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KarriereBearbeiten

Kautz war der Sohn eines Schweizer Multimillionärs und begann seine Karriere Mitte der 1930er-Jahre auf einem privat eingesetzten Maserati 4CM, mit dem er 1936 beim Coupe de Prince Rainier in Monaco Vierter in der Voiturette-Klasse wurde.[1] Außerdem pilotierte er 1936 zusammen mit dem Deutschen Fritz Roth einen BMW 328 beim Sportwagenrennen um den Grand Prix de l'Automobile Club de France in Montlhéry.

Zur Saison 1937 wurde Kautz vom Mercedes-Benz-Werksteam unter Rennleiter Alfred Neubauer als Juniorfahrer verpflichtet. Er startete auf W 125 in der Grand-Prix-Europameisterschaft und fuhr sein bestes Resultat mit Rang drei hinter seinen Teamkollegen Manfred von Brauchitsch und Rudolf Caracciola beim Großen Preis von Monaco ein.[2] In der Gesamtwertung belegte der Schweizer hinter Caracciola und von Brauchitsch ebenfalls Rang drei.[3]

In der Saison 1938 trat Kautz für die Auto Union an, erreichte mit den Zwickauer Grand-Prix-Wagen aber bei insgesamt sechs Nennungen kein einziges Mal das Ziel. 1939 gründete er sein eigenes Team und brachte im Juli zwei Werks-Alfa-Romeo-Tipo-308 beim Großen Preis von Frankreich in Reims an den Start. Die französischen Rennen wurden von den italienischen Werken infolge des Spanischen Bürgerkrieges zu dieser Zeit boykottiert und so übernahm Kautz mit seinem Team und Luigi Chinetti sowie dem französischen Nachwuchsfahrer Yves Matra die Vertretung von Alfa Romeo. Er selbst war als Reservefahrer vorgesehen, ging aber nicht an den Start. Chinetti erreichte mit Rang acht die beste Platzierung, Matra fiel aus.[4]

Während des Zweiten Weltkrieges war Christian Kautz in den Vereinigten Staaten als Testpilot für Lockheed tätig. Nach dem Krieg kehrte er in die Schweiz zurück und fuhr 1946 im Team Autosport, das er gemeinsam mit Toulo de Graffenried besaß. Ab 1947 pilotierte er in der Mannschaft seines Landsmannes Enrico Platé einen Maserati 4CL, mit dem er bei den ersten Nachkriegsrennen in Europa antrat. Mit diesem Wagen gewann er unter anderem 1946 den Grand Prix de Reims.

Tödlicher UnfallBearbeiten

Christian Kautz verunglückte am 4. Juli 1948 beim Großen Preis der Schweiz, der auf der schnellen Bremgarten-Bahn ausgetragen wurde, tödlich. In der zweiten Runde des Rennens verlor er auf der Innenseite der zweiten Eymatt-Rechtskurve bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen Maserati und prallte in die Böschung. Kautz war auf der Stelle tot. Das Rennen wurde nicht abgebrochen und sah Carlo Felice Trossi im Werks-Alfa-Romeo-Tipo-158 als Sieger.

Der Grand Prix war an diesem Wochenende von insgesamt drei tödlichen Unfällen überschattet. Neben Kautz kamen am 1. Juli in derselben Kurve auch der 43-jährige Achille Varzi mit einem Alfa Romeo Tipo 158 und der mehrfache Motorrad-Europameister und TT-Sieger Omobono Tenni auf einer Moto Guzzi ums Leben. Die Kurve wurde später in Tenni-Kurve umbenannt.

Vorkriegs-Grand-Prix-ErgebnisseBearbeiten

Saison Team Wagen 1 2 3 4 5 Punkte Position
1937 Daimler-Benz AG Mercedes-Benz W 125           19 3.
4. 6. 3. 6. DNF
1938 Auto Union AG Auto Union Typ C/D /
Auto Union Typ D
        28 14.
DNF DNS DNF DNF
1939 privat Alfa Romeo Tipo 308        
DNS
Legende
Farbe Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Klassifiziert, mehr als 75% der Renndistanz zurückgelegt
Blau nicht punkteberechtigt, zwischen 50% und 75% der Renndistanz zurückgelegt
Violett nicht punkteberechtigt, zwischen 25% und 50% der Renndistanz zurückgelegt
Rot nicht punkteberechtigt, weniger als 25% der Renndistanz zurückgelegt
Farbe Abkürzung Bedeutung
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht gestartet (did not start)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
DNF Rennen nicht beendet (did not finish)

VerweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  • Christian Kautz. www.motorsportmemorial.org, abgerufen am 8. Dezember 2013 (englisch).
  • Leif Snellman, Felix Muelas: Christian Kautz (CH). www.kolumbus.fi, 25. März 2012, abgerufen am 8. Dezember 2013 (englisch).
  • CHRISTIAN KAUTZ. www.statsf1.com, abgerufen am 8. Dezember 2013 (englisch).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Leif Snellman, Felix Muelas: I COUPE DE PRINCE RAINIER. www.kolumbus.fi, 27. August 2011, abgerufen am 8. Dezember 2013 (englisch).
  2. Leif Snellman, Felix Muelas: AIACR EUROPEAN CHAMPIONSHIP 1937. www.kolumbus.fi, 27. April 2013, abgerufen am 8. Dezember 2013 (englisch).
  3. Leif Snellman, Felix Muelas: AIACR EUROPEAN CHAMPIONSHIP 1937. www.kolumbus.fi, 12. Juni 2012, abgerufen am 8. Dezember 2013 (englisch).
  4. Leif Snellman, Felix Muelas: XXV GRAND PRIX DE L'AUTOMOBILE CLUB DE FRANCE. www.kolumbus.fi, 9. April 2013, abgerufen am 8. Dezember 2013 (englisch).