Moto Guzzi

italienischer Motorradhersteller

Moto Guzzi ist ein italienischer Hersteller von Motorrädern mit Sitz in Mandello del Lario[1] am Comer See. Das 1921 gegründete Unternehmen ist der älteste durchgehend Motorräder produzierende Hersteller in Europa. Die Produktpalette umfasste bis Ende der 1980er Jahre Mofas (Guzzino), Motorroller (Galletto), Kleinmotorräder (Cardellino), Dreiräder (Ercole, Mulo) und Motorräder mit Hubraumgrößen zwischen 125 und 1000 cm³. Ab Beginn der 1990er Jahre produzierte Moto Guzzi nur noch Motorräder mit Zweizylinder-V-Motor, Kardanantrieb und einem Hubraum zwischen 350 und 1100 cm³. Das Unternehmen gehört seit Dezember 2004 zum Piaggio-Konzern und konzentriert sich seitdem auf größere Motorräder mit V2-Motor, Kardanantrieb und Hubraumgrößen zwischen 750 und 1400 cm³.

Moto Guzzi

Rechtsform S.p.A., Tochtergesellschaft von Piaggio
Gründung 1921
Sitz Mandello del Lario, Italien
Leitung Roberto Colaninno (Verwaltungsrats- und Vorstandsvorsitz Piaggio-Gruppe)
Mitarbeiterzahl ca. 300
Branche Fahrzeugbau
Website www.motoguzzi.com
Moto Guzzi V11 Sport

TechnikBearbeiten

V2-Motoren mit KardanantriebBearbeiten

 
Moto Guzzi V11 Sport von 2000 mit Modifikationen an Gabel, Auspuffanlage und Lackierung

Seit dem Modell V7 von 1967 ist Moto Guzzi bekannt für seine luft- oder luft-/ölgekühlten V2-Motoren mit 90° Zylinderwinkel und längs liegender Kurbelwelle.

Diese Bauweise ermöglicht neben einer sehr guten Luftkühlung einen tiefen Schwerpunkt, begünstigt einen Kardanantrieb, da nur ein Winkeltrieb (am Hinterrad) erforderlich ist, und bietet im Vergleich zum Boxermotor eine höhere Schräglagenfreiheit bei jedoch ungünstigerem Massenausgleich. Da die Rotationsachse aller drehenden Teile (Wellen, Zahnräder) — bis auf beide Räder — parallel zur Längsachse des Motorrads liegt, wird die Kreiselwirkung im Vergleich zu Motorrädern mit Queranordnung von Motor und Getriebe nicht wesentlich, jedoch spürbar reduziert. Es ergibt sich — bei gleichen Hauptmerkmalen wie Masse, Schwerpunkt, Fahrwerksgeometrie, Reifengröße — eine etwas bessere Querdynamik oder „Kurvenfreudigkeit“, die insbesondere bei Kurvenfolgen mit schnellen Richtungswechseln (Slalom) zur Geltung kommt.

Die V2-Motoren behielten lange die Ventilsteuerung mit unten liegender Nockenwelle, Stoßstangen und Kipphebeln. Erst ab 1999 wurden bei einigen Modellen obenliegende Nockenwellen eingesetzt.

IntegralbremssystemBearbeiten

Moto Guzzi führte als erster Hersteller in der Großserie seit den 1970er Jahren bei den großen Modellen eine als Integralbremssystem bezeichnete Verbundbremse ein. Hierbei werden die linke vordere und die Heck-Bremsscheibe vom Fußhebel, die rechte Scheibe dagegen vom Handhebel betätigt. Seit 2006 bietet der Hersteller stattdessen ein elektronisches Antiblockiersystem (ABS) an.

GeschichteBearbeiten

VorkriegszeitBearbeiten

 
Moto-Guzzi-Rennmaschinen der 1930er Jahre, 500-cm³-Falcone-Einzylinder

Am 15. März 1921 gründeten der Heeresflieger Giorgio Parodi und sein Freund, der Flugzeugtechniker Carlo Guzzi, mit der finanziellen Unterstützung von Giorgos Vater Emanuele Vittorio Parodi in Genua die „Moto Guzzi S.p.A.“ mit einem Werk im italienischen Städtchen Mandello del Lario.

Die erste Maschine, die G.P. (Guzzi.Parodi), wurde als Prototyp unter Mithilfe des Schmieds von Mandello im Keller des Hauses Guzzi gebaut. In einer abgespeckten Form wurden bereits im Gründungsjahr 17 Motorräder als Modell Normale gebaut. Wegen der engen Beziehung von Parodi und Guzzi zu Flugzeugen und im Andenken an den Dritten im Bund bei der Geburt der Idee, den kurz nach dem Ersten Weltkrieg abgestürzten Giovanni Ravelli, ist das Firmenzeichen ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen.

Über die Beteiligung am Rennsport wurde die Marke bekannt. Höhepunkt war der Gewinn der ersten 500-cm³-Europameisterschaft durch Guido Mentasti im Jahr 1924. Beim in Monza ausgetragenen EM-Rennen belegte man mit der C4V[2] neben Rang eins auch die Plätze zwei und fünf.[3][4]

1925 wurden in Mandello del Lario mit über 300 Mitarbeitern bereits 1200 Motorräder gebaut. Im Jahr 1928 entwickelte Carlos Bruder Giuseppe Guzzi eine zukunftweisende Hinterradfederung. Sie hatte eine Dreiecksschwinge mit einem Federpaket, das längs unter dem Motor lag, und war den damals üblichen Federungen weit überlegen. Die damit neben den Sportmodellen angebotene „G.T.“ fuhr Giuseppe Guzzi bis zum Polarkreis in Norwegen, um deren Zuverlässigkeit zu beweisen. Dies brachte der „G.T.“ den Beinamen „Norge“ ein.

1934 war Moto Guzzi der größte Motorrad-Hersteller in Italien.

Im Jahr 1935 gewann der Ire Stanley Woods auf einer hinterradgefederten 500-cm³-„Bicilindrica“ als erster Pilot auf einer ausländischen Maschine das Senior-TT-Rennen bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man. In der Folgezeit stellten alle Werksrennteams auf hinterradgefederte Modelle um. Auch in der 250er-Klasse sorgte man mit dem italienischen Starpiloten der damaligen Zeit, Omobono Tenni für Furore. 1937 gewann Tenni den Viertelliter-EM-Titel und als erster Ausländer überhaupt mit dem TT-Rennen in der Lightweight-Klasse die Tourist Trophy.

NachkriegszeitBearbeiten

 
Moto Guzzi Falcone Turismo, Bj. 1962
 
Moto Guzzi V7 Special (750 cm³), Bj. 1970

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren zunächst kleine, billige Transportgeräte zur Massenmotorisierung gefragt. Die rapide zunehmende Nachfrage befriedigte Moto Guzzi mit dem ersten Zweitakter, der „Guzzino“ 65, von der in den ersten drei Jahren 50.000 Stück verkauft wurden. Dieses Motorrad wurde in den 1950er-Jahren als Moto Guzzi Cardellino weiterentwickelt. Als Konstrukteure machten sich Giulio Cesare Carcano, Lino Tonti und Umberto Todero unvergesslich. Daneben wurden ab 1949 auch wieder größere Motorräder mit liegenden Einzylinder-Viertaktmotoren gebaut:

Die späten 1940er- und die frühen 1950er-Jahre stellten für das Unternehmen dank der Rennerfolge in der Motorrad-Europameisterschaft und der neu geschaffenen Weltmeisterschaft eine sehr erfolgreiche Zeit dar. Zwischen 1947 und 1948 gewann der Hersteller vier der sechs ausgefahrenen Europameistertitel. 1949 wurde der Werksfahrer Bruno Ruffo erster 250-cm³-Weltmeister der Geschichte, 1951 wiederholte er den Titelgewinn in dieser Kategorie. In der Saison 1953 errang Fergus Anderson für Moto Guzzi den ersten Fahrertitel in der 350er-Klasse, den er in der folgenden Saison erfolgreich verteidigte. Bis 1957 folgten mit den Piloten Bill Lomas und Keith Campbell drei weitere Titelgewinne. Danach zog sich Moto Guzzi aus dem Rennsport zurück, da in dieser Zeit der gesamte italienische Motorradmarkt in eine existentielle Krise geraten war. Autos waren gefragt, der Absatz von Motorrädern ging rapide zurück. Der Weltmeistertitel 1957 war somit der letzte große Rennerfolg für Moto Guzzi. 1955 starb Giorgio Parodi, 1964 Carlo Guzzi, der nie Anteilseigner von Moto Guzzi war, sondern immer nur „technischer Berater“.

Am 1. Februar 1967 wurde unter dem Namen SEIMM eine neue Gesellschaft gegründet. Es gab wieder neue Moto-Guzzi-Modelle:

  • 1967 Moto Guzzi V7 mit 700-cm³-, 750-cm³- und 850-cm³-V2-Motor
  • 1969 Moto Guzzi Nuovo Falcone mit 500-cm³-Einzylindermotor
  • 1973 kauft der Konzern De Tomaso Industries Inc. das Unternehmen. De Tomaso übernimmt selbst die Konstruktionsleitung.
  • 1974 Integral-Brems-System für ihre Motorräder, ähnlich dem zwölf Jahre später präsentierten Honda CBS

Der technische Grundstock für die heutigen Modelle wurde bereits Ende der 1950er Jahre gelegt. Damals entwickelte die „arbeitslos“ gewordene Rennabteilung den 90°-V-Zweizylinder zum Einbau in den neuen kleinen Fiat. Mitte der 1960er-Jahre wurde dieses Motorkonzept für eine Ausschreibung eines italienischen Behördenmotorrades reaktiviert, an die Anforderungen eines Motorrades angepasst und mit Kardanantrieb kombiniert. Das charakteristische Merkmal der Moto-Guzzi-Motorräder sind seitdem die V-förmig seitlich aus dem Profil ragenden Zylinderköpfe des längs liegenden Motors.

 
Moto Guzzi California III
 
Moto Guzzi 850 LeMans

Die beiden Produktlinien unterscheiden Tourenmaschinen, insbesondere mit dem Modell „California“, und sportliche Motorräder wie die „Le Mans“, „Daytona“ und „Centauro“.

Aprilia und PiaggioBearbeiten

Moto Guzzi hatte jedoch immer wieder große wirtschaftliche Schwierigkeiten, bis sich Ivano Beggio als Inhaber von Aprilia im Jahr 2000 entschloss, neben Laverda auch Moto Guzzi zu kaufen und umfassend zu sanieren. Seine erste Entwicklung war die „Rosso Mandello“, die auf Anhieb Erfolg hatte.

Zwischen dem 28. und 30. Dezember 2004 übernahm die Piaggio-Gruppe die Aprilia-Gruppe inklusive Moto Guzzi. Der italienische Motorradpool wurde geboren, Moto Guzzi gehörte jetzt zu einer weltführenden Gruppe, die 1,5 Milliarden Euro umsetzte und in Europa einen Marktanteil von 24 Prozent hatte.

Am 3. März 2005 wurde der 47-jährige Daniele Bandiera als Verantwortlicher für den Neustart von Moto Guzzi verpflichtet. Am 24. März wurde auf der Messe EICMA in Mailand das neue Modell Breva V 1100 offiziell vorgestellt, mit einigen technischen Neuerungen bei der Kardankonstruktion (CA.R.C.) und dem bewährten luftgekühlten V-Motor, der nun auch die Abgasnorm Euro 3 erfüllte.

