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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rottenbuch
Rottenbuch
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rottenbuch hervorgehoben

Koordinaten: 47° 44′ N, 10° 58′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Weilheim-Schongau
Verwaltungs­gemeinschaft: Rottenbuch
Höhe: 763 m ü. NHN
Fläche: 31,46 km2
Einwohner: 1825 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82401
Vorwahl: 08867
Kfz-Kennzeichen: WM, SOG
Gemeindeschlüssel: 09 1 90 145
Gemeindegliederung: 24 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Klosterhof 42
82401 Rottenbuch
Website: www.rottenbuch-boebing.de
Bürgermeister: Markus Bader (FWG)
Lage der Gemeinde Rottenbuch im Landkreis Weilheim-Schongau
AmmerseeLandkreis OstallgäuLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis StarnbergLandkreis Landsberg am LechWildsteigWielenbachWessobrunnWeilheim in OberbayernSteingadenSindelsdorfSeeshauptSchwabsoienSchwabbruckSchongauRottenbuchRaistingPremPolling (bei Weilheim)PenzbergPeitingPeißenbergPählObersöcheringOberhausen (bei Peißenberg)IngenriedIffeldorfHuglfingHohenpeißenbergHohenfurchHabachEglfingEberfingBurggenBöbingBernried am Starnberger SeeBernbeurenAntdorfAltenstadt (Oberbayern)Karte
Über dieses Bild

Rottenbuch ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Rottenbuch.

GeografieBearbeiten

Rottenbuch liegt in der Region Bayerisches Oberland.

Die Gemeinde hat 24 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Es existieren die Gemarkungen Rottenbuch und Schönberg.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Der Ortsname rührt von einer Buchenrodung her, da die Anfänge des Ortes und des Klosters auf eine Rodung zurückgehen.[3] Erste urkundliche Erwähnung war im Jahr 1073, als Welf IV. dem schon bestehenden Kloster Rottenbuch große Ländereien zu beiden Seiten der Ammer schenkte.[4] Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark zusammen mit Böbing, Wildsteig und Schönberg. Durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde die Hofmark des Klosters aufgehoben.

Aus der ehemaligen Hofmark Rottenbuch entstanden im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern mit dem Gemeindeedikt von 1818 die politischen Gemeinden Rottenbuch, Böbing, Wildsteig und Schönberg, die alle zum Landgericht Schongau gehörten.

EingemeindungenBearbeiten

Die bis dahin selbständige Gemeinde Schönberg wurde am 1. Mai 1978 eingegliedert.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohnerzahl[6] 825 929 997 1199 1012 1547 1314 1386 1551 1609 1674 1749 1790 1794 1781

PolitikBearbeiten

Bürgermeister:

  • 1947–1984: Xaver Kleber
  • 1984–1996: Karl Echtler
  • 1996–2014: Andreas Keller (Freie Wählerschaft, wiedergewählt 2002, 2008 mit 83,4 %)
  • Seit 2014: Markus Bader

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Hauptsehenswürdigkeit ist das Augustiner-Chorherrenstift. Es wurde vom bayerischen Herzog Welf IV. 1073 gegründet und 1803 säkularisiert. Die Klosterkirche Mariä Geburt, ursprünglich im romanischen Stil, wurde 1468–1480 neu errichtet. Im Inneren gibt es Arbeiten von Joseph Schmuzer und dessen Sohn Franz-Xaver Schmuzer im Rokoko-Stil, Deckenfresken von Matthäus Günther und einen Hochaltar und Orgelprospekt von Franz Xaver Schmädl. Die um 1750 erbaute Orgel wurde 1962 erneuert. Auf dem Nordaltar ist ein Marienbild von Erasmus Grasser aus dem Jahr 1493. Nördlich des Ortes steht der 66 m hohe Funkturm Rottenbuch, zur Zeit seiner Errichtung (2002) der höchste Holzturm Deutschlands.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 455. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zehn, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 84 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1782 ha Dauergrünfläche.

BildungBearbeiten

2006 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten der Don-Bosco-Schwestern: 50 Kindergartenplätze
  • Grundschule: 1.–4. Klasse mit vier Lehrern und 93 Schülern
  • Berufsfachschule für Kindererziehung (Don-Bosco-Schwestern)
  • Fachakademie für Sozialpädagogik (Don-Bosco-Schwestern)
  • Schule für Individuelle Lebensbewältigung (Don-Bosco-Schwestern)

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Karl Echtler, Altbürgermeister
  • Walter Kronast, geistlicher Rat
  • Jakob Mois (1907–1998), Geistlicher und Historiker
  • Sr. Margareta Nickl

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Persönlichkeiten mit Bezug zu RottenbuchBearbeiten

Kaltblut-FohlenmarktBearbeiten

Der Kaltblut-Fohlenmarkt Rottenbuch auf der Fohlenwiese ist der größte Kaltblut-Fohlenmarkt Deutschlands. Seit 1558 wird in Rottenbuch ein Pferdemarkt veranstaltet. In den dreißiger Jahren übernahm der Pferdezuchtverband Oberbayern die Organisation.[7][8] Der Fohlenmarkt besteht bist heute. Es gibt Bierzeltbetrieb mit Trachtenverein und der Musikkapelle Rottenbuch, sowie eine Fohlen-Versteigerung unter freiem Himmel. Es werden Süddeutsche Kaltblut-Fohlen versteigert. Die Veranstaltung findet alljährlich immer Ende August/Anfang September statt.[9][10]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rottenbuch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Rottenbuch – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Rottenbuch in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 4. September 2019.
  3. Georg Paula, Stefanie Berg-Hobohm: Landkreis Weilheim-Schongau: Denkmäler in Bayern. Karl M. Lipp Verlag, München 2003, Band 1, Seite 341
  4. Gemeinde Rottenbuch. In: Der Landkreis Weilheim-Schongau. Herausgeber: Landratsamt Weilheim-Schongau 2010, Texte: Max Biller (Kreisarchivpfleger), Helmut Schmidbauer (Kreisheimatpfleger), Seite 78 f.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 596.
  6. Kommunalstatistik von Rottenbuch, abgerufen am 5. November 2010
  7. Fohlenmarkt, Gemeinde Rottenbuch
  8. Anmeldung Fohlenmarkt, Pferdezuchtverband Oberbayern e.V.
  9. 112 Fohlen bei Deutschlands größtem Kaltblut-Fohlenmarkt in Rottenbuch, Merkur.de
  10. Fohlen Katalog Rottenbuch 2017