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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Beesten
Beesten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Beesten hervorgehoben

Koordinaten: 52° 26′ N, 7° 30′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Freren
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 25,63 km2
Einwohner: 1592 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49832
Vorwahl: 05905
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 003
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 26
49832 Beesten
Bürgermeister: Werner Achteresch (CDU)
Lage der Gemeinde Beesten im Landkreis Emsland
NiederlandeLandkreis CloppenburgLandkreis Grafschaft BentheimLandkreis LeerLandkreis OsnabrückAndervenneBawinkelBeestenBockhorstBörgerBreddenbergDersumDörpenDohren (Emsland)EmsbürenEsterwegenFrerenFresenburgGeesteGerstenGroß BerßenHandrupHaren (Ems)HaselünneHeede (Emsland)HerzlakeHilkenbrookHüvenKlein BerßenKluse (Emsland)LähdenLahn (Hümmling)Langen (Emsland)LathenLehe (Emsland)Lengerich (Emsland)Lingen (Ems)LorupLünneLünneMeppenMessingenNeubörgerNeuleheNiederlangenOberlangenPapenburgRastdorfRenkenbergeRhede (Ems)SalzbergenSchapenSögelSpahnharrenstätteSpelleStavernSurwoldSustrumThuineTwist (Emsland)VreesWalchumWerlteWerpelohWettrupWippingenKarte
Über dieses Bild

Beesten ist eine Gemeinde im südlichen Landkreis Emsland und gehört zur Samtgemeinde Freren.

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde Beesten liegt im südlichen Emsland an der Großen Aa, etwa 16 Kilometer südöstlich von Lingen und 23 Kilometer nordwestlich von Ibbenbüren.

Nachbargemeinden sind Freren im Nordosten, Schapen im Südosten, Lünne im Süden und Westen sowie Messingen im Nordosten.

GeschichteBearbeiten

Beesten gehörte im Mittelalter zur Grafschaft Tecklenburg. Nach der Niederlage der Tecklenburger Grafen im Schmalkaldischen Krieg wurde Beesten 1548 ein Teil der Grafschaft Lingen. Unter König Friedrich I. wurde Beesten 1702 ein Teil von Preußen. Nach französischer Besatzungszeit unter Napoleon gelangte Beesten 1815 an das Königreich Hannover.

Namensherleitung und OrtsgeschichteBearbeiten

Dieser Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Der Ortschaft Beesten waren die Bauerschaften Schardingen und Talge-Wilsten angegliedert. Als älteste Höfe in Beesten gelten der Schultenhof in Wilsten, Beestermöller in Schardingen (früher Beester Möller = Besitzer einer Wassermühle), Meyer, Burrichter und Hamann. Eine Scheune des Bauern Hamann hieß in früherer Zeit Tennschüre (Zehntscheune). Hier mussten die Eigenhörigen ihre Abgaben (den Zehnten) entrichten.

Beesten (alt: Biastun, später Bestene). Namensherleitung nicht geklärt. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 890 im Heberegister des Klosters Werden. Der Ort gehörte damals zum Venkigau. Unter anderem lieferte Waldric 24 Scheffel Korn und 18 Denare, später Daghvelp 24 Scheffel Korn, den vollen Heerschilling und ein Quartier. Beesten hatte unter dem häufigen Wechsel der Herrschaft in der Grafschaft Lingen besonders zu leiden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg befand sich die Grafschaft Lingen für etliche Jahre unter holländischer/oranischer Herrschaft. So wurde 1800 der Unterricht in der Schule in niederländischer Sprache erteilt. Erst zwischen 1850 und 1860 wurde der Gebrauch des Niederländischen unüblich, und die niederländischen Schulbücher wurden durch deutsche ersetzt.

