Der TuS Ferndorf e. V. ist ein Sportverein aus dem nordrhein-westfälischen Kreuztal-Ferndorf. Er wurde im Jahre 1888 gegründet.

TuS Ferndorf
TuS Ferndorf
Voller Name Turn- und Sportverein Ferndorf e. V.
Gegründet 1888
Vereinsfarben Rot-Weiß
Halle Dreifachhalle Stählerwiese
Plätze 1500
Trainer Robert Andersson
Liga 2. Handball-Bundesliga
2020/21
Rang 14. Platz
Website tus-ferndorf.de
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
National Westdeutscher Meister (Feldhandball) 1970, 1972

Westfalenmeister (Feldhandball) 1968, 1969
Westfalenmeister (Hallenhandball) 2008
Staffelsieger 3. Liga West 2011, 2012, 2015, 2018

Die mehr als 1500 Mitglieder betreiben überwiegend Breitensport. Vor allem im Handball, aber auch in der Leichtathletik sowie im Tennis und Tischtennis wird auch Leistungssport betrieben.

HandballBearbeiten

Die bedeutendste Abteilung stellen die Handballer. Derzeit gibt es dort drei Herren-, eine Damen- und neun Jugendmannschaften. Die erste Herrenmannschaft spielt seit dem Aufstieg aus der 3. Liga in der Saison 2017/18 in der 2. Liga. Die zweite Mannschaft spielt in der Saison 2019/20 in der viertklassigen Oberliga Westfalen. Die Heimspiele finden in der Dreifachhalle Stählerwiese des Schulzentrums Kreuztal statt, die regulär 600 Sitz- und über 400 Stehplätze bietet; bei den Spitzenspielen werden bis zu 1200 Zuschauer gezählt. Weiterhin nutzt der TuS Ferndorf die Zweifachhalle in Kreuztal mit 200 Sitzplätzen und eine kleine Sporthalle in Ferndorf. Die Dreifachhalle Stählerwiese wurde im Sommer 2020 ausgebaut. Es wurde eine neue Tribüne mit ca. 320 Sitzplätzen errichtet.[1]

FeldhandballBearbeiten

Bereits in den 1950er-Jahren gehörte der TuS für einige Jahre der Oberliga Westfalen als der damals höchsten Spielklasse an. Mit dem letzten Aufstieg 1963 etablierte sich die Mannschaft dort, verpasste 1966 jedoch klar die Qualifikation zur neu eingeführten Bundesliga. 1968 und 1969 verpassten die Kreuztaler jeweils als Westfalenmeister zwei Mal den Aufstieg über die Westdeutsche Meisterschaft, qualifizierten sich aber für die ab 1970 eingeführte Regionalliga West. Von dort gelang gleich in der ersten Spielzeit als Westdeutscher Meister der Aufstieg in die Bundesliga. In der einzigen Bundesligasaison belegte der TuS mit nur sieben Punkten aus vierzehn Spielen den letzten Platz der Nordstaffel und stieg damit umgehend wieder ab. 1972 gelangen zwar erneut Staffelsieg und Meisterschaft in der Regionalliga West, jedoch war aufgrund der besonderen Regelungen anlässlich der Olympischen Spiele 1972 (bei denen Handball nur in der Halle gespielt wurde, sodass die Feldhandballsaison nur unter eingeschränkten Bedingungen und ohne Nationalspieler ausgetragen wurde) der Aufstieg in die Bundesliga ausgesetzt. 1973 wurde der TuS Ferndorf erneut Staffelsieger und anschließend Westdeutscher Vizemeister hinter dem TSV Altenhagen 03. Da die Bundesliga nach dieser Saison abgeschafft war, stieg niemand mehr dorthin auf. In der letzten Spielzeit der Feldhandball-Regionalliga West wurde der TuS Ferndorf 1975 ohne Punktverlust (24-0 Punkte) wiederum Staffelsieger, verpasste aber durch eine 20:27-Niederlage gegen den TuS Nettelstedt in der Westdeutschen Endrunde die Qualifikation zur letzten Deutschen Meisterschaft im Feldhandball.

Entwicklung seit 2011Bearbeiten

Im März 2011 wurde beschlossen, die erste Mannschaft aus haftungs- und finanztechnischen Gründen in eine Marketing-GmbH auszulagern. Die Mannschaft gewann 2011 die Staffel West der 3. Liga, hatte aber schon vorher bekanntgegeben, aus finanziellen Gründen nicht in der 2. Liga spielen zu wollen.[2] Die folgende Saison stand dann aber ganz im Zeichen der Aufstiegsvorbereitung.[3][4] Es gelang frühzeitig, den Etat mit Hilfe der Sponsoren für die nächste Saison um 35 % zu steigern. Nach der Saison 2012/2013 in der 2. Handball-Bundesliga stieg das Team in die 3. Liga ab.[5] 2015 erfolgte der Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga.

Nach zwei Spielzeiten in der 2. Bundesliga stieg die Mannschaft am Ende der Saison 2016/2017 wieder in die 3. Liga West ab.

Im DHB-Pokal erreichte der Verein in der Spielzeit 2017/18 erstmals das Achtelfinale. Das Heimspiel gegen den Deutschen Meister Rhein-Neckar-Löwen wurde am 18. Oktober 2017 in der Schwalbe-Arena in Gummersbach ausgetragen. Dort erreichte man mit rund 3500 Zuschauern mehr Besuch als in der heimischen Sporthalle in Kreuztal möglich gewesen wäre. Ferndorf unterlag 24:28. Zuvor hatte man in der ersten Runde des Turniers mit Bundesligist GWD Minden und Zweitligist TV Emsdetten zwei höherklassige Mannschaften ausgeschaltet.

Die Saison 2017/18 beendete man mit 59:1 Punkten als Meister und schaffte somit den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Erst am letzten Spieltag gab es mit einem 18:18 Unentschieden gegen die SG Schalksmühle-Halver den ersten Punktverlust der Saison. Die Hinrunde der 2. Handball-Bundesliga 2018/19 beendete der TuS mit 12 Siegen aus 19 Spielen als bester Aufsteiger seit vier Jahren. Fünf Spieltage vor Saisonende schaffte der TuS den vorzeitigen Klassenerhalt.

Zur Saison 2019/20 erhöht sich der Etat der Spielbetriebs-GmbH von 830.000 € auf 950.000 €, womit man jedoch immer noch deutlich unter dem Ligadurchschnitt liegt.[6] Am 7. November 2019 kam es am 11. Spieltag der Saison 2019/20 erstmals in der Geschichte des Vereins zum Derby in einem Pflichtspiel gegen den VfL Gummersbach, welcher in der Vorsaison erstmals aus der Bundesliga abgestiegen war. Gummersbach gewann in eigener Halle mit 19:18. Im November 2019 wurde angekündigt, dass der seit 2015 als Cheftrainer tätige Michael Lerscht den Verein nach der Saison zum Ligakonkurrenten ASV Hamm 04/69 Handball verlassen werde.[7] Mit Robert Andersson wurde für die Saison 2020/21 ein Nachfolger verpflichtet.[8] Die aufgrund der COVID-19-Pandemie abgebrochene Saison 2019/20 beendete der TuS nach Quotientenregelung auf Platz 9[9] und konnte damit erstmals in der Vereinsgeschichte zwei Mal in Folge die Klasse in der 2. Handball-Bundesliga halten.

HandballabteilungBearbeiten

Die zweite Mannschaft des TuS Ferndorf schaffte in der Saison 2017/18 den Klassenerhalt in der viertklassigen Oberliga Westfalen. Damit begingen die „Youngsters“ in der Saison 2018/19 nach der Saison 2015/16 ihre dritte Spielzeit in der Oberliga, in der die 1. Mannschaft bis 2008 noch selbst spielte. In der Saison 2018/2019 wiederholte das Reserve-Team seinen Überraschungserfolg aus dem Vorjahr und blieb weiterhin viertklassig.

Die Damenmannschaft spielt in der Saison 2019/20 in der Bezirksliga Südwestfalen.

