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SC Austria Lustenau

österreichischer Fußballverein

Der SC Austria Lustenau ist ein österreichischer Fußballverein aus Lustenau in Vorarlberg. Er spielt in der 2. Liga, war aber von 1997/98 bis 1999/2000 in der österreichischen Bundesliga vertreten. Die ehemalige Eishockeysektion des Vereins spaltete sich 1970 als EHC Lustenau vom Stammverein ab und spielt derzeit (2017) in der Alps Hockey League.

Austria Lustenau
Logo
Basisdaten
Name SC Austria Lustenau
Sitz Lustenau, Vorarlberg
Gründung Juni 1914
Farben Grün-Weiß
Präsident Hubert Nagel bis 18. Januar 2019[1]
Website austria-lustenau.at
Erste Mannschaft
Cheftrainer Tamás Tiefenbach (interim)
Spielstätte Planet Pure Stadion
Plätze 8800
Liga 2. Liga
2018/19 3. Platz
Heim
Auswärts

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

FA Turnerbund Lustenau (1914–1936)Bearbeiten

Der Verein wurde 1914 als Fußballabteilung des Turnerbundes Lustenau gegründet und nannte sich dementsprechend FA Turnerbund Lustenau. Die Gründung kam auf Antrag des späteren Ehrenpräsidenten Albert Keckeis auf der Hauptversammlung im Juni 1914 im Gasthof „Freihof“ zustande. Erster Vorstand war Oskar Hämmerle, die Gründungsmannschaft setzte sich aus den Spielern Friedrich Fetz, Alois Nagel, Robert Vogel, Albert Keckeis, Hermann Riedmann, Oskar Hämmerle (Biklis), Anton Ziganek, Oskar Hämmerle (Schlossers), Johann Vogel, Gebhard Bösch, Max Hämmerle und Gebhard Sperger zusammen. Gespielt wurde in den Anfangsjahren auf dem sogenannten Löwenplatz im Rheinvorland bei der Oberfahrbrücke. Da es noch keinen Fußballverband in Vorarlberg gab, konnten damals nur Freundschaftsspiele ausgetragen werden. Während des Ersten Weltkriegs musste der Spielbetrieb für vier Jahre eingestellt werden. 1919 wurde der auf einer Hauptversammlung die Reaktivierung des Vereins beschlossen.
Am 4. Juni 1920 wurde der Vorarlberger Fußballverband ins Leben gerufen, so dass nun ein geordneter Meisterschaftsbetrieb aufgenommen werden konnte. 1921 übersiedelte die FA Turnerbund Lustenau auf den neuen, Blumenauplatz genannten Sportplatz. 1930 erfolgte mit dem Titelgewinn als Westmeister der erste größere Erfolg. Mit der Teilnahme an den Spielen des Kreises Bodensee-Vorarlberg konnten die Lustenauer sich auch mit deutschen und Schweizer Vereinen aus der Nachbarschaft messen.

Die ersten ErfolgeBearbeiten

Als Landesmeister Vorarlbergs war die FA Turnerbund Lustenau im Spieljahr 1929/30 für die Amateurstaatsmeisterschaft startberechtigt. Die Lustenauer trafen in der ersten Runde auf den SK Austria Klagenfurt, den sie auswärts knapp mit 1:0 besiegten, nachdem sie das Heimspiel mit 1:2 verloren hatten. Dies machte ein Entscheidungsspiel nötig, das die Fußballer des Turnerbundes zu Hause mit 4:2 gewannen. In der zweiten Runde traf man auf den Innsbrucker AC. In Tirol erreichten die Lustenauer nur ein 2:2, doch beim Rückspiel in Lustenau wurde der IAC mit 4:1 abgefertigt. Damit stand Lustenau im Finale und konnte vom ersten Titelgewinn in der Vereinsgeschichte träumen. Der Finalgegner, der Kremser SC, erwies sich in Lustenau jedoch als übermächtig und fertigte die Lustenauer mit 7:2 ab. Nach einer sensationellen Steigerung gewann die FA Turnerbund in Krems mit 3:1, verpasste aber den Meistertitel mit einem Gesamtscore von 5:8. Im Endspiel um den Vorarlberger Landespokal verloren die „Turner“ sowohl 1933 gegen den FC Dornbirn 1913 mit 1:5 als auch 1935 gegen den Ortskonkurrenten FC Lustenau 07 mit 2:4.