Aus Beesten kamen auch einige Tödden. Die Tödden waren Wanderkaufleute und Hausierer, die sich nach dem Dreißigjährigen Krieg, mit der Blütezeit im 18. Jahrhundert, aus Hollandgängern entwickelten und ihre Waren zunächst in den Niederlanden, später auch in den nordischen und baltischen Ländern anboten. Der Töddenhandel brachte den Heimatgemeinden einigen Wohlstand, was heute noch die Töddenhäuser mit ihren häufig aufwendig gestalteten Giebeln bezeugen. So steht im Ortskern von Beesten noch ein wunderschönes, altes Töddenhaus. Von den Tödden sind die normalen Hollandgänger zu unterscheiden, die sich in großer Zahl in den Niederlanden als Grasmäher, Torfstecher und Landarbeiter verdingten. Der Höhepunkt des Hollandgangs war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Schardingen. Das Bestimmungswort hat die Bedeutung: haarig, fellig, kratzend, rau; aus indogerm. -skar, -sker, über indogerm. -skars, vgl. germ. skarzon, mhd. scherren, ahd. scerran, altsächs. skerran; benennt einen Ort der Verehrung von Göttin oder Heros in einer Tiergestalt und verweist somit auf einen Kultplatz. Beispiel: Scharrel, Scharbeutz, Schortens. Das Grundwort -ingen ist eine Ortsnamenendung vorgeschichtlichen Ursprungs und geht auf eine siedelnde Sippe oder ganz allgemein auf eine Ansiedlung zurück.

Bei Talge-Wilsten, Wilsten (alt: Willeshadi, Willeshedi 1000; nach 1200 Willsetthen und Willsethen) Ableitung von dem Eigennamen Willo. Talge (alt: Tallage 1231). Wilsten wird um 1000 erstmals im Werdener Urbar als Teil des Venkigaus genannt.

AusgliederungenBearbeiten

Am 1. März 1974 wurde ein Gebiet mit damals etwa 100 Einwohnern an die Nachbargemeinde Lünne abgetreten.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Bei der Analyse der Einwohnerzahlen fällt eine starke Abnahme der Bevölkerung von 1800 bis 1900 auf. Diese Abnahme ist durch eine große Auswanderungswelle nach Amerika verursacht.

1800 1830 1880 1900 1925 1933 1939 1950 2005 2015
Beesten k. A. k. A. 744 720 910 948 1118 1310 k. A. k. A.
Talge-Wilsten k. A. k. A. 305 313 384 379 556 603 k. A. k. A.
gesamt 1700 1300 1049 1033 1294 1327 1647 1913 1695 1584

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Dem Gemeinderat gehören 11 Ratsfrauen und -herren an. Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2011 brachte 10 Sitze für die CDU und 1 Sitz für einen Einzelbewerber.[3]

Die Kommunalwahlen 2016 erbrachten keine Änderung der Sitzverteilung.[4]

BürgermeisterBearbeiten

Im November 2011 wurde Werner Achteresch zum Nachfolger von Hubert Meiners gewählt. Meiners hatte das Amt 15 Jahre bekleidet.[5] Achteresch wurde bei der Kommunalwahl am 11. September 2016 im Amt bestätigt. Seine Stellvertreter sind Tobias Schnier (CDU) und Ludger Garmann (CDU).

Bürgermeister der Gemeinde BeestenBearbeiten

In der seit 1965 bestehenden Gemeinde Beesten waren folgende Personen Bürgermeister:[6]

  • seit 2011 Werner Achteresch (CDU)
  • 1996–2011 Hubert Meiners (CDU)
  • 1980–1996 Karl Pengemann
  • 1965–1980 Ewald Beestemöller

Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Beesten-SchardingenBearbeiten

  • 1964–1965 Ewald Beestemöller
  • 1960–1964 Heinrich Veer
  • 1948–1960 August Pengemann
  • 1945–1948 Andreas Garmann
  • 1938–1945 Gregor Surmann
  • 1920–1938 Heinrich Schartmann
  • 1908–1920 Heinrich Weemeyer
  • 1901–1908 Hermann Kampel
  • 1895–1901 Hermann Surmann
  • 1889–1895 Hermann Kampel

Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Talge-WilstenBearbeiten

  • 1952–1965 Georg Meiners
  • 1946–1952 Franz Krone
  • 1933–1946 Bernhard Bunge
  • 1921–1933 August Herbers
  • 1908–1921 Georg Meiners

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Gold ein Sparren, von dessen unterem Rand vier gitterweise gelegte rote Schrägbalken, zwei rechte und zwei linke, zu den Seiten des Schildes gehen, im rechten Obereck ein sechsspeichiges, rotes Rad.“

Kirche St. ServatiusBearbeiten

Das Kirchspiel Beesten wurde um 1200 nach der Vereinigung des Ortes Beesten und der Bauerschaften Schardingen und Talge-Wilsten gebildet. Die anfangs kleine romanische Kirche in Ost-West-Ausrichtung wurde nach einer Gotisierung vor 1500 in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Ost- und Südrichtung erheblich vergrößert. Davon zeugen heute noch zwei Sterngewölbe, ein Chor mit polygonalem Gewölbe und gotische Fenster mit Fischblasenmaßwerk.

