Bahnstrecke Berlin–Görlitz

Hauptbahn in Berlin, Brandenburg und Sachsen
Berlin Görlitzer Bf–Görlitz
Streckennummer (DB):6142
Kursbuchstrecke (DB):202 Berlin–Cottbus
220 Cottbus–Görlitz
Streckenlänge:208,441 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:Berlin–Cottbus: 15 kV, 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit:160 km/h
Zweigleisigkeit:Berlin-Treptow Vtw–Lübbenau (Spreewald)
BSicon exKBHFa.svgBSicon .svg
0,0 Berlin Görlitzer Bf (bis 1985)
BSicon exhKRZWae.svgBSicon .svg
Landwehrkanal
BSicon exSTR+GRZq.svgBSicon .svg
ehemalige Grenze West-Berlin / Ost-Berlin
BSicon exABZgr.svgBSicon .svg
von Berlin-Treptow Gbf
BSicon xKRZu.svgBSicon .svg
Ringbahn
BSicon exSTR.svgBSicon STR+l.svg
von Berlin Ostkreuz
BSicon xABZg+l.svgBSicon KRZu.svg
von Berlin Ostkreuz
BSicon STR.svgBSicon STR.svg
BSicon eBHF.svgBSicon STR.svg
2,7 Ausstellung
(Berliner Gewerbeausstellung 1896)
BSicon STR.svgBSicon STR.svg
BSicon STR.svgBSicon SHST.svg
3,5 Berlin-Plänterwald
BSicon KRZo.svgBSicon ABZg+r.svg
von Berlin-Neukölln
BSicon ABZg+r.svgBSicon STR.svg
von Berlin-Neukölln
BSicon eBHF.svgBSicon SBHF.svg
5,2 Berlin-Baumschulenweg
BSicon hKRZWae.svgBSicon hKRZWae.svg
Britzer Verbindungskanal
BSicon eBHF.svgBSicon STR.svg
6,1 Kanne (bis 1887)
BSicon BHF.svgBSicon SBHF.svg
7,1 Berlin-Schöneweide
BSicon eABZgl.svgBSicon ABZgl.svg
nach Spindlersfeld
BSicon STR.svgBSicon SHST.svg
8,4 Berlin-Johannisthal
BSicon eBHF.svgBSicon SHST.svg
10,3 Berlin-Adlershof (ehem. Bf)
BSicon ABZgl.svgBSicon KRZo.svg
nach Eichgestell (Außenring)
BSicon hKRZWae.svgBSicon hKRZWae.svg
Teltowkanal
BSicon ABZgr.svgBSicon STR.svg
nach Berlin-Schönefeld Flughafen
BSicon KRZu.svgBSicon KRZu.svg
Grünauer Kreuz (Außenring)
BSicon ABZg+r.svgBSicon STR.svg
von Berlin-Schönefeld Flughafen
BSicon KRZo.svgBSicon ABZgr.svg
nach Berlin-Schönefeld Flughafen
BSicon BRÜCKE1.svgBSicon BRÜCKE1.svg
Bundesstraße 96a
BSicon eABZg+r.svgBSicon STR.svg
vom Güteraußenring
BSicon DST.svgBSicon SBHF.svg
13,7 Berlin-Grünau
BSicon eABZgr.svgBSicon STR.svg
nach Diepensee
BSicon eABZgr.svgBSicon STR.svg
nach Berlin-Schönefeld Flughafen Süd
BSicon ABZgr.svgBSicon STR.svg
15,7 nach Flughafen Berlin Brandenburg
BSicon ABZg+r.svgBSicon STR.svg
17,2 von Flughafen Berlin Brandenburg
BSicon STR+GRZq.svgBSicon STR+GRZq.svg
Landesgrenze Berlin / Brandenburg
BSicon eBHF.svgBSicon STR.svg
18,8 Eichwalde-Schmöckwitz (bis 1898)
BSicon eDST.svgBSicon SHST.svg
19,0 Eichwalde
BSicon eDST.svgBSicon SBHF.svg
21,6 Zeuthen
BSicon eBHF.svgBSicon STR.svg
21,8 Hankels Ablage (bis 1897)
BSicon eDST.svgBSicon SBHF.svg
25,1 Wildau
BSicon SBRÜCKE.svgBSicon SBRÜCKE.svg
Bundesautobahn 10
BSicon hKRZWae.svgBSicon hKRZWae.svg
Notte
BSicon BS2l.svgBSicon BS2r.svg
vom Hafen, von Beeskow
27,669 Königs Wusterhausen
nach Mittenwalde
31,237 Zeesen
Bundesstraße 179
Bundesstraße 246
33,837 Bestensee
43,735 Groß Köris
50,480 Halbe
Dahme
54,651 Oderin
59,756 Brand Tropical Islands (bis 2015: Brand (Niederl))
65,500 Schönwalde (Spreewald)
69,937 Lubolz
Niederlausitzer Eisenbahn
74,630 Lübben (Spreewald)
von Beeskow
nach Falkenberg (Elster)
80,600 Ragow (bis 1994)
85,605 Lübbenau (Spreewald)
nach Kamenz
92,763 Raddusch
97,454 Vetschau
98,600 Vetschau Kraftwerk (bis 1993)
105,120 Kunersdorf (bis 2003 Papitz, ehem. Bf)
109,530 Kolkwitz
111,828 Cottbus Cbn
von Halle (Saale) Hbf
von Großenhain Cottb Bf
114,767 Cottbus Hbf
nach Frankfurt (Oder) Pbf
nach Guben
nach Forst (Lausitz)
Bundesstraße 168
Spree
119,900 Kiekebusch (b Cottbus)
Bundesautobahn 15
Werkbahn
124,638 Neuhausen (b Cottbus)
128,354 Bagenz
138,420 Spremberg 125 m
142,282 Graustein 133 m
Landesgrenze Brandenburg / Sachsen
nach Knappenrode
145,370 Abzw Graustein Ost
148,890 Schleife 128 m
von Forst (Lausitz)
157,136 Weißwasser (Oberlausitz) 145 m
Bundesstraße 156
nach Bad Muskau
Anst Truppenübungsplatz Oberlausitz
165,727 Weißkeißel
173,056 Rietschen (ehem. Bf) 145 m
179,460 Hähnichen 153 m
184,287 Uhsmannsdorf (ehem. Bf) 162 m
Verbindungsbahn nach Horka Gbf
187,042 Horka (Węgliniec–Falkenberg/Elster) 164 m
von Niesky
188,410 Abzw Mückenhain
192,240 Kodersdorf (ehem. Bf) 182 m
Awanst Klausner Holz
198,473 Charlottenhof (Oberlausitz) 210 m
nach Ober-Neundorf (Strategische Bahn)
Bundesautobahn 4
Bundesstraße 99
von Weißenberg (Sachs) Süd
205,882 Görlitz Industriebahnhof früher Abzw Svt
nach Görlitz Industriebf
Verbindungsbahn nach Schlauroth Gbf
von Dresden-Neustadt
Bundesstraße 99
208,441 Görlitz 222 m
nach Węgliniec und nach Wałbrzych
nach Hagenwerder (–Seidenberg)

Quellen: [1][2][3]

Die Bahnstrecke Berlin–Görlitz ist eine Hauptbahn in Berlin, Brandenburg und Sachsen, die ursprünglich durch die Berlin-Görlitzer Eisenbahn-Gesellschaft erbaut und betrieben wurde. Sie führt von Berlin über Cottbus nach Görlitz. Der Abschnitt von Berlin bis Cottbus ist elektrifiziert.

VerlaufBearbeiten

Die Strecke verläuft von Berlin, über Königs Wusterhausen, Lübben, Lübbenau/Spreewald, Cottbus, Spremberg, Weißwasser und Horka nach Görlitz. Sie begann ursprünglich am Görlitzer Bahnhof in Berlin, einem 1962 abgerissenen Kopfbahnhof. Heute kommen die Züge von der Berliner Stadt- und Ringbahn. Die Strecke verläuft weiter durch die südöstlich von Berlin gelegenen Landschaften Spreewald, Muskauer Faltenbogen und Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet durch die Nieder- und Oberlausitz zum Eisenbahnknoten in Görlitz.

Nur von Berlin bis Lübbenau ist die Strecke zweigleisig, sie ist auf diesem Abschnitt und darüber hinaus bis nach Cottbus elektrifiziert. Lediglich im Bereich des Bahnhofs Königs Wusterhausen steht für beide Richtungen nur ein durchgehendes Streckengleis zur Verfügung.

