Ich bin in mir vergnügt

Kantate von Johann Sebastian Bach

Ich bin in mir vergnügt (BWV 204) ist eine weltliche Kantate von Johann Sebastian Bach, die er in Leipzig 1726/27 für ein unbekanntes Ereignis komponierte.

Bachkantate
Ich bin in mir vergnügt
BWV: 204
Anlass: unbekannt
Entstehungsjahr: 1726/27
Entstehungsort: Leipzig
Gattung: Kantate
Solo: S
Instr: Ft, 2Ob; 2Vl, Va; Bc
Text
Christian Friedrich Hunold
Liste der Bachkantaten

GeschichteBearbeiten

Bach komponierte diese Kantate 1726/27 in Leipzig für einen unbekannten Anlass. Der Text stammt aus dem Werk von Christian Friedrich Hunold.[1] Es wird angenommen, dass sich Hunold und Bach getroffen hatten,[2] jedoch war der Librettist 1721 gestorben, Jahre bevor die Kantate komponiert wurde. Die Musik der Schlussarie wurde in der Hochzeitskantate Vergnügte PleißenStadt, BWV 216 (1728) erneut verwendet.

Besetzung und AufbauBearbeiten

Die Kantate ist für Sopransolisten geschrieben und ist mit einer Querflöte, zwei Oboen, zwei Violinen, einer Bratsche und dem Generalbass besetzt.[3]

Die Kantate hat acht Sätze:

  1. Rezitativ: Ich bin in mir vergnügt
  2. Arie: Ruhig und in sich zufrieden
  3. Rezitativ: Ihr Seelen, die ihr außer euch
  4. Arie: Die Schätzbarkeit der weiten Erden
  5. Rezitativ: Schwer ist es zwar, viel Eitles zu besitzen
  6. Arie: Meine Seele sei vergnügt
  7. Rezitativ: Ein edler Mensch ist Perlenmuscheln gleich
  8. Arie: Himmlische Vergnügsamkeit.

MusikBearbeiten

Das Eröffnungsrezitativ ist harmonisch aktiv, aber melodisch fragmentiert, da ungewöhnlich oft ausgewogene Couplets eingesetzt werden. Die erste Arie zeichnet sich durch ein „unruhiges Gefühl der Anstrengung“ aus, das unmittelbar nach dem kurzen Instrumentalritornell beginnt und die einzige in Da capo-Form ist. Das zweite Rezitativ ist das einzige, das begleitet wird, wobei die Streichinstrumente eine Harmonie unterstützen, die „wie Treibsand herumzurutschen beginnt“. Die zweite Arie hat ein fließendes Ritornello-Thema, das vom Generalbass und Obbligato-Violine gespielt wird. Das dritte Rezitativ ist ein Secco-Rezitativ mit „zwei Ausbrüchen von Opernvirtuosität“. Die dritte Arie ist ternär und in Moll-Tonart. Das vierte Rezitativ enthält eine Arioso-Passage, die mit einer „außerordentlich merkwürdigen“ Kadenz endet. Der letzte Satz enthält als einziger alle Instrumentalstimmen mit einem tänzerischen Eröffnungsthema und einer ABAB-Struktur.[2]

AufnahmenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cantata BWV 204 Ich bin in mir vergnügt. Abgerufen am 10. März 2014.
  2. a b Mincham, Julian: Chapter 102 BWV 204. Dezember 2010. Abgerufen am 5. März 2014.
  3. BWV 204. University of Alberta. Abgerufen am 17. Mai 2013.