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Zulässige Höchstgeschwindigkeit

maximal legal erlaubte Geschwindigkeit
(Weitergeleitet von Tempolimit)
Hier zulässige Höchstgeschwindigkeit: 10 km/h

Die zulässige oder erlaubte Höchstgeschwindigkeit, auch Geschwindigkeitsbeschränkung, ist ein verbindlicher Grenzwert für die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs, der nicht überschritten werden darf. Umgangssprachlich ist in diesem Zusammenhang auch der Begriff Tempolimit gebräuchlich.

Sie kann generell per Verordnung festgelegt oder durch Verkehrszeichen gekennzeichnet sein und gilt für bestimmte Fahrzeuge, Beförderung bestimmter Güter oder auf bestimmten Strecken von Straßen, Schienen- oder Wasserwegen sowie vereinzelt auch im Luftraum.

Inhaltsverzeichnis

StraßenverkehrBearbeiten

Physikalische GrundlagenBearbeiten

 
Zulässige Höchstgeschwindigkeiten und Grundfarbe der wegweisenden Beschilderung (blau/grün) auf Autobahnen in Europa.

Geschwindigkeitsbegrenzungen dienen in erster Linie dem Schutz der Verkehrsteilnehmer. Die kinetische Energie (Bewegungsenergie) eines Fahrzeuges, die bei einem Aufprall zerstörerisch wirkt, sowie der Bremsweg sind proportional zum Quadrat der Geschwindigkeit. Es gilt:

Kinetische Energie

 

Bremsweg bei Gefahrbremsung

 

Das bedeutet, dass bei einem Unfall mit beispielsweise 200 km/h die vierfache Menge an Energie durch eine plötzliche Verringerung der Geschwindigkeit (Crash) abgebaut werden muss im Vergleich zu einem Unfall mit 100 km/h. Die Masse des Fahrzeuges wirkt sich hingegen „nur“ linear auf die Bewegungsenergie aus. Ein Fahrzeug mit einer Masse von zwei Tonnen stellt bei einem Unfall potenziell die doppelte Menge an Energie bereit wie eins mit nur einer Tonne.

Der Bremsweg eines Autos ist bei 200 km/h ebenfalls viermal so lang verglichen mit demselben Fahrzeug bei 100 km/h.

Durch eine niedrigere Geschwindigkeit kann daher sowohl die Wahrscheinlichkeit als auch die Schwere von Unfällen deutlich verringert werden.[1]

Weitere AspekteBearbeiten

Oft werden auch an Unfallschwerpunkten wie Kreuzungen Geschwindigkeitsbegrenzungen eingerichtet. Es gibt Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen die Verkehrssicherheit hauptsächlich durch ihre Koordinierungsfunktion erhöhen – ähnlich der Vorschrift, auf einer bestimmten Straßenseite zu fahren. Geschwindigkeitsbegrenzungen können dazu beitragen, die Varianz der gefahrenen Geschwindigkeit zu verringern, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls weiter reduziert wird.[2]

Viele Geschwindigkeitsbegrenzungen dienen dem Umweltschutz, insbesondere dem Lärmschutz, da die Schallintensität des Reifen-Fahrbahn-Geräusches mit der dritten bis vierten Potenz, die des aerodynamischen Geräuschs mit etwa der sechsten Potenz der Geschwindigkeit ansteigt. Temporäre Begrenzungen gelten im Rahmen eines Ozonalarms, da auch der Ausstoß von Schadstoffen mit zunehmender Geschwindigkeit überproportional zunimmt.

Durch das Minimieren der im freien Verkehr üblichen Geschwindigkeitsunterschiede kann auch Staubildung vermieden werden: Möglichst adaptive aber auch permanente Limits (zum Beispiel bei Steigungen) bringen Verkehrsverflüssigungseffekte durch harmonisierte Geschwindigkeiten.[3]

Tempolimits werden weiterhin teils als wünschenswert erachtet, um einen kulturellen Umschwung und mehr Rücksichtsnahme im Straßenverkehr herbeizuführen.[4]

Generelle GeschwindigkeitsbegrenzungBearbeiten

Situation in den einzelnen LändernBearbeiten

Während sich die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten außerorts und auf Autobahnen europaweit teilweise unterscheiden, liegt die Begrenzung innerorts fast überall bei 50 km/h. Ausnahmen mit 60 km/h bilden nur die Ukraine sowie zeitweise Polen, wo dies zwischen 23.00 und 5.00 Uhr gilt. Albanien und Andorra hingegen haben in geschlossenen Ortschaften eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 km/h festgelegt.

Hinweisschilder an den Staatsgrenzen vom Ausland kommend:

In den europäischen Ländern gelten derzeit folgende allgemeine Geschwindigkeitsbeschränkungen, diese gelten, sofern keine andere Geschwindigkeit beschildert ist:

Alle Werte in km/h
Land PKW und Motorräder PKW mit Anhänger
 
Ortsgebiet[A 1]
  
Land-/Schnell- bzw.
Expressstraße
 
Autobahn
 
Ortsgebiet
  
Land-/Schnell- bzw.
Expressstraße
 
Autobahn
Åland  Åland 50 70/90 50 70/90
Albanien  Albanien 40 80/90 110 60/70 80
Andorra  Andorra 40 90
Belgien  Belgien (Wallonie und Brüssel) 50 90/120 120 50 70/90 120
Belgien (Flandern) 50 70/120 120 50 70/90 120
Bosnien und Herzegowina  Bosnien und Herzegowina 50 80/100 130 50 80 80
Bulgarien  Bulgarien 50 90 140 50 70 100
Danemark  Dänemark 50 80/90 130 50 70 80
Deutschland  Deutschland 50 100/∞[A 2] [A 3] 50 80/100[A 4] 80/100[A 4]
Faroer  Färöer 50 80 50 80
Finnland  Finnland 50 80/100[A 5] 120[A 5] 50 80 80
Frankreich  Frankreich 50 80 (90[A 6])/110 (100[A 7]) 110[A 7]/130 50 80 (>3,5 t zGG d. Z.)[A 8] 90 (>3,5 t zGG d. Z.)[A 8]
Griechenland  Griechenland 50 90[A 9] 130[A 10] 80 80
Gronland  Grönland 50 80 50 80
Irland  Irland 50 80/100[A 11] 120 80 80
Island  Island 50 80/90[A 12] 50 80
Isle of Man  Isle of Man 48 48
Italien  Italien 50 90[A 7]/110/130[A 13] 110[A 7]/130 50 70 80
Kroatien  Kroatien 50 90/100 130 80 90
Lettland  Lettland 50 90 ? ?
Liechtenstein  Liechtenstein 50 80/100
Litauen  Litauen 50 90/110[A 14] 130[A 14] 50 80/90 90
Luxemburg  Luxemburg 50 90/110 110[A 7]/130 50 90/75[A 7] 90/75[A 7]
Malta  Malta 50 80 60  
Monaco  Monaco 50
Montenegro  Montenegro 50 80  
Niederlande  Niederlande 50 80/100 130[A 15] 80 90
Nordmazedonien  Nordmazedonien 50 80 130  
Norwegen  Norwegen 50 80[A 16] 80[A 17] 80/60[A 18] 80/60[A 19]
Osterreich  Österreich 50 100 130 50 100[A 20]/80[A 21]/70[A 22]/80[A 23] 100[A 24]/80[A 25]
Polen  Polen 50/60[A 26] 90/100/120[A 27] 140[A 28] 70 80
Portugal  Portugal 50 90/100 120 70/80 100
Rumänien  Rumänien 50 90/100 130 80 100
Russland  Russland 60 90 110 60 70 90
San Marino  San Marino 50 90 130
Schweden  Schweden 40–60 70–90/100 110–120 80 80
Schweiz  Schweiz 50 80/100 120[A 29] 50 80 80
Serbien  Serbien 50 80/100 130[5]
Slowakei  Slowakei 50 90/130 130[A 30] 90 90
Slowenien  Slowenien 50 90/110 130 80 100[A 24]/80[A 25]
Spanien  Spanien 50 90/100 120[A 31] 50 70/80 80
Tschechien  Tschechien 50 90/110 130[A 32] 80 80
Ukraine  Ukraine 50 90/110 130
Ungarn  Ungarn 50 90/110 130 70 80
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 48 96/112 112 48 80/96 96
Zypern Republik  Zypern 50 80 100 50 80 100
AnmerkungenBearbeiten
  1. In vielen europäischen Ländern sind Tempo-30-Zonen in Wohngebieten bekannt.
  2. bei baulich getrennten Fahrbahnen oder bei mindestens zwei markierten Fahrstreifen je Richtung keine festgelegte Höchstgeschwindigkeit, sondern Richtgeschwindigkeit 130 km/h
  3. kein Tempolimit, die Richtgeschwindigkeit beträgt 130 km/h; Haftungsteilung bei Unfällen, wenn Fahrer schneller als 130 km/h war, siehe BGH Urteil vom 17. März 1992 – VI ZR 62/91
  4. a b unter bestimmten Voraussetzungen auf Kraftfahrstraßen und Autobahnen, die eine Begutachtung durch den TÜV erfordern (vgl. Pferdeanhänger)
  5. a b Wohnmobile ab 1,8 t: 80 km/h
  6. mehrspurige Straßen
  7. a b c d e f g bei Regen
  8. a b Gilt für Gespanne mit zulässigem Gesamtgewicht des Zuges von mehr als 3,5 t. Leichtere Gespanne werden wie PKW behandelt, siehe Article R413-2 und Article R413-8 Code de la route.
  9. für Motorräder 80 km/h
  10. für Motorräder 90 km/h
  11. auf Nationalstraßen
  12. bei befestigter (asphaltierter) Fahrbahndecke: 90 km/h; auf Schotteroberflächen: 80 km/h
  13. für Motorräder 110 km/h
  14. a b von Oktober bis März gilt 100 km/h auf Schnellstraßen und 110 km/h auf Autobahnen
  15. zum 1. September 2012 wurde die Höchstgeschwindigkeit in den Niederlanden auf 130 km/h erhöht, siehe hier
  16. einige norwegische Schnellstraßen mit bis zu 90 km/h beschildert
  17. einige norwegische Autobahnen mit bis zu 110 km/h beschildert, siehe hier
  18. in Norwegen 60 km/h mit ungebremstem ab 300 kg schwerem Anhänger, siehe § 13 5. trafikkregler
  19. in Norwegen 60 km/h mit ungebremstem ab 300 kg schwerem Anhänger auch auf Autobahnen, siehe § 13 5. trafikkregler
  20. PKW mit leichtem Anhänger
  21. wenn ein schwerer Anhänger gezogen wird und die Summe der zulässigen Gesamtmassen 3,5 t nicht übersteigt
  22. außerorts, wenn ein schwerer Anhänger gezogen wird und die Summe der zulässigen Gesamtmassen 3,5 t übersteigt
  23. auf Schnellstraßen (Autostraßen), wenn ein schwerer Anhänger gezogen wird und die Summe der zulässigen Gesamtmassen 3,5 t übersteigt
  24. a b PKW mit leichtem Anhänger oder mit schwerem Anhänger, wenn die Summe der zulässigen Gesamtmassen 3,5 t nicht übersteigt
  25. a b wenn ein schwerer Anhänger gezogen wird und die Summe der zulässigen Gesamtmassen 3,5 t übersteigt
  26. 50 km/h von 5 bis 23 Uhr, 60 km/h von 23 bis 5 Uhr
  27. auf einbahnigen Kraftfahrstraßen und zweibahnigen Straßen mit mindestens zwei Fahrstreifen in jeder Fahrtrichtung 100 km/h; auf zweibahnigen Kraftfahrstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen in jeder Fahrtrichtung 110 km/h; sonst 90 km/h. Zum 1. Januar 2011 wurde eine Erhöhung auf 120 km/h beschlossen
  28. Erhöhung auf 140 km/h ab 2011 beschlossen, siehe hier
  29. LKW und Gelenkbusse: 80 km/h; Reisebusse: 100 km/h
  30. Erhöhung auf 160 km/h auf einigen Strecken geplant, siehe hier
  31. Aufgrund des Ölpreisanstiegs erfolgte in der Zeit vom 7. März 2011 bis zum 30. Juni 2011 eine temporäre Absenkung auf 110 km/h. Siehe hier
  32. Ursprünglich Erhöhung auf 160 km/h auf einigen Strecken ab 2009 geplant, siehe hier (PDF; 327 kB)
Einzelne StaatenBearbeiten

Deutschland

Zur Situation in Deutschland siehe Zulässige Höchstgeschwindigkeit im Straßenverkehr (Deutschland).

Liechtenstein

Zur Situation in Liechtenstein siehe Strassensystem in der Schweiz und in Liechtenstein#Geschwindigkeitsbeschränkungen in Liechtenstein.

Schweiz

Zur Situation in der Schweiz siehe Strassensystem in der Schweiz und in Liechtenstein#Geschwindigkeitsbeschränkungen in der Schweiz.

Österreich

Unabhängig vom Transportmittel gelten im Straßenverkehr besondere Höchstgeschwindigkeiten für Großviehtransporte: 50/70/80/80. Als Großvieh gelten: Pferde, Esel, Maultiere, Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine (auch bei Privattransporten).

Frankreich

Seit Juli 2018 ist auf Landstraßen nur noch eine Geschwindigkeit von 80 km/h (bis dahin 90 km/h) zulässig.

Vereinigte Staaten

 
Zulässige Höchstgeschwindigkeiten in den USA

In den Vereinigten Staaten gibt es je nach Bundesstaat und teilweise je nach County unterschiedliche zulässige Höchstgeschwindigkeiten.

Straßen ohne generelle GeschwindigkeitsbegrenzungBearbeiten

In fast allen Staaten gibt es eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung für alle Straßentypen. Auf einigen Straßen wurde bis heute keine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt. Das bekannteste Beispiel sind die deutschen Autobahnen.

Auf der Isle of Man kennen selbst Nebenstraßen keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Allerdings gab es auf der 74.000 Einwohner fassenden Insel von 1993 bis 2003 112 Tote und 1042 (circa 1,4 % der Gesamtbevölkerung) schwer verletzte Opfer im Straßenverkehr. Ein Ende 2004 eingebrachter Vorschlag zur Einführung von Geschwindigkeitsbegrenzungen stieß auf überwiegende Ablehnung und wurde nicht weiter verfolgt.

Keine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt haben zudem Afghanistan, Bhutan, Burundi, Haiti, Mauretanien, Myanmar, Nepal, Nordkorea, Somalia, Vanuatu und der indische Bundesstaat Uttar Pradesh. In einigen dieser Länder bestehen aber durchaus punktuelle Geschwindigkeitsbegrenzungen.

In Tibet und im Northern Territory in Australien gab es bis 2007 keine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung. Ebenso hatte der US-amerikanische Bundesstaat Montana von 1995 bis 1999 keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Die Verkehrsteilnehmer waren – wie etwa auf deutschen Autobahnen auch – trotzdem verpflichtet, „vernünftig“ zu fahren. Es lag im Ermessensspielraum der Behörden, Bußen trotz fehlender Schilder zu verhängen; die Grenze hierfür lag oftmals bei 90 mph (145 km/h).

Ruanda besaß bis vor wenigen Jahren ebenfalls keine Geschwindigkeitsbegrenzung. 1996 zählte Ruanda zu den Ländern mit der geringsten Verkehrssicherheit weltweit, die Gründe hierfür waren allerdings sehr vielfältig. Es war normal, geltende Verkehrsregeln nicht zu beachten, und das Fahren unter Einfluss von Drogen, insbesondere Alkohol, war vergleichsweise häufig. Das gesamte Straßennetz befand sich zudem in einem desolaten Zustand. Im Zuge eines umfassenden Programms zur Verbesserung dieser Situation wurden 2001 auch Geschwindigkeitsbegrenzungen – 40 km/h innerorts und 80 km/h über Land – eingeführt.

GeschichteBearbeiten

 
Geschwindigkeitsbegrenzung für Fuhrwerke, Jahr 1838, Stadt Neustadt/Holstein

Geschwindigkeitsbegrenzungen entstanden nicht erst nach der Erfindung des Automobils. Bereits für Pferdegespanne wurde die Geschwindigkeit auf Schritt- oder Trabgeschwindigkeit begrenzt (siehe Foto rechts mit Beispiel aus dem Jahr 1838). Das Kreisamtsblatt Regensburg berichtete, dass im April 1847 "4 Personen Strafen wegen zu schnellen Reitens oder Fahrens mit der Kutsche" kassiert hätten.[6] In der Anfangszeit des Automobils hatten die meisten Staaten keine entsprechenden Regelungen. Stattdessen gab es in einigen Gegenden Regelungen zum wirtschaftlichen Schutz der klassischen Pferdegespanne, welche Automobile auf selbst für die damalige Zeit sehr niedrige Geschwindigkeiten begrenzten, mit denen sie wirtschaftlich nutzlos waren. Erst im Laufe der Zeit wurden diese Begrenzungen aufgehoben. In Großbritannien galt von 1865 bis 1896 der Red Flag Act, der die Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen (damals Dampfwagen) auf 2 mph (3,2 km/h) innerorts und 4 mph (6,4 km/h) außerorts beschränkte.

Geschwindigkeitsbegrenzungen in DeutschlandBearbeiten

Im Jahr 1909 erließ der deutsche Kaiser das erste Kraftfahrgesetz für das Deutsche Reich, Vorläufer der Straßenverkehrsordnung und Straßenverkehrszulassungsordnung. Es galt ab 1910 für Fahrzeuge bis 5,5 Tonnen innerorts eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 15 km/h. Ab dem 1. März 1923 war per Reichsverordnung innerorts eine Geschwindigkeit von 30 km/h erlaubt. Diese konnte die höhere Verwaltungsbehörde auf 40 km/h erhöhen. Die erste Reichsstraßenverkehrsordnung von 1934 hob zwischenzeitlich alle Geschwindigkeitsbeschränkungen auf. 1939 wurden erneut Beschränkungen eingeführt, gültig auch auf den neuen Autobahnen. Es galten fortan 40 km/h in geschlossenen Ortschaften; außerhalb 80 km/h für PKW und 60 km/h für Lastwagen und Busse.

Die Bundesrepublik Deutschland hob diese Regelungen teilweise wieder auf: Vom 23. Januar 1953 bis zum 31. August 1957 gab es keine Geschwindigkeitsbeschränkungen für Personenwagen und Motorräder. Erst zum 1. September 1957 wurde innerorts eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h eingeführt. Über eine weitergehende Beschränkung auf 30 km/h innerorts wird regierungsseitig seit 1983 diskutiert (Höcherl-Kommission).

Geschwindigkeitsbegrenzungen in anderen StaatenBearbeiten

1985 lag in mehreren europäischen Staaten die Geschwindigkeitsbeschränkung innerorts noch bei 60 km/h: Belgien, Bulgarien, Tschechoslowakei, Dänemark, Frankreich, Jugoslawien, Luxemburg, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien und Ungarn. In der Schweiz war diese Beschränkung bis zum 31. Dezember 1983 gültig. Die Slowakei senkte im Februar 2009 und Serbien im Dezember 2009 die bis dato innerorts geltende Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 auf 50 km/h.

Immer wieder wurde in einigen Ländern eine Erhöhung der zulässigen Geschwindigkeit auf Autobahnen diskutiert bzw. in Versuchen erprobt, in einzelnen Staaten wurde die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen oder auf ausgewählten Strecken daraufhin erhöht:

