Krassimir Anew

bulgarischer Biathlet
Krassimir Anew Biathlon
Krasimir Anev, EM 2017
Voller Name Krassimir Dimitrow Anew
Verband BulgarienBulgarien Bulgarien
Geburtstag 16. Juni 1987 (34 Jahre)
Geburtsort Samokow, Bulgarien
Karriere
Verein Rilski Sportist,
Borowez 2016
Trainer Diana Galewa,
Georgi Fartunow
Aufnahme in den
Nationalkader
2004
Debüt im Europacup/IBU-Cup November 2008
Europacup-/IBU-Cup-Siege 1
Debüt im Weltcup November 2006
Status zurückgetreten
Karriereende 2020
Medaillenspiegel
EM-Medaillen 1 × Gold 4 × Silber 4 × Bronze
JEM-Medaillen 1 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
Universiade-Medaillen 0 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
IBU Biathlon-Europameisterschaften
Silber 2011 Ridnaun Verfolgung
Bronze 2011 Ridnaun Einzel
Bronze 2013 Bansko Einzel
Silber 2015 Otepää Verfolgung
Silber 2017 Duszniki-Zdrój Einzel
Bronze 2017 Duszniki-Zdrój Sprint
Bronze 2018 Ridnaun Sprint
Silber 2018 Ridnaun Verfolgung
Gold 2019 Minsk-Raubitschy Einzel
IBU Biathlon-Junioreneuropameisterschaften
Gold 2007 Bansko Einzel
Silber 2007 Bansko Verfolgung
Silber 2008 Nové Město na Moravě Einzel
Bronze 2008 Nové Město na Moravě Verfolgung
IBU Junioren-Sommerbiathlon-WM
Gold 2007 Otepää Skiroller-Einzel
Gold 2007 Otepää Skiroller-Verfolgung
Bronze 2008 Haute Maurienne Skiroller-Verfolgung
Logo der FISU Winter-Universiade
Silber 2011 Erzurum Einzel
Silber 2011 Erzurum Massenstart
Bronze 2011 Erzurum Mixed-Staffel
Weltcupbilanz
Gesamtweltcup 26. (2016/17)
Einzelweltcup 6. (2016/17)
Sprintweltcup 26. (2015/16)
Verfolgungsweltcup 30. (2015/16, 2016/17)
Massenstartweltcup 21. (2014/15)
letzte Änderung: Karriereende

Krassimir Dimitrow Anew (bulgarisch Красимир Димитров Анев; englisch Krasimir Anev; * 16. Juni 1987 in Samokow) ist ein ehemaliger bulgarischer Biathlet. Er debütierte 2006 im Biathlon-Weltcup und gehörte dort bis zu seinem Karriereende 2020 zu den erfolgreichsten Vertretern seines Landes. 2019 gewann er den Europameistertitel im 20-Kilometer-Einzelrennen.

WerdegangBearbeiten

Erfolge im NachwuchsbereichBearbeiten

Anew wuchs in Samokow als Sohn eines Soldaten und einer Lehrerin auf.[1] Er begann 1997 in seiner Schulzeit mit dem Biathlonsport und wurde zu Beginn seiner Karriere von Diana Galewa trainiert. Als er 16 Jahre alt war, wurden bei ihm – anlässlich von Tests vor seiner Aufnahme in den Nationalkader – Herzprobleme festgestellt. Er setzte seine Laufbahn unter ärztlicher Betreuung fort[2] und debütierte 2004 im Europacup der Junioren, wo er bis 2008 mit zunehmendem Erfolg antrat: Im März 2007 stand er in Haute-Maurienne erstmals auf dem Podest, in seiner letzten Saison als Nachwuchssportler gewann er ein Jahr später einen Sprint in Cesana. Bei den Welt- und Europameisterschaften seiner Altersklasse holte Anew mehrere Medaillen. In Bansko wurde er 2007 Junioren-Europameister im Einzel und EM-Zweiter in der Verfolgung hinter Dominik Landertinger. Im Jahr darauf gewann er in Nové Město na Moravě hinter Anton Schipulin Silber im Einzel sowie Bronze in der Verfolgung hinter Schipulin und Landertinger. Hinzu kamen bei den Junioren-Weltmeisterschaften im Sommerbiathlon 2007 zwei Titel im Sprint und in der Verfolgung auf Rollski sowie im Folgejahr eine Bronzemedaille in der Verfolgung.

Ergebnisse im Weltcup und bei GroßereignissenBearbeiten

 
Anew beim Zieleinlauf des Einzels bei den Europameisterschaften 2017

Mit 19 Jahren und damit noch während seiner Zeit als Juniorensportler debütierte Anew im November 2006 in Östersund im Biathlon-Weltcup. An gleicher Stelle nahm er 2008 an den Weltmeisterschaften teil und platzierte sich mit Ergebnissen zwischen dem 38. und dem 56. Rang im mittleren Feld. Seine ersten Weltcuppunkte gewann er ein Jahr später bei der WM 2009 in Pyeongchang als 36. des Einzels und des Sprints.[3] Anew etablierte sich in den folgenden Jahren im bulgarischen Weltcupteam, das – ausgestattet mit wesentlich geringeren finanziellen und personellen Mitteln als die konkurrierenden Mannschaften aus führenden Biathlon-Nationen[2] – im internationalen Vergleich eine untergeordnete Rolle spielte. Neben dem fünf Jahre älteren Michail Kletscherow und dem etwa gleichaltrigen Wladimir Iliew war Anew einer der wenigen Bulgaren, die in den frühen 2010er-Jahren überhaupt Platzierungen unter den ersten 40 im Weltcup erreichten. Anews Stärke lag dabei insbesondere am Schießstand: Seine Trefferquoten von 85 % bis 90 % zählten während seiner aktiven Zeit ohne Unterbrechung zu den höchsten im Weltcup.[4] Er gehörte zum Auftakt der Saison 2012/13 beim 20-Kilometer-Wettkampf von Östersund erstmals zu den besten Zehn eines Weltcuprennens und konnte solche Top-Ten-Platzierungen in den folgenden Jahren noch mehrmals (in insgesamt zwölf Wettkämpfen der höchsten Rennserie) erreichen.[5] Das beste Weltcupergebnis Anews war ein vierter Platz beim Massenstart von Oberhof im Januar 2015: Im Zielsprint um Rang drei unterlag er Dmitri Malyschko um weniger als eine Sekunde. In den jeweiligen Gesamtklassements des Weltcups positionierte sich Anew zwischen 2010 und 2020 in zehn aufeinanderfolgenden Saisons zwischen Platz 26 (2016/17) und Platz 43 (2013/14). Nahezu durchgehend war er damit der bestplatzierte bulgarische Athlet.

Dreimal – 2010 in Vancouver, 2014 in Sotschi und 2018 in Pyeongchang – nahm Anew an Olympischen Winterspielen teil, verpasste dort aber jeweils klar ein Top-Ten-Ergebnis. Seine besten Platzierungen bei Weltmeisterschaften erreichte er 2017 in Hochfilzen: Im Sprint kam er ohne Schießfehler auf den sechsten Platz, traf auch in der Verfolgung 19 von 20 Schüssen und wurde Siebter.[6] Internationale Medaillen gewann Anew bei den Europameisterschaften, bei denen er im Gegensatz zu vielen anderen Weltcupathleten regelmäßig antrat. Von 2011 bis 2018 holte er vier Silber- und vier Bronzemedaillen, ehe er 2019 in Minsk-Raubitschy mit 3,7 Sekunden Vorsprung auf Tarjei Bø Europameister im 20-Kilometer-Einzelrennen wurde.

Rücktritt und PersönlichesBearbeiten

Im Juni 2020 beendete Anew seine aktive Karriere als Biathlet und begründete seinen Rücktritt mit dem anhaltend schlechten Verhältnis zur Präsidentin des bulgarischen Biathlonverbandes Ekaterina Dafowska. Anew hatte zuvor bereits seit 2013 losgelöst von den Verbandsstrukturen mit seinem eigenen Betreuer Georgi Fartunow trainiert.[7] Zwischen Anew und Dafowska war es seitdem schon mehrmals zu Konflikten um die von ihm als solche wahrgenommene mangelnde Wertschätzung seiner Leistung gekommen.[1] Zudem erklärte er, mehr Zeit mit seiner 2017 geborenen Tochter verbringen zu wollen.[8]

Als Hobby verfolgt Anew, Sportsoldat in der bulgarischen Armee,[9] das Pistolenschießen und tritt als Sportschütze zu Amateurwettkämpfen an.[10]

StatistikenBearbeiten

Biathlon-Weltcup-PlatzierungenBearbeiten

Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Staffel: inklusive Mixedstaffeln
Platzierung Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz  
2. Platz  
3. Platz  
Top 10 4 5 2 1 9 21
Punkteränge 25 52 41 17 67 202
Starts 36 103 57 17 67 280
Stand: Karriereende

Biathlon-WeltmeisterschaftenBearbeiten

Ergebnisse bei Weltmeisterschaften:

Weltmeisterschaft Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Jahr Ort Sprint Verfolgung Einzel Massenstart Herrenstaffel Mixedstaffel S.-M.-Staffel
2008 Schweden  Östersund 56. 51. 38.
2009 Korea Sud  Pyeongchang 36. 45. 36. 11.
2010 Russland  Chanty-Mansijsk 15.
2011 Russland  Chanty-Mansijsk 51. 16.
2012 Deutschland  Ruhpolding 52. DNS 19. 17. 22.
2013 Tschechien  Nové Město 11. 19. 37. 9. 15.
2015 Finnland  Kontiolahti 52. 49. 19. 16. 18.
2016 Norwegen  Oslo 34. 29. 12. 25. 13. 16.
2017 Osterreich  Hochfilzen 6. 7. 16. 12. 9.
2019 Schweden  Östersund 28. 39. 27. 9. 21.
2020 Italien  Antholz 30. 13. 18. 16. 11.

Olympische WinterspieleBearbeiten

Ergebnisse bei Olympischen Winterspielen:

Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Sprint Verfolgung Einzel Massenstart Herrenstaffel Mixedstaffel
Olympische Winterspiele 2010   | Kanada  Vancouver 25. 45. 25. 16.
Olympische Winterspiele 2014   | Russland  Sotschi 48. 48. 35. 15.
Olympische Winterspiele 2018   | Korea Sud  Pyeongchang 37. 45. 25. 16. 17.

WeblinksBearbeiten

Commons: Krassimir Anew – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Borislawa Stamenowa: Краси Анев - европейският шампион, който не може да си мълчи auf btvnovinite.bg. 21. Februar 2019.
  2. a b Ognjan Georgiew: Най-добрият ни биатлонист Краси Анев: Бях пред спиране заради сърцето auf 168chasa.bg. 14. Februar 2011.
  3. Bis zur Saison 2008/09 erhielten die bestplatzierten 30 Sportler Weltcuppunkte, anschließend die besten 40.
  4. Die besten Werte im Schießen erreichte Anew in den Saisons 2016/17 und 2018/19 mit jeweils 89 % getroffener Scheiben, womit er (leicht hinter Lowell Bailey und Martin Fourcade beziehungsweise Simon Eder und Ondřej Moravec) der drittbeste Schütze im Weltcup war, vgl. IBU Biathlon Guide 2017/18, S. 326 und IBU Biathlon Guide 2019/20, S. 374.
  5. Krastina Iwanowa: Красимир Анев слага край на кариерата си заради федерацията по биатлон auf bnr.bg. 22. Juni 2020.
  6. Beim letzten Schießen kam Anew gleichauf mit Ole Einar Bjørndalen als Zweiter zum Schießen, fiel aber mit einem Fehler aus den Medaillenrängen, vgl. Красимир Анев 7-ми в преследването в Австрия, Фуркад над всички - Novinite.bg - Новините от България и света auf novinite.bg. 12. Februar 2017.
  7. Biathlon : coup de théâtre chez les Bulgares. In: Nordic Magazine. 23. Juni 2020; Красимир Анев спира с биатлона заради федерацията auf mediapool.bg. 22. Juni 2020.
  8. Natalja Marjantschik: Лучший болгарский биатлонист сбежал от тренера Логинова? Анев объяснил, что случилось на самом деле auf sport-express.ru. 24. Juni 2020.
  9. Antoaneta Iliewa: Красимир Анев спира с цивилния биатлон, но продължава с военния auf armymedia.bg. 23. Juni 2020.
  10. Krasimir Anev: Biathlet und... Pistolenschütze auf biathlonworld.com. 22. Juni 2018.