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Jesus schläft, was soll ich hoffen (BWV 81) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den 4. Sonntag nach Epiphanias und führte sie erstmals am 30. Januar 1724 auf.

Bachkantate
Jesus schläft, was soll ich hoffen
BWV: 81
Anlass: 4. Sonntag nach Epiphanias
Entstehungsjahr: 1724
Entstehungsort: Leipzig
Gattung: Kantate
Solo: A T B
Chor: SATB
Instr: Fl Oa 2Vl Va Bc
Text
unbekannt
Liste der Bachkantaten

Geschichte und WorteBearbeiten

Bach schrieb die Kantate in seinem ersten Jahr in Leipzig für den 4. Sonntag nach Epiphanias und führte sie am 30. Januar 1724 erstmals auf. Der 4. Sonntag nach Epiphanias ist selten und kommt nur in Jahren vor, in denen Ostern spät liegt. Die vorgeschriebenen Lesungen waren Röm 13,8-10 LUT und Mt 8,23-27 LUT, die Sturmstillung. Der Textdichter ist unbekannt, Erdmann Neumeister und Christian Weiss wurden vorgeschlagen. Der Dichter bezieht sich auf das Evangelium und zeigt Jesus als verborgen (schlafend) und offenbar (handelnd), ähnlich wie in Mein Gott, wie lang, ach lange?, 1716 in Weimar geschrieben und drei Wochen zuvor wieder aufgeführt. Die Worte des vierten Satzes zitieren das Evangelium: „Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?“ Der Schlusschoral ist die zweite Strophe von Johann Francks Jesu meine Freude.

Besetzung und AufbauBearbeiten

Die Kantate ist besetzt mit drei Solisten, Alt, Tenor und Bass, vierstimmigem Chor im Choral, zwei Blockflöten, zwei Oboe d’amore, zwei Violinen, Viola und Basso continuo. Die Flöten und Oboen wurden von denselben Musikern gespielt.

  1. Aria (Alt, Blockflöten): Jesus schläft, was soll ich hoffen?
  2. Recitativo (Tenor): Herr! warum trittest du so ferne?
  3. Aria (Tenor): Die schäumenden Wellen von Belials Bächen
  4. Arioso (Bass): Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?
  5. Aria (Bass, Oboe d’amore): Schweig, aufgetürmtes Meer!
  6. Recitativo (Alt): Wohl mir, mein Jesus spricht ein Wort
  7. Choral: Unter deinen Schirmen

MusikBearbeiten

Bach stellt die Fragen der ängstlichen Seele dramatisch dar, ähnlich den Dialogen in O Ewigkeit, du Donnerwort, BWV 60. Die erste Arie illustriert das Schlafen durch Blockflöten, tiefe Lagen der Streicher und Haltetöne in der Singstimme. Ähnliche Ausdrucksmittel benutzte Bach auch in der Arie Sanfte soll mein Todeskummer seines Oster-Oratoriums. In Satz 3 zeichnen die Linien der Instrumente Sturm und Wellen nach, ähnlich wie in Opern der Zeit.[1] Der zentrale Satz in der symmetrischen Anordnung der Kantate ist Satz 4. Der Bass als Vox Christi (Stimme Christi) stellt die Frage Jesu. Continuo und Singstimme benutzen in diesem Arioso ähnliches Material, was die Worte intensiviert. Die folgende Arie, bezeichnet allegro, kontrastiert den Sturm in unisono-Läufen der Streicher mit ruhigerer Bewegung in den Oboen. Der Schlusschoral ist schlicht vierstimmig gesetzt.

Bach komponierte eine ähnliche symmetrische Anordnung um ein Bibelwort 1726 in Brich dem Hungrigen dein Brot, BWV 39.

EinspielungenBearbeiten

DVD

  • „Jesus schläft, was soll ich hoffen“. Kantate BWV 81. Rudolf Lutz, Orchester der J. S. Bach-Stiftung, Roswitha Müller, Bernhard Berchthold, Wolf Matthias Friedrich. Samt Einführungsworkshop sowie Reflexion von Rolf Dubs. Gallus Media, 2009.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Julian Mincham: Chapter 39 BWV 81 Jesus schläft, was soll ich hoffen? (englisch) jsbachcantatas.com. 2010. Abgerufen am 18. Januar 2011.