Hurdal

Kommune in Norwegen

Hurdal ist eine Kommune im norwegischen Fylke Viken. Die Kommune hat 2838 Einwohner (Stand: 1. Januar 2021). Verwaltungssitz ist der Ort Torget.

Wappen Karte
Wappen der Kommune Hurdal
Hurdal (Norwegen)
Hurdal (60° 24′ 57″ N, 11° 0′ 31″O)
Hurdal
Basisdaten
Kommunennummer: 3037
Provinz (fylke): Viken
Verwaltungssitz: Torget
Koordinaten: 60° 25′ N, 11° 1′ OKoordinaten: 60° 25′ N, 11° 1′ O
Fläche: 284,95 km²
Einwohner: 2.838 (1. Jan. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Paul Johan Moltzau (Sp) (2019)
Lage in der Provinz Viken
Lage der Kommune in der Provinz Viken
Mündung der Hurdalselva in den Hurdalssjøen
Foto: Øyvind Holmstad

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt in der Landschaft Romerike und grenzt im Osten an Eidsvoll, im Süden an Nannestad, im Westen an Gran sowie im Norden im angrenzenden Fylke Innlandet an Østre Toten und Vestre Toten. Sie gehört damit zum nördlichen Rand der Großregion Oslo. Im Süden der Kommune befindet sich der nördliche Abschnitt des Sees Hurdalssjøen. An dessen Nordufer liegt die Ortschaft Torget, wo auch der Fluss Hurdalselva in den See mündet. Vom Westen aus fließt zudem die Gjødingelva aus dem Skrukkelisjøen in den Hurdalssjøen.[2]

Das Terrain Hurdals ist hügelig, die höchste Erhebung ist der Fjellsjøkampen mit einer Höhe von 812,2 moh. Er stellte außerdem die höchste Erhebung des ehemaligen Fylkes Akershus dar.[3]

BevölkerungBearbeiten

Die Bevölkerung ist vor allem westlich des Hurdalssjøen und entlang der Hurdalselva verteilt. In der Gemeinde liegen zwei sogenannte Tettsteder, also zwei Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine Ortschaft gewertet werden. Diese sind Prestegårdshagen mit 374 und Torget im Mündungsbereich der Hurdalselva mit 714 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2020).[4]

Die Einwohner der Gemeinde werden Hurdaling oder auch Hurdøling genannt.[5] Offizielle Schriftsprache ist wie in vielen Kommunen in Viken Bokmål, also die weiter verbreitete der beiden norwegischen Sprachformen.[6]

GeschichteBearbeiten

Im Gemeindegebiet befinden sich Grabhügel aus der Bronzezeit. Im 17. Jahrhundert siedelten in Hurdal finnische Familien. Diese finnische Besiedlung zeigt sich noch heute in einigen für die Gegend eigentlich untypischen Ortsnamen. Von 1755 bis 1895 war nördlich von Torget ein Glaswerk ansässig, dass etwa um das Jahr 1880 als das größte Glaswerk Norwegens zählte. Des Weiteren wurden mehrere Eisenbergwerke in Hurdal betrieben.[7]

Bis zum 31. Dezember 2019 gehörte Hurdal der damaligen Provinz Akershus an. Diese ging im Zuge der Regionalreform in Norwegen in die zum 1. Januar 2020 neu geschaffene Provinz Viken über.[8]

Infrastruktur und WirtschaftBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Sowohl entlang des Ost- als auch entlang des Westufers des Hurdalsjøen verlaufen Riksveier, die eine Verbindung zur Europastraße 6 (E6) in der Nachbargemeinde Eidsvoll herstellen. Zudem bilden sie den Zufahrtsweg zum Flughafen Oslo-Gardermoen in der weiter südlich gelegenen Kommune Ullensaker.

WirtschaftBearbeiten

Traditionell wurden in Hurdal viele kleinere Bauernhöfe betrieben, die häufig mit Waldarbeit verbunden wurden. Die Anzahl der Waldarbeiter ging im Rahmen der Technisierung der Arbeit zurück. Ein Teil der industriellen Produktion ist im Bereich der Holzverarbeitung verankert. Ein hoher Anteil der Einwohner ist jedoch nicht in Hurdal selbst tätig: Im Jahr 2019 arbeiteten von 1340 Menschen nur 555 in Hurdal selbst. Die weiteren Arbeitnehmer verteilten sich auf Gemeinden wie Ullensaker, Eidsvoll oder Oslo.[9]

Wappen und NameBearbeiten

Das seit 1988 offizielle Wappen zeigt einen goldenen Tannenzapfen auf grünem Hintergrund und steht für die vielen Tannenbäume im Hurdaler Waldgebiet.

Hurdal wurde bereits im Jahr 1346 als Hurdardalr erwähnt, spätere bekannte Bezeichnungen waren Urdudalr im Jahr 1376 und Urdadalr um das Jahr 1400 herum. Der Name leitet sich wohl vom altnordischen Namen Hurðardalr ab, wobei der erste Teil vom Flussnamen Hurð abstammt.[10]

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Hurdal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 07459: Alders- og kjønnsfordeling i kommuner, fylker og hele landets befolkning (K) 1986 – 2021 Statistisk sentralbyrå. 23. Februar 2021 (norwegisch)
  2. Hurdal kommune. In: Norgeskart. Kartverket, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  3. Høyeste fjelltopp i hver kommune. Kartverket, 1. September 2015, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch (Bokmål)).
  4. Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 6. Oktober 2020 (englisch).
  5. Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch (Nynorsk)).
  6. Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  7. Svein Askheim, Geir Thorsnæs: Hurdal. Store norske leksikon, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  8. Kommunal- og moderniseringsdepartementet: Nye kommune- og fylkesnummer fra 2020. In: regjeringen.no. 27. Oktober 2017, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  9. Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  10. Hurdal. In: Norsk stadnamnleksikon. Abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).