Die Fortsetzung der Linie in Görlitz ist die Neißetalbahn in Richtung Zittau. Die ursprüngliche Fortsetzung verlief bis 1945 entlang der Bahnstrecke Görlitz–Seidenberg zur ehemaligen preußisch-österreichischen Grenze.

Die Streckennummer 6007 der S-Bahn auf der Görlitzer Bahn zählt heute ab Ostkreuz. Dies beinhaltet die dortige Südringkurve zur Warschauer Straße, die ausschließlich von Zügen von/zur Görlitzer Bahn genutzt wird.

GeschichteBearbeiten

 
Berlin Görlitzer Bahnhof im Jahr 1928
 
Berlin Görlitzer Bahnhof: Tor für die Güterzüge und Beschaubrücke der DDR-Grenzsoldaten, 1986
 
Plan des Bahnhofs Ausstellung in Treptow
 
Das alte Bahnhofsgebäude in Görlitz

Planungen für eine Eisenbahnstrecke von Berlin nach Görlitz bestanden seit 1852. Ihr Bau wurde vom „Eisenbahnkönig“ Bethel Henry Strousberg als Generalunternehmer umgesetzt. Strousberg deckte seine Kosten nur zu einem geringen Teil mit Bargeld, die ausführenden Bauunternehmen erhielten überwiegend als Gegenleistung Aktien, deren Wert sich mit dem Baufortschritt änderte. Der erste Spatenstich fand am 13. April 1865 bei Treptow statt. Durch den Preußisch-Österreichischen Krieg erfuhr das Vorhaben eine wesentliche Beschleunigung. Ab dem 13. Juni 1866 fuhren die ersten Militärzüge zwischen Berlin und Kottbus, am 13. September 1866 nahm die Berlin-Görlitzer Eisenbahn-Gesellschaft einen beschränkten Reise- und Güterverkehr auf demselben Abschnitt auf. Die Gesamtstrecke ging am 31. Dezember 1867 in Betrieb. Die Baukosten beliefen sich auf 36 Millionen Taler, umgerechnet 10 Millionen Mark.[4]

Am 1. Juni 1874 ging zwischen der 1871 eröffneten Ringbahn, die die Görlitzer Bahn bei Treptow kreuzte, und Grünau das zweite Streckengleis in Betrieb. Zwischen Berlin Görlitzer Bahnhof und Grünau fuhren zusätzliche Omnibuszüge mit Kastenlokomotive und Doppelstockwagen. 1882 ging die Gesellschaft in das Eigentum des Staates Preußen über und wurde damit Teil der Preußischen Staatseisenbahnen. Am 17. September 1890 ging das zweite Gleis zwischen Grünau und Königs Wusterhausen in Betrieb. 1893 folgte der Abschnitt von Königs Wusterhausen bis Kottbus, 1894 das kurze Stück vom Görlitzer Bahnhof in Berlin bis zur Ringbahn.[4]

Im Jahr 1896 existierte bei Kilometer 2,7 der Bahnhof Ausstellung mit sieben Gleisen, darunter fünf Stumpfgleise an vier Bahnsteigen. Er wurde eigens für den Publikumsverkehr der Berliner Gewerbeausstellung von 1896 errichtet und nach deren Ende wieder geschlossen. Der Bahnhof war über ein separates Gleispaar an die Ringbahn angeschlossen.[4]

Am 7. August 1905 kam es zwischen Spremberg und Schleife nach einem Fahrdienstfehler zu einem Frontalzusammenstoß zweier Züge, durch den 19 Menschen starben und 40 weitere schwer verletzt wurden.

Um 1906 wurde die gesamte Bahntrasse der Görlitzer Bahn im Berliner Raum hochgelegt, um höhengleiche Kreuzungen mit dem Straßenverkehr zu vermeiden. In diesem Zuge wurden für den starken Berliner Vorortverkehr zusätzliche Gleise zwischen Berlin (Stadt- und Ringbahn) und Grünau verlegt. Die Bahnhöfe erhielten zusätzliche Bahnsteige an diesen Vorortgleisen. Diese erhielten bis 1929 Stromschienen und gehören seitdem zum Berliner S-Bahn-Netz. 1951 wurden die S-Bahn-Gleise bis Königs Wusterhausen verlängert.

