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Anne Will (Fernsehsendung)

Talkshow mit politischem Schwerpunkt in der ARD

Anne Will ist eine Talkshow mit politischem Schwerpunkt unter dem Motto „Politisch denken, persönlich fragen“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (Das Erste). Namensgeberin ist die Moderatorin der Sendung, Anne Will. Der Sendeplatz wurde nach der Sommerpause 2011 von Sonntag auf Mittwoch verschoben, da Günther Jauch den Sendeplatz übernahm, und kehrte im Januar 2016 wieder auf den Platz am Sonntagabend zurück, da Günther Jauch seinen Vertrag nicht verlängerte.

Seriendaten
OriginaltitelAnne Will
Anne Will logo 2016.svg
ProduktionslandDeutschland
Jahr(e)seit 2007
Produktions-
unternehmen
Will Media GmbH
Länge60 Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
wöchentlich
(sonntags 21:45 Uhr)
Genrepolitische Talkshow
ModerationAnne Will
Erstausstrahlung16. September 2007 auf Das Erste
Moderatorin Anne Will

GeschichteBearbeiten

Anne Will übernahm den Sendeplatz im Ersten von Sabine Christiansen. Der für Christiansens Nachfolge ursprünglich vorgesehene Günther Jauch sagte nach mehrmonatigen Verhandlungen ab, da er die Forderung der ARD nach journalistischer Exklusivität nicht erfüllen konnte. Daraufhin einigten sich die Intendanten der Landesrundfunkanstalten, den Sendeplatz Anne Will zur Verfügung zu stellen. Die erste Sendung mit ihr wurde am 16. September 2007 ausgestrahlt.

Am 31. August 2011 wechselte Will mit ihrer Sendung auf einen Sendeplatz am Mittwochabend, da nun Günther Jauch doch für den Polittalk am Sonntagabend gewonnen worden war. Nach Brancheninformationen zahlte ihm die ARD im Rahmen eines Ende 2013 auslaufenden Zwei-Jahres-Vertrages sechs Millionen Euro pro Jahr.[1]

Am 17. Januar 2016 übernahm wieder Anne Will den Sendeplatz am Sonntagabend, da der Vertrag mit Jauch nicht verlängert wurde. Die dauerhafte Steigerung der Zuschauerquote hatte sich mit ihm nicht realisieren lassen.[2] Der Rundfunkrat des NDR verlängerte Ende September 2015 den Vertrag mit der Produktionsfirma Wills bis Ende 2017.[3] Im September 2017 wurden drei weitere Jahre mit 90 Sendungen beauftragt.[4]

FormatBearbeiten

Die Sendung orientiert sich im Aufbau an den üblichen politischen Talkshow-Formaten (wie Maybrit Illner oder Sabine Christiansen). Im Unterschied dazu nehmen jedoch Betroffene direkt vor der Diskussionsrunde Platz.

Im Gegensatz zur Sendung Christiansens wird Anne Will nicht vom Berliner Breitscheidplatz sondern vom Studio Berlin Adlershof ausgestrahlt. Die Sendung wird von Wills eigener Produktionsfirma Will Media GmbH produziert.

RezeptionBearbeiten

Frühe Kritik am SendungskonzeptBearbeiten

Das Konzept der Sendung und ihre Moderatorin wurden 2008 vom ARD-Programmbeirat kritisiert, weil es gegenüber der Sendung Sabine Christiansen nicht wesentlich geändert wurde. Will gelinge es nicht, „auf Diskussionsverläufe flexibel zu reagieren“. Darüber hinaus werden Probleme bei der Faktensicherheit moniert. Das „Timing der Sendung“ sei schlecht, da diese „oft abrupt“ ende. Bei Anne Will führten die Beiträge „häufig zu Brüchen in der Diskussion.“[5]

In einer Kritik der ersten Sendung in der FAZ wurde bemängelt, die Moderation von Will sei ungeschickt gewesen und die Stimmung der Sendung habe sich vom Weltuntergangsszenario bei Sabine Christiansen nicht unterschieden.[6] Friedbert Pflüger, CDU-Politiker und Mitglied des Rundfunkrates des RBB Berlin, forderte nach einer Ausstrahlung mit Klaus Wowereit von der ARD, die Talkshow abzusetzen: „Die Sendung Anne Will zeichnet sich immer mehr durch Un- und Halbwahrheiten und bewusste Verzerrung von Sachverhalten aus.“[7] Nachdem sich Will und Pflüger auf eine Richtigstellung geeinigt hatten, nahm Pflüger seine Forderung zurück.[8]

EinschaltquotenBearbeiten

Seit 2016 ist Anne Will die meistgesehene Talksendung im deutschen Fernsehen.[9] Während die Talksendung 2015 durchschnittlich von 1,5 Millionen Zuschauer gesehen wurde[10], erreichte sie nach einem Sendeplatzwechsel 2016 durchschnittlich 4,0 Millionen Zuschauer.[9] 2017 und 2018 wurden durchschnittlich 4,1 und 3,4 Millionen Zuschauer gemessen.[11][12]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans-Peter Siebenhaar: Verdienen TV-Moderatoren zu viel? In: Handelsblatt. Nr. 169, 4. September 2013, S. 24.
  2. ndr.de
  3. NDR-Rundfunkrat genehmigt neuen Vertrag für Anne Will. In: epd medien. Nr. 40, 2015, S. 12.
  4. "Anne Will", "In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte", Olympische Spiele: NDR Rundfunkrat stimmt Verträgen zu; Kritik an BDZV. Abgerufen am 15. Februar 2019.
  5. Kritik des ARD-Programmbeirates bei www.focus.de
  6. Kritik der ersten Sendung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
  7. CDU-Politiker will „Anne Will“ absetzen. In: Spiegel Online, 2. Juni 2008
  8. Moderatorin will Fakten richtigstellen. In: Focus Online, 7. Juni 2008
  9. a b TV-Hits: Die meistgesehenen Sendungen 2016. In: DWDL.de, 27. Dezember 2016
  10. TV-Hits: Die meistgesehenen Sendungen 2015. In: DWDL.de, 23. Dezember 2015
  11. TV-Hits 2017: Die meistgesehenen Sendungen des Jahres. In: DWDL.de, 28. Dezember 2017
  12. TV-Hits 2018: Die meistgesehenen Sendungen des Jahres. In: DWDL.de, 27. Dezember 2018