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Pasto

Hauptstadt der kolumbianischen Abteilung von Nariño

Pasto oder vollständig San Juan de Pasto ist die Hauptstadt und eine Gemeinde (municipio) im Departamento Nariño im Südwesten Kolumbiens. Die Gemeinde hat 455.678 Einwohner, von denen 381.494 im städtischen Teil der Gemeinde (cabecera municipal) leben (Stand 2018).[1]

San Juan de Pasto
Koordinaten: 1° 13′ N, 77° 16′ W
Karte: Nariño
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San Juan de Pasto
San Juan de Pasto auf der Karte von Nariño
Colombia - Nariño - San Juan de Pasto.svg
Lage des gesamten Gebietes der Gemeinde Pasto auf der Karte von Nariño
Basisdaten
Staat Kolumbien
Departamento Nariño
Stadtgründung 1539
Einwohner 455.678 (2018)
Stadtinsignien
Coat of arms of San Juan de Pasto.png
Flag of San Juan de Pasto.svg
Detaildaten
Fläche 1181 km2
Bevölkerungsdichte 386 Ew./km2
Höhe 2527 m
Gewässer Laguna de la Cocha
Postleitzahl 520001-520099
Zeitzone UTC−5
Stadtvorsitz Pedro Vicente Obando Ordóñez (2016–2019)
Stadtpatron San Juan
Website www.pasto.gov.co
Stadtteil von Pasto
Stadtteil von Pasto
Pasto und der Vulkan Galeras im Hintergrund
Pasto und der Vulkan Galeras im Hintergrund
Kathedrale von Pasto im Stadtzentrum
Kathedrale von Pasto im Stadtzentrum

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Pasto liegt in der Provinz Pasto im Departamento de Nariño auf einer Höhe von 2527 m ü. NN und hat eine Durchschnittstemperatur von 12° C. Die Gemeinde besteht im städtischen Teil aus 12 Comunas und im ländlichen Teil aus 17 Corregimientos.[2] Pasto liegt am Fuße des Vulkans Galeras, in der kalten, aber fruchtbaren Hochebene von Atriz. Die Gemeinde grenzt im Norden an Chachagüí und Buesaco, im Osten an Sibundoy, Santiago, Villagarzón und Orito im Departamento de Putumayo, im Süden an Funes und im Westen an Tangua, Consacá und Nariño.

GeschichteBearbeiten

Pasto wurde 1537 durch den spanischen Eroberer Sebastián de Belalcázar gegründet und erhielt seinen Namen vom dort einheimischen indigenen Volk der Pastos. Die Stadtrechte erhielt Pasto 1559 zusammen mit dem Beinamen San Juan zu Ehren von Johannes dem Täufer. Mit der Gründung von Nariño als Departamento wurde die Stadt als Pasto dessen Hauptstadt.[2]

Kunst und KulturBearbeiten

Karneval der Schwarzen und WeißenBearbeiten

Die Stadt feiert jedes Jahr vom 3. bis 6. Januar den Karneval von Schwarzen und Weißen (Spanisch Carnaval de Negros y Blancos). Auf aufwendig dekorierten Wagen präsentieren die Einwohner Legenden und Traditionen und spielen oft auch auf politische Ereignisse an. Die Stadt ist in diesen Tagen im Ausnahmezustand, da an einem Tag sich die Teilnehmer die Gesichter schwarz färben und am nächsten sich mit weißem Puder beschmeißen.

Für seine Farbenvielfalt, seine Fröhlichkeit und seinen kulturellen Wert hat die UNESCO den Karneval von Pasto zum mündlichen und geistigen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Der Karneval zieht viele Touristen aus allen Ecken des In- und Auslands an.

SonstigesBearbeiten

Pasto ist auch durch seine Gläubigkeit bekannt und bietet viele Kirchen zur Besichtigung, unter anderen die Kirche de Cristo Rey, San Felipe Neri, San Juan Bautista, Santiago, Kathedrale und Santuario Eucarístico Maridiaz.

Von spezieller Bedeutung ist eine alte traditionelle Technik der Lackierung, dem Barniz de Pasto, bekannt. Dieser Lack wird aus dem Mopa-Mopa-Baum gewonnen und wird gefärbt und verdünnt. Bei der Auftragung auf das Holz benutzt der Künstler ein Messer, um Verzierungen einzuarbeiten.