Produziert wird weiterhin im Werk Mandello, das aufwendig modernisiert wurde. Um rentabel zu produzieren, benötigt das Werk etwa 13.000 abgesetzte Motorräder pro Jahr. 2006 war Moto Guzzi mit über 10.000 gebauten Motorrädern auf dem besten Weg, dies zu erreichen, nach 4.000 Stück 2004 und 7.000 im Jahr 2005. Dazu trägt auch die 2006 in Betrieb genommene neue Motorenfertigung bei, die bei den Feiern zum 85-jährigen Firmenjubiläum erstmals besichtigt werden konnte.

MarktsituationBearbeiten

Deutschland

2021 wurden in Deutschland 1.803 Moto-Guzzi-Krafträder neuzugelassen, was einem Marktanteil von 1,6 Prozent entspricht[5] und Moto Guzzi auf Rang 13 in der Markenwertung hinter Aprilia und Royal Enfield platziert. Zum 1. Januar 2022 waren in Deutschland laut KBA mindestens 45.987 Moto-Guzzi-Krafträder zugelassen, was einem Bestandsanteil von mindestens 1 Prozent entsprach.[6] Mindestens deswegen, weil seit 2013 die Moto-Guzzi-Modelle zusammen mit allen Krafträdern des Piaggio-Konzerns geführt werden. Die oben genannte Zahl ergibt sich nach Hinzuzählen der erkennbaren Guzzi-Modelle unter Hersteller Piaggio (gemäß „Handelsnamen“, z. B. V85 TT oder Stelvio). Da jedoch 120.977 Einheiten, d. h. 28 % der Fahrzeuge aller Piaggio-Marken (Vespa, Aprilia, Moto Guzzi ...) unter „Sonstige/nicht getypt“ registriert sind, liegt der tatsächliche Bestandsanteil von Moto Guzzi schätzungsweise 30–50% höher, also bei ca. 1,3–1,5%.

Österreich

2021 wurden 298 Motorräder der Marke Moto Guzzi neuzugelassen (+18 % zum Vorjahr). In einem Gesamtmarkt von 32.351 Neuzulassungen entspricht dies einem Marktanteil von 0,9 Prozent.[7][8] Im Jahr 2020 betrug der Marktanteil 0,8 Prozent mit 252 Einheiten. Als Vergleichsbasis waren 2021 die jeweiligen Neuzulassungsanteile der 5 führenden Marken Vespa 21,3 %, Honda 12,1 %, KTM 11,8 %, BMW 7,2 % und Yamaha 6,9 %.

Modelle und MotorenBearbeiten

Aktuelle ModelleBearbeiten

 
Moto Guzzi V85 TT
 
Moto Guzzi V7 Special
 
Moto Guzzi V9 Roamer

Anlässlich der verbindlichen Einführung der Emissionsnorm Euro 5 zum 1. Januar 2021 reduzierte Moto Guzzi sein Angebot auf die Modelle V7, V9 und V85 TT. Alle drei sind von einem luftgekühlten V2-Motor mit 850 cm³ Hubraum in zwei Leistungsstufen angetrieben.[9] Ende 2022 läutete die Einführung der V100 Mandello mit erstmals wassergekühltem V2-Motor und 1000 cm³ Hubraum eine neue Ära für das Unternehmen ein.

Modell Typ Hubraum Leistung Einführung Modellvarianten und Bemerkungen
V7 Naked Bike 853 cm³ 65 PS 2021
  • V7 Special
  • V7 Stone
  • V7 Stone Centenario
V9 Naked Bike 853 cm³ 65 PS 2016
  • V9 Bobber
  • V9 Bobber Centenario
  • V9 Roamer
V85 TT Reiseenduro 853 cm³ 76 PS 2019
  • V85 TT
  • V85 TT Centenario
  • V85 TT Evocative Graphics
  • V85 TT Guardia d'Onore
  • V85 TT Travel
V100 Mandello Sporttourer 1042 cm³ 115 PS 2022
  • V100 Mandello
  • V100 Mandello S
  • V100 Mandello Aviazione Navale



Folgende Modelle werden nicht mehr produziert.