Als Reparationsleistung wurde nach 1945 eines der beiden Streckengleise abgebaut. 1951 wurde der Görlitzer Bahnhof in Berlin für den Personenverkehr geschlossen, bis 1985 bestand noch Güterverkehr.[5]

Ab 1970 begann schrittweise der Wiedereinbau des zweiten Gleises, trotzdem ist der überwiegende Teil der Strecke auf einer Länge von 112,9 km zwischen Lübbenau und Görlitz noch immer eingleisig.

Das überregionale Personenverkehrsangebot auf der Strecke in den 1970er und 1980er Jahren bestand aus drei Eilzugpaaren am Tag zwischen Berlin und Görlitz sowie weiter bis Zittau, einem Schnellzugpaar Berlin – Görlitz (in den 1970er Jahren weiter in Richtung Polen verkehrend) sowie dem Interzonenzugpaar Köln–Görlitz. Hinzu kamen auf Teilstrecken einige weitere Eilzüge und zwei Schnellzugpaare am Tag zwischen Berlin und Bautzen, die bis Lübbenau die Strecke nutzten.

1988 wurde der Abschnitt Berlin Grünauer Kreuz – Lübbenau und 1989 Lübbenau – Cottbus mit Oberleitung elektrifiziert.

Im Februar 2010 wurde die zweigleisige, elektrifizierte Ostanbindung des neuen Flughafens Berlin Brandenburg (BER) planfestgestellt und bereits ein Jahr später fertiggestellt. Sie mündet mit einer jeweils eingleisigen nördlichen und südlichen Verbindungskurve niveaugleich in die Görlitzer Bahn zwischen Eichwalde und Grünau ein.[6] Die alte Güterstrecke zum Tanklager Berlin-Schönefeld Flughafen Süd („Kerosin­bahn“), die am Bahnhof Grünau begann, wurde Ende März 2011 stillgelegt und anschließend abgebaut. Die Bedienung des Tanklagers und des BER-Betonwerkes erfolgt seitdem auf den neuen Gleisen der Ostanbindung,[7] wobei das Anschlussgleis westlich der BAB 113 abzweigt und bis zum Übergabebahnhof elektrifiziert ist.[8]

Mit Bescheid vom 23. Juli 2012 stellte das Eisenbahn-Bundesamt eine 4,5 ha große, im Bezirk Treptow-Köpenick liegende Fläche zwischen den Streckenkilometern 0,9 und 2,2 vom Bahnbetrieb frei. Hierbei handelt es sich um den Streckenteil zwischen Landwehrkanal und Höhe Ringbahn inklusive der ehemaligen Südkurve.[9]

Ausbau der StreckeBearbeiten

Die kürzeste Fahrzeit von Görlitz nach Berlin mit dem Schnellzug betrug im Jahr 1900 3 Stunden 19 Minuten,[10] 1941 3 Stunden 8 Minuten,[11] heute bis zum Hauptbahnhof mit Umstieg in Cottbus 2 Stunden 41 Minuten.

ABS Berlin–GörlitzBearbeiten

Der Ausbau der Strecke ist im Bundesverkehrswegeplan 2003 als vordringlicher Bedarf enthalten. Das Projekt ABS Berlin–Görlitz sieht hierbei den zweigleisigen Ausbau zwischen Lübbenau und Cottbus, die Anhebung der Streckengeschwindigkeit auf 160 km/h sowie die Elektrifizierung des Streckenabschnitts Cottbus–Görlitz vor bei einem geplanten Investitionsvolumen von 237,9 Mio. Euro.[12]

2008 wurde der Teilabschnitt Lübbenau–Cottbus saniert und für eine Geschwindigkeit von 160 km/h vorbereitet. In Vetschau wurde ein elektronisches Stellwerk (ESTW-A) errichtet,[13] welches an die ESTW-Z Lübbenau angeschlossen ist. Ende November 2010 folgte ein weiteres elektronisches Stellwerk in Cottbus, dessen Kosten beliefen sich auf rund 50 Mio. Euro. Es ersetzte 13 alte Stellwerke und wird von der Betriebszentrale in Berlin-Pankow aus fernbedient.[14]

 
Bahnhof Lübbenau (Spreew)

Zwischen Mai 2010 und (nach ursprünglicher Planung) Ende April 2011 folgte der 60 km lange Abschnitt Königs Wusterhausen–Lübbenau. Die Gleis- und Oberleitungsanlagen wurden im Rahmen einer Vollsperrung vollständig erneuert. Neue elektronische Stellwerke wurden in Königs Wusterhausen und Lübbenau errichtet. Mehrere Moorstellen erschwerten die Arbeiten.[15] Die Wiederinbetriebnahme der Strecke verzögerte sich dann u. a. durch wiederholten Kabeldiebstahl bis September 2011. Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 konnte die Streckengeschwindigkeit zwischen Königs Wusterhausen und Cottbus auf 160 km/h angehoben werden.[16] Der Ausbau konnte durch den Einsatz von Mitteln aus den Konjunkturprogrammen des Bundes vorgezogen werden. Insgesamt wurden für diese Maßnahmen 130 Mio. Euro investiert.[15]

Im März 2016 vereinbarten das Land Brandenburg und die Deutsche Bahn den zweigleisigen Ausbau der Strecke Lübbenau–Cottbus, das Land übernahm Planungskosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro.[17] Die ersten beiden Planungsphasen sind beendet und mit der Deutschen Bahn soll ein Vertrag geschlossen werden, der die weitere Planung für den Streckenausbau regelt. Mit dem Ausbau zur zweigleisigen Strecke sollen die Kapazitäten für den Regional- und Fernverkehr von Berlin nach Cottbus und Breslau erhöht werden.[18] Der Ausbau soll in den Jahren 2025 bis 2027 erfolgen.[19] Der seit 1945 eingleisige Abschnitt Lübbenau – Cottbus soll zweigleisig ausgebaut werden.[20]

Während ein Zeitpunkt für die Elektrifizierung des Abschnitts zwischen Cottbus und Görlitz zunächst nicht absehbar war,[21] prognostiziert wurden Kosten von bis zu 100 Millionen Euro,[22] ist dies nun eines der im Maßnahmenpaket der Bundesregierung enthaltenen Projekte.[23]

In Horka soll im Herbst 2022 ein elektronisches Stellwerk in Betrieb gehen, welches auch die Betriebsstellen Mückenhain, Kodersdorf und Charlottenhof steuert.[24]

Südlich von Weißwasser muss zudem die Strecke für den Tagebau Reichwalde nach Osten an die B 115 verlegt werden. Die Planungen dafür laufen bereits.[25] Die Bauarbeiten sollen 2025 beginnen und Ende 2026 abgeschlossen sein.[26]

Grunderneuerung im Raum BerlinBearbeiten

Am 12. Juli 2006[27] erfolgte der erste Spatenstich zur grundhaften Erneuerung der Strecke zwischen der Berliner Ringbahn und Königs Wusterhausen einschließlich des Abzweigs zum Flughafen Berlin-Schönefeld im Zuge des Projekts Grunderneuerung S-Bahn Berlin, S9 Süd. Dies betrifft neben den Anlagen der S-Bahn auch die parallel verlaufenden Fernbahngleise in diesem Abschnitt. Darin eingeschlossen sind die Erneuerung des Bahnhofs Schöneweide sowie die Erneuerung von sieben Eisenbahnüberführungen, darunter die Errichtung neuer Stabbogenbrücken über den Britzer Verbindungskanal und den Teltowkanal zur Verbreiterung der Wasserwege. Weiterhin ist die Erneuerung der Gleise, die Errichtung von elektronischen Stellwerken und die Grunderneuerung der Bahnstromversorgung inkl. Unterwerken und Oberleitungsanlagen vorgesehen. Die geplanten Kosten liegen bei 350 Mio. Euro.[28][29]

Im Bahnhof Königs Wusterhausen soll der eingleisige Engpass der Fernbahn beseitigt werden. Zudem wird von der DB Netz AG der Bau eines neuen Kehrgleises für die Linie RB 22 vorbereitet, das im Dezember 2022 in Betrieb genommen werden soll.[30]

Abgeschlossen sind die Arbeiten an den Bahnhöfen Baumschulenweg und Adlershof sowie die Erneuerung der Brücken über den Britzer Verbindungskanal und den Teltowkanal.[31] Am Bahnhof Wildau konnte das zweite Gleis am 30. September 2013 in Betrieb genommen werden,[32] hierfür und für den barrierefreien Ausbau wurden 10,55 Millionen Euro investiert.[33]

