Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sustrum
Sustrum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sustrum hervorgehoben
Koordinaten: 52° 55′ N, 7° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Lathen
Höhe: 7 m ü. NHN
Fläche: 35,59 km2
Einwohner: 1349 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49762
Vorwahl: 05939
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 052
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Bürgermeister: Heinz-Hermann Hoppe (CDU)
Lage der Gemeinde Sustrum im Landkreis Emsland
NiederlandeLandkreis CloppenburgLandkreis Grafschaft BentheimLandkreis LeerLandkreis OsnabrückAndervenneBawinkelBeestenBockhorstBörgerBreddenbergDersumDörpenDohren (Emsland)EmsbürenEsterwegenFrerenFresenburgGeesteGerstenGroß BerßenHandrupHaren (Ems)HaselünneHeede (Emsland)HerzlakeHilkenbrookHüvenKlein BerßenKluse (Emsland)LähdenLahn (Hümmling)Langen (Emsland)LathenLehe (Emsland)Lengerich (Emsland)Lingen (Ems)LorupLünneLünneMeppenMessingenNeubörgerNeuleheNiederlangenOberlangenPapenburgRastdorfRenkenbergeRhede (Ems)SalzbergenSchapenSögelSpahnharrenstätteSpelleStavernSurwoldSustrumThuineTwist (Emsland)VreesWalchumWerlteWerpelohWettrupWippingenKarte
Über dieses Bild

Sustrum ist eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Lathen im Landkreis Emsland in Niedersachsen. Sie entstand am 1. Januar 1973 im Zuge einer Gebietsreform aus Sustrum, Neusustrum und Sustrum-Moor und ist eine der ältesten Siedlungen des Emslands.

Die Gemeinde hat mehr als 1300 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 35,59 Quadratkilometern. Der Verwaltungssitz befindet sich in der Gemeinde Lathen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Sustrum liegt westlich der Ems und reicht bis an die Grenze der Niederlande. Durch die Gemeinde zieht sich die Autobahn A 31 mit der Anschlussstelle Lathen.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinde Walchum in der Samtgemeinde Dörpen, im Osten die Gemeinde Kluse (Samtgemeinde Dörpen) und die Gemeinde Fresenburg, im Süden die Gemeinde Niederlangen und mit Rütenbrock die Stadt Haren.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Sustrum, Neusustrum und Sustrum-Moor.

Ortsteil SustrumBearbeiten

Das Dorf Sustrum wurde erstmals im 11. Jahrhundert in den Registern des Klosters Corvey erwähnt und zählt damit zu den ältesten Gemeinden des Emslandes und der Umgebung. Kirchlich war die Siedlung der Pfarrgemeinde Steinbild angegliedert, was für den Kirchbesuch den umständlichen und gefahrvollen Weg mit der Fähre über die Ems bedeutete. Obwohl mehrere Fährunglücke überliefert sind, kam es erst nach dem Fährunglück am 12. März 1920 zu konkreten Plänen zum Bau einer eigenen Kirche. Am 6. Dezember 1923 wurde die St. Nikolaus-Kirche eingeweiht, deren Konsekration 1927 erfolgte.[2]

Ortsteil NeusustrumBearbeiten

Neusustrum wurde am 17. August 1788 als Moorkolonie gegründet. Das Moorgebiet gehörte zur Markengemeinde Sustrum. Die ersten Siedler litten unter existenziellen Problemen, weil der kärgliche Boden kaum Ertrag abwarf und die Hauptnahrung aus Buchweizen bestand. Erst ab 1829 kam es zu Verbesserungen, als östlich der Siedlung ertragreichere Flächen hinzugekauft werden konnten und mit dem Roggenanbau begonnen wurde.[3]

Ortsteil Sustrum-MoorBearbeiten

Sustrum-Moor reicht im Westen bis an die niederländische Grenze und entstand in den 1930er Jahren im Rahmen der weiteren Moorkultivierung. Ab 1950 entstanden in dem Gebiet die ersten Wohnhäuser und eine Schule. 1959 wurde die Kirche eingeweiht, und 1969 wurde die Linksemsische Mittelpunktschule in Sustrum-Moor eröffnet.[4]

GeschichteBearbeiten

Urkundlich wurde Sustrum erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt und war im Lauf der Zeit unter den Bezeichnungen suhtram (12. Jahrhundert), zutgerum oder Zutzerem (1358) bekannt. Seit 1534 scheint der heutige Name üblich zu sein.[5]

1933 wurde auf dem Gebiet von Sustrum-Moor als drittes der insgesamt 15 Emslandlager das für 1000 so genannte politische Schutzhäftlinge ausgerichtete KZ Neusustrum eröffnet und ab 1934 als Strafgefangenenlager des Reichsjustizministeriums genutzt.[6] Unter anderem fand in diesem Lager der Sozialdemokrat und Demokrat Ludwig Pappenheim aus Eschwege am 4. Januar 1934 den Tod. Angeblich wurde er „auf der Flucht erschossen“. Auch nach dem Ende der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Täter nie belangt.[7]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1973 wurde im Zuge der Gebietsreform die Nachbargemeinde Neusustrum eingegliedert.[8]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Sustrumer Gemeinderat setzt sich aus elf Ratsmitgliedern zusammen.

  • CDU – 11 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

BürgermeisterBearbeiten

Heinz-Hermann Hoppe (CDU)

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde ist horizontal in der Mitte geteilt. Die gelbe untere Fläche und die rote obere Fläche überlappen sich wellenförmig. Vom Schildfuß erhebt sich eine Ähre, die von zwei Rohrkolben flankiert wird. In der rechten und linken unteren Ecke befindet sich jeweils ein rotes dreiblättriges Kleeblatt.

LiteraturBearbeiten

  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück: Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Werner Kaemling: Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
  • Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Christoph Oberthür, Franz Busche, Franz Barth, Heinrich Dünheuft: Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Hrsg.): Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)
  • Sustrum 2004: Beiträge zur Geschichte. Verlag Gemeinde Sustrum und Heimatverein Sustrum, Sustrum 2004
  • Bernd Faulenbach, Andrea Kaltofen (Hrsg.): „Hölle im Moor“. Die Emslandlager 1933–1945. Wallstein, Göttingen 2017, ISBN 978-3-8353-3137-2.

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Sustrum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien