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Lahn (Hümmling)

Gemeinde im Landkreises Emsland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lahn
Lahn (Hümmling)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lahn hervorgehoben
Koordinaten: 52° 49′ N, 7° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Werlte
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 21,25 km2
Einwohner: 883 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49757
Vorwahlen: 05951, 05952
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 027
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ahmsener Straße 8
49757 Lahn
Website: www.lahn-emsland.de
Bürgermeister: Bernhard Winkler (CDU)
Lage der Gemeinde Lahn im Landkreis Emsland
NiederlandeLandkreis CloppenburgLandkreis Grafschaft BentheimLandkreis LeerLandkreis OsnabrückAndervenneBawinkelBeestenBockhorstBörgerBreddenbergDersumDörpenDohren (Emsland)EmsbürenEsterwegenFrerenFresenburgGeesteGerstenGroß BerßenHandrupHaren (Ems)HaselünneHeede (Emsland)HerzlakeHilkenbrookHüvenKlein BerßenKluse (Emsland)LähdenLahn (Hümmling)Langen (Emsland)LathenLehe (Emsland)Lengerich (Emsland)Lingen (Ems)LorupLünneLünneMeppenMessingenNeubörgerNeuleheNiederlangenOberlangenPapenburgRastdorfRenkenbergeRhede (Ems)SalzbergenSchapenSögelSpahnharrenstätteSpelleStavernSurwoldSustrumThuineTwist (Emsland)VreesWalchumWerlteWerpelohWettrupWippingenKarte
Über dieses Bild

Lahn ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Werlte im Osten des Landkreises Emsland in Niedersachsen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Lahn liegt im Emsland ein paar Kilometer östlich der Geesthügel des Hümmling. Die Gemeinde befindet sich südwestlich von Werlte zwischen der Nordradde und Mittelradde.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind im Norden und im Osten die Gemeinden Werlte, im Süden die Gemeinde Lähden in der Samtgemeinde Herzlake und im Westen die Gemeinden Hüven und Sögel in der Samtgemeinde Sögel.

GeschichteBearbeiten

Von Lahn wird angenommen, dass die erste Besiedelung bereits vor der ersten Jahrtausendwende erfolgte; mehrere Stein- und Hügelgräber weisen auf eine uralte Siedlung hin. Erstmals urkundlich erwähnt wird Lahn in der Freibauernurkunde von 1394. Sie beschreibt die Abtrennung des Hümmlings vom Herrschaftsgebiet der Grafen von Tecklenburg. Wortlaut: „… Ludeke Srappers und Willeken söne to Löhn, …“

In einem Verzeichnis über die lehnshörigen Höfe des Kirchspiels Werlte, das Forscher auf das 11. Jahrhundert datieren, werden dagegen schon drei Höfe genannt, die Lahn zuzuordnen sind. Eine genaue Angabe ist hier also nicht zu machen. Die erste Steuerliste mit den Namen der Bewohner Lahns stammt aus dem Jahre 1498/1499.[2]

Lahn bestand aus 13 vollerbigen Höfen, von denen jedoch schon ein Hof im 16. Jahrhundert als verarmt bezeichnet wird. Sieben dieser Höfe betreiben noch heute Landwirtschaft im Vollerwerb und können auf eine bis zu 500-jährige Hofgeschichte zurückblicken.

Lahn besitzt die typische Form eines alten Haufendorfes, wobei diese Struktur auch heute noch weitestgehend erhalten geblieben ist.

Der Lahner Schützenverein e.V. wurde 1883 gegründet und feierte im Jahr 2008 sein 125-jähriges Bestehen.

Sondermunitionslager LahnBearbeiten

Von 1963 bis 1992 bestand auf dem Gemeindegebiet das Sondermunitionslager Lahn für Atomwaffen, allgemein als „Atomwaffenlager Lahn“ bekannt.[3] Das 170 ha große Gelände lag nördlich des Dorfes Lahn.[4] Der Zugang zum Atomwaffenlager Lahn war in den 1980er Jahren mehrfach Schauplatz von Demonstrationen der Friedensbewegung,[5] insbesondere von Pax Christi.

NamensherkunftBearbeiten

Bedeutung des Ortsnamens „Lahn“: niederdeutsch: to de Laen = „zu“ oder „bei den Gehölzen“

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Lahn besteht aus neun Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 500 und 1.000 Einwohnern.[6] Die neun Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[7]

  • CDU – 9 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde ist Bernhard Winkler (CDU). Die stellvertretenden Bürgermeister sind Wilhelm Hüntelmann (CDU) und Hans-Georg Menke.[7] Vorheriger Bürgermeister war Joseph Thesing.

WappenBearbeiten

Über einem roten Schildfuß, mit einem silbernen, aus einem Deckstein und zwei Stützsteinen bestehenden Steingrab, befinden sich drei aus einem Stiel wachsende grüne Eichenblätter auf goldenem Feld.

Das Hünengrab, das auf die vorgeschichtlichen Wurzeln der heutigen Gemeinde Lahn hinweist, befindet sich an der Straße nach Hüven. Die drei Eichenblätter symbolisieren die mögliche Bedeutung des Ortsnamens Lahn. Die Farben Rot und Gold wurden gewählt, um die vielfältigen Verbindungen zur Samtgemeinde Werlte darzustellen. Des Weiteren waren dieses die Farben des alten Klosters Corvey, dem der Hümmling im Mittelalter zehntpflichtig war.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Werner Kaemling: Atlas zur Geschichte Niedersachsens. Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3.
  • Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929.
  • Christoph Oberthür, Franz Busche, Franz Barth, Heinrich Dünheuft: Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben. Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953.
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber): Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lahn (Hümmling) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Register exactionum in Emesland. Staatsarchiv Münster, Bestand Fürstentum Münster, Landesarchiv 487a, Nr. 15.
  3. Geschichte des Sondermunitionslagers Lahn und heutiger Zustand des Geländes, abgerufen am 29. März 2014.
  4. Karte der ehemaligen Atomwaffendepots in Deutschland (Memento des Originals vom 21. Oktober 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gerline.de, abgerufen am 29. März 2014.
  5. Geschichte des Sondermunitionslagers Lahn und heutiger Zustand des Geländes, abgerufen am 29. März 2014.
  6. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 1. Dezember 2013
  7. a b Gemeinde Lahn – Ratsmitglieder (Memento des Originals vom 2. April 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.werlte.de, abgerufen am 1. Dezember 2013