Einzylinder-MotorenBearbeiten

Sofern nicht anders angegeben handelt es sich um luftgekühlte Einzylinder-Viertaktmotoren.

Modell Hubraum Leistung Einführung Produktionsende Modellvarianten und Bemerkungen
Normale 498 cm³ 9 PS 1921 1924
Sport 498 cm³ 13 PS 1923 1939
  • Sport (1923–1928)
  • Sport 14 (1929–1930)
  • Sport 15 (1931–1939)
GT 498 cm³ 13 PS 1928 1934
  • G.T. (1928–1930)
  • G.T. 16 (1931–1934)
P-Serie 174–247 cm³ 7–9,5 PS 1932 1940
  • P 175
  • P 250/P.E. 250/P.E.S.
  • P.L./P.L.S./Egretta/Ardetta
V-Serie 498 cm³ 19–26 PS 1933 1948
  • V/G.T.V. (1933–1949)
  • W/G.T.W. (1933–1948)
  • G.T.C. (1937–1939)
S-Serie 498 cm³ 13 PS 1934 1940
  • S/G.T.S. (1934–1940)
Alce 498 cm³ - 1939 1945 Militärmotorrad
Airone 246 cm³ 9,5–13,5 PS 1939 1957
  • Airone Turismo (1939–1957)
  • Airone Sport (1948–1953)
  • Airone Sport (1954–1957)
Superalce 498 cm³ - 1943 1955
Dondolino 498 cm³ - 1946 1951 Rennmotorrad
Motoleggera 65 „Guzzino“ 64 cm³ 2 PS 1946 1954 Leichtkraftrad, 2-Takt-Motor
Astore 498 cm³ 19 PS 1948 1953
Galletto 160–192 cm³ 6–7,5 PS 1950 1966 Motorroller
  • Galletto 160 (1950–1952)
  • Galletto 175 (1952–1953)
  • Galletto 192 (1954–1966)
Falcone 498 cm³ 23 PS 1950 1967
Zigolo 98 cm³ 4 PS 1953 1966
Cardellino 73 cm³ - 1954 1962
GT 175 Gran Turismo 175 cm³ - 1959 1965
Lodola Regolarita 175 cm³ - 1959 1965
Stornello 123–153 cm³ 7–12,6 PS 1960 1974
  • Stornello 125 (1960–1966)
  • Stornello 125 Sport (1961–1967)
  • Stornello 125 Regolarità (1965–1967)
  • Stornello 125 Sport Italia / America (1967–1970)
  • Stornello 125 Scrambler (1971–1974)
  • Stornello 125 Turismo (1971–1974)
  • Stornello 160 (1968–1970)
  • Stornello 160 Turismo (1971–1974)
Nuovo Falcone 498 cm³ 26 PS 1971 1976
125 Turismo 121 cm³ 15 PS 1975 1980 Von Benelli gebaut, Zweitaktmotor
125 Custom 123 cm³ 20 PS 1985 1995 Von Benelli gebaut, flüssigkeitsgekühlter Zweitaktmotor
125 TT 123 cm³ 20 PS 1985 1995 Von Benelli gebaut, flüssigkeitsgekühlter Zweitaktmotor

Mehrzylindermotoren (ohne V2)Bearbeiten

Motor/Modell Hubraum Leistung Einführung Produktionsende Modellvarianten und Bemerkungen
Tre Cilindri 495 cm³ - 1932 1933 Supersportler mit Dreizylinder-4-Takt-Motor
V8 499 cm³ 78 PS 1955 1957 Rennmotorrad mit V8-4-Takt-Motor
254 231 cm³ 28 PS 1972 1979 R4-4-Takt-Motor
250 TS 231 cm³ 30 PS 1974 1982 R2-2-Takt-Motor
350 GTS 345 cm³ 31 PS 1974 1975 R4-4-Takt-Motor
400 GTS 397 cm³ 40 PS 1974 1979 R4-4-Takt-Motor

Zweizylinder-V-MotorenBearbeiten

OberklasseBearbeiten

 
Moto Guzzi V7
 
Moto Guzzi V7 Sport
 
Moto Guzzi 850 T
 
Moto Guzzi 1000 SP
 
Moto Guzzi Griso 1100
 
Moto Guzzi California 1400
Motor/Modell Hubraum Leistung Einführung Produktionsende Modellvarianten und Bemerkungen
V7 704 cm³ 40 PS 1967 1969
V7 Special 758 cm³ 49 PS 1969 1976
  • V7 Special
  • V7 Ambassador (USA)
  • V7 California (USA, 1971)
V7 Sport 748 cm³ 52 PS 1971 1974
V7 850 GT 844 cm³ 51 PS 1972 1974
  • V7 850 GT
  • V7 California 850 (USA)
750 S 748 cm³ 62 PS 1974 1976
  • 750 S (1974–1976)
  • 750 S3 (1976)
850 844 cm³ 55–82 PS 1973 1987
  • 850 T (1973–1975, 55 PS)
  • 850 Le Mans (1976–1978, 71 PS)
  • 850 Le Mans II (Supersportler, 1978–1982, 81 PS)
  • 850 T4 (1980–1983, 69 PS)
  • 850 Le Mans III (Sportler, 1982–1985, 82 PS)
  • 850 T5 (1983–1987, 69 PS)
1000 949 cm³ 67–86 PS 1975 1997
Daytona 992 cm³ 102 PS 1992 1999
  • Daytona 1000 (Supersportler, 1992–1998)
  • Daytona RS (Supersportler, 1994–1999)
V10 Centauro 992 cm³ 95 PS 1996 2001
  • V10 Centauro (1996–2001)
  • V10 Centauro GT (1998–2001)
  • V10 Centauro Sport (1998–2001)
1100 1064 cm³ 69–90 PS 1994 2012
V11 1064 cm³ 91 PS 1999 2006
  • V11 Sport (1999–2006)
  • V11 Le Mans (2002–2005)
    (inkl. Sondermodelle Tenni, Nero Corsa, Rosso Corsa)
  • V11 Coppa Italia (2003–2005)
  • V11 Cafè Sport (2003–2005)
  • V11 Ballabio / Sport Ballabio (2003–2006)
  • V11 Sport Naked (2004–2005)
MGS-01 Corsa 1225 cm³ 128 PS 2004 2011 Supersportler, ab Werk ohne Straßenzulassung
1100 „CARC 1064 cm³ 86–88 PS 2005 2008
1200 4V „CARC“ 1151 cm³ 90–95 PS 2006 2011 Motor mit 2 Ventilen pro Zylinder
Bellagio 940 936 cm³ 75 PS 2007 2014 Cruiser, Motor mit 2 Ventilen pro Zylinder
1200 8V „CARC“ 1151 cm³ 102–106 PS 2007 2016 Motor mit 4 Ventilen pro Zylinder
  • Griso 1200 8V (Naked Bike, 2007–2016, 106 PS)
  • Stelvio 8V (Reiseenduro, 2008–2016, 105 PS)
  • 1200 Sport 4V (Naked Bike, 2009–2014, 105 PS)
  • Norge GT 8V (Sporttourer, 2011–2016, 102 PS)
  • 1200 Sport 8V Corsa (Naked Bike, 2011–2013, 105 PS)
California 1400 1380 cm³ 96 PS 2013 2020
  • California 1400 Touring (2013–2020)
  • California 1400 Touring SE (2015–2017)
  • California 1400 Custom (2013–2016)
  • Audace (2015–2019)
  • Eldorado (2015–2020)
  • MGX-21 (2016–2020)
  • Audace Carbon (2017–2020)

