Asselburg

Burg in Niedersachsen, Deutschland

Asselburg (auch Burg Assel, Asleburch, Asleburg oder Hesleburg) war eine Burg westlich von Hohenassel, heute ein Ortsteil von Burgdorf im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen.

Asselburg
Alternativname(n): Asleburch, Asleburg, Burg Assel, Hesleburg
Entstehungszeit: 10. Jahrhundert[1]
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: Burggraben
Ort: Hohenassel, Ortsteil von Burgdorf (Landkreis Wolfenbüttel)
Geographische Lage: 52° 8′ 39″ N, 10° 12′ 47″ OKoordinaten: 52° 8′ 39″ N, 10° 12′ 47″ O
Asselburg (Niedersachsen)
Asselburg

BautenBearbeiten

Von der Burg sind heute nur Teile des Grabens erhalten. Ab 1779 wurde an der Stelle der Burg ein Herrenhaus errichtet, das heutige Schloss Burgdorf.

GeschichteBearbeiten

Um 933 soll auf der Asselburg Bernward geboren worden sein, 983–1022 Bischof von Hildesheim[2]. Andere Quellen nennen das Geburtsjahr Bernwards um 950[3] und um 960[4].

Im Jahr 984 schlossen sich auf der Asselburg, dem Besitz des Grafen Eckhard I., die Parteigänger König Ottos III. zusammen und bereiteten dort unter der Führung des sächsischen Herzogs Bernhard I., unterstützt vom Mainzer Erzbischof Willigis, einen gemeinsamen Feldzug gegen Heinrich den Zänker vor.

Seit dem 12. Jahrhundert ging die strategische Funktion der Asselburg auf die wohl ebenfalls zur Herrschaft Assel gehörige Burg Lichtenberg über und die Anlage verfiel.

BesitzerBearbeiten

Grafen von AsselBearbeiten

  • Um 873 tritt ein Graf Riedag/Ricdag (Winzenburger Nebenlinie) von Assel auf, der Gründer des Klosters Lamspringe und Erbauer der Burg Winzenburg. Seine Frau Emhild/Irmhildis war vermutlich aus dem Verwandtenkreis der Immedinger und des Grafen Immed/Immat, des Gründers des Klosters Ringelheim. Ihre gemeinsame Tochter Ricburga soll die erste Äbtissin in Lamspringe gewesen sein.
    • Eckhard I. von Assel, 947–950 Graf von Assel[5] aus der Adalbero-Sippe.[6]
      • Frederun ⚭ Hermann Graf von Schwalenberg († vor 1018).
      • Eckhard II. von Assel.
      • Hathwig oder Hedwig von Assel († vor 1018) ⚭ Graf Altmann von Oelsburg († 1000/03); Ölsburg ist heute ein Ortsteil von Ilsede. Altmann war im Besitz der Stederburg, heute als Steterburg ein Ortsteil von Salzgitter-Thiede. Als Witwe gründete Hedwig mit ihrer Tochter auf dem Gutshof der Stederburg das Jungfrauenkloster Stift Steterburg.
        • Erkanbald († 17. August 1021), 997–1011 Abt von Fulda und von 1011 bis zu seinem Tod Erzbischof von Mainz.[7]
        • Frederunda († 16. März 1020), Stifterin und erste Äbtissin des Stifts Steterburg.[8]
    • ⚭1.) Eufemia von Vohburg, Tochter des Grafen Diepold III.
      • Otto (von Winzenburg) Graf von Assel (um 1130 – 31. August 1171/75) ⚭ Salome[11] († nach 1185; Tochter des Grafen Goswin II. von Heinsberg[12] und Schwester des Erzbischofs von Köln Philipp I. von Heinsberg). Das Paar hatte keine männliche Nachkommen. 1166/67 beteiligt er sich am Kampf gegen Heinrich der Löwe. Am 15. August 1186 auf der Malstätte von Holle verzichtete zugunsten des Adelog auf die Güter von den Lichtenbergen bis Mölme. Oedelum fiel an das Kloster Loccum. Die Braunschweiger Herzöge, die Ansprüche erhoben, bekamen den östlichen Teil. Damit entstand die Grenze zwischen dem Bistum Hildesheim und dem Herzogtum Braunschweig. Nach Salomes Tod übernahm Heinrich der Löwe trotzdem die Burg mit den dazugehörigen Ländereien und dem sonstigen Inventar. Nur die Burgkirche mit ihren Anlagen und Landbesitz überließ er dem Bischof. Die Welfen, die sich auf die Burg Lichtenberg zurückzogen überließen die Asleburg Vögten zur Verwaltung.
        • Adelheid († 25. Dezember 1185) ⚭ 1183 Adolf III.
    • ⚭2.) Richenza von Immenhausen, Tochter des Grafen Dudo; Witwe des Siegfried IV. von Boyneburg
      • Sophie (* 1145) ⚭ Rottmann I. Graf von Himstedt[13]

