Berlin-Schmöckwitz

Ortsteil von Berlin
Schmöckwitz
Ortsteil von Berlin
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Über dieses Bild
Koordinaten 52° 22′ 40″ N, 13° 38′ 57″ OKoordinaten: 52° 22′ 40″ N, 13° 38′ 57″ O
Höhe 34 m ü. NN
Fläche 17,14 km²
Einwohner 4424 (31. Dez. 2019)
Bevölkerungsdichte 258 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 12527
Ortsteilnummer 0915
Gliederung
Verwaltungsbezirk Treptow-Köpenick
Ortslagen
  • Karolinenhof
  • Rauchfangswerder
  • Schmöckwitzwerder
  • Siedlung Schmöckwitz

Schmöckwitz [ˈʃmøːkvɪts][1] ist ein Ortsteil im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick. Das ehemalige Fischerdorf ist heutzutage – bedingt durch seine Wasserlage – ein beliebtes Naherholungsziel. Auch die nahen Zeltplätze am Krossinsee und am Zeuthener See ziehen viele Touristen an.

Lage und UmgebungBearbeiten

 
Luftbild von Schmöckwitz; Blickrichtung Nordwest

In Schmöckwitz befindet sich im Zeuthener See der südlichste Punkt des Bezirks Treptow-Köpenick und somit Berlins. In der Mitte des länglichen Sees verläuft die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg. Das Siedlungsgebiet liegt zwischen Wäldern und Seen. Die alte Ortschaft Schmöckwitz liegt am Zusammenfluss mehrerer Seen, nur erreichbar vom nördlicheren Grünau über das Adlergestell, das über die Schmöckwitzer Brücke ins östlichere Schmöckwitzwerder bis zur Wernsdorfer Brücke weiterführt, sowie mit der Straßenbahnlinie 68 von Grünau, die am Ufer der Dahme an Karolinenhof vorbei nach Alt-Schmöckwitz weiterführt.

Die Ortsflur von Schmöckwitz liegt umschlossen von Wald und Wasser, darunter dem Langen See, dem Seddinsee, dem Zeuthener See, dem Großen Zug und dem Krossinsee. Die Kolonien liegen jeweils auf hochwassersicheren Höhenzügen und sind – wie Ausgrabungen zeigten – schon seit Urzeiten bewohnt.[2] Im Vergleich zu anderen Ortsteilen in Berlin ist Schmöckwitz relativ dünn besiedelt.

GeschichteBearbeiten

 
Dorfkirche Schmöckwitz

Der Ortskern von Schmöckwitz lag ursprünglich auf einer Insel. Auf ihr errichteten Slawen ein Runddorf.[3] Es war unverhuft, weil seine Bewohner Fischer waren. Im Jahr 1375 wurde Schmöckwitz erstmals urkundlich im Landbuch Karls IV. erwähnt und zwar als Smewitz/Smekewitz (später: Smeckwitz [1542], ab 1652: Schmöckwitz). Der Ursprung des Namens ist slawisch und war wohl zunächst ein Gewässername. Eine mögliche Deutung ist smokowic = ‚Drachenbach‘ oder ‚Schlangenbach‘ wegen des sich schlängelnden Wasserverlaufs um die Insel. Im Landbuch wurden für Smekwitz 15 Häuser von Fischern aufgeführt. Es gab auch Bienenzuchten. Für die deutsche Inbesitznahme, vermutlich um 1230, spricht das Vorhandensein eines Schulzen, der vermutlich für die Lieferung von Fischen und Honig an die Burg Köpenick zu sorgen hatte. Es gab sogar einen Krug.

Bis ins 17. Jahrhundert blieb Schmöckwitz ein kleines Dorf von Fischern und Zeidlern. Im Dreißigjährigen Krieg wurde 1648 ein großer Teil des Ortes durch einen Brand zerstört. Bis 1751 war Schmöckwitz noch eine Insel. 1798/1799 wurde die heutige Dorfkirche auf den Fundamenten eines hölzernen Vorgängerbaus gebaut. Ab 1858 werden Ackerland und Handwerker erwähnt, ab 1860 erste Anfänge von Industrie (Leimsiederei und Wattefabrik).

Die Besiedlung von Rauchfangswerder durch den Pächter Martin Barnack fand 1743 statt. 1785 wurde Karolinenhof gegründet: Der Bauer Kersten benannte seinen Hof nach seiner Frau Karoline. Er bewirtschaftete 72 Hektar Land, das die Gemeinde Schmöckwitz gepachtet hatte. 1895 gründete dann der Berliner Bankier Albert Schappach die Terraingesellschaft Carolinenhof und legte dort eine Villenkolonie an.

Die Eingemeindung nach Groß-Berlin in den Bezirk Köpenick fand 1920 statt. Im Jahr 1942 wurde das Berliner Reifenwerk im Wald am Adlergestell erbaut. Dazu wurde unter anderem ein Teil der im Wald befindlichen Dünen abgetragen, von denen inzwischen nur noch ein paar Reste erhalten sind. Ab 1919 entstand die Siedlung Schmöckwitz am nördlichen Rand von Eichwalde; hier wurden in erster Linie an heimkehrende Frontsoldaten des Ersten Weltkriegs Acker- und Wohnflächen vergeben.

Der Bau der Schmöckwitz–Grünauer Uferbahn, der heutigen Straßenbahnlinie 68, erfolgte zwischen 1911 und 1912. Seit dem 6. November 1928 fährt die elektrische S-Bahn zwischen der Innenstadt Berlins und dem Bahnhof Grünau, wodurch sich die Verkehrsanbindung von Schmöckwitz verbesserte. Den benachbarten Bahnhof Eichwalde in Brandenburg, der schon zuvor von dampfbetriebenen Vorortzügen – die vom Görlitzer Bahnhof in Berlin ausgingen – bedient wurde, erreichte die elektrische S-Bahn am 7. April 1951 im Rahmen der Verlängerung des elektrischen Betriebs bis Königs Wusterhausen.

Bis zur Verwaltungsreform 2001 gehörte Schmöckwitz zum Berliner Bezirk Köpenick.

Am Ufer des Zeuthener Sees liegt ein Campus der japanischen Teikyō-Universität.

VerkehrBearbeiten

 
Straßenbahn 68 an der Endhaltestelle Alt-Schmöckwitz
 
Wagenhalle Schmöckwitz (abgebrannt 2008)

Schmöckwitz und Karolinenhof sind durch die Straßenbahnlinie 68, die nachts durch den Nachtbus N68 ersetzt wird, an das öffentliche Nahverkehrsnetz Berlins angeschlossen. Von der Endhaltestelle der Straßenbahn verkehrt die Buslinie 168 als Zubringer nach Rauchfangswerder. Die Buslinien 733 und deren Verlängerung 734 verkehren außerdem nach Königs Wusterhausen über Wernsdorf und in die andere Richtung über Zeuthen zum Flughafen Berlin Brandenburg. In den Sommermonaten verkehrt eine Fähre von Schmöckwitz zur Halbinsel Krampenburg zu den Zeltplätzen nördlich der Dahme an der Großen Krampe. Sämtliche Linien, ausgenommen die Buslinien 733/734 (RVS LDS) werden von der BVG betrieben.

Am Dorfanger stand das im wilhelminischen Stil erbaute Straßenbahndepot, das am 30. August 2008 mitsamt der historischen Straßenbahn darin niederbrannte.[4]

Die Wagenhalle Schmöckwitz (am Adlergestell) wurde zwischen 1912 und 1926 als Betriebshof der Uferbahn sowie zwischen 1945 und 1948 als provisorischer Betriebshof der BVG betrieben, danach diente sie nur noch als Wagenhalle. Bis 2006 wurde das Gelände vom Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin als Werkstatt und Depot für seine historischen Fahrzeuge genutzt. Heute kann die unter Denkmalschutz stehende Wagenhalle nicht mehr für die historischen Straßenbahnen genutzt werden, da bei der Gleisschleifensanierung in Alt-Schmöckwitz keine Weichen in das Liniennetz eingebaut wurden und somit die Wagenhalle von den Gleisen der Tramlinie 68 abgetrennt ist.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Berlin-Schmöckwitz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Aussprache: Neben Standardlautung wird vorzugsweise der erste Vokal „ö“ lang gesprochen (wie alt Smekewitz)
  2. Hans Weinert: Die Mesolithische Teilbestattung von Schmöckwitz bei Berlin (Originaluntersuchung von 1927). In: Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie, Bd. 46, Heft 3, 1954, S. 408–420
  3. Nicht zu verwechseln mit einem Rundling, in dem die Häuser giebelständig sind.
  4. Ehemaliges Tram-Depot in Berlin-Schmöckwitz ausgebrannt. auf www.tssf.eu