Kaillie Humphries

kanadische Bobsportlerin
Kaillie Humphries Bobsport
Kaillie Humphries
Nation KanadaKanada Kanada
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag 4. September 1985 (34 Jahre)
Geburtsort CalgaryKanada
Größe 170 cm
Gewicht 76 kg
Karriere
Disziplin Bobsport
Trainer Stephan Bosch
Mike Kohn
Nationalkader seit 2019 (Vereinigte Staaten)
2003–2018 (Kanada)
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 2 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
WM-Medaillen 2 × Gold 3 × Silber 4 × Bronze
JWM-Medaillen 0 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Gold 2010 Vancouver Zweierbob
Gold 2014 Sotschi Zweierbob
Bronze 2018 Pyeongchang Zweierbob
IBSF Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften
Silber 2008 Altenberg Mannschaft
Bronze 2011 Königssee Zweierbob
Bronze 2011 Königssee Mannschaft
Gold 2012 Lake Placid Zweierbob
Bronze 2012 Lake Placid Mannschaft
Gold 2013 St. Moritz Zweierbob
Bronze 2013 St. Moritz Mannschaft
Silber 2016 Igls Zweierbob
Silber 2017 Königssee Zweierbob
IBSF Bob-Junioren-WM
Silber 2006 Igls Zweierbob
Silber 2007 Altenberg Zweierbob
Platzierungen im Bob-Weltcup
 Debüt im Weltcup 25. November 2004
 Weltcupsiege 26 (Details)
 Gesamtweltcup Zweier 01. (2012/13, 2013/14, 2015/16, 2017/18)
 Gesamtweltcup Vierer 18. (2014/15)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Zweierbob 26 13 14
letzte Änderung: 1. Februar 2020

Kaillie Humphries (* 4. September 1985 in Calgary, Alberta als Kaillie Simundson) ist eine kanadische Bobsportlerin.

WerdegangBearbeiten

Kaillie Humphries lebt in ihrer Geburtsstadt Calgary und begann 2002 mit dem Bobsport. Sie trainiert im Canada Olympic Park, ihr Trainer ist Stephan Bosch. 2003 schloss sie die National Sport School ab. Zunächst war sie drei Jahre Bremserin, bevor sie als Pilotin begann. Im Bob-Weltcup debütierte Humphries im November 2004 bei einem Rennen in Winterberg als Bremserin von Helen Upperton. In Cesana Torinese erreichten beide als Zehntplatzierte im Januar 2005 ihr erstes Top-Ten-Resultat. Im Dezember des Jahres verpassten sie als Viertplatzierte in Cortina d’Ampezzo ein erstes Podiumsresultat. 2006 gewann sie bei der Juniorenweltmeisterschaft in Igls Silber mit Helen Upperton. Ab der folgenden Saison startete die Kanadierin als Pilotin im Bob-Europacup. Gleich ihr erstes Rennen im Dezember 2006 in Igls konnte Humphries mit der Anschieberin Kaylyn Best gewinnen. Ein zweiter Sieg folgte im Januar 2007 in Winterberg, Bremserin war Nadine Walker. Einen Monat später bestritt sie an selber Stelle ihr erstes Weltcup-Rennen als Pilotin und kam auf den 14. Platz. Bei der Junioren-WM in Altenberg gewann sie wie im Vorjahr Silber, dieses Mal jedoch als Pilotin mit Jaime Cruickshank als Bremserin. Im November 2007 erreichte sie als Viertplatzierte mit Shelly-Ann Brown auf ihrer Heimbahn in Calgary erstmals ein Top-Ten-Resultat. In Lake Placid fuhr Humphries mit Brown erstmals aufs Podest. Erstes Großereignis wurde die Bob-Weltmeisterschaft 2008 in Altenberg. Im Zweierbob wurde Humphries mit Brown Fünfte, im Teamwettbewerb gewann sie mit der kanadischen Mannschaft hinter dem deutschen Team die Silbermedaille. Im Bob-Weltcup 2008/09 erreichte sie zwei zweite Plätze und wurde Siebte im Gesamtweltcup. Bei der Bob-Weltmeisterschaft 2009 in Lake Placid wurde sie erneut Fünfte.

Im Dezember 2009 gewann Humphries mit Heather Moyse in Altenberg erstmals ein Weltcuprennen. In den übrigens Saisonrennen platzierte sie sich immer unter den besten sechs und erreichte den zweiten Rang im Gesamtweltcup hinter Sandra Kiriasis. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 im heimischen Vancouver gewannen Humphries und Moyse vor ihren Teamkolleginnen Helen Upperton und Shelley Brown sowie Erin Pac/Elana Meyers die Goldmedaille. Vor den Winterspielen hatte sie als einheimische Sportlerin deutlich mehr Trainingsläufe als die Konkurrentinnen auf der schwierigen Bahn absolvieren können. In der Folgesaison erreichte das Duo den dritten Platz im Gesamtweltcup und bei der Bob-Weltmeisterschaft 2011 am Königssee ebenfalls den Bronzerang. In der Saison 2011/12 folgten drei weitere Weltcup-Siege mit Anschieberin Emily Baadsvik und bei der Bob-Weltmeisterschaft 2012 in Lake Placid wurde Humphries gemeinsam mit Jennifer Ciochetti erstmals Weltmeisterin; zudem gewann sie Bronze im Teamwettbewerb. Im Bob-Weltcup 2012/13 belegte Humphries in allen neun Saisonrennen Podestplatzierungen, darunter sechs Siege, und gewann dadurch überlegen die Gesamtwertung vor Sandra Kiriasis und Cathleen Martini. Sie verteidigte außerdem mit Chelsea Valois ihren Titel bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz und gewann mit der Mannschaft erneut die Bronzemedaille. Im Winter 2013/14 folgten drei weitere Weltcupsiege mit Heather Moyse und Humphries gewann zum zweiten Mal in Folge den Gesamtweltcup. Zum Abschluss der Saison gewann das Duo Humphries/Moyse in Sotschi erneut Gold bei den Olympischen Spielen und ließ dabei die US-amerikanischen Teams Meyers/Williams sowie Greubel/Evans hinter sich.

