Julian Reichelt

deutscher Journalist und Webvideoproduzent

Julian Reichelt (* 15. Juni 1980 in Hamburg) ist ein deutscher Boulevard-Journalist, Kriegsreporter und Webvideoproduzent. Er war von Februar 2017 bis Oktober 2021 Vorsitzender der Chefredaktionen und Chefredakteur Digital von Bild. Seit Juli 2022 betreibt er den von mehreren Medien als rechtspopulistisch bezeichneten YouTube-Kanal „Achtung, Reichelt!“.

Julian Reichelt (2018)

Leben

 
Düzen Tekkal, Friede Springer, Mathias Döpfner, Kai Diekmann und Julian Reichelt auf dem Dach der US-Botschaft in Berlin (2019)

Reichelts Eltern arbeiten nach Angaben von Bild als Journalisten:[1] Sein Vater Hans-Heinrich Reichelt war unter anderem als stellvertretender Redaktionsleiter bei der Berliner Redaktion von Bild und als freier Journalist tätig, seine Mutter Katrin Reichelt war freie Journalistin und beschäftigte sich mit medizinischen Themen. Gemeinsam gründeten die Eltern den Wunderbare Jahre-Verlag für Medizinjournalismus und betreiben eine Homöopathie-Website.[2]

Reichelt besuchte das Gymnasium Othmarschen in Hamburg und legte dort im Jahr 2000 das Abitur ab.[3] Von 2002 bis 2003 war er Volontär bei Bild und durchlief die Journalistenausbildung der Axel-Springer-Akademie.[4] Er berichtete u. a. aus Afghanistan, Georgien, Thailand, dem Irak, Sudan und Libanon, teilweise als Kriegsberichterstatter.[5] 2007 wurde er Chefreporter.

Ab Februar 2014 war er als Nachfolger von Manfred Hart Chefredakteur von Bild.de.[6][7] Nachdem Gesamtherausgeber Kai Diekmann den Springer-Verlag zum 31. Januar 2017 verlassen hatte, übernahm Reichelt den Vorsitz der Chefredaktionen und damit die redaktionelle Gesamtverantwortung für die Bild-Zeitung.[8] Nach dem Ausscheiden von Tanit Koch, der einzigen Frau an der Bild-Spitze, am 1. März 2018, übernahm Reichelt dann auch den Posten des Chefredakteurs der Printausgabe der Bild.[9][10][11] In der Folge setzte sich der starke Rückgang der Auflage der BILD fort:[12] Diese lag im ersten Quartal 2021 bei rund 1,24 Millionen Exemplaren, bei Reichelts Amtsantritt als Chefredakteur der Print-Ausgabe im März 2018 waren es noch 1,57 Millionen Exemplare gewesen.[13][14]

2020 war er in der siebenteiligen Dokumentarfilm-Serie BILD.Macht.Deutschland? über die Bild-Redaktion auf Amazon Prime zu sehen.[15]

Die Axel Springer SE beendete am 18. Oktober 2021 die Zusammenarbeit mit Reichelt, da er auch nach Abschluss eines Compliance-Verfahrens (siehe unten) Privates und Berufliches nicht klar getrennt und dem Vorstand darüber die Unwahrheit gesagt habe.[16] Sein Nachfolger als Bild-Chefredakteur wurde Johannes Boie.

Positionen

Reichelt bezieht regelmäßig zu politischen Themen Position. Neben Kommentaren in der Bild-Zeitung und auf Bild.de nutzt er dazu auch Talkshow-Auftritte, u. a. bei Beckmann, Anne Will, Hart aber fair und im WDR-Presseclub. Darüber hinaus publizierte er zwei Bücher.

Im Februar 2015 forderte Reichelt von der Politik „schnelles Internet für alle“.[17] Der Breitbandausbau sei die „absolute Basisvoraussetzung, damit sich ein Land weiter entwickeln“ könne.

Im August 2015 widersetzte sich Reichelt in seiner Position als Chefredakteur einer Akkreditierungsabsprache, angeklagte mutmaßliche IS-Kämpfer in einem Prozess vor dem Oberlandesgericht Celle nur verpixelt zu zeigen. Daraufhin entzog das Gericht dem Bildreporter die Akkreditierung für den Prozess.[18]

Der Presserat monierte im Juni 2016 die Falschdarstellung russischer Militäroperationen in Syrien durch Bild.de unter dem Titel Putin und Assad bomben weiter im Februar 2016. Der Bezug war eine Vereinbarung über einen Waffenstillstand binnen einer Woche. Der Beitrag erwecke wahrheitswidrig den Eindruck, dass der gerade beschlossene Waffenstillstand durch Russland gebrochen wurde. Der Ausschuss bewertete presseethisch den Verstoß gegen die publizistischen Grundsätze als so schwerwiegend, dass er gemäß § 12 der Beschwerdeordnung eine Missbilligung aussprach.[19] Reichelt erwiderte darauf, der Deutsche Presserat mache sich zum „Handlanger der Kreml-Propaganda“.[20]

Bezüglich der „Refugees Welcome“-Kampagne der Bild-Medien, die 2015 unter Kai Diekmann als Print- und Reichelt als Online-Chef ins Leben gerufen wurde, sagte Reichelt Ende 2016, nichts habe „uns ganz nachweislich wirtschaftlich in der Reichweite so sehr geschadet wie unsere klare, menschliche, empathische Haltung in der Flüchtlingskrise“. Aus der „kurzzeitigen Bild-Willkommenskultur“ sei dann, so Schönauer/Tschermak, „eine vor Wut schnaubende Verabschiedungskultur“ geworden.[21]

Reichelt wehrte sich im November 2017 gegen eine Schätzung seines Gehaltes vom Medienmagazin „Kress pro“ mit der Begründung, dass „eine Schätzung seines Gehalts das Risiko finanziell motivierter Straftaten gegen seine Familie erhöhen würde“. Er selbst berichtet regelmäßig über die Gehälter von diversen Personen des öffentlichen Lebens ohne deren Einverständnis.[22][23]

Kritik und Kontroversen

Reichelt wurde wiederholt öffentlich kritisiert, er gilt aber auch selbst als „außergewöhnlich streitlustig in den sozialen Medien“.[24] So lieferte er sich 2015 ein öffentliches Streitgespräch auf Twitter mit dem als „Snowden-Enthüller“ bekannt gewordenen Journalisten Glenn Greenwald.[25]

In einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 11. April 2017 setzte sich Frank Lübberding mit einem Auftritt Reichelts in der Sendung Hart aber fair zum Krieg in Syrien auseinander. Lübberding schrieb, dass Reichelt „den leisesten Zweifel an der eigenen Sichtweise schon für Verrat“ halte und ein „Kriegspropagandist“ sei, „den das strategische Dilemma des Westens nicht interessiere“. Er arbeite mit „der Methode eines Revolver-Journalismus“, der „Emotionen hochpeitscht, und in erster Linie nach Feinden sucht“. Seiner Logik zufolge müsse der Westen in Syrien intervenieren, „wofür sogar das Risiko eines Krieges mit Russland einzukalkulieren wäre.“ Lübberding zufolge agiere Reichelt so nicht als Journalist, sondern als „Propagandist einer Kriegspartei“. Er verbinde „in beispielhafter Weise Arroganz mit Ignoranz“. So erlebe man Beschimpfung von Andersdenkenden in der Sendung wie „sonst wohl nur im russischen Staatsfernsehen.“ Reichelt gehe es vor allem darum, die Bild-Zeitung wieder als politische Macht zu profilieren, da diese in der Vergangenheit einen „rapiden politischen Bedeutungsverlust“ zu verkraften gehabt habe.[26]

Der ehemalige Bundesrichter Thomas Fischer attestierte Reichelt im Februar 2018, in Bezug auf angeblich zu große Milde der deutschen Justiz „kenntnisfreie Panikmache und rechtspolitische Scharfmacherei auf sehr niedrigem Niveau“ zu betreiben. Er verwies darauf, dass die von Reichelt bei Hart aber fair erhobenen Forderungen (u. a. nach Abschaffung eines Strafrahmens bei Sexualdelikten) in Deutschland zuletzt von 1941 bis 1945 im Rahmen der „Polenstrafverordnung“ praktiziert wurden, und unterstellte ihm „eine ausdrückliche und überlegte Absage an die Europäische Menschenrechtskonvention, das Menschenrecht aus Art. 2 Grundgesetz, den verfassungsrechtlichen Verhältnismäßigkeitsgrundsatz und die ständige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts“.[27]

Im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland bezeichnete Reichelt Wladimir Putin als „Mörder und zynischen Verächter des Sports“ und forderte in dem Zusammenhang von Lothar Matthäus, er „sollte keine blutigen Hände schütteln“.[28] Matthäus reagierte darauf auf Twitter kommentarlos mit einem Foto aus dem Jahr 2016, auf dem Putin zusammen mit Bild-Ex-Chefredakteur Kai Diekmann und dem Bild-Ex-Politik-Chef Nikolaus Blome zu sehen ist.[29]

Anfang Januar 2019 stieß Reichelt auf Kritik, nachdem er sich im Morning-Briefing von Gabor Steingart zum Hackerangriff auf Politiker und Prominente und dessen möglichen Hintermännern geäußert hatte. Wenige Stunden vor der Präsentation des Einzeltäters – eines 20-jährigen Schülers – sprach Reichelt von einer „größeren Struktur“ und „staatlichen Unterstützung“ hinter der Aktion, und die Bild deutete mehrmals eine „russische Spur“ an.[30][31][32] Dieter Schnaas kommentierte diese Bewertung mit den Worten: „Seit dem Siegeszug des Internet und der Sozialen Medien ist eine neue journalistische Stilform entstanden: eine Art Preemptive-News-Management auf der Basis stabiler Präjudize.“[33]

Reichelt wurde scharf wegen der Bild-Berichterstattung über Vorfälle in Solingen kritisiert, wo eine Mutter fünf ihrer Kinder getötet hatte.[34] Die Bild zeigte dabei ein Foto der Mutter unverpixelt und veröffentlichte private Chat-Nachrichten des 11-jährigen einzigen überlebenden Kindes. Reichelt hatte dieses Vorgehen ausdrücklich befürwortet.[35] Der Presserat rügte dies gemäß Richtlinie 4.2 des Pressekodex, in dem er zu „besonderer Zurückhaltung“ bei der Recherche „gegenüber schutzbedürftigen Personen“ mahnt. Zu diesem Personenkreis gehören „Kinder und Jugendliche“, aber auch Menschen, die „einer seelischen Extremsituation ausgesetzt sind“. Beides traf in diesem Fall zu.[36] Seit Juni 2019 veröffentlicht die Bild keine Rügen des Presserats mehr, der als Organ der freiwilligen Selbstkontrolle des Zeitungsverlegerverbands BDZV fungiert.[37]

Während der COVID-19-Pandemie warf der Tagesspiegel Reichelt eine „Kampagne gegen den Virologen Christian Drosten“ vor,[38] die Michael Hanfeld für die Frankfurter Allgemeine Zeitung ein „perfides Kesseltreiben“ nannte.[39] Das Medienecho war laut Spiegel „verheerend.“[40] Drosten selbst sagte: „Um mich als Wissenschaftler zu diskreditieren, müssten ja andere Wissenschaftler glauben, dass das stimmt, was in der Bild-Zeitung steht. Da erfahre ich derzeit hingegen – bis auf ganz vereinzelte Ausnahmen – nur Unterstützung.“[41]

Entlassung als Bild-Chefredakteur 2021

Im März 2021 wurde durch einen Bericht des Spiegel bekannt, dass sich Reichelt einer Untersuchung im eigenen Haus zu stellen hatte.[42] Es ging unter anderem um Vorwürfe des Machtmissbrauchs und der Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen gegenüber jungen Mitarbeiterinnen, die der Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre laut Medieninsider bei der Konzernleitung des Axel-Springer-Verlags gemeldet hatte.[43][44][45] Der Verlag beauftragte die Rechtsanwaltskanzlei Freshfields, Machtmissbrauch im Zusammenhang mit einvernehmlichen sexuellen Beziehungen zu Mitarbeiterinnen sowie Drogenkonsum am Arbeitsplatz[46] und mögliche Compliance-Verstöße zu untersuchen.[47][48] Reichelt wies die Vorwürfe zurück.[49] Am 13. März 2021 wurde er bis zur Klärung der Vorwürfe befristet von seinen Funktionen im Springer-Verlag freigestellt. Etwa zwei Wochen nach Abschluss des Verfahrens kehrte Reichelt zurück. Der Konzern führte aus, dass es „keine Anhaltspunkte für sexuelle Belästigung oder Nötigung“ gegeben habe. Reichelt räumte jedoch eine Vermischung beruflicher und privater Beziehungen ein.[50] Alexandra Würzbach, die in der Zwischenzeit die Leitung der Bild-Redaktion innehatte,[49] wurde Co-Chefredakteurin.[51] Am 26. April 2021 verlor Reichelt seinen Posten als Geschäftsführer der Bild-Gruppe wegen „Fehler[n] in der Amts- und Personalführung“.[52]

