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Pyhrn Autobahn

Autobahn A9 in Österreich (Pyhrn Autobahn)

Die Pyhrn Autobahn A 9 ist eine wichtige Nord-Süd-Achse in Österreich. Sie führt (als Fortsetzung der A 8) auf einer Länge von 230,020 Kilometern vom Knoten Voralpenkreuz bei Sattledt über Graz bis nach Spielfeld an der Grenze zu Slowenien, wo sie in die slowenische Autobahn A1 mündet. Im Dezember 2004 wurde das etwa acht Kilometer lange letzte Teilstück der A 9 zwischen Inzersdorf und Schön fertiggestellt.

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/AT-A
Autobahn A9 in Österreich
Phryn Autobahn
Pyhrn Autobahn
 Pyhrn Autobahn Pyhrn Autobahn
Karte
Verlauf der A 9
Basisdaten
Betreiber: ASFINAG
Gesamtlänge: 230,020 km

Bundesland:

Tunnel austria styria bosruck.jpg
Südportal der Oströhre des Bosrucktunnels in der Steiermark

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Pyhrn Autobahn verbindet die Großräume Graz und Linz und damit die zweitgrößte mit der drittgrößten Stadt Österreichs. Ebenso übernahm sie abschnittsweise die Funktion der früheren Gastarbeiterroute und entlastete damit die Bundesstraßen. Die bedeutende Verkehrsroute, die überregional Nürnberg mit Zagreb verknüpft, ist eine der wichtigsten Alpentransitrouten. Die Gesamtfertigstellung dauerte 33 Jahre und erfolgte zwischen 1971 und 2004 in zahlreichen Teilabschniten:

Eröffnung Streckenabschnitt Länge
16.12.1971 ASt Gratkorn - HASt Graz Nord 0,934 km
01.12.1973 AST Graz-Webling - Knoten Graz West 4,230 km
31.07.1974 Knoten Graz West - ASt Wildon (linke RFB) 12,719 km
15.11.1975 Knoten Graz West - ASt Wildon (rechte RFB)
11.08.1978 Knoten St. Michael - Knoten Peggau-Deutschfeistritz 32,594 km
14.12.1978 ASt Wildon - ASt Leibnitz (linke RFB) 12,424 km
12.10.1979 ASt Wildon - ASt Leibnitz (rechte RFB)
12.10.1979 ASt Traboch - Knoten St. Michael (linke RFB) 4,033 km
25.06.1980 ASt Traboch - Knoten St. Michael (rechte RFB)
28.06.1980 ASt Liezen- Rottenmann Nord (rechte RFB) 3,294 km
06.12.1982 ASt Leibnitz - ASt Vogau-Straß (rechte RFB) 7,981 km
29.06.1983 Knoten Peggau-Deutschfeistritz - ASt Gratkorn 8,053 km
21.10.1983 ASt Spital am Pyhrn - ASt Liezen (linke RFB) 12,348 km
06.12.1983 ASt Leibnitz - ASt Vogau-Straß (linke RFB)
20.10.1984 Rottenmann Süd - Gaishorn (rechte RFB) 12,134 km
17.12.1985 ASt Roßleithen - ASt Spital am Pyhrn (linke RFB) 9,190 km
05.08.1986 ASt Roßleithen - ASt Spital am Pyhrn (rechte RFB)
27.06.1987 HASt Graz Nord - ASt Graz-Webling 10,684 km
30.06.1988 ASt Vogau-Straß - ASt Spielfeld (rechte RFB) 5,911 km
02.09.1988 Rottenmann Süd - Gaishorn (linke RFB)
30.06.1989 ASt Vogau-Straß - ASt Spielfeld (linke RFB)
27.06.1990 Knoten Voralpenkreuz - ASt Inzersdorf im Kremstal 15,820 km
03.07.1990 Rottenmann Nord - Rottenmann Süd (rechte RFB) 5,421 km
18.09.1991 ASt Spielfeld - Staatsgrenze Spielfeld 1,860 km
30.10.1991 Gaishorn - Wald 10,733 km
30.10.1991 ASt Mautern - ASt Traboch 13,977 km
05.08.1992 Melling - Ast Mautern 6,796 km
26.05.1993 Wald - Melling 7,176 km
08.11.1997 St. Pankraz - ASt Roßleithen 7,974 km
30.10.2000 ASt Liezen - Rottenmann Nord (rechte RFB)
30.10.2000 Rottenmann Nord - Rottenmann Süd (linke RFB)
19.09.2003 ASt Schön - St. Pankraz 14,000 km
18.12.2004 Ast Inzersdorf - ASt Schön 9,734 km

AusbaustandBearbeiten

Die Autobahn ist derzeit (2019) bis auf den Gleinalmtunnel vierstreifig, bei Graz sechsstreifig, befahrbar.

Die Abschnitte vom Knoten Peggau/Deutschfeistritz bis Graz-Nord und Graz-Webling bis Knoten Graz-West sind aufgrund des starken Verkehrsaufkommens sechsstreifig ausgebaut.

Die zweite Röhre des Lainbergtunnels inklusive Kurztunnel ist seit Anfang 2009 fertig und somit befahrbar. Die zweite Röhre des Bosrucktunnels mit Hangbrücke Ardning wurde im Juli 2013 fertiggestellt.[2][3] Die Sanierung der Bestandsröhre wurde im Oktober 2015 abgeschlossen. Seit dem 19. Oktober 2015 ist der Bosrucktunnel vierspurig und damit ohne Gegenverkehr befahrbar.[4]

Von September 2013 und bis Juli 2017 wurde auch der Gleinalmtunnel mit einer zweiten Röhre ausgestattet. Am 21. Juli 2017 ging die neu errichtete Röhre in Betrieb, seit Herbst 2017 wird die Bestandsröhre saniert.[5][6]

Der Ausbau der Tunnelkette Klaus hatte Ende 2013 mit der Errichtung von Brückenobjekten begonnen. Die zweiten Tunnelröhren wurden seit Ende 2014 gebaut und sind seit dem 15. September 2017 in Betrieb. Danach wurden die Bestandsröhren saniert.[7] Am 19. Dezember 2018 erfolgte die Gesamtfreigabe der Tunnelkette Klaus.[8]

Nach Vollendung dieser Ausbaumaßnahmen wird die gesamte Pyhrn Autobahn ohne Gegenverkehrsbereiche befahrbar sein.[9][10]

Interessante Straßenbauwerke im Verlauf der StreckeBearbeiten

VerkehrsbeeinflussungsanlageBearbeiten

Auf Grund des Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L) wurde im Jahr 2009 eine Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) mit LED-Wechselverkehrszeichen im Abschnitt Gratkorn-Nord – Lebring errichtet. Bei zu hoher Feinstaubbelastung wird das Tempolimit automatisch auf 100 km/h reduziert (sog. Feinstaub-Hunderter). Auch wird der Autofahrer vor Nebel und Gefahren gewarnt. Ebenso befinden sich LED-Verkehrsinfotafeln am Knoten St. Michael, die vor Baustellen, Tunnelsperren oder Stau warnen.[11]

Nach dem Lückenschluss der S 35 bietet die Strecke S 6 — S 35 eine Alternative zum einröhrigen und sondermautpflichtigen Gleinalmtunnel. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten wurde rund um die Knotenbereiche Graz West, Bruck, St. Michael und Peggau-Deutschfeistritz die neue Wechselwegweisung Steiermark in Betrieb genommen. Damit können Verkehrsteilnehmer im Fall von Streckensperren über Wegweiser und elektronischen Anzeigetafeln großräumig umgeleitet werden und sich so einen Stau auf ihrer Strecke ersparen.[12]

Section-Control-AnlageBearbeiten

Am 10. Oktober 2011 wurde im Bereich des Plabutschtunnels in beiden Fahrtrichtungen eine Section-Control-Anlage in Betrieb genommen. Damit soll die Anzahl der Unfälle, welche zumeist auf Grund der Nichteinhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkung passieren, um bis zu 40 % gesenkt werden.[13]

SondermautstreckeBearbeiten

Auf der Autobahn befinden sich zwei Sondermautstrecken, die nicht der Vignettenpflicht unterliegen, und daher die Maut an den Mautstationen in bar oder per Videomaut bezahlt werden muss (Einzelfahrten-Tarife Pkw, Stand 2018):

  • Gleinalmtunnel € 9,00
  • Bosrucktunnel € 5,50

SperrenBearbeiten

Beim Brand eines Busses am 4. August 2016 wurde die Tunneldecke des Gleinalmtunnels schwer beschädigt. Dadurch musste die Autobahn zwischen dem Knoten St. Michael und der Anschlussstelle Übelbach bis zum 25. August 2016 gesperrt werden.[14] Die Umleitung erfolgte über Bruck an der Mur, über die Semmering-Schnellstraße S 6 und die Brucker Schnellstraße S 35; der Transitverkehr wurde weiträumig über die Tauern Autobahn A 10 und die Süd Autobahn A 2 umgeleitet.[15]

Am 5. Oktober 2018 ereignete sich ein ähnlicher Feuerunfall, diesmal in der erst vor kurzem eröffneten Oströhre. Dabei geriet ein Sondertransport mit einem 400-Tonnen-Kranwagen in Brand. Auch diesmal kommt es zu einer längeren Sperre des Tunnels (voraussichtlich bis zu 2 Monate) und Umleitungen wie oben bereits beschrieben.[16] Der Tunnel wurde am 7. Dezember 2018 wieder für den Verkehr freigegeben.[17]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pyhrn Autobahn A9 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

LiteraturBearbeiten

  • Bernd Kreuzer: Der Bau der Autobahnen und Schnellstraße in Österreich. – In: ASFINAG (Hrsg.): Das Autobahnnetz in Österreich. 30 Jahre Asfinag. – Wien, 2012, S. 69

EinzelnachweiseBearbeiten

Anm. 1 wenn beim Tunnel 2x km- bzw. m-Angaben stehen → li. bzw. re. Ri.-Fahrbahn; Tunnellängen inkl. Galerien[18]
Schreibweise der Anschlussstellen (tw.) und Tunnel laut ASFINAG
  1. Grünes Licht für neue Auf- und Abfahrt Hengsberg an der A9 Pyhrn Autobahn auf meinbezirk.at am 22. Juni 2018, abgerufen am 23. Juni 2018
  2. Bosrucktunnel bekommt „Ohren“ auf ooe.orf.at
  3. ASFINAG: Neuer Bosrucktunnel bringt mehr Sicherheit für Verkehrsteilnehmer auf www.ots.at, abgerufen am 6. November 2015
  4. Zweiröhrig ausgebauter A 9 Bosrucktunnel feierlich eröffnet (Memento des Originals vom 21. November 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.asfinag.at auf www.asfinag.at, abgerufen am 6. November 2015
  5. Gleinalmtunnel: Zweite Röhre eröffnet, Meldung auf ORF-online vom 21. Juli 2017
  6. ASFINAG A 9 Vollausbau Gleinalmtunnel (Memento des Originals vom 14. Mai 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.asfinag.at
  7. Asfinag A 9 PYHRN AUTOBAHN VOLLAUSBAU TUNNELKETTE KLAUS
  8. Tunnelkette Klaus wird freigegeben orf.at, 18. Dezember 2018, abgerufen 19. Dezember 2018.
  9. Übersicht des Projekts „A 9 Pyhrn Autobahn Vollausbau Gleinalmtunnel“ auf asfinag.at (Memento des Originals vom 14. Mai 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.asfinag.at
  10. Millionenpaket für die Autobahnen
  11. ASFINAG/Verkehrstelematik auf www.asfinag.at, abgerufen am 14. Mai 2010
  12. ASFINAG Fahrplan 2010 für die Steiermark@1@2Vorlage:Toter Link/www.asfinag.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. Ab Montag: Section Control in Plabutschtunnel „scharf“ auf derStandard.at am 8. Oktober 2011, abgerufen am 23. Juni 2018
  14. Gleinalmtunnel wieder frei (abgerufen am 24. September 2016)
  15. Kleine Zeitung vom 5. August 2016: Tunnel bleibt noch ein bis eineinhalb Monate gesperrt, abgerufen am 5. August 2016
  16. Kleine Zeitung vom 6. Oktober 2018: Nach Feuer bleibt Gleinalmtunnel zwei Monate gesperrt, abgerufen am 8. Oktober 2016
  17. Gleinalmtunnel nach Brand wieder offen orf.at, 7. Dezember 2018, abgerufen 11. Dezember 2018.
  18. Tunnelliste 2018 bei www.bmvit.gv.at (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie)