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Erfreute Zeit im neuen Bunde (BWV 83) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für das Fest Mariae Reinigung und führte sie erstmals am 2. Februar 1724 auf.

Bachkantate
Bachhand.jpg
Erfreute Zeit im neuen Bunde
BWV: 83
Anlass: Mariä Reinigung
Entstehungsjahr: 1724
Entstehungsort: Leipzig
Gattung: Kantate
Solo: A T B
Chor: SATB
Instr: 2Co 2Ob Vs 2Vl Va Bc
Text
unbekannt
Liste der Bachkantaten

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und WorteBearbeiten

Bach schrieb die Kantate in seinem ersten Jahr in Leipzig für das Fest Mariä Reinigung und führte sie am 2. Februar 1724 erstmals auf. Die vorgeschriebenen Lesungen waren Mal 3,1–4 LUT und Lk 2,22–32 LUT, die Darstellung des Herrn. Das Evangelium erwähnt kurz die Reinigung Marias und geht ausführlich auf Simeon ein, dem prophezeit wurde, er werde nicht sterben, bevor er den Messias gesehen habe.

Sein Lobgesang Nunc dimittis („Herr, nun lässest du deinen Diener in Friede fahren“) ist fester Bestandteil der Komplet und des anglikanischen Evensong. Der unbekannte Textdichter behandelt nur diesen Aspekt des Festes und bezieht ihn auf die Situation des eigenen Todes. Der Lobgesang erscheint im 2. Satz wörtlich, ergänzt durch Rezitativ. Satz 3 ist eine Paraphrase von Hebr 4,16 LUT. Satz 4 greift den letzten Satz des Evangeliums auf, der Schlusschoral drückt diesen Gedanken in Martin Luthers Worten aus mit der vierten Strophe seiner Umdichtung von Simeons Lobgesang, Mit Fried und Freud ich fahr dahin.

Das Werk war Bachs erste Kantate zu diesem Fest, er führte es 1727 erneut auf. 1725 komponierte er eine Choralkantate Mit Fried und Freud ich fahr dahin, BWV 125, auf den gesamten Luther-Choral, 1727 schrieb er seine bekannte Solo-Kantata Ich habe genug.

Besetzung und AufbauBearbeiten

Die Kantate ist festlich besetzt mit drei Vokalsolisten, Alt, Tenor und Bass, vierstimmigem Chor, zwei Hörnern, zwei Oboen, Solo-Violine, zwei Violinen, Viola und Basso continuo.

  1. Aria (Alt): Erfreute Zeit im neuen Bunde
  2. Aria (Chorale e recitativo, Bass): Herr, nun lässest du deinen Diener in Friede fahren, wie du gesaget hastWas uns als Menschen schrecklich scheint
  3. Aria (Tenor): Eile, Herz, voll Freudigkeit
  4. Recitativo (Alt): Ja, merkt dein Glaube noch viel Finsternis
  5. Choral: Es ist das Heil und selig Licht

MusikBearbeiten

Die erste Da capo-Arie ist reich besetzt mit dem gesamten Orchester. Ihr erster Teil feiert die „erfreute Zeit“. Das Ritornell führt ein Motiv in aufwärts führenden Koloraturen ein, das von der Altstimme übernommen wird. Die Instrumentengruppen konzertieren miteinander, dominiert von virtuoser Figuration der Solo-Violine. Im Mittelteil beschreiben Repetitionen der Violine auf leeren Saiten das Läuten des Totenglöckleins zu den Worten „die Ruhestatt, das Grab“.

Satz 2 ist nach Alfred Dürr einzigartig in Bachs Kantaten. Er enthält den Lobgesang des Simeon, vom Bass im 8. Psalmton gesungen, während die Streicher unisono und das Continuo in kanonischer Imitation begleiten. Nach dem ersten Vers des Lobgesangs werden drei Rezitativabschnitte durch die kanonische Musik gegliedert, dann folgen die weiteren Verse des Lobgesangs. Der Gebrauch des Psalmtons wurde bereits zu Bachs Zeit für altmodisch gehalten.[1]

In Satz 3 spielt die konzertante Violine endlos scheinende Läufe in Triolen, um das Eilen zu illustrieren, die Singstimme übernimmt die Läufe. Ein kurzes Secco-Rezitativ leitet zum vierstimmigen Schlusschoral über. Diesen hatte Bach bereits in seiner frühen Trauerkantate Actus tragicus (1707 oder 1708) eingesetzt.

EinspielungenBearbeiten

DVD

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Julian Mincham: Chapter 40: BWV 83 „Erfreute Zeit im neuen Bunde“ (englisch) jsbachcantatas.com. 2010. Abgerufen am 28. Januar 2011.
  2. Produktinformationen auf der Website der J. S. Bach-Stiftung, abgerufen am 16. Mai 2016.

WeblinksBearbeiten