Das Investigativteam der Ippen-Gruppe (Frankfurter Rundschau, Münchner Merkur, tz, BuzzFeed Deutschland), bestehend aus Daniel Drepper, Marcus Engert, Katrin Langhans und Juliane Löffler, recherchierte auch nach der vorläufigen Beilegung der Kontroverse weiter zu den Vorwürfen gegen Reichelt.[53][54] Verleger Dirk Ippen unterband ohne inhaltliche Begründung im Oktober 2021 die Veröffentlichung der Recherche[55] und rechtfertigte dies später damit, dass er einem Konkurrenten nicht habe schaden wollen. Der Eingriff zerrüttete sein Verhältnis mit der vierköpfigen Redaktion von Ippen Investigativ,[56] die im Januar 2022 ankündigte, das Unternehmen geschlossen zu verlassen.[57][58]

Bereits am 17. Oktober 2021 berichtete Ben Smith, unter dem verschiedene Ippen-Journalisten bei BuzzFeed News gearbeitet hatten,[59] in der New York Times, wie Reichelt in der Bild ein Klima geschaffen habe, das „Sex, Journalismus und Firmengelder“ vermische, und über die Unternehmenskultur des Springer-Konzerns. Darin zitierte das Blatt die Aussage einer Mitarbeiterin vor Anwälten der von Springer beauftragten Kanzlei Freshfields:[60] Reichelt habe ihr im November 2016 gesagt, er würde seinen Job verlieren, wenn sie herausfänden, dass er eine Affäre mit einer Auszubildenden habe. Er habe die Beziehung jedoch weitergeführt, auch nachdem er 2017 zum Vorsitzenden der Chefredaktion befördert worden war. Er habe sie in ein Hotelzimmer nahe des Axel-Springer-Hochhauses kommen lassen und sie auf eine Führungsposition im Newsroom befördert. Es sei immer so bei der Bild: Wer mit dem Chef schlafe, werde befördert. Sie habe sich damit überfordert gefühlt. Nachdem sie auf eine andere Stelle im Newsroom versetzt worden sei, habe ihr ein anderer Redakteur gesagt, er habe es satt, Frauen beschäftigen zu müssen, mit denen Reichelt Beziehungen gehabt habe.[61][62] Eine der jungen Frauen litt der Recherche zufolge so unter dem Druck einer ihr übertragenen Position und dem Vorwurf im Kollegium, sie habe den Job nur wegen ihrer sexuellen Beziehung zu Reichelt bekommen, dass sie wegen einer psychiatrischen Behandlung für Wochen krankgeschrieben wurde.[63] Mehrfach habe sie sich mit Reichelt in Hotels getroffen. Sie habe ihn nicht verärgern wollen und sich beruflich von ihm abhängig gefühlt. Reichelt habe für eine Zahlung von 5.000 Euro von der damals 25-Jährigen Stillschweigen verlangt. Zudem lagen der New York Times von Reichelt – der 2016 geheiratet hatte[64][65][66] – gefälschte Scheidungspapiere vor, wie schon der Compliance-Abteilung des Springer-Verlags. Reichelt habe damit eine Mitarbeiterin von seiner Verfügbarkeit überzeugen wollen.[67]

Einen Tag nach der Veröffentlichung gab Springer die Trennung von Reichelt bekannt.[68] Beobachter stellten einen Zusammenhang mit der vom Konzern geplanten Übernahme der US-Mediengruppe Politico her, die nur drei Tage später erfolgte. So wolle man den Compliance-Anforderungen des US-Marktes gerecht werden, mit denen eine auf sexuelle Gefälligkeiten gegründete Beförderungspraxis nicht vereinbar ist.[69][70]

Springer-Chef Mathias Döpfner wandte sich in einer Videobotschaft an die Beschäftigten des Verlags. Darin verteidigte der langjährige Förderer Reichelts sein persönliches Vorgehen und das der Konzernspitze in dem, so Döpfner wörtlich, „Compliance-Fall Julian Reichelt“.[71] Die Süddeutsche Zeitung kommentierte: „Döpfners Rolle in der Affäre Reichelt wie auch seine Eignung als Präsident des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger werden sehr genau zu prüfen sein.“[72] Zwei Tage später wandte sich Döpfner erneut in einer Videobotschaft an die Belegschaft, erstmals entschuldigte er sich gegenüber den Frauen, die unter Reichelts Regime zu leiden hatten. Ein Wortprotokoll seiner Ansprache wurde von dem Investigativ-Magazin Medieninsider veröffentlicht.[73] Er erklärte, dass Reichelt dem Vorstand nicht nur die „Unwahrheit“ gesagt, sondern ihn „belogen“ habe. Er mache sich selbst den Vorwurf, sich belügen lassen zu haben. Reichelts Rauswurf wäre schon früher angebracht gewesen. Döpfners Entschuldigung wurde fast zeitgleich mit neuen Recherchen öffentlich, wonach der Springer-Konzern im Fall Reichelt juristischen Druck auf eine betroffene Frau und ihren Anwalt ausgeübt hatte, um die Veröffentlichung von Details aus dem Compliance-Verfahren zu verhindern.[74][75][76][77]

Nach der Entlassung Reichelts lebten „#MeToo“-Diskurse in Deutschland wieder auf.[78][79][80][81][82][83]

Die Titelgeschichte der Ausgabe 43/2021 des Nachrichtenmagazins Der Spiegel befasste sich unter dem Stichwort „Springer-Affäre“ mit der Entlassung Reichelts und den Folgen für Springer-Chef Mathias Döpfner.[84]

In einem Interview mit der Zeit sah Reichelt sich als Opfer eines „Vernichtungsfeldzugs“.[85] Reichelt fragte jedoch auch, woher „dieser Wahn“ komme, „Menschen als Opfer sehen zu wollen […] und dass manche Menschen sich so gern selbst als Opfer sehen“. Bezogen auf Reichelts Bemerkung einer „abscheuliche[n]“ Berichterstattung ihn betreffend bemerkte die Zeit-Redakteurin, dass es die Bild sei, die Menschen bloßstelle, woraufhin Reichelt entgegnete, er habe den Journalismus, der in die Privatsphäre von Menschen eindringe, „vor Jahren“ beendet. Die Die Tageszeitung merkte daraufhin an, dass der Presserat allein im Jahr 2021 20 Rügen gegen das Blatt ausgesprochen habe, „die allermeisten, weil die Berichterstattung gegen den Persönlichkeitsschutz verstoßen hatte, von Kindern zum Beispiel oder von Mord- und Unfallopfern“.[86]

Laut einer im Februar 2022 veröffentlichten Recherche der Financial Times (FT) waren die Vorwürfe gegen Reichelt der Führungsebene bereits deutlich länger als bisher bekannt gewesen.[87] Die FT habe mit mehr als 30 Menschen gesprochen, darunter ehemalige Mitarbeiter. Der Vorstand habe großen Aufwand betrieben, um die Vorwürfe zu vertuschen. Mathias Döpfner sehe bis heute hinter dem Fall eine große Verschwörung gegen Springer und beauftragte eigene Ermittlungen gegen eine Reihe von Zeugen.[88]

Im November 2022 schloss der Axel-Springer-Verlag vor einem US-amerikanischen Gericht einen Vergleich mit einer ehemaligen Bild-Mitarbeiterin, die, wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung gegen Reichelt, eine Klage gegen den Axel-Springer-Verlag eingereicht hatte.[89]

Rechtsstreit mit dem Magazin Der Spiegel

Am 17. Januar 2022 entschied das Oberlandesgericht Hamburg im Rechtsstreit zwischen Julian Reichelt und dem Spiegel zugunsten des Nachrichtenmagazins.[90][91] Der Artikel Vögeln, fördern, feuern konnte aus diesem Grund anschließend wieder online verfügbar gemacht werden.[42] Mit einer einstweiligen Verfügung untersagte das Landgericht Hamburg im Mai 2021 dem Spiegel zunächst, seine Behauptungen über Julian Reichelt zu wiederholen.[92] Anschließend durfte der Artikel mit einem Nachtrag online veröffentlicht bleiben,[93] im November 2021 musste er nach einem Urteil des Landgerichts Hamburg gelöscht werden.[94] Nach einer erfolgreichen Beschwerde des Spiegel am Hanseatischen Oberlandesgericht wurde auch der Ordnungsgeldbeschluss im Januar 2022 aufgehoben.[95][96] Der Spiegel teilte dazu mit: „In der Begründung verwies [das Landgericht Hamburg] einzig auf die angeblich unterbliebene Konfrontation als Grund der Unzulässigkeit, alle weiteren Fragen – wie etwa der von Julian Reichelt ebenfalls geltend gemachte angeblich fehlende Mindestbestand an Beweistatsachen – wurden offen gelassen. Wir hatten Julian Reichelt schon vorher mehrfach angeboten, Stellung zu nehmen und seine aus dem Verfahren bekannten Stellungnahmen wie angekündigt integriert.“[97]

Produktionsfirma Rome Medien (seit 2022)

 
Sitz der Produktionsfirma Rome Medien, Fassade des Aqua Carré-Gewerbehofs (ehemalige Butzke-Werke) in Berlin-Kreuzberg

Firma

Im Juli 2022 startete Reichelt den von ihm als Meinungsshow bezeichneten YouTube-Kanal „Achtung, Reichelt!“,[98] der am 22. August 2022 119.000 Abonnenten hatte.[99] Mit Ralf Schuler[100] und Judith Sevinç Basad wechselten prominente Bild-Journalisten zu seiner Produktionsfirma Rome Medien GmbH,[101] die ihren Sitz als Untermieter der CompuGroup Medical des Koblenzer Unternehmers Frank Gotthardt im Gewerbehof am Ort der ehemaligen Butzke-Werke in Berlin-Kreuzberg hat.[102] Der YouTube Kanal wurde ursprünglich von einem Fan Julian Reichelts unter dem Namen Reichelt Ultras betrieben und mit von Julian Reichelt auf Instagram veröffentlichten Videos bespielt. Anfang Juli 2022 wurde er zusammen mit dem Betreiber von Julian Reichelt übernommen.[99]

Neben dem YouTube-Kanal betreibt Reichelts Firma die Website pleiteticker.de.[103][104] Der Titel Pleiteticker bezieht sich auf die Dokumentation von Insolvenzen aufgrund der Energiekrise.[105]

Rezeption

In der Berliner Zeitung kritisierte Sören Kittel Mitte Juli 2022 Reichelts YouTube-Kanal „Achtung, Reichelt!“ als „Grünen-Bashing“, das mit Ängsten spiele. Reichelts Vorgehensweise wird dabei mit Alex Jones, Tucker Carlson von Fox News und Karl-Eduard von Schnitzlers Schwarzem Kanal verglichen.[106] Elena Witzeck von der FAZ meinte ebenfalls Mitte Juli 2022 in einem Kommentar zu Reichelts Youtube-Kanal, an dem auch die Betreiber des Fankanals „Reichelt Ultras“ beteiligt sind, dass er „eine neue Form des Klassenkampfs“ beschwöre und für ihn „das größte Problem der Gegenwart … die Grünen“ seien.[107] Anfang August 2022 bezeichnete Peter Zellinger von der österreichische Tageszeitung Der Standard Reichelt in seiner Rezension von Achtung, Reichelt! als „rechtspopulistischen Untergangsprediger“ und verglich Achtung, Reichelt! mit der Sendung von Tucker Carlson beim US-Sender Fox News, von der „das Konzept kopiert“ sei und auch der „Sprachduktus von Carlson übernommen“ worden sei.[108]

Laut faktenfinder auf tagesschau.de vom August 2022 erweckt das Setting der Videos den „Eindruck einer seriösen Nachrichtensendung“. Die Videos von Achtung, Reichelt! werden gemäß CeMAS auf den reichweitenstarken Telegram-Kanälen aus dem verschwörungsideologischen Spektrum wie von Eva Herman, Bodo Schiffmann und Oliver Janich sowie auf der Internetseite der Zeitschrift Compact geteilt.[99]

Wolfgang Michal verglich Achtung, Reichelt! in der Wochenzeitung Der Freitag vom September 2022 mit dem Nazi-Hetzblatt Der Stürmer und kritisierte, dass seine „Stimmungsmache“ Panik schüre.[109] Laut Jungle World vom September 2022 erinnert die Themenauswahl an die Bild-Zeitung.[110] Der Politikwissenschaftler Markus Linden attestierte Julian Reichelt „kalkuliertes Empörungsgehabe“ und „radikalen Krawall-Journalismus“. Für Linden ist Achtung, Reichelt! ein „rechtspopulistischer Kanal mit stark libertärem Einschlag“, den er ins „Spektrum von Tichys Einblick oder Achse des Guten“ einordnen würde. Reichelt polemisiere „gegen die angeblich herrschende Klasse“ und übe „vor allem radikale Kritik an den Grünen und der Identitätspolitik“, wie er es schon bei Bild gemacht habe.[111]

Auszeichnungen

2008 wurde Reichelt für seinen Bericht Sie können uns töten, aber niemals besiegen aus Afghanistan, erschienen in zwei Teilen am 12. und 13. Oktober 2007 in Bild, mit dem Axel-Springer-Preis für junge Journalisten in der Kategorie „Überregionale/Nationale Beiträge“ ausgezeichnet.[112]

Im Oktober 2018 sollte Reichelt den Negativpreis für Medienschaffende „Die Goldene Kartoffel“ des Vereins Neue Deutsche Medienmacher für „besonders einseitige oder missratene Berichterstattung über Aspekte der Einwanderungsgesellschaft“ erhalten.[113] Er erschien zur Übergabe, lehnte den Preis jedoch ab, da „das Wort ‚Kartoffel‘ in Grundschulen, in denen Migration keine Erfolgsgeschichte ist, eine Beschimpfung geworden ist, die sich auf Rasse und Herkunft bezieht“.[114]

Schriften

  • Kriegsreporter. Ich will von den Menschen erzählen. Bastei Lübbe, Köln 2010, ISBN 978-3-404-61669-5.
  • Mit Jan Meyer: Ruhet in Frieden, Soldaten! Wie Politik und Bundeswehr die Wahrheit über Afghanistan vertuschten. Fackelträger, Köln 2010, ISBN 978-3-7716-4466-6.

Literatur

  • Julian Reichelt im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Mats Schönauer, Moritz Tschermak: Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie Bild mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2021 (Zu Reichelt siehe vor allem Kapitel 2: „Frieden schaffen mit Atomwaffen!“ Bild unter Reichelt, S. 35–56)
  • Isabell Hülsen, Alexander Kühn: Im Stahlgetwitter. Porträt in: Der Spiegel 17/2018 vom 21. April 2018, S. 82–88 (Online, kostenpflichtig).

