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Hinter dem Tor in der Berliner Mauer: Beschaubrücke Alt-Treptow vom Görlitzer Bahnhof aus gesehen, 1986

Beschaubrücke ist die Bezeichnung für einen Steg, von dem aus die Grenztruppen der DDR grenzüberschreitende Züge zwischen der DDR und der Bundesrepublik sowie West-Berlin von oben her kontrollierten. Entsprechende Anlagen existierten auch an der Grenze zwischen der DDR und Polen, in diesem Fall auch auf polnischer Seite.

Inhaltsverzeichnis

AufbauBearbeiten

 
Westliche Hallenfassade des Bahnhofs Friedrichstraße mit ehemaliger Beschaubrücke, 1992
 
Beschaubrücke über dem Gleis zum Görlitzer Bahnhof in Berlin, im Hintergrund der in West-Berlin gelegene Güterbahnhof Treptow, 1990

Beschaubrücken waren häufig Signalbrücken nicht unähnliche Metallkonstruktionen. Sie waren entweder einseitig auf einem Pfeiler (Schwanheide)[1] oder beidseitig auf zwei Pfeilern (Beispiel: Berlin-Alt-Treptow) gelagert. Die Pfeiler waren häufig Gittermasten, es kamen aber auch einfachere Bauweisen (Beispiel: Marienborn) und andere Konstruktionen (Beispiel: Gutenfürst) vor. Die Aufgänge waren meist einfache Leitern oder Treppen in Metallbauweise. Der Beschaugang konnte offen oder eingehaust (überdacht) sein.

StandorteBearbeiten

Die Beschaubrücken überspannten im oder hinter dem DDR-Grenzbahnhof das Gleis bzw. die Gleise in Richtung innerdeutsche Grenze und nach West-Berlin. Ihnen nachgelagert war häufig eine „Schutzweiche gegen ungenehmigte Ausfahrten“.[2] In besonderen Fällen (Beispiel: Berlin-Alt-Treptow) befanden sich Beschaubrücken auch an freier Strecke. Im Bahnhof Friedrichstraße war eine Beschaubrücke in die westliche Hallenfassade integriert.

PersonalBearbeiten

Die Beschaubrücken an der innerdeutschen Grenze waren mit bewaffneten Organen der DDR-Grenztruppen besetzt.

Bahnhöfe mit BeschaubrückenBearbeiten

 
Gutenfürst: Das Querbauwerk ist die ehemalige Beschaubrücke

Innerdeutsche GrenzeBearbeiten

  • Drewitz, massive Metallkonstruktion mit integriertem Wachhäuschen an der Westseite[3]
  • Ellrich, überspannte drei Gleise im westlichen Bahnhofsbereich, zwei Pfeiler in Gitterkonstruktion, offen, zunächst ein, später zwei Wachhäuschen auf der Brücke[4][5]
  • Gerstungen
  • Gutenfürst, massive Beschaubrücke zwischen zwei Gebäuden, mittig ein Wachhäuschen[6]
  • Marienborn, überspannte zwei Gleise am östlichen Ende der Bahnsteige 2 und 3, eingehaust[7]
  • Oebisfelde[8]
  • Schwanheide, zunächst nur ein Pfeiler in Gitterkonstruktion,[9] später mehrere Gleise überspannende Brücke, mittig geschlossenes Wachhäuschen[10]

Oder-Neiße-GrenzeBearbeiten

Beschaubrücken außerhalb von BahnhöfenBearbeiten

Innerdeutsche GrenzeBearbeiten

 
Beschaubrücke östlich des Güterbahnhofs Treptow an der Brücke über die Kiefholzstraße in Berlin, 1986

Oder-Neiße-GrenzeBearbeiten

 
Sicht von der Beschaubrücke an der Bahnstrecke Berlin–Szczecin auf die deutsch-polnische Grenze, 2008

LiteraturBearbeiten

  • Bernd Kuhlmann: Deutsch-deutsche Grenzbahnhöfe. 2. Auflage. GeraMond, München 2006, ISBN 3-7654-7140-2.
  • Bernd Kuhlmann: Züge durch Mauer und Stacheldraht. 1. Auflage. GVE, Berlin 1998, ISBN 3-89218-050-4.
  • Bahn Extra: Eisenbahn und Mauerfall. Heft 3/2009. GeraMond. München
  • Bernd Kuhlmann: Eisenbahnen über die Oder-Neiße-Grenze. Ritzau KG – Verlag Zeit und Eisenbahn, Pürgen 2004, ISBN 3-935101-06-6.
  • Bahn Extra: Deutsch-deutsche Grenzbahnhöfe. Heft 5/2016. GeraMond. München

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bernd Kuhlmann: Deutsch-deutsche Grenzbahnhöfe, S. 69
  2. Bernd Kuhlmann: Deutsch-deutsche Grenzbahnhöfe, S. 59
  3. Bernd Kuhlmann: Züge durch Mauer und Stacheldraht, S. 29
  4. Bahn Extra: Eisenbahn und Mauerfall, S. 11
  5. Bernd Kuhlmann: Deutsch-deutsche Grenzbahnhöfe, S. 86/87 u. 89
  6. Bernd Kuhlmann: Deutsch-deutsche Grenzbahnhöfe, S. 123
  7. Bernd Kuhlmann: Deutsch-deutsche Grenzbahnhöfe, S. 80
  8. Bernd Kuhlmann: Deutsch-deutsche Grenzbahnhöfe, S. 74/75
  9. Bernd Kuhlmann: Deutsch-deutsche Grenzbahnhöfe, S. 69
  10. Bahn Extra: Eisenbahn und Mauerfall, S. 35
  11. Bernd Kuhlmann: Eisenbahnen über die Oder-Neiße-Grenze, S. 115
  12. Udo Dittfurth: August 1961 – S-Bahn und Mauerbau. Verlag GVE. S. 67/68. ISBN 3-89218-080-6
  13. Bernd Kuhlmann: Züge durch Mauer und Stacheldraht, S. 45