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Universität Kassel

Hochschule in Hessen

Die Universität Kassel ist die nördlichste Universität Hessens. Die Gründung erfolgte 1971 als Gesamthochschule Kassel (GhK). Seit 2003 heißt die Hochschule Universität Kassel.

Universität Kassel
Logo
Gründung 1971
Trägerschaft staatlich
Ort Kassel
Bundesland HessenHessen Hessen
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Präsident Reiner Finkeldey[1]
Studierende 25.351(WS 2018/19)[2]
Mitarbeiter 3.337 (WS 2018/19, ohne Studentenwerk)[2]
davon Professoren 367 (WS 2015/16)[2]
Jahresetat 291,49 Mio. € (WS 2018/19, ohne Studentenwerk)[2]
Netzwerke Netzwerk Mittelgroße Universitäten
Website www.uni-kassel.de
Das 1810 gegründete Gießhaus am Möncheberg ist repräsentativer Veranstaltungssaal der Hochschule

Die Forschung an der Universität ist traditionsgemäß vielfältig und interdisziplinär, z. B. seit 1978 über die unabhängig von den Fachbereichen organisierten Wissenschaftlichen Zentren.[3] Das Forschungsprofil umfasst Schwerpunkte u. a. in Umwelt-, Klima- und Energieforschung, Informationstechnik-Gestaltung, Nanostrukturwissenschaften und Bildungsforschung.

Die Universität Kassel hat neben dem zentralen Campus Holländischer Platz die weiteren Standorte Heinrich-Plett-Straße, Menzelstraße, Wilhelmshöher Allee und Damaschkestraße in Kassel sowie zwei Standorte in der Stadt Witzenhausen.

Geschichte der UniversitätBearbeiten

 
Ursprüngliches Logo der Gesamthochschule Kassel von 1971 bis 2000

Bereits ab 1633 durfte sich Kassel für die nächsten zwanzig Jahre aufgrund der alten Universität Kassel Universitätsstadt nennen, bevor die hessische Landesuniversität aus dem Renthof in das wiedergewonnene Marburg zurückverlegt wurde. Landgraf Friedrich II. gründete 1777 die heutige Kunsthochschule als Akademie der Künste, die nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst Werkkunstschule und später Hochschule für bildende Künste (HbK) war, bis sie heute unter dem Namen Kunsthochschule Kassel firmiert.

Auch die 1832 gegründete Höhere Gewerbeschule (Polytechnikum), an der u. a. die Chemiker Heinrich Buff, Friedrich Wöhler und Robert Wilhelm Bunsen lehrten und forschten, und die Baugewerkschule Kassel (später Staatsbauschule Kassel, ab 1963 Staatliche Ingenieurschule)[4] können als Vorläufer der Kasseler Universität angesehen werden. Bereits 1866 gab es Pläne, das Polytechnikum zu einer Technischen Hochschule oder Universität auszubauen; aus Geldmangel konnte das Vorhaben in Kassel nicht realisiert werden (stattdessen wurde 1870 die Technische Hochschule Aachen gegründet).

Erste Forderungen nach Gründung einer Universität in Kassel wurden 1958 laut. Später erfolgte die Gründung einer Bürgerinitiative zur Erreichung dieses Ziels. 1970 beschloss der hessische Landtag die Gründung einer integrierten Gesamthochschule. Das Kasseler Gesamthochschulkonzept beinhaltete die Integration verschiedener Vorgänger-Hochschulformen, hier waren es die Hochschule für Bildende Künste, die Ingenieurschule sowie die Höhere Wirtschaftsfachschule, in einer einzigen Hochschule. Ludwig von Friedeburg, der hessische Kultusminister, gilt als Gründer der Kasseler Gesamthochschule (GhK). Am 25. Oktober 1971 wurde der Lehrbetrieb aufgenommen. Gründungspräsidentin wurde ein Jahr später Vera Rüdiger. Die praxisorientierte und experimentelle Schwerpunktsetzung in den gestuften Diplomstudiengängen, die seit 1973 als Kasseler Modell entwickelt wurde, basiert aus dem Zusammenschluss der unterschiedlichen Teilbereiche Kunst, Technik, gesellschafts- und umweltbezogene Disziplinen. Als Reformansatz wurde dies bis in die ausgehenden 1990er Jahre praktiziert.

Der erste gestufte Diplomstudiengang nach dem neuen Kasseler Modell begann 1974. Ein Jahr später wurde Ernst Ulrich von Weizsäcker neuer Präsident der GhK. Der Studiengang Wirtschaftswissenschaften wurde zum Wintersemester 1978 in der damaligen „Organisationseinheit Wirtschaft“, heute Fachbereich 7 (Wirtschaftswissenschaften) eingerichtet. Erster neugebildeter Fachbereich am „Holländischen Platz“ (Hopla) wurde der interdisziplinär ausgelegte Studiengang Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung (ASL) zu dessen Gründungsgeneration u. a. Lucius Burckhardt, Michael Wilkens und Karl-Heinrich Hülbusch zählen.

Beim 20-jährigen Jubiläum der Hochschule 1991 waren mehr als 000000000016000.000000000016.000 Studenten eingeschrieben. Der Hochschulkonvent beschloss zwei Jahre später die Änderung des Namens in „Universität Gesamthochschule Kassel“. Seit diesem Jahr ist die Uni weiterhin Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Zum Wintersemester 2001 wurden mit Hilfe externer Sponsoren zwei neue interdisziplinäre Studienangebote eingerichtet: Informatik und Wirtschaftsingenieurwesen. Die Universität feierte am 15. Februar 2002 – dreißig Jahre nach Gründung der Hochschule – ihren ersten Universitätstag. Mit einem Senatsbeschluss fiel 2003 der Namensteil „Gesamthochschule“ weg, die Uni heißt seitdem nun nur noch „Universität Kassel“. Ein Jahr später wurden neue Bachelor- sowie Masterstudiengänge eingerichtet und noch im selben Wintersemester kamen weitere Diplom-Studiengänge wie Mechatronik und Nanostrukturwissenschaften zum Angebot der Universität hinzu. Mit der Modularisierung unter den Rahmenbedingungen des Bologna-Prozesses begann die Vorbereitung von Credit-Point-System und zentraler, automatisierter Studienleistungserfassung.

Campus Holländischer PlatzBearbeiten

 
Eingang des Campus Holländischer Platz
 
Neubau der Sprach- und Erziehungswissenschaften

Ebenfalls kennzeichnend für die Neugründung der Hochschule in den 1970er Jahren war die Umnutzung des in unmittelbar nordöstlich der Innenstadt im Stadtbezirk Nord-Holland gelegenen Industriestandorts der 1810 gegründeten Lokomotivfabrik Henschel, die bereits im Verlauf der 1960er Jahre durch die Eingliederung in das Unternehmen ThyssenKrupp abgewickelt worden war. Entgegen vielfacher Bemühungen um einen Erhalt der alten Gebäude auf dem Gelände und deren alternative Umnutzung (Konversion und Transformation) als Hochschule, wurde in einem langwierigen Prozess der heutige Campus Holländischer Platz neu bebaut. In den 1980er und 1990er Jahren wurde der Campus maßgeblich nach Plänen des Stuttgarter Ingenieurbüros Höfler und Kandel ausgeführt.

Bei der Erstellung dieses Campus wurden zumindest die Belange von Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten durch Aufzüge und Behindertentoiletten in vielen Gebäuden berücksichtigt. Andere Formen von Behinderungen wurden in der Planung weniger beachtet.[5]

Seit 2011 wird der Campus Holländischer Platz auf Grundlage des 2005 beschlossenen Baustrukturkonzeptes in nördlicher Richtung zwischen Gottschalk-, Moritz- und Mombachstraße erweitert. Ziel ist neben der Schaffung zusätzlicher Studierendenkapazitäten, die Fachbereiche und Einrichtungen von der Heinrich-Plett-Straße in Kassel-Oberzwehren dorthin zu verlegen.[6] Im Jahr 2002 hatte das Land Flächen der ehemaligen Zeltfabrik Gottschalk & Co. erworben. Seit dem Jahr 2008 wurden die Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Unternehmen Henschel (K18 / K19), Gottschalk & Co. sowie Kohlen Koch abgerissen. Die Ergebnisse des zweistufigen städtebaulichen Wettbewerbs sehen als wesentliche Bestandteile auf dem 8,5 Hektar großen Gelände vor allem Neubauten vor, die Bestandsgebäude wurden nur teilweise in der Masterplanung berücksichtigt.

In einem ersten Schritt entstanden ab 2011 ein Hörsaal- und Campus-Center, neue Gebäude für den Fachbereich Architektur Stadtplanung Landschaftsplanung, ein SciencePark für Existenzgründer und universitätsnahe Unternehmen, ein Wohnheim des Studentenwerks und ein Kindergarten. Zudem wurde die Zentralmensa um 400 Plätze erweitert und ältere Gebäude saniert. Für das Bauprogramm stellt das Land Hessen 226 Mio. Euro aus dem HEUREKA-Programm bereit. Weitere Mittel sind in Aussicht gestellt.[6][7] Noch nicht umgesetzt sind Gebäude für die Naturwissenschaften.

Campus OberzwehrenBearbeiten

Die Universität Kassel (damals noch Gesamthochschule Kassel) nahm zum Wintersemester 1971/1972 ihren Lehrbetrieb auf, und zwar zum großen Teil in Gebäuden, die zuvor in nur sieben Monaten Bauzeit im Stadtteil Oberzwehren errichtet wurden. Im sogenannten Aufbau und Verfügungszentrum (AVZ) kamen zunächst die neu eingerichteten Lehramtsstudiengänge unter. Das AVZ wurde bis 1978 sukzessive erweitert. Wie der Name andeutet, war das AVZ als Provisorium geplant. Dennoch ist es bis heute in Betrieb und beherbergt vor allem den Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften. Im Zuge des hessischen Hochschulbau-Programms HEUREKA ist allerdings vereinbart, den Standort in den kommenden Jahren aufzugeben und die Fachgebiete an den Campus Holländischer Platz zu verlagern.[8]

Campus Wilhelmshöher AlleeBearbeiten

Die neu gegründete Gesamthochschule übernahm die Gebäude der ehemaligen Staatsbauschule und der Ingenieurschule an der Wilhelmshöher Allee im Stadtteil Wehlheiden. Beide Institutionen gingen in die neue Hochschule auf. Die beiden miteinander verbundenen Gebäude stammen aus den fünfziger Jahren, das Ensemble wurde seitdem immer wieder erweitert. Es enthält reizvolle Sgraffiti der Fünfzigerjahre sowie im Foyer eine Skulptur von Alberto Viani, die auf der Documenta II (1959) gezeigt wurde. Heute ist hier der Fachbereich Elektrotechnik/Informatik untergebracht[9][10].

Campus MenzelstraßeBearbeiten

In der Kasseler Südstadt, am Rande der barocken Karlsaue, steht die Kunsthochschule Kassel, die ein teilautonomer Bereich der Universität ist. Sie hat ihre Wurzeln in der Academie de Peinture et de Sculpture, 1777 von Landgraf Friedrich II gegründet, und verweist somit auf die Geschichte der Stadt als landgräfliche und kurfürstliche Residenz. Die Kunsthochschule residiert in zwei sehenswerten 60er-Jahre-Bauten. Der nördliche Teil (Architekt Paul Friedrich Posenenske) wurde für die Staatliche Hochschule der Bildenden Künste gebaut, an der documenta-Begründer Arnold Bode als Professor wirkte. Daran schließt sich der Bau der Werkkunstschule von Johannes Krahn und Josef Lucas an. 1970 wurden die beiden Institutionen vereinigt und gingen anschließend in der heutigen Universität auf.[11]

Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften in WitzenhausenBearbeiten

In der etwa 40 Kilometer entfernten Kleinstadt Witzenhausen befindet sich der Fachbereich 11 Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel. Er nutzt dort einen Standort im Norden der Stadt sowie im Zentrum ein ehemaliges Kloster der Wilhelmiten, in dem 1898 die Deutsche Kolonialschule (Tropenschule) gegründet worden war, um Menschen für eine Übersiedlung in die deutschen Kolonien landwirtschaftlich auszubilden. Auf dem Gelände des Klosters an der Steinstraße befindet sich auch das Tropengewächshaus der Universität, das unter anderem seltene tropische Pflanzen beherbergt (darunter die Oman-Banane).[12]

Studium und Lehre, Forschung, WissenstransferBearbeiten

 
Zentrum für Umweltbewusstes Bauen in der Gottschalkstraße, Standort Kolbenseeger/HaFeKa
 
Blaues Tor, Das Tor des irdischen Friedens von Eberhard Fiebig als Eingang von der Mönchebergstraße

Studium und LehreBearbeiten

Die Universität Kassel bietet über hundert verschiedene Studiengänge in elf Fachbereichen an.[13] Studienanfänger finden Einführungs- und Unterstützungskurse, etwa Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler. Die Lehre an der Uni Kassel zeichnet sich traditionell durch einen vergleichsweise hohen Praxis-Bezug aus. So lernen Lehramtsstudierende den Lehreralltag bereits im Grundstudium kennen, während an anderen Universitäten Schulpraktika oft erst gegen Ende des Studiums anstehen. In einigen anderen Studiengängen wird zudem besonderer Wert auf das Lernen in Projekten gelegt, die eine stärkere Selbständigkeit der Studenten im Studium, eine Einheit von Lehren und Lernen sowie einen Praxisbezug im umfassenden Sinne anstreben.

Eine Besonderheit stellt das Servicecenter Lehre dar, eine zentrale Einrichtung, die Studenten unterstützt und ihnen bei Bedarf Kompetenzen, beispielsweise im wissenschaftlichen Schreiben, vermittelt. Zugleich schult es Dozenten pädagogisch, was zur Verbesserung der Lehrqualität und zu innovativen Lehrformaten beiträgt. Auch durch die Unterstützung des Servicecenters Lehre ist die Universität Kassel regelmäßig erfolgreich beim bundesweit renommierten Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre. Insgesamt gingen in bislang zehn Ausschreibungsjahren 15 Lehrpreise nach Kassel.[14]

Seit 2019 bietet die Universität den hessenweit einmaligen Pilotstudiengang plusMINT an. Interessierte studieren hier ein Jahr lang verschiedene MINT-Fächer auf Probe und nehmen erworbene Credits mit in das Studium, für das sie sich schließlich entscheiden.[15]

Die Universität Kassel ist Mitglied im Verbund „Digital gestütztes Lehren und Lernen in Hessen“.[16]

ForschungBearbeiten

Das Forschungsprofil der Universität Kassel umfasst acht Schwerpunkte:

  • Empirische Bildungsforschung und Hochschulforschung
  • Energieversorgungssysteme der Zukunft
  • Industrielle Systemtechnik - Simulation technischer Systeme
  • Kultur- und Geschlechterforschung
  • Nanostrukturwissenschaften
  • Sozialnützliche Informationstechnik-Gestaltung
  • Sozialpolitik, Entwicklungspolitik und menschenwürdige Arbeit
  • Umwelt, Klima und Ernährung

Forschung ist an der Uni Kassel häufig interdisziplinär organisiert. Das gilt insbesondere für die vier wissenschaftlichen Zentren: Das INCHER-Kassel forscht zu Bildung und Hochschulen, das ITeG zur sozialverträglichen Technik-Gestaltung, das CESR zu Klimawandel und Ressourcenverbrauch und das CINSat zur Nanotechnologie. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Kompetenzzentren wie beispielsweise das Kompetenzzentrum für Klimaschutz und Klimaanpassung CliMA. Verschiedene Forschungsgruppen koordinieren Forschungsprojekte von überregionaler Bedeutung: Beispielsweise zur veränderten Landnutzung von Megacities,[17] zu Krisen in Lateinamerika[18] sowie Grundlagenforschung zur Chiralität von Molekülen.[19]

WissenstransferBearbeiten

Die Universität Kassel unterstützt Wissenstransfer und Gründerkultur in besonderem Maße. 2013 wurde ihr dafür vom Bundeswirtschaftsministerium das Prädikat „Gründerhochschule“ verliehen.[20] Seit 2015 fördern Stadt und Hochschule Start-Ups im Science Park Kassel auf dem zentralen Campus.[21] Laut einer Studie aus dem Jahr 2011 gehen etwa 10.000 Arbeitsplätze in der Region Nordhessen direkt auf Ausgründungen aus der Universität zurück.[22] Die Wochenzeitung „Die Zeit“ würdigte die Rolle der Universität für die regionale Wirtschaft 2017 als Vorbild für Hochschulen außerhalb Berlins.[23]

BesonderheitenBearbeiten

Die Lehre an der Uni Kassel ist vom sogenannten Kasseler Modell, einem Lehrkonzept mit großem Praxisbezug und gestuften Abschlüssen geprägt, das durch die bei ihrer Einrichtung reformierten Lehramtsstudiengänge, des Projektstudiums in den Studiengängen Sozialwesen und Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung sowie in der Geschichte als Gesamthochschule begründet ist. In sämtlichen Studiengängen müssen schon recht früh Berufspraktika absolviert werden. So lernen beispielsweise Lehramtsstudierende den Lehreralltag bereits im Grundstudium kennen, während an anderen Universitäten Schulpraktika bislang erst gegen Ende des Studiums anstanden. In einigen Studiengängen wurde zudem besonderer Wert auf das Lernen in Projekten gelegt, die eine stärkere Selbständigkeit der Studenten im Studium, eine Einheit von Lehren und Lernen sowie einen Praxisbezug im umfassenden Sinne anstrebten.

Mit der Stiftungs-Professur zu Werk und Wirkung der Brüder Grimm gibt es in Kassel die einzige Professur Deutschlands, die sich ganz den Germanisten und Märchensammlern widmet. Damit nicht zu verwechseln ist die Grimm-Gastprofessur, die jedes Jahr im Sommersemester an eine Schriftstellerin oder einen Schriftsteller aus dem deutschen Sprachraum geht. Darüber hinaus besteht seit 1987 eine eingerichtete Gastprofessur zu Ehren des religionstheologischen Bildungsphilosophen Franz Rosenzweig.

Die Kunsthochschule Kassel ist ein teilautonomer Fachbereich der Universität.

Die Hochschule kooperiert mit der Global Labour University und hat damit einen liberal-gewerkschaftlich, betriebswirtschaftlich ausgerichteten Beratungs- und Kompetenzschwerpunkt entwickelt.

Der Fachbereich Bauingenieur- und Umweltingenieurwesen schnitt im CHE-Ranking 2016 bundesweit am besten ab.[24]

Barrierefreiheit an der Universität KasselBearbeiten

Im Jahr 2009 wurde die Stelle eines Beauftragten für Studium und Behinderung eingerichtet, um das Konzept „Eine Hochschule für Alle“ umzusetzen. Diese Institution soll das Studium für alle Menschen mit chronischer Erkrankung und Behinderung ermöglichen.[25] Dieses Ziel soll durch Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Personen der Hochschule erreicht werden, um die Barrierefreiheit voranzubringen, damit unter anderem neue Gebäude barrierefreier werden. Daneben ist die Beratung von Prüfungsämtern und Studierenden über die Möglichkeiten an dieser Universität eine wichtige Aufgabe.

Studentisches KulturlebenBearbeiten

 
Das „K19“ an der Moritzstraße
 
Vorplatz der Zentralmensa an der Ahna

Pünktlich zur Documenta XI 2002 nahm das studentische Kulturzentrum „K19“ seinen Betrieb auf. Eingerichtet als Studentenclub in einer alten Wartungshalle der Henschel-Werke und großzügig ausgestattet mit Veranstaltungstechnik bietet es einen offenen Raum für vielfältige Kulturveranstaltungen. In der Zeit zwischen 1982 und 1987 wurde in direkter Nähe zu den Hallen K18/K19 das Mahnmal "Die Rampe" der Künstlerin und Bildhauerin E.R. Nele aufgebaut. Es mahnt an den Holocaust und gedenkt der Opfer des Faschismus. Des Weiteren befinden sich auf dem Gelände ein Gedenkstein für das Scheitern des "Nordstadtparks" und die umzäunten Reste des Architekturexperimentalaußenlabors im Ahnapark.

Neben der studentischen Selbstverfasstheit des StuPas und des AStAs tragen darüber hinaus das Café DesAStA und die Struktur der Autonomen Referate maßgeblich zur Bereicherung studentischen Kulturlebens auf dem Campus und darüber hinaus bei. Seit den späten 1980er Jahren besteht das Autonome Behindertenreferat (ABeR), seit Beginn der 90er-Jahre das Autonome Referat für Frauen und Geschlechterpolitik (FreiRaum) und das Autonome Schwulenreferat (ASR).

Das Studentenwerk Kassel ist als eigenständige Körperschaft anteilstragend an der sozialen und beratenden Unterstützung und Versorgung fester Bestandteil des studentischen Lebens. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe des Campus am HoPla mit seinen Einrichtungen und einem Wohnheim. Daneben betreibt es unter anderem die Mensen und Cafeterien an allen Standorten der Universität Kassel. Bei dem von UNICUM.de veranstalteten Wettbewerb „Mensa des Jahres“ konnte das am Campus „Holländischer Platz“ angesiedelte Bistro K10 2010 den dritten[26] und 2011 den zweiten Platz[27] erreichen.

Neben der medium²Plus, die seit einigen Jahren von der verfassten Studierendenschaft herausgegeben wird, gibt die Universität die Hochschulzeitung publik heraus. Nach mehr als dreißig Jahren als Zeitung erscheint die publik seit 2011 im Magazinformat.

Fachbereiche (Fakultäten)Bearbeiten

Einrichtungen und Institute (Auswahl)Bearbeiten

ArchivBearbeiten

 
Das Hessische Staatsarchiv (StAM) in Marburg

Das Archiv der Universität Kassel wird als Depositum im Hessischen Staatsarchiv Marburg (Bestände 420 bis 429) aufbewahrt. Es umfasst u. a. das archivwürdige Schriftgut der Zentralverwaltung,[30] der einzelnen Fachbereiche[31] und der Vorgängereinrichtungen, darunter der Werkkunstschule.[32] Damit besteht eine über Jahrhunderte währende, wenn auch nur bisher mittelbare Kooperation fort.

PersönlichkeitenBearbeiten

AbsolventenBearbeiten

ProfessorenBearbeiten

GastdozenturenBearbeiten

  • Safiye Can (2017), Lyrikerin, Bestsellerautorin, Dichterin der konkreten und visuellen Poesie, literarische Übersetzerin

