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Immenhausen

hessische Stadt im Landkreis Kassel
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Immenhausen
Immenhausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Immenhausen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 26′ N, 9° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 28,54 km2
Einwohner: 7068 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 248 Einwohner je km2
Postleitzahl: 34376
Vorwahl: 05673
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 014
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
34376 Immenhausen
Website: www.immenhausen.de
Bürgermeister: Jörg Schützeberg (parteilos)
Lage der Stadt Immenhausen im Landkreis Kassel
Bad KarlshafenGutsbezirk ReinhardswaldTrendelburgTrendelburgHofgeismarHofgeismarOberweserOberweserWahlsburgReinhardshagenLiebenauGrebensteinImmenhausenFuldatalEspenauVellmarCaldenBreunaZierenbergZierenbergAhnatalHabichtswaldWolfhagenNaumburgBad EmstalSchauenburgBaunatalFuldabrückLohfeldenSöhrewaldHelsaKaufungenNiesteNiestetalKasselKarte
Über dieses Bild

Immenhausen ist eine Stadt im Landkreis Kassel in Hessen (Deutschland).

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Immenhausen liegt in Nordhessen etwa zwölf Kilometer nördlich der Innenstadt Kassels am Südwesthang des Reinhardswalds. Der Ort wird in Ost-West-Richtung von der Holzkape, einem Esse-Zufluss, durchflossen, die vom fünf Kilometer nordöstlich befindlichen Junkernkopf kommt (Entfernungen jeweils Luftlinie) und unterhalb der Kernstadt die Spechtenbeck aufnimmt. An diesem Berg entspringt auch der den Ortsteil Holzhausen durchlaufende Osterbach, ein Zufluss der Fulda.

NachbargemeindenBearbeiten

Immenhausen grenzt im Osten an den gemeindefreien Gutsbezirk Reinhardswald, im Süden an die Gemeinden Fuldatal und Espenau, sowie im Westen und Norden an die Stadt Grebenstein (alle im Landkreis Kassel).

StadtgliederungBearbeiten

Zu Immenhausen gehören neben der Kernstadt die dörflichen Stadtteile Mariendorf (im Nordosten) und Holzhausen (im Osten).

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 1015 machte Kaiser Heinrich II. in Immenhausen Station.[2] 1019 wurde das nahe Reginhereshuson (Reginhereshusen) erwähnt – nun die im Stadtgebiet gelegene Wüstung Reinersen. Ab 1123 ist Dudo von Immenhausen beurkundet, ein Gefolgsmann des Mainzer Erzbischofs Adalbert I., der ihn auf der Burg Rusteberg als Verwalter der Umgebung einsetzte, zu der auch Hofgeismar gehörte.[3] Die Grafen von Northeim setzten Dudo als Vogt für das Kloster Bursfelde ein. Dudos Tochter Richenza heiratete in erster Ehe Siegfried IV. von Boyneburg und später Heinrich von Asselburg.[4]

Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche St. Georg an der Stelle einer zerstörten romanischen Kirche aufgebaut. Im 16. Jahrhundert hielt Bartholomaeus Rieseberg hier eine Predigt.

Im 19. Jahrhundert gab es Stadtbrände.

Häufige Fälle von Tuberkulose-Erkrankungen führten zum Bau eines Krankenhauses in Immenhausen, welches 1909 eröffnet wurde. Nachdem die Tuberkulose Mitte des 20. Jahrhunderts dank wirksamer Antibiotika an Bedeutung verlor, entstand daraus die heutige Lungenfachklinik Immenhausen.

Wichtiger Arbeitgeber war nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Schließung des Werks 1996 die Süßmuth-Glashütte.

Siehe auch Burg Immenhausen

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Dezember 1970 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Holzhausen und Mariendorf in die Kleinstadt Immenhausen eingegliedert.[5]

PolitikBearbeiten

StadtverordnetenversammlungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[6] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[7][8]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
   
Insgesamt 23 Sitze
  • SPD: 10
  • CDU: 6
  • FL: 7
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 45,0 10 52,8 12 73,7 23 69,4 22
FL Freie Liste 29,5 7 26,0 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,5 6 19,4 5 23,3 7 30,6 9
FDP Freie Demokratische Partei 1,8 0 3,0 1
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 53,0 55,2 50,9 60,1

BürgermeisterBearbeiten

Im September 2009 wurde Herbert Rössel (SPD) zum Bürgermeister gewählt. Im Juli 2015 wurde Jörg Schützeberg zum Bürgermeister gewählt.[9]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Immenhausen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

  • Montaigu im Département Vendée in Frankreich (seit 1991) und
  • Modigliana in Italien (seit 2007).

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Kulturelle Einrichtungen und VeranstaltungenBearbeiten

  • In Immenhausen befindet sich das Bundeszentrum des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e. V. (BdP)
  • Aktions-, Kultur- und Jugendzentrum (Akku Immenhausen)
  • Im Glasmuseum Immenhausen gibt es Informationen zur Glasgeschichte und zur Tradition der Glasherstellung in Nordhessen und Südniedersachsen, insbesondere wird der Glasgestalter und Unternehmer Richard Süßmuth vorgestellt, der Namensgeber der letzten Glashütte in Immenhausen, die 1996 endgültig ihre Produktion einstellte. Außerdem wird die Entwicklung des Gebrauchsglases seit 1890 dokumentiert und in wechselnden Sonderausstellungen besonders mit der zeitgenössischen Glaskunst bekannt gemacht.
  • Seit 2000 wird alle drei Jahre bundesweit der Immenhäuser Glaspreis ausgeschrieben, an dem sich in Deutschland lebende und arbeitende Glaskünstler beteiligen können.
  • Jeweils am letzten Samstag im Oktober wird im Ortsteil Holzhausen der Literaturpreis Holzhäuser Heckethaler im Rahmen einer Lesung der Preisträger verliehen. Im Jahr 2006 langten rund 190 Einsendungen von teilnahmeberechtigten Autoren im Alter von 16 bis 30 Jahren ein, zur Lesung am 26. Oktober 2006 im Bürgerhaus Holzhausen kamen etwa 180 Gäste.
  • Osterfeuer von der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr
  • Karnevalsveranstaltungen gehören seit 1950 zum kulturellen Leben in Immenhausen. Traditionsreichster Verein ist die Karnevalsgesellschaft Holzhausen, die alljährlich im Bürgerhaus Holzhausen ihre Prunksitzungen mit Prinzessin, Prinz, Kinderprinzessin und Kinderprinz abhält. Die Abteilung Fußball der TSV 1889/06 Immenhausen e. V. feiert seit 1970 Karneval in der Jahnturnhalle in Immenhausen. In der 350 Plätze fassenden Halle werden jedes Jahr an den letzten beiden Wochenenden vor Rosenmontag umfangreiche und kurzweilige Sitzungen angeboten. Als dritter karnevalstreibender Verein bietet die Karnevalsgruppe der katholischen Kirche (KKK) Fröhliches und Spaß in der Narrenzeit. Der mit 100 Plätzen fassende Sitzungssaal im Pfarramt der katholischen Kirche ist der kleinste der drei Karnevalssäle. Abschluss des närrischen Treibens ist Rosenmontag, an dem alle drei karnevalstreibenden Vereine zur traditionellen Rathausstürmung in Immenhausen einladen. Anschließend wird ausgelassen bei einem der wenigen nordhessischen Straßenkarnevale rund um das Rathaus gefeiert.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Für die unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmäler des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Immenhausen.

  • Glasmuseum Immenhausen mit wechselnden Sonderausstellungen zum Thema Glaskunst
  • Evangelische Stadtkirche St. Georg mit beachtenswerten Wandmalereien aus der Mitte des 15. Jahrhunderts
  • Rathaus, ein markantes barockes Bauwerk auf dem Marktplatz aus dem 17. Jahrhundert
  • Hufeisenturm mit angrenzender Stadtmauer Besichtigung nur in den Öffnungszeiten
  • Das Große Loh
  • Gut Waitzrodt, Viermaliger Set der Ostwind Filme[10]

VerkehrBearbeiten

Immenhausen hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Kassel–Warburg.

AusflugsmöglichkeitenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

 
Immenhausen – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2018 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Historische dokumentierte Variationen des Ortsnamens sind: Emmenhusen (1123), Emmenhusin (1201), Immenhusen (1303) und Emmenhusen (1363). („Immenhausen, Landkreis Kassel“. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 29. Juli 2015). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).)
  3. Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Band 1, 1837, S. 316ff
  4. Gattinnen Heinrichs von Asselburg
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 398.
  6. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  9. http://www.statistik-hessen.de/themenauswahl/wahlen/daten/direktwahlen/immenhausen-stadt/index.html
  10. Nadja Felde in: Fortsetzung folgt Ostwind Dreharbeiten gehen in Runde 4 im Extra Tip vom 28. Juli 2018, Kassel, S. 9
  11. Glasmuseum Immenhausen (Memento des Originals vom 9. November 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadt-immenhausen.de, auf stadt-immenhausen.de