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Siegelstempel des Erzbischofs Erkanbald, Schiefer, um 1011. Gemeinsamer Besitz von Museum für Hamburgische Geschichte und Focke-Museum Bremen.

Erkanbald OSB, auch Erchanbald, (* vor 982; † 17. August 1021) war von 997 bis 1011 Abt von Fulda und von 1011 bis zu seinem Tod Erzbischof von Mainz. Er liegt in der Mainzer Johanniskirche, dem „alten Dom“, begraben.

Erkanbald stammte aus der Familie der Grafen von Ölsburg und war mit Bischof Bernward von Hildesheim verwandt. Als Abt und später als Erzbischof unterstützte er Kaiser Heinrich II., dem er auch die Ernennung zum Mainzer Erzbischof zu verdanken hat. Nach dem Zeugnis der Vita Godehardi (c. 25) nahm Bernward von Hildesheim die Bischofsweihe am 1. April 1011 vor[1]. Das italienische Erzkanzleramt seines unmittelbaren Vorgängers Willigis erhielt er von Heinrich II. offenbar nicht. In der Reichspolitik tat er sich kaum je hervor. Einige Male erscheint er als Intervenient in den Urkunden des Kaisers, und er weihte die Bischöfe von Verden und Prag. Im Hammersteiner Ehestreit sorgte Erkanbald mit dafür, dass sich Graf Otto von seiner Gemahlin Irmingard trennen musste (1018). Noch vor seinem Tod erhob Erkanbald Heilig-Kreuz, vormals St. Maria auf dem Felde, zum Kollegiatstift.[2]

1991 identifizierte man einen Bodenfund aus Schiefer als Siegelstempel des Erzbischofs.[3]

Am 4. Juni 2019 wurde ein Sarkophag in der Mainzer Johanniskirche von Archäologen geöffnet. Ob es sich bei dem darin befindlichen Leichnam tatsächlich um Erkanbald handelt, wird derzeit geprüft.[4]

LiteraturBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Vita Godehardi des Wolfhere. In: MGH, Scriptores 11. S. 185, abgerufen am 5. Juni 2019.
  2. Kloster Maria im Felde - Heilig Kreuz
  3. Andreas Röpcke und Alfred Löhr: Erzbischof Erkanbalds Siegel in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 17, 1991, S. 43–51.
  4. 1.000-jährige Leiche stellt Forscher vor Rätsel
VorgängerAmtNachfolger
Hatto III.Abt von Fulda
997–1011
Branthoh II.
WilligisErzbischof von Mainz
1011–1021
Aribo