  • In Dänemark sind seit April 2004 auf etwa zwei Dritteln der Autobahnen 130 statt 110 km/h erlaubt.[7]
  • In Großbritannien brachte der Politiker Philip Hammond 2011 eine Anhebung der seit 1965 geltenden Begrenzung auf 70 mph (etwa 112 km/h) auf 80 mph (rund 128 km/h) auf Autobahnen ins Gespräch, der Vorschlag wurde aber nicht umgesetzt.[8]
  • In Italien wurde 2013 auf einigen dreispurigen Autobahnen mit Seitenstreifen die zulässige Geschwindigkeit per Beschilderung von 130 auf 150 km/h erhöht.[9] Sonst gilt landesweit 130 km/h auf den Autobahnen.[10]
  • In Österreich wurde 2006 auf der Tauern-Autobahn ein Versuch mit 160 km/h gestartet, aber nach wenigen Monaten wieder beendet. Variable Geschwindigkeitsanzeigen erlaubten bei guten Wetter- und Verkehrsverhältnissen bis zu 160 km/h, bei schlechtem Wetter aber auch nur 80 km/h. Heute sind dort wieder 130 km/h zulässig, das Thema 160 km/h wird in Österreich derzeit nicht mehr verfolgt.[11]
  • In den Niederlanden wurde nach einer einjährigen Testphase auf einigen Autobahnabschnitten die Höchstgeschwindigkeit generell von 120 auf 130 km/h angehoben. Dies betrifft ungefähr die Hälfte des Autobahnnetzes.[12]
  • In Polen wurde zum 1. Januar 2011 die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen von 130 auf 140 km/h angehoben, auf autobahnähnlichen Schnellstraßen von 110 auf 120 km/h.[13]
  • In Schweden wurden ab September 2008 auf rund 300 km Autobahn 120 km/h eingeführt. Aber auf vielen regionalen Landstraßen (mehr als 5000 km) war die Höchstgeschwindigkeit 2008–2009 von 90 auf 80 km/h gesenkt.[14]
  • Israel hat im Januar 2011 seine Höchstgeschwindigkeit auf einigen Schnellstraßen auf bis zu 110 km/h erhöht, mit der Begründung, dass das israelische Straßennetz dies aufgrund seiner Fortschritte in puncto Sicherheit erlaube.
  • Die Ukraine setzte im März 2009 die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerorts (ohne Autobahnen) von 90 auf 110 km/h hoch.
  • Im US-Bundesstaat Texas wurde im Oktober 2012 die zulässige Höchstgeschwindigkeit eines Schnellstraßenabschnitts auf umgerechnet 137 km/h (85 mph) angehoben. Dies betrifft bislang nur einen 66 km langen Teil des mautpflichtigen State Highway 130, der in Höhe der Stadt Austin als Umgehung fungiert und den vorhandenen Interstate Highway 35 entlasten soll. In Texas ist somit die zurzeit höchste in den USA legal zu fahrende Geschwindigkeit vorzufinden.[15]

Ausschilderung von GeschwindigkeitsbegrenzungenBearbeiten

Über generelle hinausgehende Geschwindigkeitsbegrenzungen werden durch entsprechende Zeichen angezeigt. Fast überall auf der Welt wird hierzu ein kreisrundes Schild mit rotem Rand benutzt. In den Vereinigten Staaten und Kanada werden jedoch viereckige Zeichen verwendet.

Während in den meisten Ländern die Geschwindigkeitsbegrenzungen in km/h angezeigt werden, werden sie in Großbritannien und in den USA in Meilen pro Stunde (mph) angegeben. Da Großbritannien dieselben Schilder wie das europäische Festland benutzt, kommt es bei Kontinentaleuropäern gelegentlich durch den fehlenden Hinweis auf die Maßeinheit zu Irritationen. Die Geschwindigkeit wird in der Regel als ganzes Vielfaches von fünf oder zehn angegeben, im deutschsprachigen Raum sind Zehnerschritte üblich.

Die Zeichen können durch unterhalb angebrachte Zusatzschilder in ihrer Gültigkeit beschränkt werden, so dass es z. B. nur bei nasser Fahrbahn gilt. Eine Beschilderung kann entweder dauernd oder zeitlich begrenzt – etwa an Baustellen – sein. Zusätzlich zu den Tafeln können Tempolimits auch noch direkt auf der Fahrbahn markiert werden. Sie haben aber nur Hinweis- oder Erinnerungscharakter und sind gesetzlich nicht bindend.

Besondere Geschwindigkeitsbegrenzungen werden im europäischen Raum durch die Zeichen „Ende der zulässigen Höchstgeschwindigkeit“, „Ende sämtlicher Streckenverbote“ oder durch ein anderes geschwindigkeitsregelndes Verkehrsschild (z. B. Ortsschilder) aufgehoben. In einigen Ländern endet eine Geschwindigkeitsbegrenzung ebenso wie Verbote an der nächsten Kreuzung oder Einmündung (z. B. Tschechische Republik).

In Deutschland, Österreich und der Schweiz kann alternativ eine Geschwindigkeitsbegrenzung auch mit Zeichen „Beginn der Zone mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit“ (Deutschland: Zeichen Nr. 274.1) angezeigt werden; es wird in diesem Fall mit Zeichen „Ende der Zone mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit“ (Deutschland: Zeichen Nr. 274.2) aufgehoben. Das in der Schweiz in Ortschaften existierende Zeichen „Generelle Höchstgeschwindigkeit“ hat eine ähnliche Funktion wie das Zonenzeichen. In Schweden gibt es keine Beschilderung mit „Ende der zulässigen Höchstgeschwindigkeit“, nur Beschilderung mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit. Der Beginn des Ortsgebietes ist in Schweden auch mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit beschildert.

Missachtung und KontrolleBearbeiten

 
Polizisten bei der Geschwindigkeitsmessung mit einer Laserpistole

Geschwindigkeitsbegrenzungen stoßen bei manchen Verkehrsteilnehmern auf wenig Akzeptanz. Allerdings wird das Fahren mit unerlaubt hoher Geschwindigkeit in vielen Statistiken als häufigste[16] oder zweithäufigste Ursache für tödliche Unfälle aufgeführt.

Um ein Einhalten der Geschwindigkeitsbegrenzung zu gewährleisten sowie zur Ermittlung und Verfolgung von Übertretungen werden im Rahmen der Verkehrsüberwachung Kontrollen durchgeführt. Diese nutzen heute oftmals Hilfsmittel wie Radargeräte, Laserpistolen oder Abschnittskontrollen. In vielen Ländern werden solche Ermittlungen durch die Polizei vollzogen. Um den erzieherischen Effekt gegenüber der Bestrafung in den Vordergrund zu stellen, werden auch Tempoanzeigegeräte aufgestellt, die dem Autofahrer die gefahrene Geschwindigkeit anzeigen.

Andere KontinenteBearbeiten

 
Generelle Geschwindigkeitsbegrenzung in Thailand
  • In Australien gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 100, 110 oder 120 km/h auf Highways, Freilandstraßen haben eine von 80 km/h. Im Northern Territory gab es bis 2007 außerorts keine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung, seitdem gilt jedoch Tempo 110 oder 130 km/h.[17]
  • In Brunei gilt auf Autobahnen 100 km/h, auf Freilandstraßen 80 km/h und innerorts 50 km/h als Höchstgeschwindigkeit.
  • In der Volksrepublik China gilt seit 1. Mai 2004 auf Autobahnen eine Begrenzung auf 120 km/h, vorher lag sie bei 110 km/h. Autostraßen (kuaisu gonglu) haben meistens ein Limit von 100 km/h. Freilandstraßen (China National Highways, die aber keine Autobahnen sind) haben eine erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.
  • Im Iran gelten innerorts 50 km/h. Auf Stadtautobahnen 110 km/h, falls nicht anders beschildert. Auf Landstraßen mit Gegenverkehr tagsüber 95 km/h, nachts 85 km/h, ohne Gegenverkehr 110 km/h. Auf Autobahnen gilt 120 km/h und für Busse und Lastwagen 110 km/h.
  • In Kanada darf man je nach Provinz auf Highways 100 oder 110 km/h fahren. Die Limits sind in km/h ausgeschildert.
  • In Namibia gelten innerorts 60 km/h, auf befestigten Straßen außerhalb von Ortschaften 120 km/h, auf unbefestigten Straßen außerhalb von Ortschaften 100 km/h. Für Lastkraftwagen gelten außerorts 80 km/h, für Busse 100 km/h.
  • In Neuseeland gelten 50 km/h innerorts und 100 km/h auf Landstraßen und Autobahnen. Fahrschüler dürfen generell maximal 70 km/h fahren. Lastwagen haben eine erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h, Schulbusse von 80 km/h.
  • In Peru gilt auf der Autobahn (Panamericana in Lima) 120 km/h, auf Landstraßen gilt 80 km/h und in Ortschaften 30 km/h.
  • In Südafrika gelten innerorts 60 km/h, außerhalb von Ortschaften 100 km/h und auf Autobahnen 120 km/h.
  • In Südkorea gilt auf Autobahnen derzeit 110 km/h. Jedoch plant die koreanische Regierung ein Projekt zur Etablierung eines „intelligenten Autobahnsystems der nächsten Generation“, auf der man zukünftig mit bis zu 160 km/h sicher und mit weniger Lärm fahren können soll. Dazu soll bis zum Jahr 2016 eine 30 km lange Teststrecke gebaut werden[18].
  • In den USA gilt je nach Bundesstaat auf Interstate Highways (vergleichbar Autobahnen) ein Tempolimit zwischen 89 und 137 km/h (55 bis 85 mph). Auf „normalen“ Highways (vergleichbar Landstraßen) sind 89 km/h (55 mph), teilweise auch 105 km/h (65 mph), erlaubt.
  • In den Vereinigten Arabischen Emiraten gilt auf Autobahnen 120 km/h, auf Freilandstraßen 80 km/h und innerorts 60 km/h als Tempolimit.

SchienenverkehrBearbeiten

 
Geschwindigkeitstafel vmax 120 km/h bei Kilometer 5,7 an der Marchegger Ostbahn
 
Ein Ks-Signal im Bahnhof Bad Vilbel (Main-Weser-Bahn) zeigt Ks 2 (Fahrt, Halt erwarten) mit Zs 3 „6“ (Geschwindigkeits­beschränkung auf 60 km/h)
 
Kesselschild mit Geschwindigkeits­angabe an der Dampftramway­lokomotive Nr. 11, Bau­jahr 1884 der DTKC
Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Im Schienenverkehr hängt die zulässige Geschwindigkeit vom Ausbauzustand des Fahrweges, den Fahrzeugeigenschaften und vom Fahrplan ab. Maßgebend ist jeweils der geringste Wert. Streckenseitig begrenzend wirken Bogenradien, die Oberbauform sowie sicherungstechnische Kriterien wie Vorsignalabstände, die Länge der Annäherungsstrecke von Wegübergangssicherungsanlagen sowie das Vorhandensein von Streckenblockanlagen und Zugbeeinflussungseinrichtungen. Auf Strecken ohne Streckenblock oder ohne wirkende Zugbeeinflussungsanlagen gilt in Deutschland derzeit eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h. Die zulässige Streckengeschwindigkeit wird den Triebfahrzeugführern durch Geschwindigkeitssignale mitgeteilt, Geschwindigkeitsverringerungen werden zusätzlich im Bremswegabstand vorsignalisiert. Die Geschwindigkeitssignalisierung hatte in der Vergangenheit Lücken, in Deutschland wurde bis in die 1960er Jahre der Beginn einer ständigen Geschwindigkeitsverringerung nicht signalisiert. Diese Lücke wurde durch die Deutsche Reichsbahn in den 1980er Jahren durch das generelle Aufstellen von Eckentafeln Lf 5 geschlossen. Die Deutsche Bundesbahn verzichtete dagegen mit der Einführung der Geschwindigkeitssignale Lf 6 und 7 auf die Signalisierung von Geschwindigkeitserhöhungen. Diese mussten die Fahrzeugführer dem Buchfahrplan entnehmen. Diese letzte Lücke schloss man erst in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre. Ein Signal „Ende der Geschwindigkeitsbegrenzung“ gibt es bei Bahnbetrieben üblicherweise nur für vorübergehende Langsamfahrstellen. Ständig geltende Geschwindigkeitsänderungen nach oben werden mit Angabe der neuen zulässigen Geschwindigkeit signalisiert.

Die im abzweigenden Strang von Weichen zulässige Geschwindigkeit hängt vom Bogenradius ab. Sie wird in der Regel durch das deckende Hauptsignal signalisiert und am Vorsignal oder rückgelegenen Hauptsignal vorangekündigt.

Fahrzeugseitig sind die Auslegung des Laufwerkes, das Bremsvermögen und zusätzlich die Antriebsleistung ausschlaggebend. Außerdem muss der Antrieb die nötigen Drehzahlen verkraften. Die äußerlich auffallende Folge waren die großen Treib- und Kuppelradsätze von schnelllaufenden Kolbendampflokomotiven. Triebwerksdrehzahlen über 300 min−1 sind bei diesen auf Dauer wegen der Belastung der Treib- und Kuppelzapfen und der Schmierung der gleitenden Teile nicht verkraftbar. Bei elektrischen Fahrmotoren wirken die Fliehkräfte begrenzend. Im Gegensatz zum Straßenverkehr ist bei jedem Schienenfahrzeug eine zulässige Geschwindigkeit festgelegt und am Fahrzeug angeschrieben. Bei Güterwagen geschieht das in der Regel nur codiert in der Wagennummer und im Gattungszeichen.

Bei Triebfahrzeugen wird in den Führerständen die im aktiven Betrieb zulässige Geschwindigkeit angegeben, außen etwa auf Langträgerhöhe die Schleppgeschwindigkeit. Sie ist wegen der in diesem Fall nicht wirksamen dynamischen Bremse häufig etwas niedriger. Bei Dampflokomotiven, die kalt wegen der Schmierung der im Betrieb unter Dampf bewegten Teile ohne Vorbereitung gar nicht längere Strecken bewegt werden sollen, sind die zulässigen Schleppgeschwindigkeiten mit und ohne Treib- und Kuppelstangen nur im Regelwerk hinterlegt. Der Abbau der Treib- und Schwingenstangen beseitigt zwar das Problem der Schmierung der unter Dampf gehenden Teile, er stört jedoch den Masseausgleich. Die Folge sind zulässige Schleppgeschwindigkeiten von oft nur 30 bis 50 km/h, wobei aufwändige Vierzylinderlokomotiven häufig deutlich besser abschneiden. Auf die Treib- und Kuppelzapfen aufgesetzte Gegenmassen verbessern den durch den Stangenabbau gestörten Masseausgleich und erlauben Schleppgeschwindigkeiten bis zur zulässigen Fahrgeschwindigkeit. Genutzt wurden sie vor allem für Überführungsfahrten von elektrischen und Diesellokomotiven mit Stangenantrieb.

Grundsätzlich wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit einer Zugfahrt global sowie für jeden einzelnen Streckenabschnitt im Buchfahrplan festgelegt. Darüber hinausgehende weitere Einschränkungen wie vorübergehende Langsamfahrstellen werden durch Signale angezeigt oder dem Triebfahrzeugführer durch Befehle mitgeteilt (etwa beim Fahren auf Sicht).

Für die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ist der Triebfahrzeugführer verantwortlich. Die meisten Bahnen haben zudem technische Einrichtungen, die die zulässige Höchstgeschwindigkeit überwachen. Entsprechende Anlagen gingen bei den Preußischen Staatseisenbahnen Anfang des 20. Jahrhunderts in Betrieb.[19] In Deutschland wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit heute durch die punkt- (PZB) oder linienförmige Zugbeeinflussung (LZB) überwacht. Mit dem European Train Control System ist ein europaweiter Standard vorgesehen.

Für Rangierfahrten gilt in Deutschland eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 25, bei Ansage des freien Fahrwegs von 40 km/h.

Bei Straßenbahnbetrieben gelten bei der Teilnahme am Straßenverkehr die allgemein zulässigen Geschwindigkeiten. Wegen des besseren Bremsvermögens sind auf besonderem und vom Straßenverkehr vollständig getrenntem Bahnkörper auch beim Fahren auf Sicht höhere Geschwindigkeiten als im Eisenbahnbetrieb unter vergleichbaren Umständen zulässig.

See- und KüstenschifffahrtBearbeiten

 
Schifffahrtszeichen bei Helsinki, Finnland

In der Seeschifffahrt werden Geschwindigkeitsbeschränkungen in Küstennähe nicht nur zum Kollisionsschutz, sondern auch zur Vermeidung von Schäden durch Wellenschlag und Sog verhängt. Die Begrenzung auf Kanälen und in Flussmündungen ist meist nach Schiffstypen gestaffelt.

Auf die Einhaltung achten der Kapitän und gegebenenfalls der Lotse. Sofern ein zu schnelles Schiff noch innerhalb der Hoheitsgewässer gestellt wird, drohen Bußgelder und zivilrechtliche Ansprüche.

Auf freier See besteht keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

LuftfahrtBearbeiten

In der Zivilluftfahrt ist für den Sichtflug in Deutschland in den meisten Lufträumen unter 3000 m (Luftraum D, E unter FL 100 und G) aus Sicherheitsgründen (Kollisionsvermeidung) eine Höchstgeschwindigkeit von 250 Knoten (circa 460 km/h) vorgeschrieben. Im kontrollierten Sichtflug und Instrumentenflug ist dank Radarführung durch die Flugverkehrskontrolle eine höhere Geschwindigkeit möglich – physikalisch bedingt für Strahlflugzeuge bis knapp unter der Schallgeschwindigkeit. In diesem Bereich verkehren üblicherweise die Flugzeuge der kommerziellen Luftfahrt im Reiseflug. Eine Überschreitung der Schallgeschwindigkeit ist wegen des Überschallknalls im deutschen Luftraum für die zivile Luftfahrt nicht gestattet.

Im Gegensatz hierzu ist ein Überschreiten der Schallgeschwindigkeit für militärische Luftfahrzeuge in großer Höhe (über FL 360, das entspricht 10 800 m) mit Radarführung möglich. Dabei sind dichtbesiedelte Regionen zu vermeiden. Diese Flüge dienen überwiegend Systemtests nach der Wartung von Kampfflugzeugen.

Anders als bei Fahrzeugen senkt eine Geschwindigkeitsbegrenzung in der Luftfahrt nicht in allen Fällen den Treibstoffverbrauch. Starrflügelflugzeuge arbeiten am wirtschaftlichsten in einer großen Flughöhe, da hier die Luft dünner und damit der Luftwiderstand geringer ist. Um trotz der dünnen Luft den notwendigen Auftrieb zu erhalten, müssen die Flugzeuge jedoch schneller fliegen als in niedriger Höhe. Dadurch steigt im wirtschaftlichsten Reiseflug eines Verkehrsflugzeuges seine Mindestgeschwindigkeit in die Nähe der Höchstgeschwindigkeit. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung würde die Flugzeuge wegen der gegenseitigen Abhängigkeit von Masse, Auftrieb, Vortrieb und Widerstand zu niedrigeren Flughöhen zwingen und damit den Treibstoffverbrauch erhöhen.

WeblinksBearbeiten

  Wiktionary: Geschwindigkeitsbegrenzung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Abschätzung der Auswirkungen einer Senkung der Höchstgeschwindigkeit auf das Unfallgeschehen im Straßenverkehr. Bundesanstalt für Straßenwesen, Bergisch Gladbach 1984.
  2. Lave: Speeding, Coordination, and the 55 MPH Limit. In: The American Economic Review, 75(5), 1985, S. 1159–1164.
  3. Verkehrsverflüssigung durch Eliminierung der Geschwindigkeitsunterschiede.@1@2Vorlage:Toter Link/www.vwi.tu-dresden.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF) Institut für Wirtschaft und Verkehr an der Technischen Universität Dresden
  4. Die Zeit, "Im Straßenverkehr herrscht ein eher archaisches Gesellschaftsbild", 29. Januar 2019
  5. Serbien erhöht auf 130 Stundenkilometer In: Stuttgarter Zeitung vom 26. Mai 2018
  6. ADAC Motorwelt, 4/2016, S. 18
  7. Mehr Speed, weniger Tote. (Memento des Originals vom 19. Februar 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.auto-motor-und-sport.de auto, motor und sport, 29. April 2005; abgerufen am 6. März 2013
  8. Schneller Fahren für die Konjunktur. Focus Money Online, 30. September 2011; abgerufen am 6. März 2013
  9. Tempolimit auf Italiens Autobahnen. Handelsblatt, 24. Juli 2013; abgerufen am 6. März 2013
  10. Ratgeber Reise Italien – Abschnitt Geschwindigkeit. (Memento des Originals vom 27. August 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.adac.de ADAC; abgerufen am 6. März 2013
  11. Tempo 160 – erste Bilanz. In: Auto, Motor und Sport, 27. Juni 2005; abgerufen am 6. März 2013.
  12. Niederlande erhöhen Tempolimit auf 130km/h. WAZ, 5. September 2012; abgerufen am 6. März 2013
  13. Neue Tempolimits: Polen erlaubt mehr. (Memento des Originals vom 14. Januar 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.auto-motor-und-sport.de auto, motor und sport, 11. Januar 2011; abgerufen am 6. März 2013
  14. Utvärdering av nya hastighetsgränssystemet. (PDF; 1,3 MB; schwedisch)
  15. „Highspeed“ auf dem Highway. Autobild.de, 25. Oktober 2012; abgerufen am 6. März 2013
  16. Verkehrsunfallstatistik Hamburg 2001@1@2Vorlage:Toter Link/fhh1.hamburg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  17. . roadsafety.nt.gov.au (Memento des Originals vom 19. Juli 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.roadsafety.nt.gov.au S. 54.
  18. Kim Tae-gyu: 160km-An-Hour Highway Planned. In: The Korea Times. 2. August 2007, abgerufen am 29. August 2010 (englisch, Pläne des koreanischen Ministeriums für Infrastruktur und Transport).
  19. Eisenbahn-Directionsbezirk Mainz (Hrsg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisen-bahndirektion in Mainz vom 2. März 1907, Nr. 10. Bekanntmachung Nr. 113, S. 110.
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