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Kitakyūshū

Ort in der Präfektur Fukuoka, Japan

Kitakyūshū (japanisch 北九州市, -shi; wörtlich: „Nord-Kyūshū“) ist eine Großstadt in der Präfektur Fukuoka auf der japanischen Insel Kyūshū südlich der Kammon-Straße. Die Stadt ist ein wichtiger Teil des Raumes Kammon-Kitakyūshū und wird zunehmend in die Region Fukuoka integriert. Kitakyūshū hat unter den 29 Städten der Präfektur Fukuoka die größte Fläche (fast ein Zehntel).

Kitakyūshū-shi
北九州市
Kitakyūshū
Geographische Lage in Japan
Kitakyūshū (Japan)
Red pog.svg
Region: Kyūshū
Präfektur: Fukuoka
Koordinaten: 33° 50′ N, 130° 50′ OKoordinaten: 33° 50′ 0″ N, 130° 50′ 1″ O
Basisdaten
Fläche: 491,95 km²
Einwohner: 945.595
(1. Oktober 2018)
Bevölkerungsdichte: 1922 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 40100-5
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Kitakyūshū
Baum: Eibe
Blume: Azalee, Sonnenblume
Rathaus
Adresse: Kitakyūshū City Hall
1-1, Jōnai
Kokura-Kita-ku, Kitakyūshū-shi
Fukuoka 803-8501
Webadresse: https://www.city.kitakyushu.lg.jp/
Lage Kitakyūshūs in der Präfektur Fukuoka
Lage Kitakyūshūs in der Präfektur

Kitakyūshū hat das Image einer verschmutzten Industriestadt, was in den 1960er Jahren der Fall war – aber heutzutage ist sie eine der fortschrittlichsten in Sachen Umgang mit Verschmutzung und Recycling-Technik.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die heutige Teilstadt Kokura war am 9. August 1945 für den US-amerikanischen Major Charles Sweeney das Ziel für die von ihm im Flugzeug mitgeführte Atombombe Fat Man. Das Ziel sollte im Sichtflug angegriffen werden, jedoch verhinderten Rauchschwaden aus den am Vortag mit Brand- und Sprengbomben angegriffenen Yawata Stahlwerken in Yahata, die vom Westwind nach Kokura getrieben wurden, eine klare Sicht. Sweeney brach den Angriff nach dem 3. Versuch ab und bombardierte das Ausweichziel Nagasaki um 11:02 Japanische Normalzeit (JST).

Die Stadt entstand am 10. Februar 1963 aus der Fusion der Städte Moji (門司市, -shi), Kokura (小倉市, -shi), Tobata (戸畑市, -shi), Yahata (八幡市, -shi) und Wakamatsu (若松市, -shi).

KulturBearbeiten

Seit 1974 gibt es mit dem Kitakyūshū Municipal Museum of Art ein Museum für japanische und westliche Kunst mit Arbeiten vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Es befindet sich im Stadtteil Tobata im Bijutsunomori Park in einem Gebäude, das nach Plänen des Architekten Arata Isozaki errichtet wurde. Im Mai 1997 eröffnete das Center for Contemporary Art (CCA) seine Pforten. Hier haben in den darauf folgenden Jahren Ausstellungen mit Werken von bekannten internationalen Künstlern stattgefunden, so beispielsweise von Maurizio Cattelan oder Anri Sala.

SchriftstellerBearbeiten

Der Schriftsteller Matsumoto Seichō wurde in Kokura geboren. Ein ihm gewidmetes Museum befindet sich in der Innenstadt. Der Romanautor Mori Ōgai lebte hier mehrere Jahre. Sein Haus in Kokura ist der Öffentlichkeit geöffnet, dort schrieb er das Kokura Nikki (Kokuraer Tagebuch). Der Schriftsteller Hino Ashihei wurde im Stadtteil Wakamatsu geboren. Sein Geburtshaus kann besichtigt werden.

NaturschönheitenBearbeiten

  • Hiraodai (平尾台): Karstplateau
  • Berg Sarakura (皿倉)
  • Kawachi (河内): Reservoir

Politik und VerwaltungBearbeiten

Fraktionsstärken im Stadtparlament
(Stand: 1. Mai 2019)[1]
      
Insgesamt 57 Sitze
  • LDP: 13
  • Kōmeitō: 13
  • Heartful Kitakyūshū (aus ex-Minshintō und SDP): 11
  • KPJ: 9
  • Jimin no Kai („LDP-Versammlung“): 9
  • Zwei weitere Fraktionen: 2

Seit 2007 ist Kenji Kitahashi, ein langjähriger DSP-Unterhausabgeordneter, Bürgermeister von Kitakyūshū. Er wurde im Januar 2019 bei historisch niedriger Wahlbeteiligung von unter 34 % gegen zwei Herausforderer mit knapp 75 % der Stimmen für eine vierte Amtszeit wiedergewählt.[2]

Das Stadtparlament von Kitakyūshū (Kitkyūshū-shigikai) hat 57 Mitglieder und wurde zuletzt im Januar 2017 neu gewählt.[3]

Im zuletzt bei den einheitlichen Wahlen im April 2019 gewählten 86-köpfigen Präfekturparlament von Fukuoka ist die Stadt mit insgesamt 16 Abgeordneten vertreten, die Bezirke fungieren als Ein- bis Viermandatswahlkreise. Von den Abgeordneten aus Kitakyūshū gehören (Stand: Mai 2019) sieben der LDP-Fraktion, vier der Kōmeitō-Fraktion, vier der Ex-DPJ-Nachfolgefraktion und eine der KPJ an.[4]

Bei Wahlen zum Unterhaus des Nationalparlaments bildet Kitakyūshū die Wahlkreise 9 und 10 der Präfektur, die nach der Wahl 2017 unverändert von den Liberaldemokraten Asahiko Mihara (2017: 45,7 % der Stimmen) und Kōzō Yamamoto (44,2 %) vertreten werden.

StadtgliederungBearbeiten

Am 1. April 1963 wurde Kitakyushyu zur "regierungsdesignierten Großstadt" ('Seirei shitei toshi, 政令指定都市) erklärt. Gleichzeitig erfolgte eine Einteilung in fünf Stadtbezirke (Ku,区), die den Namen der fusionierten Städte trugen.
Am 1. April 1974 wurden die Stadtbezirk Kokura und Yahata in je zwei weitere Stadtbezirke aufgeteilt: Kokura-Kita (小倉北, Kokura-Nord) und Kokura-Minami (小倉南, Kokura-Süd) sowie Yahata-Higashi (八幡東,Yahata-Ost) und Yahata-Nishi (八幡西, Yahata-West). Der Stadtbezirk Kokura-Kita wird als Zentrum angesehen.
Die westlich gelegene Stadt Nakama sollte 2005 der achte Stadtbezirk werden, dies wurde jedoch vom Stadtrat am 24. Dezember 2004 wegen der daraus resultierenden verringerten politischen Autonomie Nakamas abgelehnt.

Die aktuellen sieben Stadtbezirke von Kitakyūshūs sind:

Code Name Fläche (in km²) Bevölkerung Bevölkerungs-
dichte (Ew./km²)
Rōmaji Kanji 01.10.20171 01.10.20182 01.10.20153
40101 Moji-ku 門司区 73,67 96.172 99.637 1.352,48
40103 Wakamatsu-ku 若松区 71,31 8.094 82.844 1.161,74
40105 Tobata-ku 戸畑区 16,61 57.967 59.116 3.559,06
40106 Kokurakita-ku 小倉北区 39,23 182.220 181.878 4.636,20
40107 Kokuraminami-ku 小倉南区 171,74 210.118 212.850 1.239,37
40108 Yahatahigashi-ku 八幡東区 36,26 65.944 68.844 1.898,62
40109 Yahatanishi-ku 八幡西区 83,13 252.234 256.117 3.080,92
Kitakyūshū-shi 北九州市 491,95 945.595 961.286 1.954,03

QuellenBearbeiten


1Flächenangaben von 2017[5]
2Geschätzte Bevölkerung (Estimated Population) 2018[6]
3Ergebnisse der Volkszählung 2015[7]

WirtschaftBearbeiten

Nippon Steel ist auch heute ein wichtiger Arbeitgeber, aber die Werke Yawata und Tobata haben gegenüber den 1960er Jahren an Bedeutung verloren. 1972 haben die letzten Kohlegruben geschlossen. Das Yawata-Werk wurde 1901 gegründet und war Japans erstes Stahlwerk. Es produzierte in den ersten Jahrzehnten 80 Prozent des japanischen Stahls.[8] Kitakyūshū ist auch der Standort des Stammwerkes des Industrieroboter- und Elektromotorenherstellers Yaskawa (in Yahata).

VerkehrBearbeiten

 
Rathaus von Kitakyūshū

Aufgrund seiner strategisch wichtigen Lage am Südufer der Kammon-Straße ist Kitakyūshū ein wichtiges Verkehrsdrehkreuz zwischen Honshū und Kyūshū und hat einen großen Hafen.

Zuglinien in Kitakyūshū sind:

In der Stadt besteht der ÖPNV im Wesentlichen aus Bussen und der Einschienenbahn Kitakyūshū. Kitakyūshū ist der größte Fährhafen im westlichen Japan. Fährverbindungen gibt es zwischen Kitakyūshū und Shimonoseki, Matsuyama, Tokushima, Kōbe, Osaka, Tokio, Ulsan (Korea), Busan (Korea) und den Inseln der Stadt.

Im Raum Kanmon-Kitakyūshū bestehen drei Pendlerverbindungen: Trans-Dokaiwan Ferry, The Kanmon Straits Ferry, und The Kanmon Straits Liner.

Ein neuer 24-Stunden-Flughafen Kitakyūshū wurde am 16. März 2006 auf einer künstlichen Insel im Meer eröffnet. Von dort bestehen vorwiegend Inlandsverbindungen nach Tokyo, aber auch Flüge nach Shanghai.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

GalerieBearbeiten

Angrenzende Städte und GemeindenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stadtparlament Kitakyūshū: Abgeordnete nach Fraktion, abgerufen am 17. Mai 2019.
  2. 北九州市長選 現職の北橋氏 4回目の当選. In: NHK Senkyo Web. 27. Januar 2019, abgerufen am 17. Mai 2019 (japanisch).
  3. Nishi-Nippon Shimbun: Ergebnisse der Stadtparlamentswahl Kitakyūshū 2017 (japanisch); abgerufen am 11. Juli 2018.
  4. Präfekturparlament Fukuoka, Abgeordnete: Abgeordnete aus der Stadt Kitakyūshū
  5. Kokudo Chiriin (GSI — Geospatial Information Authority of Japan), 平成29年全国都道府県市区町村別面積調 (Landesweite Flächenerhebung aller Präfekturen und Gemeinden 2017), S. 86: 40 Fukuoka-ken (japanisch), abgerufen am 16. Dezember 2018
  6. 簡単検索・詳細検索・検索サンプル, abgerufen am 16. Dezember 2018 (japanisch)
  7. e-stat (englisch), abgerufen am 16. Dezember 2018
  8. Christoph Neidhart: Japan: Als der bunte Rauch verflog. In: Süddeutsche Zeitung. 25. März 2016 (sueddeutsche.de).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kitakyūshū – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien