfgang Steinböck geschaffen. Daneben finden sich eine Balustradenumfriedung mit den Heiligen Maria und Josef sowie Johannes der Evangelist und Johannes Nepomuk als Eckfiguren, am zweigeschossigen Sockelblock Reliefs Mariahilf und der Pestheilige Rochus, Rosalia und Sebastian zwischen Eckpfeilern, kartuschenhaltende Engelfiguren als Eckbekrönungen (bezeichnet mit 1709) und auf der Säulenspitze eine Gottvaterpietà.

Zu den bemerkenswerten modernen Bauten zählt die evangelische Kirche, gestaltet von Efthymios Warlamis. Mehrere Kreisbögen aus 97 Dioritfindlingen, vom Bildhauer Franz Xaver Ölzant gestaltet und Basilika genannt, befinden sich etwas außerhalb der Stadt.

WirtschaftBearbeiten

Im Jahr 2001 gab es 375 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten. Die Zahl der land- und forstwirtschaftliche Betriebe belief sich nach der Erhebung von 1999 auf 138. Nach der Volkszählung 2001 waren 2.488 Personen am Wohnort erwerbstätig. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44,86 Prozent.

BildungBearbeiten

Waidhofen an der Thaya verfügt über ein Gymnasium und eine Handelsakademie mit angeschlossener Handelsschule. Des Weiteren gibt es ein Polytechnikum, eine Neue Mittelschule, eine Volksschule und eine Sonderschule. Für die Erwachsenenbildung steht eine Volkshochschule zur Verfügung.

VerkehrBearbeiten

Waidhofen liegt am Kreuzungspunkt der Zwettler Straße (B 36) und der Waidhofener Straße (B 5).

Wieselbusse und Postbusse verbinden Waidhofen mit den umliegenden Orten und mit der Landeshauptstadt St. Pölten.

Die nördlich von Waidhofen verlaufende Strecke der Thayatalbahn, die von Schwarzenau ursprünglich bis Slavonice (Zlabings) führte, wurde 2015 abgetragen. An ihrer Stelle wurde ein asphaltierter Radweg als Teilstück der Thayarunde geschaffen.[4]

Für Reisende gibt es seit 1. September 1986 einen Schienenersatzverkehr. Seit Dezember 2010 ist der Bahnverkehr eingestellt.[5] Seither gehört Waidhofen an der Thaya neben Zwettl, Güssing, Oberpullendorf und Oberwart zu den fünf Bezirkshauptstädten Österreichs ohne Anbindung an den öffentlichen Schienenpersonenverkehr.

SportBearbeiten

Neben dem Golfsport bietet Waidhofen auch Gelegenheit zum Wandern und Radfahren in der Natur. Die Stadt verfügt über ein Freibad und weitere Freizeitangebote wie Tretbootfahren auf der Thaya, Tischtennis, Minigolf, Pit-Pat oder Beachvolleyball. Für auswärtige Übernachtungsgäste steht ein Campingplatz bereit.

Der mitgliederstärkste Sportverein der Stadt ist die Sportunion mit den Sektionen Turnen, Tennis, Tischtennis, Modellflug, Laufen und Eislaufen.

Der Union gehört die „Jäger- und Schützengilde Union Raika Waidhofen von 1596“ an, die in einem Jugendstilschützenhaus (Badgasse 7) Schießsport mit Luftwaffen bzw. Armbrüsten auf 10 Meter Distanzen betreibt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

LiteraturBearbeiten

  • Burgen, Stifte und Schlösser. Regionen Waldviertel, Donauraum, Südböhmen, Vysočina, Südmähren ISBN 978-3-9502262-2-5, S. 136 f

WeblinksBearbeiten

  Commons: Waidhofen an der Thaya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wiener Stadt- und Landesarchiv, Ludwig-Boltzmann-Institut für Stadtgeschichtsforschung, Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung (Hrsg.): Österreichischer Städteatlas. Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung, Wiener Stadt- und Landesarchiv (Volltext auf mapire.eu).
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (Excel)
  3. Robert Altschach wird neuer ÖVP-Bürgermeister. In: kurier.at. 10. Dezember 2013, abgerufen am 3. Mai 2018.
  4. LH Mikl-Leitner eröffnete neuen Radweg „Thayarunde“. In: APA OTS. 24. Juni 2017, abgerufen am 10. August 2017.
  5. Thayatalbahn wird eingestellt. In: derstandard.at. 10. Juli 2010, abgerufen am 8. August 2017.