Weblinks

Commons: Julian Reichelt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bild-Chefreporter Julian Reichelt: Von Geschichten, die sein Leben veränderten. In: Bild.de. 27. Februar 2009, abgerufen am 3. Juni 2020.
  2. Julian Reichelt. In: Munzinger-Archiv. 8. Juli 2021, abgerufen am 8. Juli 2021.
  3. Susanne Herrmann: Brillantes Schülerinterview mit Bild-Chef Reichelt. In: Werben & Verkaufen. 15. November 2018, abgerufen am 13. Juni 2019.
  4. Reichelt hat bei der „Bild“-Gruppe künftig das letzte Wort. In: Süddeutsche Zeitung. 6. Februar 2017, abgerufen am 11. November 2017.
  5. Julian Reichelt, Reporter-Forum, abgerufen am 25. August 2014.
  6. Bülend Ürük: Julian Reichelt: Der „meistgehasste Journalist Deutschlands“ wird Chefredakteur von Bild.de. In: newsroom.de. 19. November 2013 (newsroom.de [abgerufen am 29. Mai 2021]).
  7. Manfred Hart wird Chefredakteur für digitale Entwicklungsprojekte bei BILD Julian Reichelt übernimmt Chefredaktion von BILD.de. axelspringer.de, 19. November 2013.
  8. Julian Reichelt wird Vorsitzender der Chefredaktionen. In: Spiegel Online, 6. Februar 2017, abgerufen am 11. April 2017.
  9. Lisa Priller-Gebhardt: Bild-Machtkampf: Tanit Koch geht. In: wuv.de. 2. Februar 2018, abgerufen am 15. Februar 2019.
  10. Bülend Ürük: Doppelspitze hat nicht funktioniert: Chefredakteurin Tanit Koch verlässt „Bild“. In: kress.de. 2. Februar 2018 (kress.de [abgerufen am 9. Juni 2021]).
  11. Bülend Ürük: Tanit Kochs emotionaler Abschiedsbrief: „Ihr seid ‘Bild’ – und ‘Bild’ ist einzigartig“. In: kress.de. 2. Februar 2018 (kress.de [abgerufen am 9. Juni 2021]).
  12. Moritz Tschermak: Julian Reichelts Auflagen-Märchen. In: BILDblog. 11. April 2018, abgerufen am 22. April 2021.
  13. BILD Zeitung – Auflage 2021. Abgerufen am 22. April 2021.
  14. Jens Schröder: Marktdaten Medien: Die 65-Jahre-Auflagen-Bilanz der Bild: Rekorde in den 1980ern, seit 2002 geht es rasant nach unten. In: meedia.de. 2. Februar 2018, abgerufen am 16. August 2022.
  15. Siebenteilige Doku bei Amazon Prime: Embedded bei Bild. Abgerufen am 11. April 2021.
  16. Nach neuen Erkenntnissen: Axel Springer entbindet Julian Reichelt von seinen Aufgaben. In: axelspringer.com. 18. Oktober 2021, abgerufen am 18. Oktober 2021.
  17. Bülend Ürük: Julian Reichelt: Bild.de-Chefredakteur fordert schnelles Internet für alle. In: newsroom.de. newsroom.de, 4. Februar 2015, abgerufen am 28. Mai 2021.
  18. kue/dpa: „Bild“-Reporter von IS-Prozess ausgeschlossen. In: FAZ.net. 4. August 2008.
  19. Entscheidung des Beschwerdeausschusses 1 in der Beschwerdesache 0160/16/1-BA. (Memento vom 25. Juni 2016 im Internet Archive) In: Deutscher Presserat. 7. Juni 2016, abgerufen am 11. April 2017 (PDF).
  20. Presserat weist Vorwürfe von Bild.de-Chef Reichelt zurück: „Geht in eine gesinnungspolitische Richtung“. In: meedia.de. 17. Juni 2016.
  21. Mats Schönauer, Moritz Tschermak: Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2021, S. 45
  22. Moritz Tschermak: Bringt Julian Reichelt die Familien der Bundesliga-Mitarbeiter in Gefahr? In: BILDblog. 20. November 2020, abgerufen am 2. August 2022.
  23. Markus Wiegand: Die Widersprüche des „Bild“-Chefs. In: kress.de. 27. November 2017, abgerufen am 2. August 2022.
  24. „Wir haben mit Bild Plus die größte Abo-Zeitung Deutschlands geschaffen“ – Julian Reichelt im MEEDIA-Gespräch. In: meedia.de.
  25. „Pöbelnder Ideologe“, „sleazy tabloid editor“ – Bild.de-Chef Julian Reichelt und Glenn Greenwald zoffen sich bei Twitter. In: meedia.de. 25. Juni 2015.
  26. Frank Lübberding: Kriegspropaganda – einmal nicht aus Moskau. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. April 2017, abgerufen am 11. April 2017.
  27. Kenntnisfreie „Fakten-Checker“ bei „Hart aber fair“: Plasberg und Bild strapazieren das „gesunde Volksempfinden“ › Meedia. In: meedia.de. 22. Februar 2018.
  28. Julian Reichelt: Lothar Matthäus sollte keine blutigen Hände schütteln! In: bild.de. 8. Juli 2018, abgerufen am 8. Juli 2018 (Kommentar).
  29. Kim Patrick von Harling: Umstrittenes Putin-Foto: Skurriler Twitter-Streit zwischen „Bild“-Chef und Lothar Matthäus. In: Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag. 9. Juli 2018, abgerufen am 9. Juli 2018.
  30. Staatsaffäre Datenklau – Gabor Steingart. (Nicht mehr online verfügbar.) In: gaborsteingart.com. Archiviert vom Original am 15. Februar 2019; abgerufen am 15. Februar 2019.
  31. Oh G0d, wie peinlich: So verrannte sich Bild-Chef Julian Reichelt beim Hacker-Angriff mit seiner Russen-Theorie. In: meedia.de. 8. Januar 2019, abgerufen am 15. Februar 2019.
  32. Cyber-Angriff: Die Hacker könnten MEHR in der Hinterhand haben. In: Bild. 5. Januar 2019, abgerufen am 15. Februar 2019.
  33. Dieter Schnaas: Tauchsieder: Däumeln für Doofe. In: Wirtschaftswoche. 12. Januar 2019, abgerufen am 15. Februar 2019.
  34. Kai-Hinrich Renner: Ein absoluter Regelverstoß. In: Berliner Zeitung. 6. September 2020, abgerufen am 22. April 2021.
  35. Mirjam Kid: Getötete Kinder in Solingen – Bild-Chef verteidigt Berichterstattung. In: Deutschlandfunk. 7. September 2020, abgerufen am 22. April 2021.
  36. Berichte über Kindstötung in Solingen: Presserat spricht vier Rügen gegen mehrere Zeitungen aus. Presserat, 3. Dezember 2020, abgerufen am 22. April 2021.
  37. "Bild" veröffentlicht keine Rügen des Presserates mehr in der gedruckten Zeitung. In: Übermedien. 19. Januar 2021, abgerufen am 22. April 2021.
  38. Benjamin Reuter: Was hinter der Anti-Drosten-Kampagne von Julian Reichelt steckt. In: Der Tagesspiegel. 3. Mai 2020, abgerufen am 22. April 2021.
  39. Michael Hanfeld: „Bild“ & Kekulé gegen Drosten: Nachtreten bis zum Umfallen. In: FAZ.net. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 22. April 2021]).