Die A-Jugend des Vereins nahm seit der Saison 2011/12 vier Mal an der A-Jugend-Bundesliga teil.[10]

Saisonbilanzen seit 2001Bearbeiten

 
Spiel in der „Stählerwiese“
Saison Spielklasse Platz Sp S U N Tore Diff. Punkte
2001/02 Oberliga Westfalen 04 28 17 05 06 0827:0767 +060 39:17
2002/03 Oberliga Westfalen 02 24 21 00 03 0750:0581 +169 42:06
2003/04 Oberliga Westfalen 02 24 18 03 03 0778:0672 +106 39:09
2004/05 Oberliga Westfalen 05 26 16 03 07 0798:0736 +062 35:17
2005/06 Oberliga Westfalen 06 26 13 04 09 0782:0736 +046 30:22
2006/07 Oberliga Westfalen 03 26 18 02 06 0882:0774 +108 38:14
2007/08 Oberliga Westfalen 01 26 24 00 02 0989:0814 +175 48:04
2008/09 Regionalliga West 05 30 18 02 10 1088:1011 +077 38:22
2009/10 Regionalliga West 07 30 15 03 12 1047:0979 +068 33:27
2010/11 3. Liga West* 01 30 20 05 05 0950:0819 +131 45:15
2011/12 3. Liga West 01 30 21 05 04 0896:0784 +112 47:13
2012/13 2. Handball-Bundesliga 19 36 07 03 26 0985:1114 −129 17:55
2013/14 3. Liga West 02 30 23 01 06 0941:0829 +112 47:13
2014/15 3. Liga West 01 30 28 00 02 0990:0755 +235 56:04
2015/16 2. Handball-Bundesliga 17 40 12 06 22 1032:1121 089 30:50
2016/17 2. Handball-Bundesliga 18 38 09 04 25 0927:1021 094 22:54
2017/18 3. Liga West 01 30 29 01 00 0881:0620 +261 59:01
2018/19 2. Handball-Bundesliga 08 38 18 05 15 0971:0951 +020 41:35
2019/20 2. Handball-Bundesliga** 9 24 11 3 10 594: 606 011 25:23
2020/21 2. Handball-Bundesliga 14 36 14 3 19 890: 896 006 31:41
Aufstieg
Abstieg

* Verzicht auf Aufstieg aus finanziellen Gründen

** Saison aufgrund der COVID-19-Pandemie nach dem 24. Spieltag abgebrochen.

Kader der Saison 2021/22Bearbeiten

Nr. Nat. Name Position Geburtsdatum Größe Im Verein seit Letzter Verein
12 Deutschland  Lucas Puhl Tor 2. Juli 1992 1,91 m 2014 VfL Gummersbach
16 Deutschland  Tim Hottgenroth Tor 21. Februar 1998 1,92 m 2018 TuS 04 Kaiserslautern-Dansenberg
03 Bosnien und Herzegowina  Josip Ereš Rechtsaußen 19. März 1995 1,89 m 2020 RK Zagreb
05 Deutschland  Jonas Faulenbach Rückraum links 4. November 1989 1,92 m 2017 HG Saarlouis
09 Deutschland  Simon Strakeljahn Rückraum Mitte 12. Januar 1999 1,90 m 2021 GWD Minden
11 Deutschland  Lucas Schneider Rückraum Rechts 25. August 1995 1,88 m 2015 GWD Minden
14 Deutschland  Jörn Persson Rückraum Mitte 31. Oktober 2000 1,84 m 2021 Dessau-Roßlauer HV
17 Deutschland  Mattis Michel Kreis 13. März 1998 1,89 m eigene Jugend
21 Deutschland  Kim Voss-Fels Rückraum Rechts 20. September 1997 2,00 m 2021 VfL Eintracht Hagen
24 Deutschland  Linus Michel Rückraum Mitte 2. Juni 1999 1,84 m eigene Jugend
25 Deutschland  Lukas Siegler Rückraum Links 14. Januar 1997 1,87 m 2021 DJK Rimpar
27 Deutschland  Julian Schneider Rückraum Mitte 30. August 1992 1,90 m 1999 eigene Jugend
29 Deutschland  Andreas Bornemann Rückraum Rechts 31. Januar 1995 1,95 m 2019 VfL Eintracht Hagen
31 Deutschland  Tim Rüdiger Rechtsaußen 9. Juli 1998 1,70 m 2019 HSG Wetzlar
34 Kroatien  Branimir Koloper Kreis 31. Oktober 1985 1,96 m 2017 TuS N-Lübbecke
35 Niederlande  Rutger ten Velde Linksaußen 5. März 1997 1,79 m 2021 Wilhelmshavener HV
47 Deutschland  Niklas Diebel Rückraum Links 2. September 1998 1,95 m 2021 HBW Balingen-Weilstetten
73 Deutschland /Kroatien  Valentino Duvančić Kreis 8. Dezember 2001 1,96 m 2021 HC Erlangen

Abgänge 2021/22Bearbeiten

Zugänge 2021/22Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Neue Tribüne in der SPH Stählerwiese für den TuS Ferndorf. In: Dr. Ing. Henne. 29. Oktober 2020, abgerufen am 22. September 2021 (deutsch).
  2. Pressemitteilung des TuS Ferndorf, 1. Mai 2011 (Memento vom 8. Mai 2011 im Internet Archive)
  3. Lizenz beantragt (Memento vom 25. April 2012 im Internet Archive)
  4. Pressekonferenz zum Thema 2. Liga (Memento vom 11. Mai 2012 im Internet Archive)
  5. „Ferndorf ist abgestiegen“, www.zweitewelle.de, 26. Mai 2013 (Memento vom 8. Januar 2016 im Internet Archive)
  6. Lutz Großmann: Der Traum von der Siegerland-Arena. 7. Juni 2019, abgerufen am 13. Juni 2019 (deutsch).
  7. Michael Lerscht verlässt TuS Ferndorf zum Saisonende. In: TuS Ferndorf. 18. November 2019, abgerufen am 18. November 2019.
  8. TuS Ferndorf: Schwede Robert Andersson wird neuer Trainer. 11. Februar 2020, abgerufen am 16. Februar 2020.
  9. Gesamt-Tabelle | 2. HBL Saison 19/20 | LIQUI MOLY HBL. Abgerufen am 23. April 2020.
  10. A-Jugend des TuS erstligareif
  11. handball-world.news: "Torbens Karriereaufbau ist gut durchdacht": Füchse-Talent Matzken wechselt über das Siegerland in die Schweiz, abgerufen am 13. Juli 2020
  12. handball-world.news: TV Großwallstadt sichert sich "Wunschspieler" für den Kreis, abgerufen am 4. Mai 2021
  13. handball-world.news: Ex-Ferndorfer Marin Durica verstärkt den HSC Suhr Aarau bis Jahresende, abgerufen am 1. Oktober 2021
  14. handball-world.news: HC Eintracht Hildesheim verpflichtet Spanier aus der 2. HBL, abgerufen am 29. Juni 2021
  15. a b handball-world.news: TuS Ferndorf verpflichtet Kreisläufertalent und vermeldet fünf Abgänge, abgerufen am 16. Juni 2021
  16. allgemeine-zeitung.de: Saulheim-Rückkehrer Patrick Weber dämpft die Erwartungen, abgerufen am 17. August 2021
  17. handball-world.news: Zweitligist TuS Ferndorf verpflichtet Spielmacher aus der Liqui Moly HBL, abgerufen am 2. März 2021
  18. handball-world.news: TuS Ferndorf verpflichtet Linkshänder aus der 3. Liga, abgerufen am 4. März 2021
  19. handball-world.news: TuS Ferndorf verpflichtet Rückraumspieler aus Rimpar, abgerufen am 19. Mai 2021
  20. handball-world.news: TuS Ferndorf verpflichtet Jörn Persson aus Dessau, abgerufen am 28. Mai 2021
  21. handball-world.news: Wer kommt im Sommer - und wer geht? Die Wechselbörse der 2. Männer-Bundesliga, abgerufen am 30. Juni 2021
  22. handball-world.news: TuS Ferndorf holt Rutger ten Velde für Linksaußen, abgerufen am 1. Juli 2021