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Schauenburg

hessische Gemeinde im Landkreis Kassel
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schauenburg
Schauenburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schauenburg hervorgehoben

Koordinaten: 51° 17′ N, 9° 21′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 425 m ü. NHN
Fläche: 30,86 km2
Einwohner: 10.300 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 334 Einwohner je km2
Postleitzahl: 34270
Vorwahl: 05601
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 023
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Korbacher Straße 300
34270 Schauenburg
Website: www.gemeinde-schauenburg.de
Bürgermeister: Michael Plätzer (SPD)
Lage der Gemeinde Schauenburg im Landkreis Kassel
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Über dieses Bild

Schauenburg ist eine Gemeinde im nordhessischen Landkreis Kassel. Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Ortsteil Hoof.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Schauenburg liegt im Habichtswälder Bergland südwestlich von Kassel in der Hoofer Pforte, einer Talsenke zwischen den Habichtswälder Höhenzügen Hoher Habichtswald (Nordosten) und Langenberge (Süden).

Besonders hervorzuheben ist die Lage im Naturpark Habichtswald, die ein hohes Maß an Freizeitmöglichkeiten bietet. Durch diesen Naturpark und durch Naumburg verkehren die Züge des Hessencourriers. Zudem liegt Schauenburg an der Deutschen Märchenstraße.

Durch die Ortsteile Hoof und Elgershausen fließt der Oberlauf der Bauna, in die zwischen beiden Dörfern der Firnsbach mündet. Oberhalb des Ortsteils Breitenbach entspringt die Ems, die danach durch Breitenbach fließt.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Großgemeinde ist ein Zusammenschluss der ehemals selbstständigen Gemeinden Breitenbach, Elgershausen, Elmshagen, Hoof und Martinhagen, die jetzt als Ortsteile fungieren.

NachbargemeindenBearbeiten

Schauenburg grenzt im Norden an die Gemeinde Habichtswald (Landkreis Kassel), im Osten an die kreisfreie Stadt Kassel, im Süden an die Stadt Baunatal (Landkreis Kassel), die Gemeinde Edermünde und die Stadt Niedenstein (beide im Schwalm-Eder-Kreis), sowie im Westen an die Gemeinde Bad Emstal und die Städte Wolfhagen und Zierenberg (alle drei im Landkreis Kassel).

GeschichteBearbeiten

Alle Ortsteile waren im Mittelalter und lange danach kleine landwirtschaftlich geprägte Dörfer. Mit der zunehmenden Industrie in Kassel während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging eine langsame Aufwärtsentwicklung einher, die durch den Bau der Kleinbahn Kassel-Naumburg noch begünstigt wurde.

Auch die Nähe zum Volkswagenwerk Baunatal hat wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung beigetragen.

GemeindebildungBearbeiten

Am 1. August 1972 wurden, im Zuge der Gebietsreform in Hessen, kraft Landesgesetz die bis dahin selbständigen Gemeinden Elgershausen und Hoof zur neuen Gemeinde Schauenburg zusammengeschlossen.[2] Die Gemeinde Hoof hatte ihrerseits am 31. Dezember 1971 die Nachbargemeinden Breitenbach, Elmshagen und Martinhagen eingegliedert.[3] Für alle ehemaligen Gemeinden wurden Ortsbezirke eingerichtet.

NamensherkunftBearbeiten

Ihren Namen verdankt die Gemeinde der Burgruine Schauenburg, die westlich bzw. oberhalb des Ortsteils Hoof liegt, wo die Grafen von Schauenburg im Mittelalter über das Tal der Bauna herrschten.

ReligionBearbeiten

Im Gesamtverband Schauenburg sind evangelische Kirchengemeinden von Breitenbach, Elgershausen, Hoof und Martinhagen organisiert. In Elgershausen ist zudem die katholische Filialkirche St. Franziskus von Assisi zu finden und es besteht die Möglichkeit, an den Gottesdiensten der katholischen Pfarreien von Baunatal und Kassel-Oberzwehren teilzunehmen.[4] Neben den beiden Hauptkirchen findet man noch die Neuapostolische Kirche Schauenburg, die Türkisch-Islamische Gemeinde und die Zeugen Jehovas vor. Zudem gibt es die Landeskirchliche Gemeinschaft Martinhagen und Umgebung, die ein vielfältiges Gemeindeleben anbietet.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
     
Insgesamt 37 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 38,0 14 40,7 15 36,9 14 56,6 21
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,2 10 27,0 10 33,7 12 26,5 10
Offensive Offensive Schauenburg 23,0 8 14,2 5 15,4 6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,4 3 11,2 4 7,0 3 7,8 3
FWG Freie Wählergemeinschaft Schauenburg 4,6 2 5,5 2 9,1 3
Die Linke Die Linke 4,4 2 2,4 1 1,4 0
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 57,6 66,3 57,6 61,1