Als letztes großes Teilprojekt im Rahmen der Grunderneuerung der Görlitzer Bahn in Berlin begannen im März 2013 die Arbeiten zur Modernisierung des Bahnhofs Berlin-Schöneweide. Die Brücken über den Sterndamm sowie die Bahnsteige werden erneuert, das Empfangsgebäude modernisiert und der nördliche Vorplatz neu gestaltet. Insgesamt werden 45 Millionen Euro in diesen Umbau investiert. Die Bauarbeiten sollten ursprünglich bis 2018 abgeschlossen werden.[27]

Die Wiederinbetriebnahme der baubedingt unterbrochenen Fernbahngleise zwischen Ostkreuz und Schöneweide war ursprünglich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 geplant. Im Oktober 2012 schrieb die Deutsche Bahn hierfür Bauleistungen zur Erneuerung der Gleis- und Oberleitungsanlagen zwischen Ostkreuz und Grünauer Kreuz aus.[34] Die Wiederinbetriebnahme erfolgte schlussendlich im Dezember 2015.

Die 48 Hektar großen Flächen des ehemaligen Rangierbahnhofs und Bahnbetriebswerks Schöneweide sollen einer neuen Nutzung in Form eines Gewerbegebiets zugeführt werden. Hierzu ist geplant, die Fläche zu beräumen und zu erschließen sowie drei Kilometer des stadtauswärts führenden Fernbahngleises zu verlegen und einige Gebäude abzubrechen. Eine neue Fuß- und Radwegbrücke soll den Landschaftspark Johannisthal mit der Köllnischen Heide über die Bahnstrecke und die Bundesstraße 96a verbinden. Der S-Bahnhof Haltepunkt Berlin-Johannisthal ist dann auch von der Johannisthaler Seite aus zu erreichen.[35]

Heutiger ZugbetriebBearbeiten

Heute wird die Strecke vor allem für den Personennahverkehr genutzt. Parallel zu den Regionalzügen verkehrt die Berliner S-Bahn auf der Görlitzer Bahn. Der Regionalverkehr wird durch die Regionalbahnlinie 24 (Eberswalde HbfBerlin OstkreuzSenftenberg, betrieben durch DB Regio) und Regionalexpresslinie 2 (Wismar – Berlin – Cottbus Hbf, betrieben durch die Ostdeutsche Eisenbahn) realisiert.

Die Linie RB 24 nutzt die Strecke von Berlin bis Lübbenau, die Züge halten an allen Unterwegsstationen südlich des Bahnhofs Königs Wusterhausen. In Lübbenau wechseln die Züge auf die Bahnstrecke Lübbenau–Kamenz in Richtung Senftenberg.

Die Linie RE 2 nutzt die Strecke ab Grünauer Kreuz in Berlin bis zur Endstation Cottbus Hbf, die Züge bedienen die Stationen Brand Tropical Islands, Lübben (Spreewald) und Vetschau, nur einzelne Fahrten bedienen alle Stationen zwischen Lübbenau und Cottbus.

Auf dem Abschnitt Cottbus – Görlitz verkehrt die Linie RB 65 (Cottbus – Zittau) der Ostdeutschen Eisenbahn, die zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2008 die Lausitzbahn ablöste.

Außerdem verkehrt ein Intercity-Zugpaar der Linie 56 (Norddeich Mole/Emden Außenhafen – Cottbus). Bis Dezember 2014 wurde das Eurocity-Zugpaar Wawel (Hamburg – Cottbus – Krakau) gefahren.

Im Abschnitt Berlin-SchöneweideKönigs Wusterhausen (ab 2011 nur vom Grünauer Kreuz) nutzte bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 auch die Regionalbahnlinie OE 36 (Berlin–Königs Wusterhausen BeeskowFrankfurt (Oder)) einen Teil der Strecke, seitdem beginnt sie erst in Königs Wusterhausen.

Im Rahmen des mit dem Kohleausstieg einhergehenden Strukturwandelprozesses soll die Strecke zukünftig für den Fernverkehr ertüchtigt und eine ICE-Verbindung von Berlin über Cottbus nach Görlitz eingerichtet werden.[36]

Raum BerlinBearbeiten

 
Überwerfungsbauwerk am heutigen Beginn der Bahnstrecke in Berlin-Treptow
 
Bahnbrücke der Görlitzer Bahn über Landwehrkanal, links der Ringlokschuppen des Görlitzer Bahnhofs, 1869

Im Berliner Stadtgebiet ist die Görlitzer Bahn zum großen Teil auch heute noch in Betrieb. Nur der kurze Abschnitt zwischen der Berliner Ringbahn und dem ehemaligen Görlitzer Bahnhof ist seit 1952 unterbrochen und wurde später abgetragen. Die Strecke wird sowohl vom Fern- und Regionalverkehr als auch von der Berliner S-Bahn bedient, die allerdings unterschiedliche Abschnitte befahren.

Die Ferngleise führen heute bis zur Schnittstelle mit der Ringbahn am Treptower Park, schwenken dann auf die östliche Ringbahn über Ostkreuz und verlaufen weiter nach Gesundbrunnen beziehungsweise verlassen die Ringbahn über einen Abzweig nördlich des Bahnhofs Ostkreuz zum Bahnhof Lichtenberg. Züge, die von und zum neuen Hauptbahnhof verkehren, werden bereits im Südosten Berlins, am Grünauer Kreuz auf den Außenring geleitet und anschließend über die Schlesische Bahn auf die Stadtbahn geführt. Auf der Stadtbahn liegen auch der Ost- und der Hauptbahnhof.

Obwohl die Görlitzer Bahn eigene Vorortgleise besaß, führten diese nie bis in den Kopfbahnhof der Strecke, sondern wurden von Beginn an auf die Ring- beziehungsweise Stadtbahn geleitet. Dieser Zustand ist heute noch so. Neben dem Ringanschluss am Treptower Park besteht ebenfalls eine Verbindung zum Südring, der in Baumschulenweg die Hauptstrecke verlässt und über Köllnische Heide zum Südring verläuft. Beide Strecken – die Vorortbahn als auch die Verbindungsbahn – wurden 1929 auf den elektrischen Betrieb umgestellt und seitdem von der S-Bahn befahren.

Mit Bescheid vom 23. Juli 2012 stellte das Eisenbahn-Bundesamt die nicht mehr genutzten Bahnflächen der Görlitzer Bahn zwischen Landwehrkanal und Ringbahn (km 0,9–2,2) vom Eisenbahnbetrieb frei. Es handelt sich um etwa 45 000 m² im Bezirk Treptow-Köpenick.[9]

WeblinksBearbeiten

Commons: Bahnstrecke Berlin–Görlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. DB Netze - Infrastrukturregister
  2. Eisenbahnatlas Deutschland. 11. Auflage. Schweers + Wall, Köln 2020, ISBN 978-3-89494-149-9.
  3. Streckendaten auf www.sachsenschiene.de
  4. a b c Michael Braun: Zwischen Kreuzberg und KW. Vorortverkehr auf der Görlitzer Bahn (Teil 1). In: Verkehrsgeschichtliche Blätter. Nr. 3, 1991, S. 50–61.
  5. Peter Bock: Zwischen Stralau und Rixdorf. 130 Jahre südöstliche Ringbahn (Teil 2). In: Verkehrsgeschichtliche Blätter. Nr. 2, 1998, S. 41–49.
  6. Planfeststellungsbeschluss gemäß § 18 AEG für das Vorhaben „Schienenanbindung Ost Flughafen BBI“. (PDF; 3,4 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) Eisenbahn-Bundesamt, 19. Februar 2010, ehemals im Original; abgerufen am 26. Februar 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.eba.bund.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  7. Schienenanbindung BBI: Logistikzüge zum Flughafen fahren ab April über Gleise der Ostanbindung. (PDF) DB Mobility Logistics AG, 16. März 2010, abgerufen am 10. April 2011.
  8. Objektbericht: Flughafen Berlin-Brandenburg (BBI), Berlin. Dyckerhoff, 2011, abgerufen am 15. November 2011.
  9. a b Kurzmeldungen – Eisenbahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 6, 2013, S. 114.
  10. Fahrplan 1900
  11. Fahrplan 1941
  12. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen: Bundesverkehrswegeplan 2003. 2003, S. 57 (online, PDF (Memento vom 16. Juli 2011 im Internet Archive) [abgerufen am 12. Juni 2012]). Bundesverkehrswegeplan 2003 (Memento des Originals vom 16. Juli 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bmvbs.de
  13. Baumaßnahmen auf der Strecke Lübbenau–Cottbus vom 15. Juni bis 13. Dezember. In: Pressemitteilung der Deutschen Bahn auf goerlitzer-bahn.de. 4. Juni 2008, abgerufen am 12. Juni 2012.
  14. Peggy Kompalla: Zugverkehr auf Cottbuser Bahnhof ist eingestellt. In: Lausitzer Rundschau. 19. November 2010, abgerufen am 13. November 2018.
  15. a b Ausbau Berlin–Cottbus, Streckensperrung Königs Wusterhausen–Lübbenau. (PDF; 201 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) Deutsche Bahn, Februar 2010, ehemals im Original; abgerufen am 12. Juni 2012.@1@2Vorlage:Toter Link/bauarbeiten.bahn.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  16. Ab Sonnabend wieder ohne Umweg nach Cottbus. DB Mobility Logistics AG, 30. August 2011, abgerufen am 12. Juni 2012.
  17. Land und DB AG starten Planungen für zweigleisigen Ausbau zwischen Lübbenau und Cottbus. MIL, abgerufen am 21. August 2018.
  18. Pendelzug verbessert Verbindung Cottbus - Lübben. MIL, abgerufen am 21. August 2018.
  19. Bauprojekt-Website der DB Netz, Abschnitt Zeitplan. Abgerufen am 27. April 2021.
  20. Bauprojekt Lübbenau – Cottbus, abgerufen am 8. April 2020
  21. BT-Drs. 17/9642 (PDF; 78 kB)
  22. Rico Herkner: Strukturwandel Lausitz: bessere Verkehrswege gebraucht. (Nicht mehr online verfügbar.) Mitteldeutscher Rundfunk, 21. Februar 2017, archiviert vom Original am 15. März 2017; abgerufen am 14. März 2017.
  23. In diese Projekte sollen die Kohleausstiegs-Milliarden fließen, rbb24 vom 4. April 2020, abgerufen am 8. April 2020
  24. Bauprojekt Horka ESTW. In: BauInfoPortal. Deutsche Bahn, abgerufen am 13. November 2018.
  25. Christian Köhler: Tagebau Reichwalde rückt nach Norden. In: Lausitzer Rundschau. 12. September 2017, abgerufen am 4. Oktober 2017.
  26. Bauprojekt Weißwasser – Rietschen. In: BauInfoPortal. Deutsche Bahn, abgerufen am 13. November 2018.
  27. a b Endspurt für Ausbau der Görlitzer Bahn in Schöneweide. (Nicht mehr online verfügbar.) Deutsche Bahn, 27. Februar 2013, archiviert vom Original am 10. November 2013; abgerufen am 28. Februar 2013.
  28. S-Bahn Berlin, Streckenabschnitt Treptow–Königs Wusterhausen–Flughafen Schönefeld, Grunderneuerung. (PDF; 1,0 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) DB Projektbau, ehemals im Original; abgerufen am 13. Juni 2012.@1@2Vorlage:Toter Link/www.deutschebahn.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  29. Aktuelles – Baumschulenweg bis Grünauer Kreuz: Baubeginn nach der Fußball-WM / Abschluss im Jahr 2010 geplant. S-Bahn Berlin, archiviert vom Original am 20. Juni 2010; abgerufen am 5. September 2011.
  30. Pendelzug verbessert Verbindung Cottbus - Lübben. MIL, abgerufen am 21. August 2018.
  31. Grunderneuerung S-Bahn Berlin, S9 Süd. (PDF; 3,7 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) DB Projektbau, 6. Juli 2009, archiviert vom Original am 10. November 2013; abgerufen am 13. Juni 2012.
  32. Kurzmeldungen – S-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Februar 2014, S. 31.
  33. S-Bahnhof Wildau hat ein zweites Gleis. Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, 13. Januar 2014, abgerufen am 26. Januar 2015.
  34. Ausschreibung: Wiederinbetriebnahme Fernbahn im Abschnitt Berlin Ostkreuz (a) – Berlin Grünauer Kreuz der Strecken 6170 und 6142. Amtsblatt der Europäischen Union, 19. Oktober 2012, abgerufen am 25. Oktober 2012.
  35. Berliner Bahnflächen für Stadtentwicklung. (Nicht mehr online verfügbar.) Deutsche Bahn, 5. Juni 2013, ehemals im Original; abgerufen am 11. Juni 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/www.deutschebahn.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  36. In diese Projekte sollen die Kohleausstiegs-Milliarden fließen. Abgerufen am 20. Juli 2020.