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Die Streitkräfte der Republik Sierra Leone (engl. Republic of Sierra Leone Armed Forces, abgekürzt RSLAF) sind seit 2002 das Militär der Republik Sierra Leone. Das Hauptquartier der Armee befindet sich wie das Verteidigungsministerium seit dem 21. Januar 2002 im ehemaligen Paramount Hotel in Freetown.[2] Praktisch wird die Armee aus dem Hauptquartier des Joint Force Command in Freetown geführt.[3]

Flagge Sierra Leones Streitkräfte der Republik Sierra Leone
Republic of Sierra Leone Armed Forces (RSLAF)
Wappen der RSLAF
Führung
Oberbefehlshaber: Staatspräsident Julius Maada Bio
(Commander-in-Chief)
Verteidigungsminister: Julius Maada Bio
Simeon Sheriff (Vizeminister)
Militärischer Befehlshaber: Brima Sesay
(Generalleutnant)
Sitz des Hauptquartiers: Paramount Hotel, Freetown
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 13.000
Wehrpflicht: keine
Wehrtaugliche Bevölkerung: insgesamt (Männer und Frauen; Alter 16–49) 1,57 Millionen[1]
Wehrtauglichkeitsalter: 16–29 Jahre[1]
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 0,72 % (2012)
Geschichte
Gründung: 2002
Faktische Gründung: 1961

Es handelt sich um eine Freiwilligenarmee, der 2018 erstmals 300 Frauen angehörten.[4]

GeschichteBearbeiten

Die RSLAF wurde ursprünglich 1961 unter dem Namen Royal Sierra Leone Military Forces (RSLMF) gegründet und 1971 in Republic of Sierra Leone Military Force (RSLMF) umbenannt. Hervorgegangen sind die Streitkräfte aus dem Sierra Leone Battalion der britischen Royal West African Frontier Force.

Nach Ende des Bürgerkrieges (1991–2002), in dem mehr als 15.000 Soldaten beim Kampf vor allem gegen die Revolutionary United Front ihr Leben verloren, wird langsam der Aufbau einer funktionierenden Armee vorangetrieben. Derzeit umfasst sie etwa 13.000 Soldaten. Die Ausbildung der Soldaten findet insbesondere mit Hilfe von etwa 100 britischen Armeeangehörigen statt.

AufgabeBearbeiten

Die RSLAF dient drei hauptsächlichen Verteidigungszwecken:[3]

  • Verteidigung der Souveränität und territorialen Integrität Sierra Leones. Sicherung von Zivilisten und Verteidigung von wichtigen Interessen der Gesellschaft und des Staates.
  • Unterstützung der Regierung bei der Durchsetzung von Gesetzen, Unterstützung der Zivilgesellschaft beim Wiederaufbau, in Notsituationen und durch zeremonielle Gesten.
  • Unterstützung weiterer nationaler Interesse durch unter anderem Friedensmissionen

TeilstreitkräfteBearbeiten

LandstreitkräfteBearbeiten

Die Republic of Sierra Leone Army (RSLA), stellt den weitaus größten Teil der Streitkräfte dar, dient der Verteidigung des Landes und ist für Auslandseinsätze im Rahmen internationaler Anfragen zuständig. Dem Heer gehören bis zu 13.000 Soldaten an. Die Ausrüstung ist spärlich und befindet sich nach dem Bürgerkrieg noch im Aufbau. Das Heer verfügt derzeit über zwei T-72 Panzer, mehrere gepanzerte amphibische Truppentransporter des Typs OT-64 SKOT, einige BMP-2 Schützenpanzer, Luftabwehrraketen 9K32 Strela-2 (9K32), AK-47 Sturmgewehre sowie RPG-7 Granatwerfer.

Das Heer ist wie folgt gegliedert:[5]

  • 3. Infanterie-Brigade (ehemals Freetown Garrison), stationiert in Freetown-Murray Town und zuständig für die Western Area und den Nordwesten des Landes. Diese untergliedert sich in
    • 5. Bataillon (Freetown Defence Battalion), stationiert in Freetown-Wilberforce
    • 15. Bataillon, stationiert in Lungi
    • 11. Bataillon, stationiert in Kambia
    • sowie drei Stationen im Zuständigkeitsgebiet
  • 4. Infanterie-Brigade, stationiert in Makeni und zuständig für den Norden, Nordosten und Südosten des Landes. Diese untergliedert sich in
    • 4. Bataillon, stationiert in Makeni
    • 9. Bataillon, stationiert in Kono
    • 12. Bataillon, stationiert in Kabala
  • 5. Infanterie-Brigade, stationiert bei Bo und zuständig für den Süden und Südosten des Landes. Diese untergliedert sich in
    • 1. Bataillon, stationiert bei Daru
    • 2. Bataillon, stationiert in Kenema
    • 14. Bataillon, stationiert in Pujehun

SeestreitkräfteBearbeiten

 
Seekriegsflagge Sierra Leones

Die Republic of Sierra Leone Navy (SLN), wurde 1981 gegründet. Sie diente mit einem Anfangsbestand von 3 Offizieren und 40 Mann, welche von technischen Einheiten des Heeres abgezogen wurden, dazu das einzige vorhandene Patrouillenboot des Typs Tracker Mk. II zu betreiben. Nach übernahme zweier Patrouillenbooten von der Volksrepublik China im Jahr 1986, wurde der Personalbestand um weitere 14 Offiziere und 125 Unteroffizieren und Mannschaften erhöht. Heute hat die Marine eine Personalstärke von 500 Soldaten und betreibt mehrere kleine Patrouillen- und Landungsboote. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die territoriale Integrität der Gewässer von Sierra Leone zu schützen.

LuftstreitkräfteBearbeiten

 
Flugzeugkokarte Sierra Leones

Das Republic of Sierra Leone Air Wing, ist die kleinste drei Teilstreitkräfte und wurde de facto im Jahr 1995 aufgestellt. Sie hat eine Personalstärke von 144 Soldaten und fünf Hubschrauber.[6] 2004 wurde der Bestand an Luftfahrzeugen mit zwei Kampfhubschraubern, zwei weiteren Helikopter und zwei Flugzeugen angegeben. Der Hauptstützpunkt der Luftwaffe befindet sich in den Cockerill Barracks. Ein Umzug zum Flugplatz Hastings war (Stand 2004) geplant.[7]

AusrüstungBearbeiten

Luftfahrzeug Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Mil Mi-24 Russland  Russland Kampfhubschrauber 2
Mil Mi-8 Russland  Russland Mehrzweckhubschrauber Mil Mi-17 2
Aérospatiale SA.319 Alouette III Frankreich  Frankreich Leichter Mehrzweckhubschrauber 1

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b CIA World Factboo.k Militärsektion aus dem Artikel zu Sierra Leone abgerufen am 11. März 2014
  2. THE HISTORY OF THE MINISTRY OF DEFENCE (MOD)… A New Building for MOD. Ministry of Defence, Sierra Leone abgerufen am 21. Mai 2014.
  3. a b THE REPUBLIC OF SIERRA LEONE ARMED FORCES (RSLAF)… Ministry of Defence, Sierra Leone abgerufen am 21. Mai 2014.
  4. Bio government achievements in one year. The Patriotic Vanguard, 9. April 2019.
  5. THE REPUBLIC OF SIERRA LEONE ARMED FORCES (RSLAF) – BRIGADES…. Ministry of Defence, Sierra Leone abgerufen am 21. Mai 2014.
  6. World Air Force 2019. Flight International, 8. Dezember 2018, abgerufen am 12. Januar 2019 (englisch).
  7. FUTURE ESTABLISHMENT OF THE AIR WING. RSLAF. Abgerufen am 29. März 2019.