Whistler Sliding Centre

Whistler Sliding Centre
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Whistler Sliding Centre (Kanada)
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Plan der Bahn
Ort KanadaKanada Whistler, Kanada
Inbetriebnahme 2008
Bahndaten
Maximale Höhendifferenz 152 m
Start Länge Kurven
Bobstart 1450 m 16
Skeletonstart 1450 m 16
Rodelstart Herren 1374 m 16
Rodelstart Damen 1198 m 14
Doppelsitzerstart 930 m 11

Koordinaten: 50° 6′ 27″ N, 122° 56′ 42″ W

Das Whistler Sliding Centre ist eine Kunsteisbahn für den Rennrodel-, Skeleton- und Bob-Sport im Fitzsimmons-Creek-Tal in Whistler, Kanada. Sie war Austragungsort für die Rennrodel-, Skeleton- und Bobwettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver. Der Bau der Bahn hat 68 Millionen Euro gekostet.

GeschichteBearbeiten

Vancouver setzte sich 2003 gegen Pyeongchang und Salzburg als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2010 durch. Daraufhin wurde am 15. November 2004 der Bau eines Eiskanals bekannt gegeben.

 
Kurve 6 Whistler Sliding Centre im Juni 2008.

Der grundlegende Entwurf und die fahrdynamischen Berechnungen erfolgten durch Udo Gurgel vom Leipziger Ingenieurbüro Gurgel + Partner (IBG), die Detailplanung übernahm Stantec Architecture Limited, ein Architekturbüro, welches auch die Eisbahn in Park City, Utah (USA), dem Austragungsort der Olympischen Spiele 2002, entwarf.[1]

Die Einrichtung der Baustelle begann am 1. Juni 2005. Vom Juni 2005 bis zum Dezember 2007 waren ständig mindestens 60 Arbeiter mit dem Bau beschäftigt, während der Hauptbauzeit im Sommer 2006 waren es sogar bis zu 500 Arbeiter. Im November 2007 waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Die anschließende Testphase dauerte bis in das Jahr 2008.[2]

Die anfänglich mit 55 Mio. kanadischen Dollar veranschlagten Baukosten wurden mit letztendlichen Kosten von 100 Mio. kanadischen Dollar weit übertroffen, sollen sich durch das Training von internationalen Mannschaften aber selbst tragen.[3]

Beim Abschlusstraining am 12. Februar 2010, wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier der olympischen Wettbewerbe, starb der georgische Rennrodler Nodar Kumaritaschwili. Er erlag seinen schweren Verletzungen, die er bei einem Unfall im Zielbereich erlitten hatte, nachdem er in der Thunderbird-Kurve, der letzten der 16 Kurven der 1374 Meter langen Bahn, ins Schleudern geraten, nach der Kurve aus der Bahn katapultiert worden und dabei gegen einen zur Bahn offen stehenden Stahlträger der Bahnüberdachung geprallt war. Die letzte Geschwindigkeitsmessung kurz vor der bereits wieder leicht bergan führenden Zielkurve[4] hatte 144 km/h betragen. Trotz der sofortigen Reanimierungsmaßnahmen der Helfer verstarb der Georgier noch auf dem Weg ins Krankenhaus.[5]

Kritik und ReaktionenBearbeiten

Bereits vor dem Tod Kumaritaschwilis war Kritik an der Planung des Whistler Sliding Centre laut geworden; die Bahn wurde von vielen Experten als zu schnell und unkontrollierbar bewertet. Diesen Positionen wurden während der olympischen Rodelwettbewerbe kontinuierlich Rechnung getragen, indem die Renndistanzen verkürzt wurden, so dass die Herren vom Damenstart begannen, die Damen und die Doppelsitzer vom Juniorenstart. Für die Bobwettbewerbe wurde versucht, die Bahn durch Anpassung der Eisdicke insbesondere in der meistkritisierten Kurvenkombination 11–12–13–14 zu entschärfen. Trotzdem kam es in den Trainings und auch in den Wettkampfläufen zu zahlreichen Stürzen mit zum Teil ernsteren Verletzungen, nach denen sich mehrere Teams entschlossen, sich aus den Bobwettbewerben zurückzuziehen.

RekordeBearbeiten

Auf dieser Bahn wurde bei den Trainingsläufen zu den XXI. Olympischen Winterspielen, mit 154 km/h, die höchste je gemessene Geschwindigkeit beim Rennrodeln gemessen. Aufgestellt wurde dieser Rekord von Manuel Pfister.

Bahnrekorde
Männerrodeln Frauenrodeln Doppelsitzer Zweierbob Männer Zweierbob Frauen Viererbob Skeleton Männer Skeleton Frauen
46,808 Sekunden – 2009
Deutschland  Felix Loch
48,992 Sekunden – 2009
Deutschland  Natalie Geisenberger
48,608 Sekunden – 2009
Deutschland  Patric Leitner,
Alexander Resch
51,95 Sekunden – 2009
Schweiz  Beat Hefti,
Thomas Lamparter
53,53 Sekunden – 2009
Vereinigte Staaten  Shauna Rohbock,
Elana Meyers
50,86 Sekunden – 2010
Vereinigte Staaten  Steven Holcomb,
Steve Messler,
Curtis Tomasevicz,
Justin Olsen
53,67 Sekunden – 2009
Kanada  Jeff Pain
54,81 Sekunden – 2009
Kanada  Mellisa Hollingsworth
Startrekorde
Männerrodeln Frauenrodeln Doppelsitzer Zweierbob Männer Zweierbob Frauen Viererbob Skeleton Männer Skeleton Frauen
3,541 Sekunden – 2009
Deutschland  Andi Langenhan
7,183 Sekunden – 2009
Deutschland  Natalie Geisenberger
7,054 Sekunden – 2009
Deutschland  Tobias Wendl,
Tobias Arlt
4,70 Sekunden – 2009
Schweiz  Beat Hefti,
Thomas Lamparter
5,17 Sekunden – 2009
Vereinigte Staaten  Erin Pac,
Michelle Rzepka
4,70 Sekunden – 2010
Deutschland  André Lange,
Kevin Kuske,
Martin Putze,
Alexander Rödiger
4,52 Sekunden – 2009
Russland  Alexander Tretjakow
4,97 Sekunden – 2009
Deutschland  Anja Huber

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. The Whistler Sliding Centre: Facts & Figures (Memento des Originals vom 4. Oktober 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/whistlerslidingcentre.com
  2. The Whistler Sliding Centre: Venue Fact Sheet@1@2Vorlage:Toter Link/whistlerslidingcentre.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF, 1,83 MB)
  3. Ulrike Pape: Vancouver 2010. Die Top 5 der olympischen Stätten. Platz 3: Whistler Sliding Centre – eine echte Hochgeschwindigkeitsbahn. FOCUS online vom 3. Februar 2010
  4. Steven Jörgensen: Olympia-Bahndesigner Gurgel: „Es tut mir unendlich leid für den Jungen“ Sportbild.de vom 12. Februar 2010
  5. Rodler stirbt nach schwerem Sturz. Spiegel Online vom 12. Februar 2010

WeblinksBearbeiten

Commons: Whistler Sliding Centre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien