Hauptmenü öffnen

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde besteht aus zwei Ortschaften, dem grösseren Sutz, sowie dem kleineren Lattrigen. Sutz-Lattrigen liegt fünf Kilometer von Biel entfernt am Südufer des Bielersees zwischen den Gemeinden Ipsach und Mörigen. Die Gemeinde verfügt mit 3,5 km über den längsten Seeanstoss aller Bielerseegemeinden. Das Ortsbild wird auch geprägt von seiner Landwirtschaft mit Schwergewicht Obst- und Ackerbau und von einem kompakten Wald.

BevölkerungBearbeiten

SprachenBearbeiten

94 % der Einwohner sprechen Deutsch und 4 % Französisch.

Religionen, KonfessionenBearbeiten

Über 58 % der Einwohner gehören der Reformierten Kirche und rund 16 % der römisch-katholischen Kirche an. 26 % der Einwohner sind konfessionslos oder gehören einer anderen Glaubensgemeinschaft an.

Herkunft, NationalitätBearbeiten

Der Ausländeranteil liegt bei 7.5 %. 2 % stammen aus Deutschland und je etwa 3 % aus Italien, Kosovo oder Spanien.

Demographie, ZivilstandBearbeiten

Der Anteil an Frauen (53 %) ist leicht höher als derjenige der Männer (47 %). Das Durchschnittsalter beträgt 42 Jahre. 41 % der Einwohner sind ledig, 45 % verheiratet, 9 % geschieden und etwa 5 % verwitwet.

WohnenBearbeiten

In den rd 681 Privathaushalten leben im Durchschnitt rund 2 Personen. Die Wohndichte (Bewohner pro Wohnraum) liegt bei 0,57. Die Wohneigentumsquote beträgt etwa 55 %.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1900 400
1950 589
1960 621
1970 756
1980 813
1990 949
2000 1174
2010 1350
2015 1421
2016 1413

PolitikBearbeiten

Die Legislative in Sutz-Lattrigen wird von der Gemeindeversammlung wahrgenommen, welche pro Jahr zweimal ordentlich einberufen wird.

Fünf Mitglieder des Gemeinderates bilden die Exekutive der Gemeinde Sutz-Lattrigen. Jeder Gemeinderat führt dabei ein Ressort (Finanzen&Steuern und Kultur, Bau&Planung, Bildung, Schutz und Rettung, Soziales). Dem Gemeinderat steht der Gemeindepräsident vor, zur Zeit Daniel Kopp (OV – Ortsvereinigung, Stand 2017).

Die Wähleranteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2015 betrugen: SVP 30.4 %, SP 16.8 %, BDP 14.1 %, FDP 10.1 %, GPS 9.3 %, glp 8.4 %, EVP 5.2 %, EDU 2.0 %, SD 1.1 %, CVP 1.1 %, Piraten 1.0 %.[3]

WirtschaftBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde Sutz-Lattrigen liegt an der Kantonsstrasse 237.1 Nidau – Täuffelen – Ins. Durch Sutz-Lattrigen führt die Nationale Veloroute Nr. 5 (Mittelland-Route)[4] sowie die Nationale Skatingroute Nr. 3 (Romanshorn – Neuchâtel – Estavayer-le-Lac).[5] Eine Bahnverbindung der Gesellschaft Aare Seeland mobil verbindet die Gemeinden zwischen Biel und Ins. Es gibt eine Haltestelle in Sutz und eine in Lattrigen.[6]

BetriebeBearbeiten

Sutz-Lattrigen zählt rund 70 Klein- und Mittelbetriebe mit insgesamt rund 400 Beschäftigten. Der Anteil an Betrieben im ersten Sektor (Urproduktion) liegt bei rund 20 % mit 10 % der Beschäftigten. Der zweite Sektor (Industrie Sektor) zählt anteilsmässig auch weitere rund 20 %, aber mit einem Beschäftigungsanteil von rund 40 %. Im dritten Sektor (Dienstleistungssektor) befinden sich rund 60 % aller Betriebe mit einem Anteil an Beschäftigten von rund 50 %.

GeschichteBearbeiten

Die Anfänge der Gemeinde Sutz-Lattrigen reichen bis in die Pfahlbauerzeit zurück. Zahlreiche Funde von Gegenständen aller Art bezeugen, dass bereits in frühen Zeiten grosse Pfahlbausiedlungen bestanden. Aus der Römerzeit und dem frühen Mittelalter ist über Sutz-Lattrigen wenig bekannt. Der Ortsname erscheint urkundlich erstmals zum beginnenden 13. Jahrhundert. Im 13./14. Jahrhundert zählten die Edelknechte von Sutz zu den ersten Ministerialen der Grafen von Neuenburg-Nidau. 1388–1393 wurde Sutz-Lattrigen mit Nidau an Bern zugeschlagen. Die beiden Siedlungen Sutz und Lattrigen pflegten bis zum Bau der neuen Verkehrswege im 19. Jahrhundert enge Kontakte mit den Dörfern am Nordufer des Bielersees und betrieben Handel mit diesen. So war der Hafen von Lattrigen ein beachtlicher Umschlagplatz für den Wein, der nach Bern verfrachtet wurde.

WappenBearbeiten

Das Wappen von Sutz-Lattrigen entstand kurz vor 1907 und wurde 1945 vom Kanton anerkannt. Es beinhaltet in rot ein silberner Anker, begleitet von zwei goldenen Sternen. Der Anker weist auf die Schifffahrt hin, die zwei Sterne auf die beiden Siedlungen Sutz und Lattrigen, welche sich zur Gemeinde Sutz-Lattrigen zusammengeschlossen haben.

Kunst, KulturBearbeiten

 
Reformierte Kirche Sutz
 
von Rütte-Gut in Sutz
 
Tauchplattform des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern beim von Rütte-Gut in Sutz
 
Ländte auch genannt Ziegelhütte oder Kornhaus in Lattrigen
 
Seeanstoss in Sutz
 
Schulhaus in Lattrigen

SchulenBearbeiten

Die Gemeinde Sutz-Lattrigen führt gemeinsam mit der Gemeinde Mörigen einen Kindergarten sowie die Primarschule mit Schülern bis zur 6. Klasse. Primarschüler der siebten bis neunten Klasse und Sekundarschüler besuchen das Oberstufenzentrum in Täuffelen.[7] Gymnasiasten von Sutz-Lattrigen gehen in Biel zur Schule.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Kirche in Sutz wurde 1228 erstmals erwähnt. Etwas oberhalb der Kirche findet sich das in den Jahren 1590–93 erstellte Pfarrhaus sowie die Pfrundscheune.[8]

Der Landsitz von Rütte-Gut bildet wohl die augenfälligste Sehenswürdigkeit in Sutz. Der zum Landsitz dazugehörende Park, in dem sich ein „Pavillon chinois“ befindet, ist öffentlich zugänglich.[9] Beim von Rütte-Gut befindet sich auch eine Tauchplattform des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern mit einer kleinen Ausstellung zu den Untersuchung der historischen Pfahlbausiedlungen.[10]

In Lattrigen befindet sich ein über 400-jähriges und damit älteste nicht-kirchliche Gebäude am Südufer des Bielersees. Das Ländtehaus (auch Ziegelhütte genannt) zeugt vom einstigen regen Austausch an Korn und Wein mit den Gemeinden des gegenüberliegenden Seeufers.

KunstBearbeiten

Der spanische Künstler Pepe España, der mit bürgerlichem Namen José Luis Jiménez España hiess, lebte und arbeitete über 30 Jahren in Lattrigen.[11]

KulturBearbeiten

Die Pfahlbausiedlungen am Bieerseeufer von Sutz-Lattrigen sind so bedeutend, dass sie 2011 zusammen mit 110 weiteren Fundstellen in 6 Alpenländern von der UNESCO in das Inventar des Weltkulturerbes aufgenommen wurden.

Freizeit, TourismusBearbeiten

Sutz-Lattrigen, mit freiem Blick auf den Bielersee und auf die Jurakette, bietet nebst seinen eigenen Schönheiten ideale Erholungsmöglichkeiten unter anderem auf einer der drei Badewiesen.

In den Sommermonaten prägt der Tourismus die Gemeinde. Der Campingplatz der Burgergemeinde im Ortsteil Sutz liegt direkt am See. Ein zweiter Campingplatz befindet sich in Lattrigen beim Lindenhof. Beide tragen zu einem belebten Sutz-Lattrigen bei.

Sutz-Lattrigen verfügt über zahlreiche Vereine.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Paul Aeschbacher: Stadt und Landvogtei Nidau. Verlag der Heimatkundekommission, Nidau 1929.
  • Albert Hafner, Eva Ruoff, Ingrid Ehrensberger: Sutz-Lattrigen. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 756, Serie 76). Hrsg. Gesellschaft für schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2004, ISBN 3-85782-756-4.
  • Albert Hafner: -3400, die Entwicklung der Bauerngesellschaften im 4. Jahrtausend v. Chr. am Bielersee aufgrund der Rettungsgrabungen von Nidau und Sutz-Lattrigen. Berner Lehrmittel- und Medienverlag, Bern 2000, ISBN 3-258-06272-2.
  • Albert Hafner: Lattrigen-VI-Riedstation / Siedlungsplan und Baugeschichte eines neolithischen Dorfes. Haupt Verlag, Bern 1993, ISBN 3-258-04789-8.
  • Ebbe H. Nielsen: Sutz-Rütte – Katalog der Alt- und Lesefunde der Station Sutz V. Staatlicher Lehrmittelverlag, Bern 1989, ISBN 3-908045-30-4; Lehrmittelverlag (Hauptverlag), ISBN 3-258-04985-8.
  • Daniel Wolf: Bauinventar der Gemeinde Sutz-Lattrigen. Denkmalpflege des Kantons Bern, Bern 2004.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Mitarbeiter: Gemeindesuche. Bevölkerung. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, archiviert vom Original am 30. Juli 2012; abgerufen am 28. August 2011 (Eingabe Sutz-Lattrigen).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch
  3. Wahlen 2015 : Resultate der Gemeinde Sutz-Lattrigen. Kanton Bern, abgerufen am 22. März 2016
  4. Nationale Veloroute Nr. 5 (Memento des Originals vom 11. Juli 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.veloland.ch (Mittelland - Route)
  5. Nationale Skatingroute Nr. 3 (Memento des Originals vom 10. Juli 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.skatingland.ch (Romanshorn - Neuchâtel - Estavayer-le-Lac)
  6. Aare Seeland mobil - Station Sutz, Station Lattrigen
  7. Oberstufenzentrum
  8. Kirche in Sutz
  9. Von Rütte-Gut
  10. Archäologischer Dienst des Kantons Bern
  11. pepeespana.ch: Pepe España / Pepeespaña - the website, Zugriff am 14. September 2011
  12. España, Pepe (Jimenez Espana, José Luis) - SIKART Lexikon und Datenbank. In: sikart.ch. Abgerufen am 5. Dezember 2012.