Der Bischof Adelog von Hildesheim erwarb 1186, nach Salomes Tod, die Asselschen Güter.[14]

Spätere BesitzerBearbeiten

Als 1596 das Geschlecht von Assel ausstarb, wurde Arndt von Kniestedt, dessen Großmutter aus dem Geschlecht derer von Assel stammte, vom Herzog Heinrich Julius von Braunschweig mit den Gütern der Familie von Assel belehnt. In den Jahren 1779 bis 1783 erbauten die Familie von Kniestedt hier ein neues Herrenhaus. Dieses „Schloss Burgdorf“ genannte Haus befindet sich heute in Privatbesitz. 1834 fiel das Gut an das Herzogtum Braunschweig zurück, das dieses zunächst verpachtete und am 6. Dezember 1845 an Carl August Adolf von Cramm verkaufte. Dessen Familie hielt das Gut bis 1910 in ihrem Besitz.

LiteraturBearbeiten

  • Hans Adolf Schultz: Burgen und Schlösser im Braunschweiger Land.
  • Wilhelm Schrader: Das uradelige Geschlecht von Kniestedt. Eigenverlag, Salzgitter-Bad 1975.
  • Kurt Hasselbring: Geschichte der Asselburg und des Dorfes Burgdorf. Selbstverlag, Burgdorf 1984, 91 S.
  • Margret Zimmermann, Hans Kensche: Burgen und Schlösser im Hildesheimer Land. Hildesheim, 2001, S. 24–25

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Caspar Ehlers: Die Integration Sachsens in das fränkische Reich, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2007, S. 329, ISBN 3-525-35887-3
  2. http://www.berel-am-ries.de/seiten/Chronik/Urkunden-808-1523/Urkunden-808-1523.htm (?)
  3. Friedrich Wilhelm Bautz: Bernward, Bischof von Hildesheim. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 545–546.
  4. Wilhelm Berges: Bernward, Bischof von Hildesheim. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 143 f. (Digitalisat).
  5. Eckhard I. von Assel bei „Genealogie Mittelalter“
  6. Sippe des Pfalzgrafen Adalbero bei „Genealogie Mittelalter“
  7. Erkanbald, Erzbischof von Mainz bei „Genealogie Mittelalter“
  8. Frederunda, Äbtissin von Stederburg bei „Genealogie Mittelalter“
  9. Hedwig von Assel-Woltingerode (?) bei „Genealogie Mittelalter“
  10. Heinrich, Graf von Asleburg bei „Genealogie Mittelalter“
  11. Salome von Heinsberg bei „Genealogie Mittelalter“
  12. http://home.hetnet.nl/~genealogie-scholgens/f1788.htm
  13. http://web.archive.org/web/20070928010636/http://www.soehlde.de/gross_himstedt.htm (Memento vom 11. August 2012 auf WebCite)
  14. Carl Ludwig Grotefend: Adelog. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 79 f.