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Hümme ist eine ehemals selbständige Gemeinde mit 1365 Einwohnern (Stand 2015) im Landkreis Kassel in Nordhessen.[1] Seit der hessischen Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre ist Hümme ein Stadtteil der Stadt Hofgeismar.

Hümme
Koordinaten: 51° 32′ 36″ N, 9° 24′ 25″ O
Höhe: 130 m ü. NHN
Einwohner: 1365
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 34369
Vorwahl: 05675
Die evangelische Kirche in Hümme

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Hümme liegt an der B 83 zwischen Hofgeismar und Trendelburg, etwa 20 km (Luftlinie) nördlich von der nordhessischen Großstadt Kassel entfernt. Die Bahnstrecke Kassel – Dortmund führt an Hümme vorbei, Hümme hat einen eigenen Bahnhof.

GeschichteBearbeiten

Hümme wird zu den ältesten Siedlungen im Kreis Hofgeismar gezählt. Nach 800 werden, wie auch in anderen Esse- und Diemelorten, neue Grundherren in den geschichtlichen Quellen vermerkt. Neben der Herren von Eberschütz, den späteren Grafen von Schöneberg, begegnet man auch den Herren von Hummi.

Um 1200 bestanden zwei Wirtschaftsgemeinschaften von Hümmer Bauern, je nach Zugehörigkeit zu ihrer Herrschaft, die Abgaben und Dienste zu leisten hatten. Im Jahre 1220 war Hümme Teil der Grafschaft Dassel. Adelheid, Tochter des Grafen Ludolf II. von Dassel, heiratete im gleichen Jahr Berthold von Schöneberg.

Nach der Zerstörung der ursprünglich zweigeteilten Ortschaft (Hümme und Haldungen am Mühlenberg) im Jahre 1462 bestellten die Bewohner zunächst von Hofgeismar aus ihre Äcker, bevor die Ortschaft neu aufgebaut wurde.

Als erster evangelischer Pfarrer wird 1546 Conrad Lemming vermerkt, einige Jahre zuvor noch Barfüßermönch in Hofgeismar.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg gab es 1654 in Hümmer Meierhöfe und Erbländereien, die sich im erblichen Besitz von Bauern befanden.

Am 31. Dezember 1970 wurde Hümme in die Stadt Hofgeismar eingegliedert.[2]

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Hofgeismar-Hümme

Das erste Teilstück des Landgraf-Carl-Kanals auf der Strecke von Karlshafen über Helmarshausen und Trendelburg in Richtung Kassel war 1729 bis Hümme befahrbar. Der Kanal und Reste der Bauten sind am Ortsrand noch sichtbar.

Die ursprünglich gute Verkehrslage an der alten Bremer Poststraße verlor der Ort, als die Straße ab 1730 über Schöneberg führte, offensichtlich, um das neu entstandene Bad Gesundbrunnen bei Hofgeismar anzubinden. Am 30. März 1848 wurde die Carlsbahn, eine Eisenbahnstrecke von Hümme nach Karlshafen, eröffnet. Gleichzeitig ging das 11,5 Kilometer lange Teilstück der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn zwischen Hümme und Grebenstein in Betrieb. Ab dem 8. November 1848 war die Strecke von Karlshafen bis Kassel durchgehend befahrbar. Am 28. März 1851 wurde mit der Bahnstrecke Kassel–Warburg die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn über Hümme in Richtung Warburg zur Stammstrecke der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet. Beide Strecken waren die ersten Eisenbahnstrecken im Kurfürstentum Hessen-Kassel.

1897 erhielt der Bahnhof Hümme ein neues Empfangsgebäude. Dieses Gebäude und das Streckenwärterhaus bei Streckenkilometer 312,70 stehen unter Denkmalschutz.[3] 2012 wurde bekannt, dass das Fachwerkgebäude in ein Mehrgenerationenhaus umgebaut werden soll.[4]

Als Dorf am Mühlenbach mit bäuerlichen Fachwerkhäusern präsentiert sich der Ort auf alten Ansichten zum Ende des 19. Jahrhunderts. Nach der Eröffnung der Eisenbahnstrecken kamen die Bahnarbeitersiedlung und kleinere Arbeiterhäuser hinzu.

EhrenbürgerBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Liesel Kontze: Beiträge zur älteren Geschichte von Hümme. In: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar, Jg. 1959, S. 82 ff.
  • Friedrich Bleibaum (Hg.): Kreis Hofgeismar (= Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen, Bd. 3). Bernecker, Melsungen 1966, S. 146 ff.
  • Hümme – ein Dorf am Mühlenbach. In: Alt-Hofgeismar – Bilder aus einer vergangenen Zeit 1870–1925, herausgegeben und erläutert von Helmut Burmeister und Klaus-Peter Lange, Hofgeismar 1979, S. 48.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hofgeismar → Zahlen und Fakten → Einwohner (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hofgeismar.de (Haupt- und Nebenwohnsitze), Stand: 30. Juni 2015, abgerufen am 30. November 2016, auf hofgeismar.de
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 398.
  3. Bedeutende Relikte der Eisenbahngeschichte in Hofgeismar gesichert. Pressemitteilung des Landesamts für Denkmalpflege, 4. Mai 2012
  4. Denkmalgeschützter Bahnhof soll umgebaut werden - Hoffnung auf Zuschüsse. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine online, 3. Mai 2012. Abgerufen am 16. Mai 2012