Zur Saison 2014/15 öffnete der internationale Bobverband die Viererbobwettbewerbe für gemischte Teams und Kaillie Humphries wurde neben Elana Meyers Taylor die erste Pilotin, die an internationalen Rennen im Viererbob teilnahm. Nach Starts beim Nordamerikacup, wo sie unter anderem einen zweiten Rang einfuhr, durfte sie im Dezember 2014 auch im Weltcup im Viererbob an den Start gehen und wurde in ihrem ersten Rennen in Calgary 15. Es folgten fünf weitere Einsätze mit einem 14. Rang in Sotschi als bestes Saisonresultat. Im Zweierbob platzierte sie sich viermal auf dem Podest und wurde hinter Meyers Taylor Zweite im Gesamtklassement. Bei der Weltmeisterschaft in Winterberg wurde sie Siebte im Zweier, Vierte mit dem Team und 27. im Viererbob. In der Saison 2015/16 fuhr Humphries in allen acht Saisonrennen des Weltcups auf das Podest, holte dabei vier Siege und gewann den Gesamtweltcup mit deutlichem Vorsprung vor Jamie Greubel Poser. Bei der Weltmeisterschaft in Igls gewann sie mit ihrer Stammanschieberin Melissa Lotholz Silber im Zweierbob und wurde Fünfte im Teamwettbewerb.

Seit der Weltcup-Saison 2019/20 startet die gebürtige Kanadierin für den Bob- und Skeletonverband der USA. Der Trennung war eine Belästigungsklage durch Humphries gegen einen Trainer beim kanadischen Verband vorausgegangen.[1] Auch unter US-amerikanischer Flagge gehörte Humphries zur absoluten Weltspitze und feierte einige Weltcupsiege.

PrivatesBearbeiten

Humphries heiratete 2007 den britisch-kanadischen Bobfahrer Dan Humphries. Mittlerweile ist das Paar geschieden.[2] 2019 heiratete sie den US-amerikanischen Bobpiloten Travis Armbruster.[1]

ErfolgeBearbeiten

WeltcupsiegeBearbeiten

Nr. Datum Ort Bahn
01. 19. Dezember 2009 Deutschland  Altenberg Rennschlitten- und Bobbahn Altenberg
02. 19. Dezember 2011 Frankreich  La Plagne Bob- und Rennschlittenbahn La Plagne
03. 3. Februar 2012 Kanada  Whistler Whistler Sliding Centre
04 10. Februar 2012 Kanada  Calgary Bob- und Rennschlittenbahn im Canada Olympic Park
05. 9. November 2012 Vereinigte Staaten  Lake Placid Olympia-Bobbahn Lake Placid
06. 17. November 2012 Vereinigte Staaten  Park City Bobbahn Park City
07. 24. Dezember 2012 Kanada  Whistler Whistler Sliding Centre
08. 8. Dezember 2012 Deutschland  Winterberg Bobbahn Winterberg
09. 14. Dezember 2012 Frankreich  La Plagne Bob- und Rennschlittenbahn La Plagne}
10. 11. Januar 2013 Deutschland  Königssee Kombinierte Kunsteisbahn am Königssee
11. 30. November 2013 Kanada  Calgary Bob- und Rennschlittenbahn im Canada Olympic Park
12. 14. Dezember 2013 Vereinigte Staaten  Lake Placid Olympia-Bobbahn Lake Placid
13. 11. Januar 2014 Schweiz  St. Moritz Olympia Bobrun St. Moritz–Celerina
14. 27. November 2015 Deutschland  Altenberg Rennschlitten- und Bobbahn Altenberg
15. 11. Dezember 2015 Deutschland  Königssee Kombinierte Kunsteisbahn am Königssee
16. 15. Januar 2016 Vereinigte Staaten  Park City Bobbahn Park City
17. 23. Januar 2016 Kanada  Whistler Whistler Sliding Centre
18. 3. Dezember 2016 Kanada  Whistler Whistler Sliding Centre
19. 6. Januar 2017 Deutschland  Altenberg Rennschlitten- und Bobbahn Altenberg
20. 9. November 2017 Vereinigte Staaten  Lake Placid Olympia-Bobbahn Lake Placid
21. 25. November 2017 Kanada  Whistler Whistler Sliding Centre
22. 6. Januar 2018 Deutschland  Altenberg Rennschlitten- und Bobbahn Altenberg
23. 7. Dezember 2019 Vereinigte Staaten  Lake Placid Olympia-Bobbahn Lake Placid
24. 14. Dezember 2019 Vereinigte Staaten  Lake Placid Olympia-Bobbahn Lake Placid
25. 25. Januar 2020 Deutschland  Königssee Kombinierte Kunsteisbahn am Königssee
26. 1. Februar 2020 Schweiz  St. Moritz Olympia Bobrun St. Moritz–Celerina

WeblinksBearbeiten

Commons: Kaillie Humphries – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Kanadischer Bob-Star Humphries startet zukünftig für die USA. In: https://www.spiegel.de/. Der Spiegel, 29. September 2019, abgerufen am 1. Februar 2020.
  2. Jen Reynolds: Watching Kaillie Humphries win gold. Parents rejoice! 20. Februar 2014, abgerufen am 16. November 2015 (englisch).