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Łukasz Piszczek

polnischer Fußballspieler

Łukasz Piszczek [ˈwukaʃ ˈpiʃtʃɛk] (* 3. Juni 1985 in Czechowice-Dziedzice) ist ein polnischer Fußballspieler. Mit 292 absolvierten Spielen ist der ehemalige Nationalspieler mit Stand vom Saisonende 2018/19 der Pole mit den meisten Bundesliga-Partien.[1]

Łukasz Piszczek
Łukasz Piszczek 2014.jpg
Łukasz Piszczek (2014)
Personalia
Geburtstag 3. Juni 1985 (34 Jahre)
Geburtsort Czechowice-DziedzicePolen
Größe 184 cm
Position Abwehr, Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1992–2001 LKS Goczałkowice-Zdrój
2001–2004 Gwarek Zabrze
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2004–2010 Hertha BSC 68 0(3)
2004–2007 → Zagłębie Lubin (Leihe) 69 (14)
2009 Hertha BSC II 3 0(5)
2010– Borussia Dortmund 232 (15)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2005 Polen U-20 1 0(0)
2007–2018 Polen 65 0(3)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 2. November 2019

2 Stand: 28. Juni 2018

KarriereBearbeiten

VereineBearbeiten

Łukasz Piszczek wurde 1985 in Czechowice-Dziedzice in der Woiwodschaft Katowice geboren und begann im Alter von sieben Jahren bei LKS Goczałkowice-Zdrój, wo sein Vater Trainer war, mit dem Fußballspielen.[2] 2001 wechselte er in die Jugendabteilung von Gwarek Zabrze und wurde 2003 polnischer A-Jugend-Meister.

 
Piszczek im Trikot der Hertha (2009)

Zu dieser Zeit wurden die Verantwortlichen von Hertha BSC auf Piszczek aufmerksam und verpflichteten ihn im Jahr 2004. Die Berliner liehen ihn zur Saison 2004/05 zunächst an den polnischen Erstligisten Zagłębie Lubin aus, bei dem er sich mit der Zeit zum Stammspieler entwickelte.

2006 erreichte Piszczek mit dem Team das Finale um den nationalen Pokal, verlor dort aber gegen Wisła Płock mit 2:3[3] und 1:3.[4] Er kam dabei in beiden Partien zum Einsatz. Mit Zagłębie Lubin gewann er 2007 die polnische Meisterschaft. Für den Klub war es der zweite Meistertitel. Zur Saison 2007/08 kehrte Piszczek nach Berlin zurück.

Er kam bei Hertha sowohl als Stürmer als auch auf der linken Außenbahn im Mittelfeld zum Einsatz. In der Saison 2007/08 absolvierte er zwölf Partien von Beginn an, in zwölf weiteren wurde er eingewechselt. Sein Debüt gab er am ersten Spieltag der Spielzeit am 11. August 2008 im Spiel gegen Eintracht Frankfurt in der Startformation. Am 30. Spieltag erzielte er seinen ersten Bundesligatreffer beim 2:2 gegen Hannover 96. In der folgenden Spielzeit war Piszczek längere Zeit verletzt und kam auf insgesamt 13 Einsätze. Am Ende der Saison wurde er von Trainer Lucien Favre mehrmals als rechter Verteidiger eingesetzt.[5] In der Saison 2009/10 gehörte er neben Torhüter Jaroslav Drobný, Kapitän Arne Friedrich, und den Brasilianern Cicero und Raffael zum Stammpersonal der Berliner.

Zur Saison 2010/11 verließ Piszczek die in die 2. Liga abgestiegene Hertha und wechselte ablösefrei zu Borussia Dortmund.[6] Hier entwickelte er sich durch eine Verletzung des Stamm-Rechtsverteidigers Patrick Owomoyela bald zur festen Größe auf dieser Position und zu einem der offensivstärksten Außenverteidiger der Bundesliga. Mit der Borussia wurde er in der Saison 2010/11 und in der Saison 2011/12 Deutscher Meister.

Seinen ursprünglich 2019 auslaufenden Vertrag beim BVB verlängerte Piszczek am 13. März 2018 um ein weiteres Jahr bis zum Ende der Saison 2019/20. Zum Vertragsende will er seine Karriere beenden.[7]

Beim 0:0 gegen den FC Brügge am 28. November 2018 zog Łukasz Piszczek mit seinem 45. Einsatz in der UEFA Champions League am bisherigen Dortmunder Rekordhalter Stefan Reuter (44 Einsätze) vorbei.[8]

Im August 2019 gewann Piszczek seinen siebten Titel mit dem Verein, als der Doublesieger der Vorsaison, der FC Bayern München, mit 2:0 im DFL-Supercup besiegt wurde.[9] Beim 3:0 über den VfL Wolfsburg am 10. Spieltag der Saison 2019/20 absolvierte der Pole ebenso wie sein Landsmann und ehemaliger Mitspieler Robert Lewandowski sein 300. Bundesligaspiel.[10]

NationalmannschaftBearbeiten

 
Piszczek in der Nationalmannschaft

Am 3. Februar 2007 gab Łukasz Piszczek gegen Estland sein Debüt für die polnische A-Nationalmannschaft. Wenige Tage vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft 2008 rückte er an Stelle von Jakub Błaszczykowski, der aufgrund einer Oberschenkelverletzung im Training ausfiel, in den Kader der polnischen Nationalmannschaft nach. Er kam in der ersten Partie gegen Deutschland als Einwechselspieler zum Einsatz, fiel anschließend allerdings auf Grund einer Verletzung aus.