BürgermeisterBearbeiten

  • Ursula Gimmler (CDU), von 2005 bis 2017. In der Stichwahl am 10. April 2011 wurde die bisherige Amtsinhaberin mit 52,18 Prozent wiedergewählt.
  • Michael Plätzer (SPD) gewann am 29. Januar 2017 mit 55,70 % der Stimmen die Wahl und löste somit die amtierende Bürgermeisterin ab. Die Wahlbeteiligung betrug knapp 64 %. Seine Amtszeit begann am 8. Juni 2017 und er ist bis heute Bürgermeister der Gemeinde Schauenburg.[8][9]

Wappen und FlaggeBearbeiten

Wappen

Blasonierung: „Die Gemiende Schauenburg führt im grünen Schild eine fünfblättrige silberne Blüte, belegt mit einem roten Turm mit fünf Zinnen.“[10]

Das Wappen wurde der Gemeinde Schauenburg im Landkreis Kassel am 6. Mai 1977 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Der rote Turm symbolisiert die über dem Ortsteil Hoof gelegen Schauenburg, bildet also redend den Namen der Gemeinde ab. Die Blume und das grüne Feld soll die Natur im Gemeindegebiet darstellen. Die fünf Blätter der Blume symbolisieren zudem die fünf früheren Gemeinden, aus denen Schauenburg besteht.[11]

Flagge

Die Flagge wurde der Gemeinde am 6. August 1982 vom Hessischen Innenminister genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Die Flagge der Gemeinde Schauenburg zeigt auf der von Grün und Weiß im Verhältnis 1:1:10:1:1 viermal längsgeteilten Flaggenbahn in der oberen Hälfte das Wappenbild der Gemeinde.“[12]

PartnerschaftBearbeiten

 
Herzförmige Linde – Anlässlich des Eintritts der Tschechischen Republik in die EU gewidmet der Stadt Semily von der Partnergemeinde Schauenburg, 1. Mai 2004

Schauenburg ist Partnergemeinde von:

VereineBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Digitale InfrastrukturBearbeiten

Am 18. Dezember 2018 wurde verkündet, dass das Internet in der Gemeinde im Laufe 2019/2020 komplett mit Glasfaser ausgebaut wird (FTTH).[14] Ab diesem Zeitpunkt wird jede Straße in Schauenburg mit Glasfaserleitungen ausgestattet sein, woraufhin ein Hausanschluss möglich ist und somit alle Interessenten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 GBit/s surfen können.Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren Anbieter dessen ist die Deutsche Glasfaser. Ebenfalls wurde durch die Netcom Kassel in Zusammenarbeit der Breitband Nordhessen in den Ortsteilen Elgershausen und Hoof Glasfaser bis in die Schaltkästen gelegt (FTTC), sodass hier Anschlüsse bis zu 50 Mbit/s möglich sind. In einigen Ortsteilen ist das Unternehmen goetel (ehem. ACO-Connect) angesiedelt, welches zusätzlich FTTC-Anschlüsse mit bis zu 50 Mbit/s anbietet. Die Deutsche Telekom bietet zudem ihr Standardnetz an.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Die Gemeinde unterhält in jedem Ortsteil ein oder zwei Einrichtungen, in der Veranstaltungen aller Art durchgeführt werden können.

Neben drei Dorfgemeinschaftshäusern, fünf Freiwillige Feuerwehren, Gemeindebüchereien, Jugendklubs und vier Grill- und fünf Sportplätzen gibt es noch die Schauenburghalle in Hoof sowie das Elgerhaus und die Goldberghalle in Elgershausen.

BildungBearbeiten

  • Johann-Friedrich-Krause-Schule, Grundschule im Ortsteil Breitenbach
  • Marie-Hassenpflug-Schule, Grundschule im Ortsteil Hoof
  • Grundschule Elgershausen, Grundschule im Ortsteil Elgershausen

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2018 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen (GVBl. II 330-17) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 225, § 4 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 401.
  4. Kirchen und Religion im Internetauftritt der GemeindeSchauenburg
  5. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  8. Frankfurter Neue Presse: Michael Plätzer gewinnt Bürgermeisterwahl in Schauenburg | Frankfurter Neue Presse. (fnp.de [abgerufen am 15. September 2018]).
  9. Michele Glenn: Bürgermeister. Abgerufen am 15. September 2018 (deutsch).
  10. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Schauenburg, Landkreis Kassel vom 6. Mai 1977. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1977 Nr. 21, S. 1071, Punkt 720 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,4 MB]).
  11. Heraldry of the world; Schauenburg
  12. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Schauenburg, Landkreis Kassel vom 6. August 1982. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1982 Nr. 34, S. 1531, Punkt 878 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,5 MB]).
  13. Geschichte - Leichenbrüderschaft Elgershausen. Abgerufen am 2. Mai 2019.
  14. Ausbau des zukunftsweisenden Glasfasernetzes kann beginnen. Abgerufen am 2. Mai 2019.