Umwandlung in einen eigenständigen Sportclub 1936Bearbeiten

Nachdem bereits nach dem Ersten Weltkrieg die Trennung der Fußballabteilung vom Turnerverband angestrebt worden war, wurde dies 1936 Wirklichkeit. Die Fußballabteilung löste sich vom Stammverein ab und wandelte sich als SC Austria Lustenau in einen eigenständigen Sportclub mit mehreren Sektionen.
Die Vereinsfarben wurden mit Grün und Weiß bestimmt. 1936 feierte die Austria mit einem 6:2-Erfolg gegen die Garnisons-SpVgg Bregenz den ersten Gewinn des Vorarlberger Landespokals. Nach dem „Anschluss Österreichs“ an das Deutsche Reich verfiel der SC Austria Lustenau der behördlichen Auflösung. Nach Kriegsende wurde der Verein mit einem Spiel gegen eine französische Besatzungsauswahl wieder reaktiviert. Die Austria spielte in der Vorarlberger Landesliga, der Arlbergliga, und später in der Regionalliga West.
In den Jahren 1949 und 1951 gegen den FC Dornbirn 1913 (3:0) bzw. den FC Blau-Weiß Feldkirch (3:2) waren die Lustenauer zum zweiten und dritten Mal im Vorarlberger Pokalbewerb erfolgreich. Nachdem das Finale von 1952 gegen den FC Dornbirn 1913 verloren gegangen war (0:2), holte sich die Austria den bislang letzten Pokalgewinn 1958 mit einem 1:0-Erfolg über die Dornbirner. Das letzte Finalspiel 1959 ging mit 4:1 wieder an den FC Dornbirn 1913. Austria Lustenau feierte in insgesamt acht Endspielen viermal den Gewinn des Landespokals. Im August 1965 gründete der SC Austria Lustenau mit dem FC Dornbirn 1913 die Spielgemeinschaft SVg Lustenau/Dornbirn. Diese hielt nur eine Saison und spielte 1965/66 in der Regionalliga.

Aufstieg und Profifußball seit 1994Bearbeiten

In der Saison 1993/94 feierte Austria Lustenau mit dem Meistertitel der Regionalliga West und dem damit verbundenen Aufstieg in die 2. Division der Bundesliga den bis dahin größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Die Mannschaft aus Vorarlberg konnte sich auf Anhieb in der zweiten Liga behaupten und holte in der Saison 1996/97 den Meistertitel.
Damit war Austria Lustenau, als vierter Verein aus Vorarlberg, erstmals in der Vereinsgeschichte erstklassig. Austria Lustenau beendete die erste wie auch die zweite Saison in der damaligen Bundesliga an vorletzten Stelle. In der Saison 1999/2000 stieg die Austria mit nur 19 Punkten aus 36 Spielen wieder aus der Bundesliga ab.

Aufgrund einer neuen Ausländerregelung in der Ersten Liga musste dann die Mannschaft komplett umgebaut werden und belegte 2000/01 nur den fünften Rang. In der Saison 2001/02 verpasste der SC Austria Lustenau durch eine 1:2-Niederlage im letzten Saisonspiel gegen den SC Untersiebenbrunn den Aufstieg in die Bundesliga nur um zwei Punkte und belegte hinter dem SV Pasching den zweiten Rang.

Auch in den folgenden Spielzeiten konnte sich die Austria im vorderen Tabellendrittel behaupten, wobei sie unter Trainer Andreas Heraf mit einer Serie von 42 Heimspielen ohne Niederlage einen Rekord in der Ersten Liga aufstellte.

Im Frühjahr 2009 übernahm Edmund Stöhr in seiner dritten Ära die Mannschaft auf dem 12. Tabellenplatz. In den letzten zehn Saisonspielen und einer Serie von sieben Siegen und drei Unentschieden steigerte sich die Austria auf den vierten Schlussrang. In der Saison 2009/10 belegte der SC Austria Lustenau den fünften, das Jahr darauf den dritten und in der Saison 2011/12 den vierten Endrang in der Ersten Liga.

ÖFB-Cup 2010/2011 – als erster Club aus Vorarlberg im FinaleBearbeiten

Nach einem 4:0-Auswärtssieg beim FK Austria Wien im Viertelfinale und einem 2:1-Auswärtssieg beim Bundesligisten Kapfenberger SV gelang dem SC Austria Lustenau unter Trainer Edmund Stöhr der Einzug ins ÖFB-Cup-Finale 2010/2011. Austria Lustenau erreichte damit als erster Verein aus Vorarlberg das Cup-Finale. Das Endspiel gegen die SV Ried ging dann mit 0:2 verloren.

FansBearbeiten

 
Fans von Austria Lustenau beim Cupfinale 2011

Mit dem Aufstieg in den Profifußball entstand eine neue, sehr aktive Fanszene in Lustenau.

1997 wurde der erste offizielle Fanclub „Wir Vorarlberger“ gegründet. Im Jahr 1998 kam die Fangruppe „Commando Fanatics 98“ dazu. 2002 entstand die Gruppe „BEST of WEST“, die sich 2005 in „Grün Weisse Garde 05“ umbenannte. 2004 entstand eine weitere Fangruppe mit dem Namen „Green Nation Lustenau 04“. Seit der Saison 2006/07 sind die drei jüngeren Fanclubs – „Fanatics“, „Grün Weiße Garde“ und „Green Nation“ – unter dem Namen „Union Nord 06“ vereint.
Die Austria-Fanclubs „Wir Vorarlberger“, „ Union Nord 06“, „Anti-Heros“ und „Lustenau Devils 06“ sowie „Nordfront“ unterstützten ihren Verein bereits mit zahlreichen Aktionen, Fanstammtischen, Fanfahrten, Pyrotechnik und Choreographien.

StadionBearbeiten

Die Heimstätte der Austria Lustenau, das Planet Pure Stadion, wurde 1951 offiziell eröffnet und 1952/53 mit der ersten Sitzplatztribüne erweitert. Nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga 1997 wurde das damals „Reichshofstadion“ genannte Stadion saniert und erweitert, im Jahr 2000 kam eine Rasenheizung hinzu.

Das Stadion bietet 8800 Zuschauern Platz, wobei 2300 überdachte Stehplätze und 2200 Sitzplätze zur Verfügung stehen. Auf dem Stadiongelände befindet sich auch das „Austria-Dorf“, das den Marketingpreis der österreichischen Fußball-Bundesliga erhielt. Seit längerem geplant ist ein weiterer Sitzplatz-Bereich auf der Ostseite des Stadions, der aber voraussichtlich erst nach einem Wiederaufstieg in die Bundesliga realisiert wird.[2][3]

BesonderesBearbeiten

Verlosung des HauptsponsorsBearbeiten

Da nach der Saison 2008/2009 der damalige Hauptsponsor (ein Internet-Wettanbieter) sein Engagement beim SC Austria Lustenau einstellte, musste sich der Verein nach neuen Geldgebern umsehen, was sich insbesondere aufgrund der Wirtschaftskrise schwierig gestaltete. Daher entschloss sich der Verein, neue Wege zu gehen. Am 12. Juni 2009 wurde bekannt gegeben, dass insgesamt 555 Werbegutscheine zu je 1000 Euro aufgelegt werden. Aus diesen Gutscheinen, die dem Käufer ein beliebiges Sponsoring im Gegenwert von 1000 Euro garantieren, wird ein Gewinner gezogen, der während der Saison als offizieller Hauptsponsor des SC Austria Lustenau geführt wird. Damit verbunden ist die Platzierung seines Logos auf dem Trikot, auf der Interviewwand und auf Werbeflächen im Stadion. Diese Aktion wurde 2010 und 2011 wiederholt. Bei der Ermittlung des Hauptsponsors gingen bisher als Gewinner hervor: Tischler Rohstoff (Hohenems) und Holzbau Stephan Muxel (Au).

Die Aktion fand im gesamten deutschen Sprachraum Beachtung in den Medien. Neben den österreichischen Print- und Onlinemedien sowie dem ORF berichteten unter anderem deutsche Webportale wie Spiegel Online und Bild.de über die Verlosung.

Hauptsponsor der Austria war bis Jänner 2018 die Mohrenbrauerei August Huber in Dornbirn. Seit Februar 2018 ist Planet Pure, eine von Silvio Perpmer gegründete Hörbranzer Firma, die sich der Entwicklung und Produktion von ökologischen Wasch- und Reinigungsmitteln verschrieben hat, der Hauptsponsor.

KampfmannschaftBearbeiten

TrainerteamBearbeiten

Stand: 4. September 2019[4]

Funktion Name Geburtsdatum Nationalität beim Verein
seit
letzter Verein
Interimstrainer Tamás Tiefenbach 25.12.1972 Ungarn  07/2019 SV Ried
Torwarttrainer Mathias Nesler 06.01.1988 Osterreich  07/2016 SK Bürs

Aktueller KaderBearbeiten

Stand: 9. August 2019[4]

Rücken-
nummer
Name Geburtsdatum Nationalität beim Verein
seit
letzter Verein
Torhüter
01 Kevin Kunz 22.01.1992 Deutschland  07/2018 Chemnitzer FC
27 Domenik Schierl 20.07.1994 Osterreich  07/2019 SC Wiener Neustadt
77 Marcel Štumberger 29.03.2001 Kroatien  08/2019 SK Sturm Graz II
Abwehr
05 Dominik Štumberger 17.04.1999 Kroatien  07/2019 FC Liefering
18 Christian Schilling 06.01.1992 Osterreich  07/2019 SV Ried
24 Sebastian Feyrer 03.04.1997 Osterreich  07/2019 Kapfenberger SV
26 Darijo Grujčić 19.05.1999 Osterreich  01/2018 FC Dornbirn 1913
29 Michael Lageder 24.04.1991 Osterreich  07/2019 FC Juniors OÖ
Robert Gjergjaj 25.01.2000 Kosovo  02/2019 SC Austria Lustenau II
Mittelfeld
04 Marco Krainz 17.05.1997 Osterreich  08/2015 FK Austria Wien II
07 Juninho Barros 21.03.1996 Brasilien  07/2018 FC Dornbirn 1913
12 Florian Riedmann 07.01.1998 Osterreich  04/2018 SC Austria Lustenau II
14 Alexander Ranacher 20.11.1998 Osterreich  07/2018 Wolfsberger AC II
16 Christoph Freitag 21.01.1990 Osterreich  07/2019 FC Wacker Innsbruck
17 Marcel Canadi 27.10.1997 Osterreich  08/2017 Borussia Mönchengladbach II
21 Mirco Basic 12.08.2001 Deutschland  07/2019 SC Austria Lustenau II
23 Pius Grabher 11.08.1993 Osterreich  07/2019 SV Ried
25 Hüdaverdi Mutlu 16.07.2001 Osterreich  07/2019 AKA Vorarlberg
Kyle Butler 15.01.1998 Jamaika  07/2019 FC Juniors OÖ
Angriff
08 Patrik Eler 13.06.1991 Slowenien  07/2019 AS Nancy
09 Ronivaldo 24.03.1989 Brasilien  07/2017 FK Austria Wien II
10 Matthias Morys 19.03.1987 Deutschland  07/2019 VfR Aalen
31 Amoy Brown 31.08.1996 Jamaika  02/2019 FC St. Andrews (Leihe)
33 Daniel Tiefenbach 10.08.1999 Ungarn  03/2017 SC Austria Lustenau II
55 Thomas Mayer 23.08.1995 Osterreich  07/2019 FC Red Bull Salzburg
Kevaughn Atkinson 11.11.1995 Jamaika  07/2019 FC St. Andrews (Leihe)

TransfersBearbeiten

Stand: 11. August 2019[5]

Zugänge: Abgänge:
Sommer 2019

Bekannte SpielerBearbeiten

Frühere TrainerBearbeiten

Titel und ErfolgeBearbeiten

FrauenfußballBearbeiten

Die SC Austria Lustenau spielte in der Saison 2002/03 in der Regionalliga West und stieg nach der Saison in die Landesliga ab. Erst wieder 2010 qualifizierte sich ein Lustenauer Verein, diesmal der FC Lustenau für die 2. Liga Mitte/West. Für Die Saison 2012/13 beschlossen die Vereine FC Lustenau und SC Austria Lustenau eine Spielgemeinschaft, die nur die Frauenmannschaft betraf, zu gründen. Mit der nächsten Saison schloss sich der FC Höchst der Gemeinschaft an. Doch schon 2015 endete die Spielgemeinschaft der drei Vereine und stieg in die Landesliga ab. Die Spielgemeinschaft wurde von SC Austria Lustenau und FC Höchst in der Saison 2016/17 weitergeführt.[6] Nach dieser Saison wurde die Spielgemeinschaft und die Frauensektion bei beiden Vereinen aufgelöst und die Spielerinnen wechselten zu Sportclub Hohenweiler 72, FC Alberschwende, SC Schwarz-Weiß Bregenz, FC Kennelbach, .FC Schlins oder FC Dornbirn 1913.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Austria Lustenau-Präsident zurückgetreten. In: vorarlberg.ORF.at. 19. Januar 2019, abgerufen am 19. Januar 2019.
  2. Reichshofstadion neu wird konkret (23. September 2017)
  3. Erste Informationen um Projekt "Reichshofstadion Neu" (21. Dezember 2017)
  4. a b SC Austria Lustenau: Kader Profis (abgerufen am 19. Juli 2016)
  5. Transfermarkt.at: Transfers 2019/20 (abgerufen am 1. Juli 2019)
  6. SC Austria Lustenau, Saison 2017/18, KM-FR, Kader. In: fussballoesterreich.at. Abgerufen am 26. August 2019.