Das typische Gericht der Region ist der zubereitete Cuy.

BildungBearbeiten

Die Stadt verfügt über folgende Hochschulen:

  • Universidad de Nariño
  • Universidad Mariana
  • Universidad San Martín
  • Universidad Cooperativa
  • Universidad Antonio Nariño

SportBearbeiten

 
Estadio Departamental Libertad

In Pasto ist der Fußballverein Deportivo Pasto ansässig, der derzeit in der ersten kolumbianischen Liga spielt. Der größte Erfolge der Vereinsgeschichte war bislang die Erstliga-Meisterschaft 2006. Deportivo Pasto trägt seine Heimspiele im Estadio Departamental Libertad aus, das 1955 eröffnet wurde und 20.665 Zuschauern Platz bietet.

InfrastrukturBearbeiten

Pasto verfügt über den Flughafen Antonio Nariño, der den IATA-Code PSO hat. Der Flughafen liegt auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Chachagüí. Zudem liegt Pasto an der Panamericana, die Pasto nach Norden mit Popayán und Bogotá (865 km entfernt) und nach Süden mit Ipiales und dem Nachbarland Ecuador verbindet. Zudem gibt es Straßenverbindungen nach Tumaco und Mocoa.[3]

Pasto ist Sitz des Bistums Pasto.

KlimatabelleBearbeiten

Pasto
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
87
 
24
13
 
 
104
 
24
13
 
 
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24
14
 
 
159
 
24
14
 
 
128
 
24
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62
 
25
13
 
 
27
 
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13
 
 
32
 
25
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63
 
25
13
 
 
173
 
24
13
 
 
177
 
23
14
 
 
139
 
23
13
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Pasto
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 23,6 23,8 23,9 23,7 24,0 24,6 25,0 25,3 25,2 23,6 22,8 23,0 Ø 24
Min. Temperatur (°C) 13,4 13,3 13,7 13,7 13,0 13,1 13,3 12,9 13,2 13,3 13,5 13,2 Ø 13,3
Niederschlag (mm) 87 104 102 159 128 62 27 32 63 173 177 139 Σ 1.253
Sonnenstunden (h/d) 5,2 4,9 4,9 4,7 5,3 6,1 6,8 6,5 5,7 5,0 5,1 5,3 Ø 5,5
Regentage (d) 11 10 11 13 12 8 4 4 6 14 15 13 Σ 121
Luftfeuchtigkeit (%) 80 79 78 80 80 74 68 66 70 81 83 81 Ø 76,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
23,6
13,4
23,8
13,3
23,9
13,7
23,7
13,7
24,0
13,0
24,6
13,1
25,0
13,3
25,3
12,9
25,2
13,2
23,6
13,3
22,8
13,5
23,0
13,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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27
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177
139
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Witze über die PastusosBearbeiten

Wie viele Länder hat auch Kolumbien eine bestimmte Gruppe von Menschen, von denen ein Großteil der Witze handelt. Dies sind die Pastusos (Leute aus Pasto). Hintergrund ist, dass Pasto sich in der Geschichte des Landes oftmals anders entschied als die Mehrheit. Als die Unabhängigkeitskriege wüteten, war man in Pasto der Meinung, dass man sich nicht von der Krone Spaniens zu trennen habe. Die Witze über die angeblich etwas zurückgebliebene Art des Pastusos haben wohl darin ihre Wurzeln, dass dadurch zivile Unruhen in der Stadt entstanden, die dazu führten, dass der Anschluss an den Rest des Landes erst sehr spät stattfand.[4]

Kolumbiens Pastusos sind daher mit solchen Bevölkerungsgruppen wie den Walisern in England, den Ostfriesen oder Bayern in Deutschland oder den Tschuktschen in Russland zu vergleichen. Die Grundstruktur dieser Witze ähneln sich in den einzelnen Ländern oft. Die Pointe ist vielfach die gleiche, allein der Akteur/die Akteure wechseln.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pasto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hochrechnung der Einwohnerzahlen von Kolumbien auf der offiziellen Seite vom DANE
  2. a b Informationen zur Gemeinde auf der Webseite von Pasto
  3. Informationen zur Infrastruktur auf der Webseite der Gemeinde Pasto
  4. Chistes de pastusos chistesbuenos.biz, abgerufen am 22. Mai 2017 (spanisch)