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Avianca
Aerovías del Continente Americano S.A.
Avianca Logo.svg
Airbus A330-200 der Avianca
IATA-Code: AV
ICAO-Code: AVA
Rufzeichen: AVIANCA
Gründung: 5. Dezember 1919
Sitz: Bogotá,
KolumbienKolumbien Kolumbien
Drehkreuz:

Bogotá

Heimatflughafen:

Bogotá

Unternehmensform: Aktiengesellschaft
IATA-Prefixcode: 134
Leitung:

Hernán Rincón

Mitarbeiterzahl: 19.000
Umsatz: US$ 4,138 Milliarden (2016)
Fluggastaufkommen: 29,4 Millionen[1] (2017)
Allianz: Star Alliance
Vielfliegerprogramm: LifeMiles
Flottenstärke: 176 (+ 143 Bestellungen)
Ziele: national und international
Website: www.avianca.com

Avianca S.A. (Synonym für Aerovias del Continente Americano S.A.) ist ein Unternehmen und die größte Fluggesellschaft Kolumbiens mit Sitz in Bogotá und Basis auf dem Flughafen El Dorado. Sie ist nach KLM die zweitälteste noch existierende Fluggesellschaft der Welt und Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance und seit 2010 Teil der Avianca Holdings (vormals AviancaTaca).

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Erste Jahre als SCADTABearbeiten

Avianca wurde am 5. Dezember 1919 als Sociedad Colombo Alemana de Transporte Aéreo (wörtlich: Kolumbianisch-Deutsche Gesellschaft für Lufttransporte) – SCADTA von Werner Kämmerer, Stuart Hosie, Alberto Tietjen, Ernesto Cortizzos (erster Präsident der Gesellschaft), Rafael Palacio, Jacobo Correra und Aristides Noguera in Barranquilla gegründet. Auf ihrem ersten Flug am 19. Oktober 1920 – mit dem deutschen Piloten Hellmuth von Krohn – beförderte die SCADTA mit einer Junkers F 13 57 Briefe von Barranquilla nach Puerto Colombia. Die Maschine war wie die anderen neun F 13 mit Schwimmkufen ausgestattet. Kurz darauf gelang es, eine Konzession der kolumbianischen Regierung für den Transport von Luftpost zu erhalten. Am 8. Juni 1924 hatte die SCADTA den ersten Absturz zu verzeichnen, unter anderem starben von Krohn und Ernesto Cortizzos.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden die Besitzer gezwungen, die Gesellschaft an die Pan American Airways zu verkaufen.

Entwicklung in den 1940er- bis 1990er-JahrenBearbeiten

 
Eine Boeing 707 der Avianca 1972
 
Eine Boeing 747-200 der Avianca 1977
 
Eine Boeing 727-100 der Avianca 1992

Am 14. Juni 1940 erfolgte, durch die kolumbianische Regierung, die Zwangsfusion der SCADTA mit ihrer Hauptkonkurrentin, der SACOServicio Aéreo Colombiano, und anschließend die Umbenennung in Aerovías Nacionales de Colombia S.A, genannt Avianca. Danach kaufte Avianca viele kleine regionalen Fluggesellschaften auf. Mit den seit Oktober 1939 eingesetzten Douglas DC-3 erweiterte Avianca ihr Streckennetz ab 1946 zunächst auf amerikanische Ziele wie Quito, Lima, Panama-Stadt, New York und schließlich mit den Douglas DC-4 auch nach Europa.

1960 wurden die ersten zwei Flugzeuge der Typen Boeing 707 und Boeing 720 gekauft. 1976 folgte die erste Boeing 747. Avianca war damit der erste südamerikanische Betreiber dieses Typs. 1990 folgte die Boeing 767-200ER.

ZusammenschlüsseBearbeiten

 
Der Sitz von Avianca in Bogotá

1994 wurde mit der Vereinigung von Avianca, der Regionalfluggesellschaft SAM und dem Helikopterbetreiber Helicol eine strategische Allianz namens Avianca System geschlossen. Das Unternehmen erweiterte das Angebot auf Fracht- und Postflüge (Avianca Cargo) und machte die Flotte mit neuen Flugzeugen wie Boeing 757 und 767 sowie Fokker 50 und Bell Hubschraubern zur modernsten Südamerikas. Das Streckennetz wurde national und international ausgebaut.

Nach dem 11. September 2001 erreichte die Luftfahrtkrise auch Avianca. Dies führte am 20. Mai 2002 zum Zusammenschluss von Avianca, SAM und dem Hauptkonkurrenten ACES zur Alianza Summa. Die widrigen Umstände des Marktes und die Anteilseigner erzwangen die Auflösung der Alianza Summa im November 2003. Interesse bestand nur noch an der Handelsmarke Avianca. Die führte zur Auflösung von ACES und der vollständigen Eingliederung von SAM als reine Regionalfluggesellschaft von Avianca.

Neustrukturierung als Aerovias del Continente Americano S.A.Bearbeiten

Am 10. Dezember 2004 begann einer der größten Reorganisationsprozesse in der Geschichte von Avianca. Die Gesellschaft wurde unter den Gläubigerschutz gemäß Chapter 11 gestellt, nachdem ein Reorganisationsplan mit Hilfe des brasilianischen Konsortiums OceanAir/Synergy Group und der Federación Nacional de Cafeteros de Colombia (FNC) erstellt wurde. Avianca erhielt neues Kapital und konnte 13 Monate später den Gläubigerschutz wieder verlassen.

Die heute als „New Avianca“ (Aerovías del Continente Americano) fliegende Airline ist der Nachfolger der alten Avianca (Aerovías Nacionales de Colombia). Avianca gehört jetzt zur südamerikanischen Investorengruppe Synergy Group, fliegt aber die gleichen internationalen und nationalen Ziele an. Ab 2007 wurde Avianca die größte Fluggesellschaft Lateinamerikas, als sie OceanAir (die heutige Avianca Brasil) aus Brasilien, AeroGal (heute Avianca Ecuador), VIP aus Ecuador und Wayraperú aus Perú übernahm. 2010 schloss sich zudem Avianca mit TACA aus El Salvador zur AviancaTaca zusammen[2], die später in Avianca Holdings umbenannt wurde.

GegenwartBearbeiten

Avianca befindet sich heute zu 100 % im Besitz der Avianca Holdings S.A. mit Sitz in Panama.

Am 11. November 2010 wurde bekannt gegeben, dass Avianca bis 2012 der internationalen Luftfahrtallianz Star Alliance beitreten wird.[3] Ende 2011 wurden die letzten Fokker 100 ausgemustert und durch die Airbus-A320-Familie ersetzt.

Der Beitritt zur Star Alliance erfolgte am 21. Juni 2012.[4]

2013 wurde ein neues Corporate Design inklusive neuem Markenlogo und eine dementsprechend neue Bemalung der Flotte eingeführt, die nur noch Rot und Weiß beinhaltet. Die neue Bemalung wird auch für die Fluggesellschaften Avianca Ecuador, TACA und deren Tochtergesellschaften genutzt, womit ein einheitliches Farbschema für die konsolidierte Fluggesellschaft unter Avianca Holdings entstehen soll.

TochtergesellschaftenBearbeiten

FlugzieleBearbeiten

Aviancas Streckennetz besteht aus 25 Zielen innerhalb Kolumbiens und 61 internationalen Zielen in 21 Ländern. Aviancas Drehkreuz ist Bogotá, von wo aus die meisten internationalen Flüge starten.[5] In Europa werden Madrid, Barcelona, London und München von Bogotá mit Boeing 787 aus angeflogen.

Avianca unterhält darüber hinaus Codeshare-Abkommen mit Air Canada, United Airlines, Aeromexico, Copa Airlines, TAME, Satena, Turkish Airlines, Iberia, Lufthansa, All Nippon Airways, Singapore Airlines, EVA Air und Etihad Airways.[6]

FlotteBearbeiten

Aktuelle FlotteBearbeiten

 
Airbus A319-100 der Avianca in Miami
 
ATR 72-600 der Avianca in Toulouse-Blagnac
 
Boeing 787-8 der Avianca in Madrid-Barajas

Die Avianca ist mit ihren Tochtergesellschaften der größte Airbus-Kunde in Südamerika. Mit Stand April 2019 besteht die Flotte der Avianca aus 176 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 5,5 Jahren:[7][8] Aufgrund eines sich verlangsamenden Fluggeschäfts wird Avianca Holdings den ursprünglichen Auftrag über den Kauf von 100 Flugzeugen des Herstellers Airbus neu aushandeln und um etwa die Hälfte zu reduzieren.[9]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[10][11] Anmerkungen Sitzplätze[12]
(Business/Economy)
Airbus A318-100 010 100 (12/88)
Airbus A319-100 026 10 mit Sharklets ausgestattet; N519AV in Star-Alliance-Sonderbemalung; 4 betrieben durch AeroGal und 8 durch TACA 120 (12/108)
Airbus A319neo 0 - offen -
Airbus A320-200 064 13 mit Sharklets ausgestattet; 6 in Star Alliance-Sonderbemalung; 5 betrieben durch AeroGal und 18 durch TACA 150 (12/138)
Airbus A320neo 2 - offen -
Airbus A321-200 013 9 mit Sharklets ausgestattet; 6 betrieben durch TACA 194 (12/182)
Airbus A321neo 00 02 MSN 7770 und MSN 7847, ausgeliefert 2017;[13] inaktiv 194 (12/182)
Airbus A330-200/F 013 Davon 5 in Frachtversion; 2 in Star Alliance-Sonderbemalung; 1 betrieben durch TACA 252 (30/222)
ATR 72-600 015 00 5 betrieben durch Avianca, 4 durch Avianca Guatemala 68 (-/68)
ATR 42-600 002 00 betrieben durch Isleña Airlines 48 (-/48)
Boeing 787-8 012 00 Erste Auslieferung am 18. Dezember 2014 250 (28/222)
Embraer 190 08 2 betrieben durch Lacsa und 6 durch TACA 96 (8/88)
Cessna 208 013 Turboprop-Zubringerflugzeug 14
Gesamt 176 ca. 83

Ehemalige FlugzeugtypenBearbeiten

 
Douglas DC-4

Früher flog die Gesellschaft u. a. auch:[14][15]

 
Lockheed L-1049G Super Constellation

ZwischenfälleBearbeiten

Bei Avianca kam es von 1946 bis Mai 2017 zu 40 Totalverlusten von Flugzeugen. Dabei kamen 955 Menschen ums Leben.[17] Beispiele:

  • Am 30. September 1975 musste die Besatzung einer Boeing 727-24C der Avianca, die einen Frachtflug von Bogotá nach Barranquilla durchführte, im ersten Landeanflug wegen schlechter Sichtverhältnisse ein Durchstartmanöver einleiten. Beim zweiten Landeanflug streifte die Maschine einen Kilometer vor der Landebahn Baumkronen, stürzte zu Boden und brach auseinander. Die vier Besatzungsmitglieder starben.[18]
  • Am 17. März 1988 wurde eine Boeing 727-21 der Avianca (HK-1716) im Steigflug nach dem Start von Cúcuta in den Berg El Espartillo geflogen (Controlled flight into Terrain (CFIT)). Auslöser für das Fliegen einer unerlaubten Abkürzung und die fehlende Orientierung waren selbst erzeugte Eile und die Anwesenheit eines extrem geschwätzigen weiteren Piloten, der als Passagier im Cockpit mitflog. Alle 136 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben (siehe auch Avianca-Flug 410).[19]
  • Am 27. November 1989 stürzte eine Boeing 727-21 der Avianca (HK-1803) auf dem Weg vom Flughafen Bogota nach Cali etwa 16 Kilometer südwestlich des Startflughafens nach einer Bombenexplosion ab. Bei dem Anschlag im Auftrag des Drogenbarons Pablo Escobar kamen alle 107 Insassen ums Leben. Zudem wurden drei weitere Personen am Boden durch Trümmerteile getötet (siehe auch Avianca-Flug 203).[20]
  • Am 25. Januar 1990 stürzte eine Boeing 707-300 der Avianca (HK-2016) in der Nähe von New York City infolge von Treibstoffmangel ab, nachdem die Maschine von der Flugsicherung wegen schlechten Wetters mehr als eine Stunde in Warteschleifen verwiesen worden war. Von den 158 (davon 9 Besatzung) Menschen an Bord starben 73 (siehe auch Avianca-Flug 052).

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Avianca – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Avianca en números, abgerufen am 17. Mai 2019.
  2. Webpräsenz der Avianca Holdings S.A.
  3. aero.de - Avianca-TACA und Copa Airlines treten Star Alliance bei 11. November 2010
  4. Facts and Figures staralliance.com, abgerufen am 20. April 2018 (englisch)
  5. Our destinations avianca.com, abgerufen am 16. Juni 2017
  6. Air Partners avianca.com, abgerufen am 21. Dezember 2017 (englisch)
  7. Awards – Featured Acknowledgments avianca.com, abgerufen am 19. April 2019
  8. Our Fleet avianca.com, abgerufen am 19. April 2019 (englisch)
  9. eltimepo.com. Abgerufen am 11. Dezember 2018 (spanisch)
  10. Airbus - Orders & Deliveries (englisch), abgerufen am 2. Oktober 2017
  11. Boeing - Orders and Deliveries (englisch), abgerufen am 2. Oktober 2017
  12. avianca.com - Our Fleet (englisch), abgerufen am 2. Oktober 2017
  13. Ch-aviation – Avianca adds maiden A321neo (englisch), abgerufen am 2. Oktober 2017
  14. Davies, R.E.G., Airlines of Latin America since 1919, London 1984, S. 632–634
  15. Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Zürich-Airport 1967–2007.
  16. Fokker 100 Flotten-Liste – Ehemalige Betreiber fokker-aircraft.info, abgerufen am 29. März 2019 (englisch)
  17. Unfallstatistik Avianca, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Juni 2017.
  18. Flugunfallbericht B-727-24C, HK-1272, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. Februar 2019.
  19. Unfallbericht B-727-21 HK-1716, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. Februar 2019.
  20. Unfallbericht B-727-100 HK-1803, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. Februar 2019.