  40. Anton Rainer, Alexander Kühn, Isabell Hülsen: „Bild“-Chef Reichelt und sein „Fassbombenkommando“. Der Spiegel 23/2020, 29. Mai 2020, abgerufen am 22. April 2021.
  41. Marc Bartl: Christian Drosten: Wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. In: kress.de. 2. Juni 2020, abgerufen am 22. April 2021.
  42. a b Isabell Hülsen, Alexander Kühn, Martin U. Müller, Anton Rainer: Interne Ermittlungen gegen »Bild«-Chefredakteur Julian Reichelt: »Vögeln, fördern, feuern«. In: Der Spiegel. 12. März 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 20. Januar 2022]).
  43. Alexander Kissler, Marc Felix Serrao: Böse, böser, «Bild»-Zeitung? Bei der Berichterstattung über den Chef von Deutschlands auflagenstärkster Zeitung setzen auch seriöse Medien auf feucht-fröhliche Spekulationen. In: Neue Zürcher Zeitung. 13. März 2021, abgerufen am 29. März 2021.
  44. Peter Weissenburger, Erica Zingher: Verfahren gegen „Bild“-Chef Reichelt: Viel größer als Julian. In: Die Tageszeitung. 19. März 2021, abgerufen am 29. März 2021.
  45. „Jetzt mal auf die harte Tour“: Stuckrad-Barres besondere Rolle im Compliance-Verfahren um Bild-Chef Julian Reichelt • Medieninsider. In: Medieninsider. 14. März 2021, abgerufen am 8. Dezember 2021.
  46. Elisa Britzelmeier: Julian Reichelt: Bild-Chef verliert Geschäftsführer-Posten. In: Süddeutsche Zeitung. 26. April 2021, abgerufen am 28. April 2021.
  47. Anton Rainer, Martin U. Müller, Alexander Kühn, Isabell Hülsen: Julian Reichelt: Compliance-Verfahren gegen »Bild«-Chefredakteur. In: Der Spiegel. 8. März 2021, abgerufen am 8. März 2021.
  48. Gregory Lipinski: Compliance-Verfahren gegen „Bild“-Chef Julian Reichelt. In: Meedia. 8. März 2021, abgerufen am 9. März 2021.
  49. a b „Bild“-Chefredakteur Reichelt befristet freigestellt. In: Tagesschau.de, 13. März 2021.
  50. "Bild"-Chefredakteur Reichelt kehrt nach Freistellung zurück. In: tagesschau.de. 25. März 2021, abgerufen am 25. März 2021.
  51. Anton Rainer, Martin U. Müller, Alexander Kühn, Isabell Hülsen: Rückkehr an die »Bild«-Spitze: Eine Aufpasserin für Julian Reichelt – kann das gut gehen? In: Der Spiegel 13/2021. 26. März 2021, abgerufen am 26. März 2021.
  52. Elisa Britzelmeier: Julian Reichelt: Bild-Chef verliert Geschäftsführer-Posten. In: Süddeutsche Zeitung. 26. April 2021, abgerufen am 28. April 2021.
  53. Der Fall Julian Reichelt in: ZAPP – Das Medienmagazin im NDR auf Youtube, 20. Oktober 2021.
  54. Aufruhr bei Ippen: Und tschüss, Süddeutsche Zeitung, 20. Oktober 2021.
  55. Axel Weidemann, Michael Hanfeld: Warum Springer Bild-Chefredakteur Reichelt fristlos entlassen hat. In: FAZ.net. 18. Oktober 2021, abgerufen am 16. August 2022.
  56. Valerie Eiseler, Viktor Funk: Julian Reichelt und der Machtmissbrauch bei Bild: „Die Angst ist der größte Faktor“. In: fr.de. 21. Oktober 2021, abgerufen am 16. August 2022 (Interview).
  57. Marvin Schade: Nach Zerwürfnis wegen Reichelt-Recherche: Investigativ-Team verlässt Ippen. In: medieninsider.com. 20. Januar 2022, abgerufen am 16. August 2022.
  58. Ingo Rentz: Mediengruppe Ippen: Investigativ-Team geht geschlossen von Bord. In: horizont.net. 20. Januar 2022, abgerufen am 16. August 2022.
  59. "Was ist das für eine Unternehmenskultur?" 1. Dezember 2021, abgerufen am 2. Dezember 2021.
  60. Ben Smith: At Axel Springer, Politico’s New Owner, Allegations of Sex, Lies and a Secret Payment. The New York Times, 17. Oktober 2021, abgerufen am 19. Oktober 2021.
  61. At Axel Springer, Politico’s New Owner, Allegations of Sex, Lies and a Secret Payment. In: The New York Times, 17. Oktober 2021, abgerufen am 17. Oktober 2021.
  62. Hintergründe zur Entlassung Julian Reichelts als „Bild“-Chef, Tagesschau auf YouTube, 19. Oktober 2021.
  63. »Careful, That’s One of Julian’s«: Sexual Misconduct of Top Axel Springer Editor Has a Long History. In: spiegel.de. 20. Oktober 2021, abgerufen am 16. August 2022 (englisch).
  64. Aurelie von Blazekovic, Laura Hertreiter, Cornelius Pollmer: «Privat und beruflich nicht klar getrennt» – «Bild»-Chefredaktor gefeuert. In: bazonline.ch. 18. Oktober 2021, abgerufen am 16. August 2022.
  65. Hedviga Nyarsik: Neue Details im Fall Reichelt: Wie der Ex-„Bild“-Chef seine Macht ausnutzte. In: n-tv.de. 19. Oktober 2021, abgerufen am 16. August 2022.
  66. Jürgen Paul: Springer-Verlag: Keine Ruhe nach dem Reichelt-Rauswurf. In: stimme.de. 20. Oktober 2021, abgerufen am 16. August 2022.
  67. Hannah Bethke, Jonas Hermann: «Bild»-Chef Julian Reichelt muss gehen. In: nzz.ch. Neue Zürcher Zeitung, 18. Oktober 2021, abgerufen am 21. Oktober 2021.
  68. Nach neuen Erkenntnissen: Axel Springer entbindet Julian Reichelt von seinen Aufgaben www.axelspringer.com, abgerufen am 18. Oktober 2021
  69. Axel Springers US-Geschäft – Unter verstärkter Beobachtung. In: Tagesschau.de, 20. Oktober 2021.
  70. Mathias Döpfner: Verleger mit Fimmel. In: Spiegel Online, abgerufen am 20. Oktober 2021.
  71. „Im Hintergrund wirkten Männer, die erkennbar das Vorgehen organisierten“. In: SPON, 20. Oktober 2021 (Video auf YouTube).
  72. Wie das Ende eines Schurkenfilms. In: Süddeutsche Zeitung, 20. Oktober 2021.
  73. Causa Reichelt: Springer-CEO Mathias Döpfner entschuldigt sich bei Mitarbeitern und Betroffenen. In: Medieninsider. 22. Oktober 2021, abgerufen am 8. Dezember 2021.
  74. Springer verschickte Drohschreiben. In: FAZ, 22. Oktober 2021.
  75. https://www.wuv.de/medien/doepfner_endlich_worte_der_empathie_fuer_die_betroffenen
  76. Causa Reichelt: Springer-CEO Mathias Döpfner entschuldigt sich bei Mitarbeitern und Betroffenen. In: Faktencheck Medieninsider, 22. Oktober 2021.
  77. Umgang mit Causa Reichelt Springer-Chef Döpfner soll sich bei Belegschaft entschuldigt haben. In: Der Spiegel, 22. Oktober 2021.
  78. „MeToo“-Debatte lebt nach Reichelt-Ablösung wieder auf. In: Deutschlandfunk Kultur, 19. Oktober 2021.
  79. Macht, Sex, Selbstbestimmung: Wo stehen wir vier Jahre nach MeToo? In: Tagesschau, 24. Oktober 2021.
  80. Mythos Bürosex oder: der romantisierte Sexismus. In: Der Spiegel, 22. Oktober 2021.
  81. Markus Lanz: Springer-Chef Döpfner mit kruden Aussagen – Täter-Opfer-Umkehr im Fall Reichelt. In: FR, 22. Oktober 2021.
  82. Die Wahrheit über das System Julian Reichelt., ZDFheute Nachrichten auf Youtube, 22. Oktober 2021.
  83. Markus Lanz: Springer-Chef Döpfner mit kruden Aussagen – Täter-Opfer-Umkehr im Fall Reichelt. In: Frankfurter Rundschau, 22. Oktober 2021.
  84. Isabell Hülsen, Alexander Kühn, Juliane Löffler, Stefan Kuzmany, Martin U. Müller, Anton Rainer, Marcel Rosenbach, Thomas Schulz: Sex, Lügen und Machtmissbrauch – Die Springer-Affäre. Der Schöngeist und das Biest – Der Rauswurf von »Bild«-Chef Julian Reichelt wird zur Belastung für Springer-Chef Mathias Döpfner. Nr. 43/2021. Der Spiegel, 23. Oktober 2021 (spiegel.de – Seite 10–18).
  85. Cathrin Gilbert: Herr Reichelt, können Sie ohne „Bild“ leben? „'Bild’ war Julian Reichelt“. (Nicht mehr online verfügbar.) Die Zeit, 8. Dezember 2021, archiviert vom Original am 8. Dezember 2021; abgerufen am 18. Januar 2022.
  86. Anne Fromm: Achtung, fragile Männlichkeit. In: taz.de, 9. Dezember 2021.
  87. Erika Solomon, Olaf Storbeck, Kaye Wiggins, Arash Massoudi: Women spoke up, men cried conspiracy: inside Axel Springer’s #MeToo moment. (Nicht mehr online verfügbar.) Financial Times, 8. Februar 2022, archiviert vom Original am 8. Februar 2022; abgerufen am 8. Februar 2022 (englisch).
  88. Laura Hertreiter: Bericht der „Financial Times“: Wie Döpfner den Fall Reichelt kaschieren wollte. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Februar 2022, abgerufen am 8. Februar 2022.
  89. Affäre Julian Reichelt: Axel Springer kann US-Prozess vermeiden. In: Der Spiegel. 22. November 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 22. November 2022]).
  90. Isabell Hülsen, Alexander Kühn, Martin U. Müller, Anton Rainer: Interne Ermittlungen gegen »Bild«-Chefredakteur Julian Reichelt: »Vögeln, fördern, feuern«. Der Spiegel, 17. Januar 2022, abgerufen am 17. Januar 2022.
  91. Warum der Spiegel-Artikel „Vögeln, fördern, feuern“ wieder online ist. Abgerufen am 20. Januar 2022.
  92. Marc Felix Serrao,: «Bild»-Chefredaktor setzt sich vor Gericht gegen den «Spiegel» durch. Neue Zürcher Zeitung, 20. Mai 2021, abgerufen am 20. Mai 2021.
  93. Marcus Engert, Katrin Langhans, Juliane Löffler, Daniel Drepper, Isabell Hülsen, Alexander Kühn, Martin U. Müller und Anton Rainer: Warum Julian Reichelt gehen musste. In: Der Spiegel. 18. Oktober 2021, abgerufen am 18. Oktober 2021.
  94. Axel Weidemann: Vor Gericht in Hamburg: Reichelt siegt gegen Spiegel. In: FAZ.NET. 26. November 2021, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 10. Dezember 2021]).
  95. OLG-Entscheidung: „Spiegel“-Artikel über Julian Reichelt wieder online. Süddeutsche Zeitung, 17. Januar 2022, abgerufen am 17. Januar 2022.
  96. Manuel Weis: "Spiegel" muss kein Ordnungsgeld an Reichelt zahlen. DWDL.de, 17. Januar 2022, abgerufen am 17. Januar 2022.
  97. Warum der Spiegel-Artikel „Vögeln, fördern, feuern“ wieder online ist. Abgerufen am 20. Januar 2022.
  98. David Hein: ‘Achtung, Reichelt’: Das ist die neue ‘Meinungs-Show’ von Julian Reichelt. In: horizont.at. 6. Juli 2022, abgerufen am 14. Juli 2022.
  99. a b c Carla Reveland, Pascal Siggelkow: Julian Reichelt: Rechtspopulistisches Comeback auf YouTube? In: faktenfinder auf tagesschau.de. 22. August 2022, abgerufen am 22. August 2022.
  100. Julian Reichelts Rome Media heuert Ralf Schuler an. Abgerufen am 14. November 2022 (deutsch).
  101. Stefan Winterbauer: Ralf Schuler verlässt die „Bild“, weil Springer zu queerfreundlich sei. MEEDIA, 11. August 2022, abgerufen am 11. August 2022.
  102. Alexander Kühn, Anton Rainer: Rome GmbH: Ex-»Bild«-Chef Reichelt gründet Medienfirma. In: Spiegel Online. 6. April 2022, abgerufen am 12. August 2022.
  103. Impressum. In: pleiteticker.de. Abgerufen am 3. Oktober 2022 (deutsch).
  104. Jan Sternberg: Julian Reichelts Youtube-Kanal expandiert: „Bild“-Politikchef abgeworben. Abgerufen am 21. November 2022.
  105. Verdächtig niedrige InsolvenzzahlenAlle reden von der Pleitewelle, nur zu sehen ist sie nicht. Abgerufen am 24. November 2022.
  106. Sören Kittel: Julian Reichelts neues Videoformat „Achtung Reichelt“: Grünen-Bashing bis zum Abwinken, Berliner Zeitung vom 14. Juli 2022.
  107. Elena Witzeck: Neues Youtube-Format: Reichelts Spin. In: FAZ.net. 14. Juli 2022, abgerufen am 14. Juli 2022.
  108. Peter Zellinger: Achtung, Reichelt! Ehemaliger "Bild"-Chefredakteur wird zum rechtspopulistischen Untergangsprediger. In: DerStandard.de. 5. August 2022, abgerufen am 20. August 2022.
  109. Wolfgang Michal: „Achtung Reichelt!“ erinnert an Stürmer, ist Lachnummer – und erst der Anfang, Der Freitag 37/2022
  110. Tom Uhlig: Der ehemalige Bild-Chefredakteur Julian Reichelt hat jetzt seinen eigenen Youtube-Kanal: Enthüllung! Hetze-Reichelt will im Internet Millionen scheffeln! Der ehemalige »Bild«-Chefredakteur Julian Reichelt versucht, seinen alten Arbeitgeber in Sachen Krawallpopulismus zu überflügeln., jungle.world, 8. September 2022
  111. Moritz Serif: Politologe über „Achtung, Reichelt!“: „Reichelt hat nur sich als Person zu bieten“, fr.de, 11. November 2022
  112. Axel-Springer-Preis 2008: Preisträger Print. (Memento vom 16. Juli 2014 im Internet Archive) Website des Axel-Springer-Preis für junge Journalisten, abgerufen am 11. April 2017.
  113. Ein Meister der Panik-Schlagzeile. In: Deutschlandfunk. 23. Oktober 2018. Konstantina Vassilou-Enz im Gespräch mit Vladimir Balzer.
  114. #5 Traurige Kartoffeln – Reden wir über Rassismus? In: Deutschlandfunk, 8. November 2018.