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Anton Weichselbaum

österreichischer Pathologe und Bakteriologe

LebenBearbeiten

Akademische LaufbahnBearbeiten

Er studierte Medizin in Wien, wo er 1869 zum Dr. med. promoviert wurde.

Von 1869 bis 1871 war er Assistent bei dem pathologischen Anatomen Josef Engel, der ein Schüler von Karl Freiherr von Rokitansky war. Ab 1885 war er außerordentlicher Professor für pathologische Histologie. Von 1893 bis 1916 war Weichselbaum ordentlicher Professor für pathologische Anatomie an der Universität Wien.

1916 tauschte er seine Position als Inhaber der Lehrkanzel für pathologische Medizin mit derjenigen des Inhabers der Lehrkanzel für gerichtliche Medizin, Alexander Kolisko, der diesen Posten seit 1898 in der Nachfolge Eduard Hofmanns bekleidet hatte.

Beiträge zur MedizinBearbeiten

Weichselbaum gehörte zu den Ersten, die die Bedeutung der Bakteriologie für die pathologische Anatomie erkannten. Er entwickelte ein Reagens zur Serum- und Liquor-Proteinbestimmung (Weichselbaum-Biuretreagens). 1886 entdeckte er das Bakterium Streptococcus pneumoniae (früher Diplokokkus pneumoniae genannt) sowie 1887 den Erreger der vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern auftretenden Meningokokkenmeningitis (Neisseria meningitidis, Diplokokkus intracellularis meningitidis, Weichselbaum-Diplococcus). 1903 war er für die Konservierung der Leiche der Erzherzogin Elisabeth Franziska verantwortlich.[1]

Ämter und FunktionenBearbeiten

1912/13 bekleidete Weichselbaum das Amt des Rektors der Universität Wien. Er war Mitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Wien (ab 1892 korrespondierendes, ab 1894 wirkliches Mitglied) und der Leopoldinisch-Carolinischen Akademie deutscher Naturforscher.[2] Ab 1917 war Weichselbaum zudem Mitglied des Herrenhauses.[3]

FamilieBearbeiten

Er war mit Anna Schneider, einer Tochter von Franz Schneider, verheiratet.

StraßenbenennungBearbeiten

1929 wurde die Weichselbaumgasse in Wien-Favoriten nach ihm benannt.

WerkeBearbeiten

  • Der gegenwärtige Stand der Bakteriologie und ihre beziehungen zur praktischen Medizin. In: Klinische Zeit- und Streitfragen, Band 1, 1; Wien, 1887.
  • Grundriss der pathologischen Histologie. Leipzig-Wien, 1892.
  • Über Entstehung und Bekämpfung der Tuberkulose. 1896.
  • Parasitologie. In: Handbuch der Hygiene, Band 9; Jena, 1899.
  • Epidemiologie. In: Handbuch der Hygiene, Band 9; Jena, 1899.
  • Aetiologie der akuten Lungen- und Rippenfellentzündungen.
  • Ueber die Aetiologie der akuten Meningitis cerebro-spinalis. In: Fortschritte der Medicin. Bd. 5, Nr. 18, 1887, S. 573–583.
  • Aetiologie und pathologische Anatomie der Endocarditis.
  • Diplococcus pneumoniae. In: Handbuch der pathogenen Mikroorganismen, Band 3; Jena, 1903.
  • Meningokokken. In: Handbuch der pathogenen Mikroorganismen, Band 3; Jena, 1903.
  • Pneumokokkenimmunität. In: Handbuch der pathogenen Mikroorganismen, Band 4; Jena, 1904.
  • Immunität bei den durch den Micrococcus meningitidis cerebrospinalis (Diplococcus intracellularis meningitidis) verursachten Erkrankungen. In: Handbuch der pathogenen Mikroorganismen, Band 4; Jena, 1904.
  • Über die Infektionswege der menschlichen Tuberkulose. 1907.
  • Über die Beziehungen zwischen Körperkonstitution und Krankheit. 1912.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Erzherzogin Elisabeth. In: Neue Freie Presse. Abendblatt, 16. Februar 1903, S. 7, oben rechts.
  2. Mitgliedseintrag von Anton Weichselbaum bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 26. Oktober 2012.
  3. http://www.landtag-noe.at/service/politik/landtag/Abgeordnete/ZAbgW/Weichselbaum.pdf