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Stadtgemeinde
Dürnstein
Wappen Österreichkarte
Wappen von Dürnstein
Dürnstein (Österreich)
Dürnstein
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Krems-Land
Kfz-Kennzeichen: KR
Fläche: 16,71 km²
Koordinaten: 48° 24′ N, 15° 31′ OKoordinaten: 48° 23′ 44″ N, 15° 31′ 13″ O
Höhe: 209 m ü. A.
Einwohner: 848 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 51 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3601
Vorwahl: 02711
Gemeindekennziffer: 3 13 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dürnstein 25
3601 Dürnstein
Website: www.duernstein.at
Politik
Bürgermeister Johann Riesenhuber (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
8
4
3
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Dürnstein im Bezirk Krems-Land
AggsbachAlbrechtsberg an der Großen KremsBergern im DunkelsteinerwaldDroßDürnsteinFurth bei GöttweigGedersdorfGföhlGrafeneggHadersdorf-KammernJaidhofKrumau am KampLangenloisLengenfeldLichtenau im WaldviertelMaria Laach am JauerlingMautern an der DonauMühldorfPaudorfRastenfeldRohrendorf bei KremsRossatz-ArnsdorfSchönberg am KampSenftenbergSpitzSt. Leonhard am HornerwaldStraß im StraßertaleStratzingWeinzierl am WaldeWeißenkirchen in der WachauKrems an der DonauLage der Gemeinde Dürnstein im Bezirk Krems-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Dürnstein vom Vogelbergsteig (Nordwestansicht)
Blick auf Dürnstein vom Vogelbergsteig (Nordwestansicht)
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Ortszentrum von Dürnstein, Höhe Rathaus (Gemeindeamt)
Kleiner Rundgang in Dürnstein (Video 2008)
Südwestansicht des Ortszentrums von Dürnstein
Dürnstein im Winter
Ruine Dürnstein
Südliche Stadtmauer von Dürnstein
Dürnstein auf der Rückseite der 100-Schilling Banknote (1954)

Dürnstein ist eine Stadt mit 848 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Krems-Land in Niederösterreich.

In Verbindung mit der landschaftlichen und architektonischen Schönheit der Wachau ist der Ort eines der bekanntesten touristischen Ziele in Österreich geworden.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Dürnstein liegt an der Donau in der Wachau, die das Waldviertel vom Dunkelsteinerwald trennt. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 16,81 Quadratkilometer. 59,61 Prozent der Fläche sind bewaldet.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Dürnstein (310)
  • Dürnsteiner Waldhütten (49) samt Heudürr und Schildbachgraben
  • Oberloiben (164)
  • Rothenhof (11)
  • Unterloiben (314)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Dürnstein, Oberloiben und Unterloiben.

EingemeindungenBearbeiten

1968 wurden die Gemeinden Oberloiben und Unterloiben zusammengelegt[2] und 1971 erfolgte die Zusammenlegung der Gemeinde Loiben zu Dürnstein.[2]

NachbargemeindenBearbeiten

Weinzierl Senftenberg
Weißenkirchen   Krems
Rossatz-Arnsdorf Mautern

GeschichteBearbeiten

Am 20. November 860 erfolgte durch König Ludwig den Deutschen eine Große Landschenkung an das Erzstift Salzburg im Donautal, Karantanien und Pannonien. Dadurch wurde der Ort Loiben, der zur Gemeinde Dürnstein gehört, erstmal urkundlich erwähnt.[3] Der später heiliggesprochene König Heinrich II., Kaiser ab 1014, schenkte im Jahr 1002 dem Kloster Tegernsee zwei Huben bei Liupna (Loiben) zwischen Watstein und Holinstein in der Mark des Babenbergers Heinrich I, wodurch sich das territoriale Gebiet von Loiben entsprechend vergrößerte. Diese Schenkung wurde 1019 bestätigt.[2] 1050 wurde Azzo von Kuenring erster Vogt des Klosters Tegernsee. Mit dem Tode Leutholds III. von Kuenring am 4. August 1355 erlosch die Linie Kuenring-Dürnstein im Mannesstamm. Die Herrschaft Dürnstein kam an die Herren vom Maissau, dann an Herzog Albrecht, nachher an Ulrich v. Eitzing L und 1609 an die Herren von Zelking.[2] Nach deren Aussterben erbten die Zinzendorfer das neue Schloss, die es 1663 an das Haus Starhemberg verkauften, in dessen Besitz es bis 1936 blieb.[4]

Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die Burg Dürnstein von den Kuenringern errichtet.[5] Ein historischer unfreiwilliger Gast war Richard Löwenherz, der vom 21. Dezember 1192 bis zum 4. Februar 1193 auf der Burg Dürnstein gefangen gehalten wurde.[5][6] Dies ist die erste Nennung des Ortsnamens Dürnstein.[2] Nicht mehr festzustellen ist, ob der König in der Burg Dürnstein, im Tal oder auf einer nicht mehr existierenden Nebenburg gefangengehalten wurde. Am 1. September 1347 erfolgte die erste Erwähnung der Stadt Dürnstein[2] und 1476 erhielt der Ort von Kaiser Friedrich III. das Recht, die Ansicht der Stadt als Wappen zu verwenden.[2] 1410 wird das Augustiner-Chorherrenstift in Dürnstein gegründet. In den Jahren 1477 und 1485 wurde Dürnstein zweimal durch die Ungarn unter Matthias Corvinus erobert.[2] 1551 verwüstete ein Brand die ganze Stadt.[2] 1645 kam es zur Sprengung der Burg Dürnstein durch die Schweden unter General Torstenson[2] am 13. September 1683 erhielt Kaiser Leopold I. in Dürnstein durch den jungen Grafen Auersperg die Nachricht von der Befreiung Wiens von den Türken.[2] 1788 wird das Stift Dürnstein von Kaiser Josef II. aufgehoben und dem Augustiner-Chorherrenstift Herzogenburg inkorporiert. Infolge der Säkularisation wurde Loiben 1803 Staatsherrschaft, was die Herrschaft des Klosters Tegernsee beendete.[7] Am 11. November 1805 ereignete sich die Schlacht bei Loiben-Dürnstein, die noch am gleichen Tag endete und den Ort mit in die Napoleonischen Kriege verwickelte. 1811 wurde Loiben an Graf Alois Geniceo für 158.400 Gulden versteigert.[7] 1902 brachte die Eröffnung der Dampfschiffstation an der Donau einen wirtschaftlichen Aufschwung für den Ort.[2] In der Folge wurde 1906 mit der Erbauung einer Hochquellwasserleitung in Dürnstein begonnen[2] und 1909 mit dem Bau der Wachauerbahn[2] 1925 kam es zu einem Großbrand in Dürnstein.[2] Am 19. Oktober 1958 wurde die Wachau-Donauuferstraße zwischen Krems und Emmersdorf eröffnet.[3] 1994 wurde Dürnstein das Europadiplom verleihen und 2000 wurde die Stadt gemeinsam mit der Wachau zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Gemäß Statistik Austria[8] zeigt Dürnstein folgende Einwohnerentwicklung:

 

Da seit 1981 sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz negativ sind, nimmt die Bevölkerungszahl stark ab.[9]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

in Dürnstein
in Loiben
  • Pfarrkirche St. Quirin
  • Schlachtdenkmal

MusikBearbeiten

  • Wachauer Trachtengruppe Dürnstein (Musikkapelle, Gemischter Chor)

SportBearbeiten

  • Eisstocksportverein Dürnstein/Wachau
  • Freiwillige Feuerwehr Dürnstein
  • Kuenringer Aktiv
  • Tennisclub Dürnstein
  • Volleyballclub Dürnstein
  • Wassersportunion Wachau (Rudern)
  • Inlinehockeyclub Dürnstein (IHC)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

LandverkehrBearbeiten

Dürnstein liegt an der Donauuferbahn und besitzt gemeinsam mit Oberloiben einen Bahnhof östlich des Ortes.

SchiffsverkehrBearbeiten

Dürnstein ist zentraler Punkt der Donauschifffahrt in der Wachau.

In Dürnstein quert die Motorfähre nach Rossatz die Donau. Sie ist nur für Fußgänger und Radfahrer zugelassen und verkehrt nur in der Sommersaison.[10]

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Der Wachauer Wein und damit die Heurigenlokale und der Tourismus spielen eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. Das bekannteste österreichische Weingut, die Domäne Wachau, hat ihre Kellereien vor den Stadtmauern von Dürnstein.

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 53, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 127. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 428. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,47 Prozent.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Das Kuenringerbad ist eine Badeanlage mit Schwimmteich (mit Nichtschwimmerbereich), Liegewiese und verschiedenen sportlichen Bereichen.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Im Stadtgemeinderat gibt es bei insgesamt 15 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung:[11] Liste ÖVP 8, SPÖ 4, FPÖ 3, andere keine Sitze.

BürgermeisterBearbeiten

  • bis 2018: Johann Schmidl (ÖVP)[12]
  • seit 9. Jänner 2019: Johann Riesenhuber (ÖVP)[13]

Amtsleiter ist Roman Tiefenbacher.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

Personen mit Beziehung zur StadtBearbeiten

  • Blondel de Nesle (um 1155/60 – nach 1200), einer der frühesten nordfranzösischen Trouvères; nach der Blondelsage fand er den auf der Burg Dürnstein inhaftierten Richard Löwenherz
  • Hadmar I. von Kuenring († 27. Mai 1138), österreichischer Ministerialadeliger, gründete die Burg Dürnstein
  • Hadmar II. von Kuenring (1140–1218), österreichischer Ministerialadeliger, im Jahre 1192 hielt er Richard Löwenherz, König von England, auf Burg Dürnstein gefangen
  • Richard Löwenherz (1157–1199), König von England von 1189 bis 1199; 1192 auf der Burg Dürnstein gefangen. Es steht heute nicht mehr fest, ob Richard Löwenherz oben auf der Burg in der heutigen Ruine Dürnstein, im Tal oder auf einer Nebenburg, die heute nicht mehr existiert, gefangengehalten wurde
  • Hans Ranzoni der Ältere (1868–1956), österreichischer Maler, lebte ab 1944 in Dürnstein
  • Johann Heinrich Freiherr von Schmitt (1744–1805), österreichischer Feldmarschallleutnant und Chef des Generalquartiermeisterstabes (Generalstabes), einer der Befehlshaber der Schlacht von Dürnstein, in der er auch fiel
  • Hieronymus Üblbacher (1674–1740), als Propst des Stiftes Dürnstein zeichnete er sich für die Barockisierung des Hauses verantwortlich.
  • Barbara Schwarz, ehemalige niederösterreichische Landesrätin und Bürgermeisterin von Dürnstein
  • Emil Strecker (1841–1925), deutscher Kunstmaler, lebte in Dürnstein
  • Maximilian Suppantschitsch (1865–1953), österreichischer Maler, lebte ab 1944 in Dürnstein
  • Carl Vaugoin (1873–1949), österreichischer christlichsozialer Politiker, verbrachte seine letzten Lebensmonate im Stift Dürnstein

SonstigesBearbeiten

Dürnstein ist auf der Rückseite der 100-Schilling-Banknote von 1954 abgebildet. Mit dem 9. Oktober 2009 wurde eine Sammlermünze zu 10 Euro von der Münze Österreich mit dem Motiv: „Richard Löwenherz in Dürnstein“ aus der Serie „Sagen und Legenden in Österreich“ herausgegeben.[14]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Franz Eppel: Die Wachau. Nibelungen- und Strudengau. Ihre Kunstwerke, historischen Lebens- und Siedlungsformen. Salzburg 1975, ISBN 3-900173-02-8.
  • Rupert Feuchtmüller, Stadtgemeinde Dürnstein (Hrsg.): Dürnstein. Geschichte und Kunst. Katalog der Ausstellung Stift Dürnstein. 22. Mai bis 1. November 1976. Verlag Faber, Krems 1976, DNB 800722868.
  • Irmgard Ameseder, Anton Bodenstein, Gerhard Tribl: 1000 Jahre Loiben. 1002–2002. Betrachtungen. Stadtgemeinde Dürnstein, 2002, DNB 976951681.
  • Gottfried Hofmann: Dürnstein. Kunst und Geschichte. Faber, Krems 1952, DNB 573813000.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dürnstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. a b c d e f g h i j k l m n o Homepage der Stadt Dürnstein. Abgerufen am 30. April 2017.
  3. a b Eintrag: Unterloiben bei Gedächtnis des Landes. Abgerufen am 30. April 2017.
  4. Hofmann: Dürnstein.
  5. a b Kleindel: Österreich. Zahlen – Daten – Fakten. Sonderausgabe A&M 2004, ISBN 3-902397-49-7.
  6. Hätten Sie gewusst? 4. Februar 1194 auf der Website des Museums Niederösterreich. Abgerufen am 30. April 2017.
  7. a b Ameseder und andere: 1000 Jahre Loiben.
  8. Bevölkerungsentwicklung der Statistik Austria (PDF; 35 kB)
  9. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Dürnstein, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Abgerufen am 6. April 2019.
  10. Donaufähren Wachau.@1@2Vorlage:Toter Link/www.wachauerbahn.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) wachauerbahn.at (pdf)
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Dürnstein. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 4. März 2019.
  12. NÖN: Bürgermeisterwechsel: Dürnstein: Schmidl tritt zurück. Artikel vom 28. Dezember 2018, abgerufen am 11. Jänner 2019.
  13. Johann Riesenhuber (ÖVP) neuer Bürgermeister. Artikel vom 10. Jänner 2019, abgerufen am 11. Jänner 2019.
  14. Amtsblatt der Wiener Zeitung vom 25. August 2009.