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Annette Ulbricht (Hrsg.): Von der Henschelei zur Hochschule. Der Campus der Universität Kassel am Holländischen Platz und seine Geschichte. Kassel, 2004; ISBN 3-89958-099-0 PDF
  • Präsident der Gesamthochschule Kassel (Hg.) 1986: 40 Jahre Bauingenieurstudium in Kassel 1946 bis 1986, ein Rückblick. Selbstverlag
  • Präsidium der Universität Kassel (Hrsg.) Vierzig Jahre Universität Kassel, kassel university press, ISBN 978-3-86219-196-3, 2011[34]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Universität Kassel > Präsidium. Abgerufen am 31. Juli 2019.
  2. a b c d Universität Kassel: Zahlen und Fakten. Abgerufen am 24. Januar 2019.
  3. Wissenschaftliche Zentren
  4. siehe Literatur 40 Jahre Bauingenieurstudium in Kassel
  5. Orientierungsleitfaden für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung (2012)
  6. a b uni-kassel.de
  7. hna.de
  8. https://info-pb-hmwk.hessen.de/wissenschaft/bauprogramm-heureka/hochschulbau/universitaet-kassel/bauprojekte-sollen-besonderen-charakter-der-hochschule-widerspiegeln
  9. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland - Kulturdenkmäler in Hessen, Band 38, Stadt Kassel II (Vorderer Westen – Südstadt – Auefeld – Wehlheiden), Thomas Wiegand, 2005.
  10. Universität Kassel (Herausgeber): publik, Magazin der Universität Kassel. 40. Jahrgang, Nr. 2 2017: Gastgeber mit Vergangenheit, S. 10ff
  11. Universität Kassel (Herausgeber): publik, Magazin der Universität Kassel. 40. Jahrgang, Nr. 2 2017: Gastgeber mit Vergangenheit, S. 10ff
  12. https://www.uni-kassel.de/fb11agrar/fachgebiete-einrichtungen/opats/medienbeitraege/201415.html
  13. https://www.uni-kassel.de/uni/studium/alle-studiengaenge/
  14. https://wissenschaft.hessen.de/wissenschaft/hochschulpolitik/hochschullehrpreis/preistraegerinnen-preistraeger Stand Dezember 2019
  15. https://www.uni-kassel.de/uni/aktuelles/meldung/post/detail/News/mint-studieren-ausprobieren/
  16. https://www.uni-marburg.de/de/aktuelles/news/projekt-digital-gestuetztes-lehren-und-lernen-in-hessen-laeuft-an
  17. http://www.uni-kassel.de/fb11agrar/fachgebiete-einrichtungen/opats/for2432.html
  18. https://www.uni-kassel.de/uni/aktuelles/meldung/post/detail/News/lateinamerika-internationaler-forschungsverbund-sucht-antworten-auf-krisen/
  19. https://www.uni-kassel.de/forschung/sfb/sfb-1319-elch/
  20. https://www.lifepr.de/inaktiv/universitaet-kassel/Millionen-fuer-Unternehmer-Kultur-Uni-Kassel-ist-jetzt-Gruenderhochschule/boxid/378660
  21. https://www.hna.de/kassel/mitte-kassel-ort248256/park-pfiffige-ideen-5058413.html
  22. https://www.hna.de/kassel/bringt-15000-jobs-mio-umsatz-1471019.html
  23. https://www.zeit.de/2017/24/documenta-kassel-kunstausstellung-kulturhauptstadt
  24. hna.de
  25. Studieren mit chronischer Krankheit oder Behinderung (Memento vom 11. Juni 2012 im Internet Archive) auf www.uni-kassel.de
  26. Mensa des Jahres 2010 (Memento vom 14. Mai 2012 im Internet Archive), auf www.mensadesjahres.de, abgerufen am 18. Juni 2012.
  27. Mensa des Jahres 2011 (Memento vom 29. Juni 2012 im Internet Archive), auf www.mensadesjahres.de, abgerufen am 18. Juni 2012.
  28. ITeG-Seite an der Universität Kassel
  29. uni-kassel.de
  30. Hessisches Staatsarchiv Marburg > Universität Kassel (Gesamthochschule) mit Übersicht über den Bestand Allgemeine Verwaltung In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), abgerufen am 9. September 2011.
  31. HStAM Bestand 423 Serie: Übersicht über die archivierten Unterlagen der Fachbereiche In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), abgerufen am 9. September 2011.
  32. HStAM 429/2: Übersicht über den Bestand Werkkunstschule In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), abgerufen am 9. September 2011.
  33. Konrad Rühling: Alexander-Mitscherlich-Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Kassel. Abgerufen am 17. September 2018.
  34. Volltext, nicht ausdruckbar

WeblinksBearbeiten

  Commons: Universität Kassel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

FußnotenBearbeiten



Koordinaten: 51° 19′ 22″ N, 9° 30′ 27,2″ O