Im selben Jahr machte er noch zwei Spiele in der WM-Qualifikation, dann fiel er aufgrund mehrerer Verletzungen aus dem Kader und wurde erst 2010 wieder berücksichtigt. Schnell spielte er sich wieder in die Stammmannschaft und bei der Europameisterschaft 2012 im eigenen Land war er in allen drei Spielen als rechter Verteidiger gesetzt. 2013 stoppte ihn dann erneut eine langwierige Verletzung. Bei seiner Rückkehr ins Team am 5. März 2014 im Freundschaftsspiel gegen Schottland übernahm er einmalig die Kapitänsbinde.

In der erfolgreichen Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich bestritt Piszczek 7 der 10 Pflichtspiele und wurde danach ins EM-Aufgebot Polens aufgenommen und gehörte in den ersten beiden Spielen gegen Nordirland und gegen Deutschland zur Stammelf. Nachdem sich das Team vorzeitig für die K.-o.-Runden qualifiziert hatte, blieb er im letzten Gruppenspiel auf der Bank. Im Achtel- und Viertelfinale spielte er dann aber wieder jeweils über volle 120 Minuten. Gegen die Schweiz kam Polen im Elfmeterschießen weiter, gegen Portugal schied die Mannschaft im Elfmeterschießen aus. Das verlorene Viertelfinale war das 50. Länderspiel in Piszczeks Karriere.

Bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland gehörte er zum polnischen Aufgebot. Er wurde in zwei Gruppenspielen eingesetzt und schied mit der Mannschaft nach der Gruppenphase aus. Als Konsequenz daraus trat er im August 2018 aus der Nationalmannschaft zurück.[11]

Beteiligung an SpielmanipulationenBearbeiten

Im letzten Spiel der Saison 2005/06 benötigte Lubin bei Cracovia Krakau ein Unentschieden, um sich für den UEFA-Cup zu qualifizieren. Deshalb hatte die Mannschaft ein 0:0 für rund 25.000 Euro erkauft. Piszczek zeigte sich wegen seiner Beteiligung vier Jahre später bei der Staatsanwaltschaft in Breslau selbst an.[12] Im Juni 2011 verurteilte ihn das Bezirksgericht in Breslau hierfür zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung und einer Geldstrafe von rund 25.000 Euro.[13]

ErfolgeBearbeiten

VereinsmannschaftenBearbeiten

Zagłębie Lubin
Borussia Dortmund

NationalmannschaftBearbeiten

Polen

AuszeichnungenBearbeiten

SpielweiseBearbeiten

Piszczek ist einer der Ersten, die als „komplette“ Verteidiger bezeichnet wurden.[14] Beinahe alle seiner Einsätze absolvierte der Pole auf der rechten defensiven Außenbahn, auf der er neben seinen Qualitäten im Stoppen von Flügelspielern auch selbst als solcher spielen kann. Mit Stand vom Saisonende 2018/19 konnte er so 60 Treffer seiner jeweiligen Mannschaftskollegen vorbereiten.

SonstigesBearbeiten

Im Sommer 2019 wurde seine BVB-Akademie Lukasz Piszczek genannte Kinder- und Jugendfußballschule in Goczałkowice-Zdrój, wo er aufwuchs, eröffnet. Sie ist ein Kooperationsprojekt seines Vereins Borussia Dortmund und seiner eigenen Stiftung.[15][16]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Łukasz Piszczek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Borussia Dortmund star Lukasz Piszczek set for Polish Bundesliga record - bundesliga.com. Abgerufen am 26. August 2017 (englisch).
  2. Łukasz Piszczek: szczęście w roli głębokiego zmiennika, http://katowice.gazeta.pl vom 6. Juni 2008
  3. Hinspiel polnischer Pokal 2006
  4. Rückspiel polnischer Pokal 2006
  5. Piszczek blüht auf – und will bleiben. "Wir sind schon sehr weit"; 18. Januar 2009
  6. BVB verpflichtet Lukas Piszczek - Ruhrnachrichten.de (vom 19. Mai 2010)
  7. Lukasz Piszczek: Für immer BVB! BVB.de, abgerufen am 13. März 2018
  8. BVB: Lukasz Piszczek nun alleiniger Champions-League-Rekordspieler von Borussia Dortmund, goal.com, abgerufen am 28. November 2018
  9. Dortmund gewinnt Supercup gegen Bayern München, spiegel.de, abgerufen am 3. August 2019
  10. Lukasz Piszczek feiert gegen VfL Wolfsburg 300. Spiel – Stadionsprecher sorgt für Lacher, wa.de, abgerufen am 3. November 2019
  11. Dortmund's Lukasz Piszczek retires from Poland duty, espn.com, abgerufen am 29. August 2018 (englisch)
  12. Sport kompakt. In: Süddeutsche Zeitung. 27. Januar 2011, abgerufen am 12. April 2018.
  13. Bewährungsstrafe für Piszczek, sport1.de vom 27. Juni 2011 (abgerufen am 27. Juni 2011)
  14. How Lukasz Piszczek has Contributed to Borussia Dortmund’s Success this Season, fearthewall.com, abgerufen am 20. September 2019 (englisch)
  15. Piszczeks großes Herzensprojekt hilft auch dem BVB, kicker.de, abgerufen am 20. März 2019
  16. BVB-Fußballakademie expandiert in die USA: Partnerschaften an sechs verschiedenen Standorten, ruhr24.de, abgerufen am 9. Oktober 2019