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Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg

Die Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg e. V. (Audio-Datei / Hörbeispiel Anhören?/i) ist mit etwa 800 Mitgliedern einer der größten und ältesten Geschichtsvereine in den Bundesländern Berlin und Brandenburg. Die Vereinigung wurde im Jahr 1884 zunächst unter dem Namen Touristenklub für die Mark Brandenburg gegründet; Ziel war es, die Mark Brandenburg zu erwandern. Erstes Ehrenmitglied des Vereins war Theodor Fontane.[1] Im Unterschied zu lokalen Heimatvereinen behandelt die Vereinigung in ihren Veranstaltungen Themen aus dem gesamten Bereich beider Bundesländer sowie allen Gebieten, die zu irgendeinem Zeitpunkt zu Brandenburg gehörten. Die Landesgeschichtliche Vereinigung kooperiert mit zahlreichen anderen Gesellschaften, Geschichtsvereinen und Organisationen.[2]

Die wichtigsten Aktivitäten des Vereins sind

  • die Erkundung Brandenburgs auf Exkursionen und Wanderungen
  • die Förderung der wissenschaftlichen Erforschung der Landesgeschichte durch Vorträge, Tagungen und Publikationen
  • die Sammlung von Literatur und Quellen in einem Archiv und einer rund 40.000 Bände umfassenden, öffentlich zugänglichen Bibliothek in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Die Vereinigung ist Herausgeber des Jahrbuchs für Brandenburgische Landesgeschichte (ISSN 0447-2683). Die Bände des Jahrbuchs zwischen 1951 und 1969 sind über einen Server der Humboldt-Universität online im Volltext zugänglich gemachte worden.[3]

Vorsitzender der Vereinigung ist der Berliner Historiker Peter Bahl, seine Stellvertreter Frank Göse und Gerhard Weiduschat.

Inhaltsverzeichnis

Fontane-PlaketteBearbeiten

Die Fontane-Plakette ist eine Medaille, die seit 1911 von der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg verliehen wird. Sie wird für „langjährige Mitgliedschaft in Verbindung mit besonderen Verdiensten um die Vereinigung“ – teilweise mehrere Medaillen in einem Jahr – verliehen. In der Anfangszeit wurde die Medaille teilweise auch an Organisationen verliehen, später ausschließlich an Einzelmitglieder. Die Medaille wurde 1911 von dem Lehrer, Bildhauer und Medailleur Paul Matzdorf gestaltet. Zwischen 1928 und 1969 wurde die Medaille in einer Variante aus Bronze und als Steigerung in Silber verliehen. Bis 1935 wurde die Medaille unter dem alten Vereinsnamen verliehen.

Einzelpersonen und Organisationen, die die Plakette erhalten haben, sind (Auswahl):

  • 1911 Historischer Verein für Heimatkunde in Frankfurt a. O., verliehen zum 50-jährigen Bestehen
  • 1912 Berliner Touristenverein von 1887 (Klub der Wanderfreunde), verliehen zu seinem 25-jährigen Bestehen
  • 1912 Ernst Friedel (1837–1918), Geheimer Regierungsrat, Begründer des Märkischen Museums, Vorsitzender der Brandenburgia; verliehen aus Anlaß seines 75. Geburtstages
  • 1917 Brandenburgia: Gesellschaft für Heimatkunde der Provinz Brandenburg (diese Verleihung ist nicht gesichert)
  • 1934 Willy Hoppe (1884–1960), Historiker, Universitätsprofessor (Mitglied erst ab 1944 durch Verleihung der Ehrenmitgliedschaft)
  • 1935 August von Mackensen (1849–1945), Generalfeldmarschall, Gutsbesitzer auf Brüssow, Mitglied seit 1936
  • 1940 Friedrich Schmidt-Ott (1860–1956), Staatsminister in Berlin, Mitglied seit 1939.
  • 1940 Joachim von Winterfeldt-Menkin (1865–1945), ehem. Landesdirektor der Provinz Brandenburg, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes.

Verleihungen nach der Neuprägung von 1959:

  • 1959 Walter Stengel (1882–1960), ehem. Direktor des Märkischen Museums in Berlin, Mitglied seit 1930
  • 1959 Willy Hoppe (1884–1960), auch Träger der Plakette im Jahr 1934, Ehrenmitglied der Gesellschaft seit 1944
  • 1965 Hermann Fricke (1895–1982), Literaturhistoriker, Mitglied seit 1947, 1949–50 Bibliothekar, seit 1970 Ehrenmitglied.
  • 1969 Gertrud Dorka (1893–1976), Prähistorikern, Leiterin des Museums für Vor- und Frühgeschichte in Berlin-Charlottenburg, Mitglied seit 1951.
  • 1971 Kurt Pomplun (1910–1977), Vermessungsingenieur, Stadtoberinspektor in Berlin, Heimatforscher, Publizist
  • 1971 Hans E. Pappenheim (1908–1973), Kunsthistoriker in Berlin, Mitglied seit 1951
  • 1975 Hans-Werner Klünner (1928–1999), Archiv-, dann Senatsangestellter, Stadthistoriker, Publizist in Berlin
  • 1978 Liselott Ziegert-Hackbarth (1913–2013), Kunsthistorikerin, Buchhändlerin in Berlin
  • 1978 Werner Vogel (1930–2016), Archivdirektor am Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem, später dessen Direktor

Verleihungen seit der Bronze-Neuprägung von 1984:

  • 1984 Michael Engel (Verleger) (1941–2011), Diplom-Chemiker, Oberbibliotheksrat in Berlin, Verleger
  • 1989 Manfred Stürzbecher (* 1928), Amtsarzt, Medizinaldirektor in Berlin, Medizinhistoriker
  • 1997 Eckart Henning (* 1940), Direktor des Archivs zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem
  • 2007 Wolfgang Stapp (* 1927), Verlagsbuchhändler in Berlin

LiteraturBearbeiten

  • Peter Bahl: Das Archiv der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg und seine Bestände, Peter Lang, Frankfurt, M. etc. 2009, (Reihe: Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg: Schriften der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg; N.F., Bd. 3), ISBN 978-3-631-59324-0.
  • Peter Bahl: Die Fontane-Plakette: Ein Beitrag aus dem Grenzgebiet von Landesgeschichte und Medaillenkunde. In: Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte 55 (2004), S. 164–205.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. BAK 12/09 Vom Wanderverein zum Forschungsarchiv – 125 Jahre Landesgeschichtliche Vereinigung (Meldung des Berliner Arbeitskreis Information zum 125 Jubiläum des Vereins)
  2. siehe die umfangreiche Liste der Kooperationen unter http://geschichte-brandenburg.de/lv-neu/partner.html
  3. siehe Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 24. April 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/edoc.hu-berlin.de