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Falsche Welt, dir trau ich nicht (BWV 52) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den 23. Sonntag nach Trinitatis, den 24. November 1726.

Bachkantate
Falsche Welt, dir trau ich nicht
BWV: 52
Anlass: 23. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungsjahr: 1726
Entstehungsort: Leipzig
Gattung: Kantate
Solo: S
Chor: SATB
Instr: 2Co 3Ob 2Vl Va Bc
Text
Christoph Birkmann
Liste der Bachkantaten

Geschichte und WorteBearbeiten

Bach schrieb die Kantate, eine Solo-Kantate für Sopran, in seinem vierten Jahr in Leipzig für den 23. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 24. November 1726 erstmals auf.

Die vorgeschriebenen Lesungen waren Phil 3,17–21 LUT, „Unser Wandel ist im Himmel“, und Mt 22,15–22 LUT, die Fangfrage nach dem Zinsgroschen, die Jesus beantwortet mit: „Gebt dem Kaiser ...“. Christoph Birkmann (1703–1771) als Textdichter[1] leitet aus dem Evangelium ab, dass die Welt arglistig und falsch ist, und illustriert dies durch den Mord des Abner durch Joab, beschrieben in 2 Sam 3,27 LUT. Er fordert auf, sich von der Welt abzukehren und sich ganz Gott zuzuwenden. Der Schlusschoral ist die erste Strophe von In dich hab ich gehoffet, Herr von Adam Reusner (1533). Die Zeile entspricht der letzten Zeile des Te Deum. Bach benutzte die vierte Strophe des Chorals, Mir hat die Welt trüglich gericht’t, in seiner Matthäus-Passion.

Besetzung und AufbauBearbeiten

Die Kantate ist gesetzt für Sopran, vierstimmigen Chor im Schlusschoral, 2 Hörner, 3 Oboen, Fagott, zwei Violinen, Viola und Basso continuo.

1. Sinfonia
2. Recitativo: Falsche Welt, dir trau ich nicht
3. Aria: Immerhin, immerhin, wenn ich gleich verstoßen bin
4. Recitativo: Gott ist getreu
5. Aria: Ich halt es mit dem lieben Gott
6. Choral: In dich hab ich gehoffet, Herr

MusikBearbeiten

Die Kantate ist zwar nur für einen Solisten geschrieben, doch reich besetzt. Wie in anderen Kantaten des Zeitraums benutzte Bach ein zuvor komponiertes Instrumentalwerk als einleitende Sinfonia, in diesem Fall den ersten Satz seines Ersten Brandenburgischen Konzerts, den Hörner und Oboen dominieren, in seiner frühen Fassung noch ohne Violino piccolo.[2][3] In der ersten Arie wird der Sopran von zwei Violinen begleitet, in der zweiten von drei Oboen.

Die beiden Hörner der Sinfonia kehren erst im abschließenden Choral wieder, das 1. Horn verstärkt den Sopran, das 2. Horn spielt eine fünfte Stimme.

EinspielungenBearbeiten

LP / CD
DVD

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Christine Blanken: A Cantata-Text Cycle of 1728 from Nuremberg: a Preliminary Report on a Discovery relating to J. S. Bach’s so-called ‘Third Annual Cantata Cycle’. In: Understanding Bach, 10/2015, S. 9–30, insbes. S. 22; beim Bach Network abgerufen am 19. November 2015.
  2. a b John Eliot Gardiner: Cantatas for the Twenty-third Sunday after Trinity Winchester Cathedral. solideogloria.co.uk. 2000. Archiviert vom Original am 5. Oktober 2011.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.solideogloria.co.uk Abgerufen am 1. November 2010.
  3. a b Bach, J.S.: Cantatas for Solo Soprano. Naxos. 2000. Abgerufen am 2. November 2010.
  4. Produktinformationen (Memento des Originals vom 10. April 2018 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bachstiftung.ch auf der Website der J. S. Bach-Stiftung, abgerufen am 9. April 2018.

WeblinksBearbeiten