Nach einer zeitweiligen Schließung der dem Heiligen Servatius geweihten Kirche (Verbot der Ausübung der katholischen Religion auf dem Gebiet der Grafschaft Lingen ab 1674) übernahmen reformierte Bewohner das Kirchengebäude. Ab 1825 durften die Katholiken die Kirche wieder mitbenutzen. Während der bis 1857 andauernden Simultanzeit wurde der Hochaltar im Empirestil gefertigt. Er birgt Reliquien des Heiligen Simplicius und der Gefährten der Heiligen Ursula.

Da die weiter wachsende, fast ausschließlich katholische Bevölkerung in der kleinen Kirche kaum noch Platz hatte, wurde im Jahre 1874 der alte Turm aus dem Mittelalter abgerissen, die Kirche durch ein weiteres Gewölbe in Westrichtung erweitert und ein neuer 50 m hoher Kirchturm errichtet. In den 1930er Jahren musste die Kirche ein weiteres Mal vergrößert werden: an der durchbrochenen Nordwand wurden ein weiterer Chor und zwei Sakristeibauten angebaut.[7]

VerkehrBearbeiten

Westlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 70 und nördlich, durch Freren und Thuine, die Bundesstraße 214. Sieben Kilometer südlich befindet sich die Anschlussstelle Rheine-Nord an der A 30. In Rheine und in Lingen befinden sich auch die nächsten Bahnhöfe. Bis 1969 hatte Beesten auch eine eigene Station an der inzwischen stillgelegten Bahnlinie Rheine–Quakenbrück. Das alte Bahnhofsgebäude besteht aber noch. Nächster Flughafen ist der ca. 65 km entfernte Flughafen Münster/Osnabrück.

Für den ÖPNV ist die Verkehrsgemeinschaft Emsland Süd zuständig. Beesten wird von der Buslinie 133 bedient und ist an Schultagen nahezu stündlich mit Lingen verbunden. Die Linie 195 fährt mehrmals täglich über Schapen und Spelle nach Rheine Bahnhof. Zentrale Bushaltestellen sind Beesten Dorf (133, 195), Beesten Talge/Wilsten (133) und Beesten Bahnhof (133, 195).

WirtschaftBearbeiten

Die größten Betriebe mit Firmensitz Beesten, gemessen an Mitarbeiterzahl und Umsatz, sind[8]:

Name Mitarbeiter Umsatzerlöse
Landtechnik und Maschinenbau Schüring GmbH 210 10.290.533 €
DP Supply GmbH 101 12.816.359 €
Thomsen & Co. GmbH Engine Power Systems 82 14.088.947 €
Wilhelm Meese Internationale Spedition und Logistik GmbH 61 4.304.978 €
Metalltechnik Wesenberg GmbH 41 2.009.153 €
Spieß Rohrleitungsbau GmbH 30 Unbekannt
Viehzentrale Beesten-Meppen-Lathen e.G. 28 99.868.355 €
Bauunternehmung Matthias Kottmann 20 Unbekannt
Gärtnerei Detlef Garmann 19 Unbekannt
Corman GmbH 11 41.475.444 €

LiteraturBearbeiten

  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück – Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Werner Kaemling – Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
  • Hermann Abels – Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Christoph Oberthür, Franz Busche, Franz Barth, Heinrich Dünheuft – Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber) – Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)
  • Josef Garmann, Beestener Chronik 1945–1995, Goldschmidt-Druck GmbH Werlte ISBN 3-927099-43-0

WeblinksBearbeiten

  Commons: Beesten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 255.
  3. http://www.freren.com/
  4. https://www.freren.net/sessionnet/buergerinfo/kp0041.php
  5. http://www.noz.de/lokales/freren/artikel/36329/werner-achteresch-folgt-in-beesten-hubert-meiners
  6. Bürgermeister bzw. Ortsvorsteher Beesten-Schardingen (Memento vom 12. Dezember 2008 im Internet Archive) Text des Heimatvereins Beesten mit Liste der Bürgermeister der Gemeinde
  7. St. Servatius Beesten auf pfarreiengemeinschaftfreren.de. Abgerufen am 7. August 2011.
  8. Creditreform Unternehmensauskunft. Abgerufen am 18. Januar 2018.