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Helsa

hessische Gemeinde im Landkreis Kassel
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Helsa
Helsa
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Helsa hervorgehoben
Koordinaten: 51° 16′ N, 9° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 427 m ü. NHN
Fläche: 25,77 km2
Einwohner: 5638 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 219 Einwohner je km2
Postleitzahl: 34298
Vorwahlen: 05602, 05604, 05605
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 012
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Berliner Straße 20
34298 Helsa
Website: www.gemeinde-helsa.de
Bürgermeister: Tilo Küthe (SPD)
Lage der Gemeinde Helsa im Landkreis Kassel
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Über dieses Bild

Helsa ist eine Gemeinde im nordhessischen Landkreis Kassel.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde Helsa liegt mit ihrem Kernort etwa 15 km (Luftlinie) südöstlich der Kasseler Innenstadt im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land (Werratal.Meißner.Kaufunger Wald). Eingebettet zwischen den bis 643,4 m ü. NN hohen Bergen von Kaufunger Wald im Osten und Söhre im Westen befindet es sich an der Einmündung des Bachs Wedemann in die Losse.

NachbargemeindenBearbeiten

Helsa grenzt im Norden an das gemeindefreie Gebiet Gutsbezirk Kaufunger Wald, im Osten an die Stadt Großalmerode, im Süden an die Stadt Hessisch Lichtenau (alle drei im Werra-Meißner-Kreis), sowie im Westen an die Gemeinden Söhrewald und Kaufungen (beide im Landkreis Kassel).

GliederungBearbeiten

Die Gemeinde Helsa besteht aus den Ortsteilen Eschenstruth (nebst Siedlung Waldhof), Helsa, St. Ottilien und Wickenrode.

GeschichteBearbeiten

Der Kernort Helsa entstand vermutlich mit der Gründung des Klosters Kaufungen im Jahr 1017 durch Kaiserin Kunigunde. Im Jahre 1058 wurde „Helsen“ erstmals urkundlich erwähnt.[2] Im Jahre 1432 wurde zum ersten Mal ein Pfarrer genannt. Landgraf Karl siedelte 1699 in einer eigenen Kolonie 55 Hugenotten an. Zum Kloster Kaufungen ergaben sich in der Zeit enge Beziehungen, da das Kloster die niedere Gerichtsbarkeit im Ort besaß und die Gemeindevorsteher (die sogenannten Stiftsgreben) ernannte.[3]

Gemeindebildung

Am 1. Dezember 1970 schlossen sich, im Zuge der Gebietsreform in Hessen, die bis dahin selbständigen Gemeinden Helsa und Wickenrode (Landkreis Witzenhausen) freiwillig zur Gemeinde Helsa-Wickenrode zusammen. Diese wurde zum 1. August 1972 mit Eschenstruth und St. Ottilien kraft Landesgesetz zur heutigen Gemeinde Helsa zusammengeschlossen.[4][5]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[6] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[7][8]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Insgesamt 25 Sitze
  • SPD: 13
  • GLH: 3
  • CDU: 9
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 53,0 13 55,3 14 56,3 17 62,9 20
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,0 9 29,0 7 34,0 11 30,4 9
GLH Grüne Liste Helsa 13,0 3 15,7 4 9,6 3 6,7 2
Gesamt 100,0 25 100,0 25 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 48,9 45,8 44,9 51,3

PartnerschaftenBearbeiten

Die Gemeinde Helsa unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

WappenBearbeiten

Blasonierung: Vor einer blauen Flanke, darin eine silberne Esche am Spalt, in Rot über einem silbernen Gläsnerzeichen eine silberne Glocke, belegt mit einem blauen Hahn. Jeder Ortsteil der Gemeinde ist durch ein Symbol repräsentiert. So steht die Esche für Eschenstruth; die Kirchenglocke repräsentiert Helsa, in Anlehnung an einen Streit um diese im 17. Jahrhundert; der gallische Hahn ist das Zeichen der hugenottischen Siedler, die sich in St. Ottilien niederließen; das Glasmacherzeichen ist das Symbol der Glasmacher aus Wickenrode.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Nikolaikirche mit ihrem alten Wehrturm und einige Fachwerkhäuser im Ortskern des Ortsteils Helsa, die teils aus dem 17. Jahrhundert stammen.

Zu den Ausflugszielen bei Helsa gehören die Michelskopfseen am Michelskopf und die Bielstein-Kirche am Bielstein, die sich jeweils ein paar Kilometer westlich der Gemeinde im Stiftswald Kaufungen und im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land befinden.

Im alten Ortskern von Helsa befindet sich eine ehemalige Kornmühle (Mittelmühle oder Probstsche Mühle genannt), welche 1988 restauriert und umgebaut wurde und heute als stromerzeugendes wasserangetriebenes Kraftwerk dient.

Seit 24. Juni 2010 gibt es im Ortsteil Eschenstruth ein „Musik-, Radio- und Kinomuseum“. Auf 200 m² wird ein Querschnitt durch ein Jahrhundert Technikgeschichte dargestellt, aufgegliedert in drei Themenbereiche: Mechanische Musikinstrumente (z. B. Spieluhren, Drehorgeln, Orchestrione), Tonmöbel der 1950er bis 1970er Jahre und 100 Jahre Kinogeschichte Kassels. Führungen sind ganzjährig nach telefonischer Vereinbarung möglich.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

In Helsa ist das Unternehmen Dr.-Ing. Ulrich Esterer GmbH & Co. Fahrzeugaufbauten und Anlagen KG ansässig, bundesweit führender Hersteller von Straßentankwagen und weltweit führender Hersteller von Fahrzeugen zur Flugfeldbetankung.

VerkehrBearbeiten

Die Bundesstraße 7 verläuft in Nord-Süd-Richtung durch das Gemeindegebiet, und im Kernort Helsa zweigt die Bundesstraße 451 von der B 7 nach Osten ab.

Die Omnibus-Linie 210 pendelt in der Hauptverkehrszeit alle 60 Minuten zwischen dem Bahnhof Helsa und dem Bahnhof Witzenhausen-Carmshausen.

Die Lossetalbahn von Kassel nach Hessisch Lichtenau hält am Bahnhof Helsa und in Helsa-Eschenstruth. Von dort gelangt man mit der Linie 4 in die Kasseler Innenstadt oder weiter in Richtung Hessisch Lichtenau.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Persönlichkeiten, die in Helsa gewirkt habenBearbeiten

  • Johann Lewalter (1862–1935), Volksliedsammler und Heimatschriftsteller, Förderer des Fremdenverkehrs
  • Eve Rotthoff (* 1939), hessische Landtagsabgeordnete (CDU)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Helsa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Helsa – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2018 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. 1353 erschien der Ortsname auch als „Helse“ (Helsa, Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 29. Juli 2015). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).)
  3. Eberhard Michael Iba: Auf den Spuren der Brüder Grimm von Hanau nach Bremen. Märchen, Sagen, Geschichten. Pustet, Regensburg 1978, ISBN 3-7917-0536-9, S. 111.
  4. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen (GVBl. II 330-17) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 225, § 2 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 401.
  6. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006