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Landgericht Landsberg

Landgericht älterer Ordnung im Königreich Bayern

GeschichteBearbeiten

Das Pfleggericht bzw. Landgericht wurde erstmals 1270 bzw. 1280 in Urkunden erwähnt. Die Landgerichte waren in Bayern Gerichts- und Verwaltungsbehörden, die 1862 in administrativer Hinsicht von den Bezirksämtern und 1879 in juristischer Hinsicht von den Amtsgerichten abgelöst wurden. Das Landgericht Landsberg ist daher als Vorgängerorganisation des Landratsamtes Landsberg am Lech wie auch des Amtsgerichts Landsberg am Lech zu betrachten.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes am 1. Oktober 1879 wurde in Landsberg ein Amtsgericht errichtet, dessen Sprengel dem des vorhergehenden Landgerichtsbezirks älterer Ordnung entsprach. Aus Teilen der Landgerichtsbezirke Dachau und Landsberg war bereits 1823 das eigenständige Landgericht Bruck gebildet, der spätere Landkreis Fürstenfeldbruck.

Im 18. JahrhundertBearbeiten

Umfang und GrenzenBearbeiten

Im Jahr 1752 umfasste das Landgericht Landsberg sämtliche Gemeinden des Altlandkreises Landsberg am Lech vor der Gebietsreform 1972 und die Orte Seestall und Geltendorf, sowie:

Dem Landgericht unterstanden damals insgesamt 5959 Anwesen, von diesen unterstanden 3113 verschiedenen Niedergerichten, 2049 unmittelbar dem Landgericht, 556 der Stadt Landsberg und 241 dem Markt Dießen. Etwa 1800 hatte das Landgericht 29.000 Einwohner.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Das Landgericht Landsberg bestand aus den drei Ämtern Ober-, Mitter- und Unteramt.

OberamtBearbeiten

Das Oberamt umfasste die Gebiete Ummendorf und Peißenberg.

  • Gebiet Peißenberg: Ammerhöfe (23 Ortsteile), Feistenau, Fendt und Stadl

MitteramtBearbeiten

Das Mittermat umfasste die Gebiete Hofstetten und Penzing.

UnteramtBearbeiten

Das Mittermat umfasste die Gebiete Egling und Moorenweis

HofmarkenBearbeiten

Außerdem umfasste das Landgericht die folgenden Hofmarken, in Klammern der Inhaber im Jahr 1760:

  • Adelshofen (Grafen Fugger)
  • Brunnen (Kloster Dießen)
  • Dünzelbach (Grafen von Törring-Seefeld)
  • Emmenhausen (Kloster Hl. Kreuz Augsburg)
  • Sitz Emming (Freiherren von Füll)
  • Eresing (Freiherren von Füll)
  • Erpfting (Freiherren von Donnersberg)
  • Greifenberg (Freiherren von Perfall)
  • Grunertshofen (Freiherren von Füll)
  • Hofhegnenberg (Freiherren von Hegnenberg)
  • Holzhausen (Kloster Rottenbuch)
  • Hurlach (Freiherren von Donnersberg)
  • Kaltenberg (Jesuitenkolleg Landsberg)
  • Kaufering (Freiherren von Donnersberg)
  • Lichten- und Haltenberg (Kurfürst von Bayern)
  • Oberigling (Freiherren von Donnersberg)
  • Obermeitingen (Kloster Rottenbuch)
  • Pestenacker (Jesuitenkolleg Landsberg)
  • Sitz Pöring (Freiherren von Berndorff)
  • Pürgen (Freiherren von Wadenspann)
  • Raisting (Kloster Dießen)
  • Rottenbuch (Kloster Rottenbuch)
  • Schmiechen (Grafen Fugger-Kirchberg)
  • Steinbach-Langwied (Freiherren von Dürsch)
  • St. Georgen (Kloster Dießen)
  • Türkenfeld (Grafen Fugger-Kirchberg)
  • Unterigling (Freiherren von Donnersberg)
  • Utting (Kloster Andechs)
  • Waalhaupten (Spital Landsberg)
  • Weil (Deutschordens-Commende Blumenthal)
  • Wessobrunn (Kloster Wessobrunn)
  • Windach (Freiherren von Füll)
  • Winkl (Jesuitenkolleg Landsberg)
  • Zankenhausen (Jesuitenkolleg Landsberg)

Städte und MärkteBearbeiten

Das Landgericht umfasste ferner die Stadt Landsberg (mit Pössing, Sandau und Spötting), sowie den Markt Dießen am Ammersee (mit dem Ammersee).

AufgabenBearbeiten

Das Landgericht war seit dem Mittelalter zuständig für die Hohe und Niedere Gerichtsbarkeit, führte aber auch reguläre Verwaltungstätigkeiten aus.

LiteraturBearbeiten

  • Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 506–507.
  • Königlich Allerhöchste Verordnung vom 2. April 1879, die Bestimmung der Gerichtssitze und die Bildung der Gerichtsbezirke betreffend.
  • Pankraz Fried, Sebastian Hiereth: Altbayern Reihe I Heft 22-23: Landgericht Landsberg und Pfleggericht Rauhenlechsberg. In: Historischer Atlas von Bayern. Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1971 (327 Seiten).