MittelklasseBearbeiten

Motor/Modell Hubraum Leistung Einführung Produktionsende Modellvarianten und Bemerkungen
V35 346 cm³ 30–51 PS 1977 2001
  • V35 (1977–1980, 33 PS)
  • V35 Imola (1979–1984, 36 PS)
  • V35 II (1981–1986, 35 PS)
  • V35 Imola II (1984–1986, 40 PS)
  • V35 III (1985–1992, 36 PS)
  • V35 TT (Reiseenduro, 1984–1987, 31 PS)
  • V35 C (Custom, 1985–1988, 36 PS)
  • V35 Florida (Custom/Cruiser, 1986–1992, 34 PS)
  • NTX 350 (Reiseenduro, 1987–1990, 45 PS)
  • Nevada 350 (Custom/Cruiser, 1991–2001, 30–51 PS)
V50 490 cm³ 45–48 PS 1977 1986
  • V50 (1977–1979)
  • V50 Monza (1979–1984, 48 PS)
  • V50 II (1979–1981)
  • V50 III (1982–1986)
V65 643 cm³ 45–60 PS 1982 1994
  • V65 (Roadster, 1982–1987, 52 PS)
  • V65 SP (leichter Tourer, 1983–1986, 50 PS)
  • V65 TT (Reiseenduro, 1983–1986, 48 PS)
  • V65 C (Custom, 1984–1987, 52 PS)
  • V65 Lario (Sporttourer, 1984–1987, 60 PS)
  • V65 Florida (Custom/Cruiser, 1986–1994, 48 PS)
  • NTX 650 (Reiseenduro, 1987–1990, 45–50 PS)
  • V65 GT (Roadster, 1987–1992, 52 PS)
750 744 cm³ 45–58 PS 1989 2016
  • 750 SP (leichter Tourer, 1989–1993, 58 PS)
  • Targa 750 (Sporttourer, 1990–1993, 46 PS)
  • Nevada 750 (Custom/Cruiser, 1992–2016, )
  • NTX 750 / 750 X (Reiseenduro, 1990–2001, 52 PS)
  • Breva 750 (Naked Bike, 2003–2009, 45–49 PS)
  • Breva 750 Touring (Naked Bike, 2006–2010, 49 PS)
850 „CARC“ 877 cm³ 71–75 PS 2005 2010
  • Griso 850 (Naked Bike, 2005–2006, 75 PS)
  • Breva 850 (Naked Bike, 2006–2010, 71–72 PS)
  • Norge 850 (Sporttourer, 2008–2009, 75 PS)
V7 (2008) 744 cm³ 49–51 PS 2008 2014
  • V7 Classic (2008–2011)
  • V7 Cafè Classic (2009–2011)
  • V7 Racer (2010–2011)
  • V7 Stone (2012–2014)
  • V7 Racer (2012–2014)
  • V7 Special (2012–2014)
V7 II 744 cm³ 48 PS 2014 2016
  • V7 II Stone (2014–2016)
  • V7 II Special (2014–2016)
  • V7 II Racer (2014–2016)
  • V7 II Stornello (2016 limitiert auf 1.000 Stück)
V7 III 744 cm³ 52 PS 2017 2020
  • V7 III Stone (2017–2020)
  • V7 III Special (2017–2020)
  • V7 III Racer (2017–2020)
  • V7 III Anniversario (2017–2020)
  • V7 III Carbon (2018–2019)
  • V7 III Rough (2018–2020)

MotorradrennsportBearbeiten

Motorrad-WeltmeisterschaftBearbeiten

Insgesamt konnte Moto Guzzi acht Fahrerweltmeistertitel in der Motorrad-Weltmeisterschaft einfahren.

Italien  Bruno Ruffo (2)

  • Weltmeister in der 250-cm³-Klasse: 1949, 1951

Vereinigtes Konigreich  Fergus Anderson (2)

  • Weltmeister in der 350-cm³-Klasse: 1953, 1954

Vereinigtes Konigreich  Bill Lomas (2)

  • Weltmeister in der 350-cm³-Klasse: 1955, 1956

Italien  Enrico Lorenzetti (1)

  • Weltmeister in der 250-cm³-Klasse: 1952

Australien  Keith Campbell (1)

  • Weltmeister in der 350-cm³-Klasse: 1957

Motorrad-EuropameisterschaftBearbeiten

In der Motorrad-Europameisterschaft gelangen dem Hersteller acht Fahrertitel.

Italien  Omobono Tenni (2)

  • Europameister in der 250-cm³-Klasse: 1937
  • Europameister in der 500-cm³-Klasse: 1947

Italien  Guido Mentasti (1)

  • Europameister in der 500-cm³-Klasse: 1924

Italien  Riccardo Brusi (1)

  • Europameister in der 250-cm³-Klasse: 1932

Italien  Bruno Francisci (1)

  • Europameister in der 250-cm³-Klasse: 1947

Italien  Luigi Cavanna (1)

  • Europameister in der Gespann-Klasse: 1947

Vereinigtes Konigreich  Maurice Cann (1)

  • Europameister in der 250-cm³-Klasse: 1948

Italien  Enrico Lorenzetti (1)

  • Europameister in der 500-cm³-Klasse: 1948

TriviaBearbeiten

 
Moto Guzzi von Peppone

In den Don Camillo und Peppone-Romanen des italienischen Autors Giovanni Guareschi fährt eine der beiden Hauptfiguren, der kommunistische Bürgermeister „Peppone“ Bottazzi, eine Moto Guzzi.

Der schottische Schauspieler Ewan McGregor (Obi-Wan Kenobi in Star Wars I, II und III, Trainspotting, Der Ghostwriter, Long Way Round, Long Way Down usw.) besitzt in seiner Motorrad-Sammlung mehrere Moto Guzzi – über genaue Modelle und Anzahl bleibt er sehr diskret – und wurde wiederholt als Werbebotschafter für neue Moto-Guzzi-Modelle (V7 Racer, V7 II, V7 III, V 85 TT, California 1400, Eldorado, Audace...) beauftragt.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Moto Guzzi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Arno Frank: Mandello am Comer See – Speedpilgern. Die Zeit, 5. September 2021, abgerufen am 2. Oktober 2022.
  2. Till Schauen: Faszination Technik – Vorkriegs-Hightech vom Allerfeinsten: Moto Guzzi C4V. www.mgcn.nl, 8. August 2001, abgerufen am 4. Mai 2010.
  3. Vincent Glon: L'Histoire de la course moto – Palmarès des Championnats d'Europe (1924–1937 et 1947–1948). racingmemo.free.fr, abgerufen am 4. Mai 2010 (französisch).
  4. Vincent Glon: L'Histoire de la course moto; 5ème partie: Les Grand Prix d'Europe. (1924–1937); 1924. racingmemo.free, abgerufen am 4. Mai 2010 (französisch).
  5. Motorrad Neuzulassungen in Deutschland. In: MotorradTest.de. Quelle: IVM Industrie-Verband Motorrad Deutschland e.V. (IVM), abgerufen am 28. April 2022.
  6. Fahrzeugzulassungen (FZ) Krafträder am 1. Januar 2022 nach Herstellern, Handelsnamen und Bundesländern (FZ 2.6). (Excel) In: kba.de. Kraftfahrtbundesamt, 1. Januar 2022, abgerufen am 14. November 2022.
  7. Motorrad-Neuzulassungen Österreich 2021. MOTORRAD, 18. Januar 2022, abgerufen am 12. August 2022.
  8. Motorisierte Zweiräder – Neuzulassung nach Marken (MR). In: Statistik Jahrbuch 2021. Fachverband der Fahrzeugindustrie, Februar 2022, abgerufen am 12. August 2022.
  9. Internetseite Moto Guzzi Deutschland, abgerufen am 23. Mai 2021