Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Weißkeißel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weißkeißel hervorgehoben
Koordinaten: 51° 29′ N, 14° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs­gemeinschaft: Weißwasser
Höhe: 126 m ü. NHN
Fläche: 50,68 km2
Einwohner: 1291 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner je km2
Postleitzahl: 02957
Vorwahl: 03576
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 590
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz
02943 Weißwasser
Website: www.weisskeissel.de
Bürgermeister: Andreas Lysk
Lage der Gemeinde Weißkeißel im Landkreis Görlitz
Bärwalder SeeBerzdorfer SeeTalsperre QuitzdorfTalsperre QuitzdorfPolenTschechienLandkreis Sächsische Schweiz-OsterzgebirgeBad MuskauBeiersdorfBernstadt a. d. EigenHerrnhutBertsdorf-HörnitzBoxberg/O.L.Boxberg/O.L.DürrhennersdorfEbersbach-NeugersdorfKottmar (Gemeinde)Gablenz (Oberlausitz)GörlitzGörlitzGroß DübenGroß DübenGroßschönau (Sachsen)GroßschweidnitzHähnichenHainewaldeHerrnhutHohendubrauHorkaJonsdorfKodersdorfKönigshainKrauschwitz (Sachsen)Kreba-NeudorfLawaldeLeutersdorf (Oberlausitz)LöbauMarkersdorf (Sachsen)Markersdorf (Sachsen)MittelherwigsdorfMückaMückaNeißeaueNeusalza-SprembergKottmar (Gemeinde)NieskyKottmar (Gemeinde)OderwitzOlbersdorfOppachOstritzOybinQuitzdorf am SeeReichenbach/O.L.RietschenRosenbachRothenburg/OberlausitzSchleife (Ort)Schönau-Berzdorf auf dem EigenSchönbach (Sachsen)SchöpstalSeifhennersdorfReichenbach/O.L.TrebendorfTrebendorfVierkirchen (Oberlausitz)WaldhufenWeißkeißelWeißwasser/OberlausitzZittauZittauLandkreis BautzenBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Weißkeißel, sorbisch Wuskidź, ist eine Gemeinde im Landkreis Görlitz im Osten des Freistaats Sachsen. Der Ort gehörte ursprünglich zum sorbischen Sprachgebiet des Muskauer Dialekts und zählt bis heute zum amtlichen sorbischen Siedlungsgebiet.[2]

Geografie und VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde Weißkeißel liegt im nordöstlichen Teil des Landkreises nahe der Grenze zu Polen in einer waldreichen Gegend am Nordrand der Muskauer Heide. Südlich des Siedlungsgebietes erstreckt sich der Truppenübungsplatz Oberlausitz, der mit rund 160 km² der viertgrößte Truppenübungsplatz der Bundeswehr ist.

Nordwestlich Weißkeißels liegt in etwa 7 km Entfernung die Stadt Weißwasser, mit der Weißkeißel eine Verwaltungsgemeinschaft bildet. Die Gemeinde Krauschwitz, deren namensgebender Hauptort nördlich Weißkeißels liegt, nimmt die gesamte Ostgrenze ein. Im Süden grenzt die Gemeinde Rietschen und im Südwesten die Gemeinde Boxberg/O.L. an.

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Bundesstraße 115, die, von Bad Muskau aus über Krauschwitz, Weißkeißel und Rietschen nach Niesky und Görlitz führend, eine der Hauptverkehrsadern des Nordkreises bildet.

Es gibt an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz einen Betriebsbahnhof der Deutschen Bahn AG, welcher abgelegen liegt und nur betrieblich ausgelegt ist. Von dort wird auch der Gleisanschluss zu den Anlagen des Truppenübungsplatzes bedient. Er ist örtlich besetzt mit einem Fahrdienstleiter.

GeschichteBearbeiten

 
Weißkeißel
 
Weißkeißel

Weißkeißel wurde erstmals in einer Urkunde am 21. September 1452 erwähnt, als Wenzel von Bieberstein dem Ort Muskau das Stadtrecht verlieh. Die Ortschaft zählte 32 Seelen und wurde Weißkesch genannt. Die Schreibweise änderte sich im Laufe der Zeit mehrmals, meist waren gleichzeitig mehrere Auffassungen gültig – von Weiszkeusel über Weißkhessel und Weißkeisel bis zum endgültigen Beschluss in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Schreibweise Weißkeißel amtlich zu verwenden, wobei die Schreibweise Weißkeisel auf einigen Ortseingangsschildern noch bis 1987 Bestand hatte.

Durch seine Lage ist Weißkeißels Geschichte eng mit der Geschichte der Standesherrschaft Muskau verbunden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Weißkeißel im Jahr 1631 durch kaiserliche Truppen zerstört.

Bis ins 20. Jahrhundert sprach ein Großteil der Bevölkerung Sorbisch. Arnošt Muka ermittelte für seine Statistik der Lausitzer Sorben 1884/85 eine Gesamteinwohnerzahl von 755, davon 739 Sorben (98 %) und 16 Deutsche.[3]

In der Deutschen Demokratischen Republik wurde Weißkeißel Standort für die Landstreitkräfte der NVA mit dem Ausbildungszentrum 6 („Rudolf Egelhofer“), der Raketenabteilung 6 („Ernst Busch“), sowie dem Truppenübungsplatz Nochten.

PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 55,0 % (2009: 50,8 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
69,6 %
11,1 %
19,3 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+9,8 %p
-7,2 %p
+3,0 %p
-5,7 %p

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 12 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wählergemeinschaft Weißkeißel (FW): 9 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • LINKE: 1 Sitz

BürgermeisterBearbeiten

Am 7. Juni 2015 wurde Andreas Lysk wiedergewählt.[5]

OrtsgliederungBearbeiten

Neben Weißkeißel selbst gehören noch die Siedlungen Haide (Hola), Kaupen (Kupelń) und Bresina (Brězyna) zur Gemeinde, wobei nur Haide den Status eines Gemeindeteils hat. Die Gemeinden Weißkeißel und Haide arbeiteten bereits seit 1960 zusammen, der Zusammenschluss erfolgte jedoch erst zum 1. Januar 1974.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Kulturdenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Weißkeißel erfasst.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

In Weißkeißel findet monatlich ein Bauern- und Viehmarkt mit regionaler Bekanntheit statt. Überregionale Bedeutung hatte über viele Jahre hinweg das Hexenbrennen in Weißkeißel am 30. April. Es war das größte Volksfest Weißkeißels und das größte Hexenbrennen der Region um Weißwasser. Seit dem Jahr 2011 wird es jedoch aus verschiedenen Gründen nicht mehr in großem Umfang durchgeführt. Daher musste es diesen Titel an das Hexenbrennen in Weißwasser abgeben.

LiteraturBearbeiten

  • Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006, ISBN 978-3-929091-96-0, S. 236.

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Weißkeißel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien