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Liebenau (Hessen)

hessische Stadt im Landkreis Kassel
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Liebenau
Liebenau (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Liebenau hervorgehoben
Koordinaten: 51° 30′ N, 9° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 144 m ü. NHN
Fläche: 48,87 km2
Einwohner: 3098 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km2
Postleitzahl: 34396
Vorwahl: 05676
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 016
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lacheweg 1
34396 Liebenau
Website: www.stadt-liebenau.de
Bürgermeister: Harald Munser (FWG)
Lage der Stadt Liebenau im Landkreis Kassel
Bad KarlshafenGutsbezirk ReinhardswaldTrendelburgTrendelburgHofgeismarHofgeismarOberweserOberweserWahlsburgReinhardshagenLiebenauGrebensteinImmenhausenFuldatalEspenauVellmarCaldenBreunaZierenbergZierenbergAhnatalHabichtswaldWolfhagenNaumburgBad EmstalSchauenburgBaunatalFuldabrückLohfeldenSöhrewaldHelsaKaufungenNiesteNiestetalKasselKarte
Über dieses Bild
Liebenau von oben
Liebenau – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Der Bahnhof Liebenau wurde im Dezember 2015 aufgelassen
Zuletzt hielt hier nur noch wenige Male am Tag der Sauerland-Express

Liebenau (Niederdeutsch: Lebenogge) ist eine Kleinstadt im nordhessischen Landkreis Kassel.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Niedermeiser vom Rosenberg gesehen (19. Aug. 2004)
 
Zwergen von der Kolt gesehen (19. Aug. 2004)

Geografische LageBearbeiten

Liebenau liegt an der nördlichen Grenze zu Nordrhein-Westfalen fast im äußersten Norden des Landkreises Kassel am Südostrand der Warburger Börde. Es befindet sich etwa 25 km (Luftlinie) nordwestlich von Kassel zwischen Warburg im Westen und Hofgeismar im Osten.

Liebenau wird etwa in West-Ost-Richtung von der Diemel durchflossen, in die oberhalb der Ortschaft der Eggel (von Norden kommend), in Liebenau der Vombach (auch von Norden) und unterhalb davon die Warme (von Süden) einmündet.

Jeweils in einigen Kilometern Entfernung befinden sich nordöstlich von Liebenau der Solling, östlich der Reinhardswald, südlich der Habichtswald und nordwestlich das Eggegebirge, die bis auf den Reinhardswald von Naturparks eingerahmt werden.

NachbargemeindenBearbeiten

Liebenau grenzt im Norden an die Stadt Trendelburg, im Osten an die Stadt Hofgeismar, im Südosten an die Stadt Grebenstein, im Süden an die Gemeinden Calden und Breuna (alle im Landkreis Kassel), sowie im Westen und Nordwesten an die Städte Warburg und Borgentreich (beide im Kreis Höxter in Nordrhein-Westfalen).

StadtgliederungBearbeiten

Die Stadt besteht neben dem Hauptort Liebenau (687 Einwohner) aus den Ortsteilen Ersen (357 Einwohner), Grimelsheim (60 Einwohner), Haueda (372 Einwohner), Lamerden (426 Einwohner), Niedermeiser (760 Einwohner), Ostheim (387 Einwohner) und Zwergen (373 Einwohner).

GeschichteBearbeiten

In Steinbrüchen bei Lamerden und Haueda befindet sich die größte fossile Fundstelle in Nordhessen. Unter anderem wurden hier im Muschelkalk die Überreste von Nothosauriern und von fossilen Seelilien gefunden. Besitzer dieser Fundstelle ist das Naturkundemuseum Kassel, das dort regelmäßig Ausgrabungen tätigt.

Die Warburger Börde mit ihren sanften Hügeln und fruchtbaren Niederungen ist ein uraltes Siedlungsgebiet. Zahlreiche Bodenfunde belegen eine durchgehende Besiedelung seit der Jungsteinzeit. Auch Grenzland ist hier schon lange. Früher kämpften Chatten, Cherusker und Sachsen, später die Bischöfe von Paderborn und die Landgrafen von Hessen um den Besitz der fruchtbaren Landschaft. Burg und Stadt Liebenau findet sich im Jahre 1293 erstmals urkundlich erwähnt, als Hermann von Desenberg genannt Spiegel die Burg und Stadt Liebenau dem Grafen Otto von Waldeck zu Lehen auftrug.[2] Im Jahr 1465 nahm Landgraf Ludwig II. Liebenau im Zuge der Hessen-Paderbornischen Fehde (1464–1471) gewaltsam in Besitz und zerstörte die dortige Burg. Seither ist der Ort hessisch.

In den Jahren 1945 bis 1949 wurde der Bahnhof Liebenau zum Grenzbahnhof zwischen dem Britischen Sektor (Nordrhein-Westfalen) und dem US-amerikanischen Sektor (Hessen).

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Februar 1971 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständigen Gemeinden Grimelsheim, Haueda, Lamerden und Ostheim der Stadt Liebenau eingegliedert.[3] Am 1. April 1972 kamen Ersen und Niedermeiser hinzu. Zwergen folgte kraft Landesgesetz am 1. August 1972.[4][5]

PolitikBearbeiten

StadtverordnetenversammlungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[6] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[7][8]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
   
Insgesamt 23 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
FWG Freie Wählergemeinschaft Liebenau 62,4 14 58,1 13 57,8 13 50,7 12
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,7 7 34,1 8 34,3 8 42,2 10
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 6,9 2 7,8 2 7,9 2 7,1 1
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 63,5 63,3 65,2 72,7

BürgermeisterBearbeiten

Im November 2014 wurde Harald Munser (FWG) zum Nachfolger von Peter Lange (FWG) gewählt.[9]

PartnerschaftenBearbeiten

Liebenau unterhält seit 1991 eine Ringpartnerschaft zu den gleichnamigen Orten

VerkehrBearbeiten

Der 1848 fertiggestellte Bahnhof Liebenau (Bz Kassel) an der Bahnstrecke Kassel–Warburg ist seit der Einstellung des Verkehrs im Jahre 2015 nicht mehr in Betrieb.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Maren Siegmann: Bunte Pracht – Die Perlen der frühmittelalterlichen Gräberfelder von Liebenau, Kreis Nienburg/Weser und Dörverden, Kr. Verden/Aller. Chronologie der Gräber, Entwicklung und Trageweise des Perlenschmucks, Technik der Perlen. In: Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Band 28; 5 Bände Beier & Beran, Weißbach/Langenweißbach 2002–2006
  • Literatur über Liebenau in der Hessischen Bibliographie

WeblinksBearbeiten

  Commons: Liebenau, Hessen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2017 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Landgrafen-Regesten online Nr. 354. Regesten der Landgrafen von Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  3. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 56 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  4. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen (GVBl. II 330-17) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 225, § 11 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 398.
  6. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  9. http://www.statistik-hessen.de/themenauswahl/wahlen/daten/direktwahlen/liebenau-stadt/index.html