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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dörpen
Dörpen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dörpen hervorgehoben

Koordinaten: 52° 58′ N, 7° 20′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Dörpen
Höhe: 16 m ü. NHN
Fläche: 33,07 km2
Einwohner: 5287 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 160 Einwohner je km2
Postleitzahl: 26892
Vorwahl: 04963
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 008
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 25
26892 Dörpen
Website: www.gemeinde-doerpen.de
Bürgermeister: Manfred Gerdes (CDU)
Lage der Gemeinde Dörpen im Landkreis Emsland
NiederlandeLandkreis CloppenburgLandkreis Grafschaft BentheimLandkreis LeerLandkreis OsnabrückAndervenneBawinkelBeestenBockhorstBörgerBreddenbergDersumDörpenDohren (Emsland)EmsbürenEsterwegenFrerenFresenburgGeesteGerstenGroß BerßenHandrupHaren (Ems)HaselünneHeede (Emsland)HerzlakeHilkenbrookHüvenKlein BerßenKluse (Emsland)LähdenLahn (Hümmling)Langen (Emsland)LathenLehe (Emsland)Lengerich (Emsland)Lingen (Ems)LorupLünneLünneMeppenMessingenNeubörgerNeuleheNiederlangenOberlangenPapenburgRastdorfRenkenbergeRhede (Ems)SalzbergenSchapenSögelSpahnharrenstätteSpelleStavernSurwoldSustrumThuineTwist (Emsland)VreesWalchumWerlteWerpelohWettrupWippingenKarte
Über dieses Bild

Dörpen ist eine Gemeinde und zugleich Verwaltungssitz der Samtgemeinde Dörpen im Landkreis Emsland in Niedersachsen.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Gemeinde Dörpen liegt im südöstlichen Dreieck des Küstenkanals und der Ems. Die Kreisstadt Meppen liegt etwa 30 Kilometer südlich, und die Stadt Papenburg befindet sich etwa 14 Kilometer nördlich von Dörpen.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinden Heede, Lehe und Neulehe, im Osten die Gemeinden Surwold in der Samtgemeinde Nordhümmling und die Gemeinde Neubörger, im Süden die Gemeinden Wippingen und Kluse sowie im Westen die Gemeinden Walchum und Dersum.

GeschichteBearbeiten

Die Gemeinde wurde vermutlich 854 erstmals urkundlich erwähnt, die betreffende Urkunde wurde jedoch zerstört. Somit liegt die erstmalige urkundliche Erwähnung der Gemeinde im 10. Jahrhundert.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1973 wurde die Nachbargemeinde Neudörpen eingegliedert.[2]

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat 15 gewählte Mitglieder. Nach der Kommunalwahl am 11. September 2016 ist die SPD nicht mehr im Rat vertreten, sodass sich folgende Sitzverteilung ergibt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Nordöstlich befindet sich die an einem Stichkanal des Küstenbkanals die Nordland Papier GmbH.

KohlekraftwerkBearbeiten

Die STKW Energie Dörpen GmbH & Co. KG, eine Tochter der EnBW und des Schweizer Energiekonzerns BKW Energie, plante den Bau eines Steinkohlekraftwerks mit einer Leistung von ca. 900 Megawatt und einem Wirkungsgrad von 46 Prozent am Standort Dörpen bis 2015. Die BKW hatte das Projekt bereits seit 2007 verfolgt,[4] die EnBW stieg 2009 ein.[5] Das Genehmigungsverfahren wurde Ende Juni 2007 eingeleitet. Die Inbetriebnahme war zunächst für 2013 geplant,[6] wurde später aber auf 2014 und schließlich 2015 verschoben.[7] Das Kraftwerk sollte mit Import-Kohle gefeuert werden.[6]

Das Vorhaben war Ursache einer Kontroverse zwischen Kommunalverwaltung und der Bürgerinitiative „Saubere Energie“.[8] Während die Bürgerinitiative schädliche Einflüsse auf das Leben der Bevölkerung im Umkreis befürchtete und die ökologische Sinnhaftigkeit des Vorhabens bezweifelte, versprach sich die Kommunalverwaltung vor allem neue Arbeitsplätze während der Bau- und auch Betriebsphase sowie wirtschaftliche Anreize in der Region.

Ein Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen Gemeindeverwaltung und Bürgerinitiative war die Forderung der Einwohner nach einer Bürgerbefragung zum Bau des Kohlekraftwerks. Mit einer Petition von 2.019 Volljährigen – einer Mehrheit der bei Bundestagswahlen wahlberechtigten Einwohner – bat die Initiative um eine offizielle Befragung, die jedoch von der CDU-Mehrheit im Gemeinderat abgelehnt wurde. Unterstützt wurde die Petition von über 5.000 Bundesbürgern, die an der Aktion Deutschland schreibt Dörpen[9] von Campact teilnahmen.

Am 9. Dezember 2009 gab EnBW bekannt, das Projekt aufzugeben. Als Grund wurde angegeben, dass der bislang angedachte Abnehmer für die Wärme, die Papierfabrik Nordland, ein eigenes Heizkraftwerk bauen will.[10] Die Bürgerinitiative begrüßte den Bau des Gaskraftwerks mit Kraft-Wärme-Kopplung durch die Papierfabrik Nordland.[11]

VerkehrBearbeiten

Dörpen liegt an der A 31 zwischen Emden und Bottrop und den Bundesstraßen 70 (MeppenPapenburg) und 401 (Dörpen – Oldenburg). Eine Verlängerung dieser Straße weiter in die Niederlande ist geplant. Des Weiteren ist Dörpen an das Schienennetz der DB angeschlossen. Der RE 15 Emsland-Express, welcher von Münster nach Emden verkehrt, hält stündlich in Dörpen. Für die Binnenschifffahrt ist die Dörpener Schleuse als Anfang- bzw. Endpunkt des Küstenkanals von Bedeutung.

In Dörpen liegt das 'Güterverkehrszentrum Emsland' (GVZ). Es gilt als das leistungsstärkste Güterverkehrszentrum in Niedersachsen und ist trimodal (Wasser/Schiene/Straße).[12] Stand 2013 arbeiten dort 500 Menschen; Dörpen liegt auf Platz sechs der insgesamt 36 GVZ-Standorte in Deutschland. Hauptnutzer und Auftraggeber ist die Speditionsgesellschaft UPM nortrans. Sie regelt die Ein- und Ausgangslogistik der Fabrik UPM Nordland Papier in Dörpen.[13]

RadwanderwegeBearbeiten

Durch das Gemeindegebiet von Dörpen führen mehrere Radfernweg sowie lokale Radwege.

PartnergemeindenBearbeiten

Dörpen ist seit 1993 mit der Gemeinde Dobroń in Polen verpartnert.[14]

SonstigesBearbeiten

 
Transrapid

Südöstlich der Gemeinde verläuft die Nordschleife der Transrapid-Versuchsanlage Emsland, deren Verkehr in Zusammenhang mit dem dortigen Unfall am 22. September 2006 und aufgrund abgelaufener Betriebsgenehmigung ruht.

Dörpen besitzt ein Spaß- und Erlebnisbad (Dünenbad) sowie diverse Fussballplätze, Tennisplätze, eine Reithalle, einen Trimmpfad, Tennishalle, Skateranlage, Gorodkianlage, Sporthallen, Schießsportanlage, Anlage Bogenschützen, Hundeübungsplatz, einen Sportboothafen u. v. m.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück: Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I. Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905.
  • Werner Kaemling: Atlas zur Geschichte Niedersachsens. Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3.
  • Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929.
  • Christoph Oberthür, Franz Busche, Franz Barth, Heinrich Dünheuft: Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben. Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953.
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Hrsg.): Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen. Bonn 1913/1916. Nachdruck Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4.
  • C H C F Jansen, Statistisches Handbuch des Königreichs Hannover, In Commission der Helwings̓chen Hofbuchhandlung, 1824, S. 138

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dörpen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 252.
  3. http://wahlen.doerpen.de/KW_2016/454101_000052/index.html Samtgemeinde Dörpen – Ergebnis zur Gemeindewahl Dörpen 2016
  4. Klaus Diekmann: In Dörpen soll Kohlekraftwerk entstehen.@1@2Vorlage:Toter Link/xn--saubere-energie-drpen-xec.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Ems-Zeitung, 2. Juni 2007. Abgerufen am 8. Oktober 2014.
  5. BKW und EnBW planen in Dörpen gemeinsam ein Kraftwerk Pressemitteilung EnBW, 12. März 2009. Abgerufen am 8. Oktober 2014.
  6. a b Kein Kohlekraftwerk in Dörpen! Webseite der Grünen Emsland Süd. Abgerufen am 8. Oktober 2014.
  7. Daniel Fischlin: „Nicht 40 Jahre mit gleichem Standard“. Interview in der Neuen Osnabrücker Zeitung, 15. Mai 2009. Abgerufen am 8. Oktober 2014
  8. Bürgerinitiative Saubere Energie (Memento des Originals vom 27. August 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.saubere-energie-doerpen.de
  9. Aufruf Deutschland schreibt Dörpen! gegen Kohlekraftwerk auf campact.de (Memento des Originals vom 25. Juli 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.campact.de
  10. Aufgrund fehlender Möglichkeit zur Kraft-Wärme-Kopplung nimmt EnBW Abstand vom Projekt. Pressemitteilung EnBW, 15. Dezember 2009. Abgerufen am 8. Oktober 2014.
  11. Kohlekraft scheitert an unbequemen Wahrheiten des Klimawandels – Kraftwerksprojekt in Dörpen aufgegeben. Pressemitteilung klima-allianz deutschland, 18. Dezember 2009. Abgerufen am 8. Oktober 2014.
  12. www.gvze.de
  13. www.gvze.de
  14. Artikel in der Osnabrücker Zeitung über die Partnerschaft zwischen Dörpen und Dobroń Abgerufen am 15. April 2019, 23:42