Nes (Akershus)

Kommune in Akershus in Norwegen

Nes ist eine Kommune im norwegischen Fylke Viken. Die Kommune hat 23.898 Einwohner (Stand: 1. Januar 2022) und liegt im äußeren Norden des Großraums Oslo (Stor-Oslo). Verwaltungssitz ist die Ortschaft Årnes. In der Kommune mündet die Vorma in die Glomma.

Wappen Karte
Wappen der Kommune Nes
Nes (Norwegen)
Nes
Basisdaten
Kommunennummer: 3034
Provinz (fylke): Viken
Verwaltungssitz: Årnes
Koordinaten: 60° 7′ N, 11° 28′ OKoordinaten: 60° 7′ N, 11° 28′ O
Fläche: 640,77 km²
Einwohner: 23.898 (1. Jan. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Webpräsenz:
Verkehr
Straße: Europastraße 16
Bahnanschluss: Kongsvingerbanen
Politik
Bürgermeister: Grete Sjøli (Ap) (2015)
Lage in der Provinz Viken
Lage der Kommune in der Provinz Viken

GeografieBearbeiten

 
Zusammenfluss der Vorma und Glomma

Die Gemeinde liegt in der Landschaft Romerike im Osten des Fylkes Viken, nordöstlich von Oslo. Nes geht in den äußeren Norden der Großregion Oslo (Stor-Oslo) ein.[2] Die Kommune grenzt an Nord-Odal im Nordosten, Sør-Odal im Osten, Eidskog im Südosten, Aurskog-Høland im Süden, Lillestrøm im Südwesten, Ullensaker im Westen sowie Eidsvoll im Nordwesten. Die Grenze zwischen Ned und Nord-Odal, Sør-Odal sowie Eidskog ist zugleich die Grenze zwischen den Fylkern Viken und Innlandet. Etwas nördlich der Ortschaft Årnes mündet die Vorma in die Glomma, den längsten Fluss Norwegens. Die Vorma fließt aus dem Nordwesten in Richtung Årnes, die Glomma aus dem Nordosten. Die Glomma fließt nach dem Zusammenfluss mit der Vorma in südwestliche Richtung weiter durch die Kommune.[3] Sowohl die Glomma als auch die Vorma fallen in Nes nur geringfügig.[4] Die Gesamtfläche der Kommune beträgt 640,77 km², wobei Binnengewässer zusammen 28,82 km² ausmachen.[5] Der Großteil der Kommune liegt im Einzugsgebiet der Glomma, der See Flolangen allerdings gehört zum Flusssystem Haldenvassdraget. Im südöstlichsten Gebiet der Kommune fließt das Wasser zum schwedischen See Vänern ab.[4]

Östlich der Vorma sowie südöstlich der Glomma befinden sich bewaldete Hügel mit Höhen von 250 bis 400 moh.[4] Die Erhebung Ursknappen stellt mit einer Höhe von 504,5 moh. den höchsten Punkt der Kommune Nes dar.[6] Sie liegt auf der Grenze zu Nord-Odal im Norden der Kommune.

EinwohnerBearbeiten

Ursprünglich erstreckten sich die besiedelten Gebiete der Kommune hauptsächlich den aufgrund ihres Lehmbodens gut landwirtschaftlich nutzbaren Flächen entlang der Vorma und der Glomma. In den 1920er- und 1930er-Jahren wurden vor allem im Westen neue Höfe errichtet. Später begann die Zahl der Einwohner vor allem im Verwaltungszentrum Årnes sowie in Ortschaften entlang der Hauptverkehrslinien anzuwachsen. Zwischen 1995 und 2005 stieg die Einwohnerzahl um 15,2 % und damit stärker als im damaligen Fylke Akershus an.[4] In der Gemeinde liegen mehrere sogenannte Tettsteder, also mehrere Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine Ortschaft gewertet werden. Diese sind Opakermoen mit 535, Årnes mit 4736, Haga mit 701, Fjellfoten mit 1239, Skogrand mit 332, Brårud mit 464, Vormsund mit 424, Tomteråsen mit 739, Kampå mit 926, Aulifeltet mit 2862, Neskollen mit 2732 und Bjertnestunet mit 374 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2021).[7]

Die Einwohner der Gemeinde werden Nesbu genannt.[8] Offizielle Schriftsprache ist wie in vielen Kommunen in Viken Bokmål, also die weiter verbreitete der beiden norwegischen Sprachformen.[9]

Jahr 1986 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohnerzahl[10] 14.917 15.729 15.641 16.288 18.025 18.827 20.410 23.092

GeschichteBearbeiten

 
Die Kirchruine der alten Nes kirke

In vorchristlicher Zeit galt die Landspitze bei der Mündung der Vorma in die Glomma als religiöses Zentrum. Im zwölften Jahrhundert wurde dort die Kirche Nes kirke erbaut, die 1854 niederbrannte. Die Ruine blieb erhalten. Als Ersatz wurde 1860 etwa einen Kilometer weiter nördlich die neue Nes kirke erbaut.[4][11] In der Kommune liegen zudem weitere Kirchen. Die Fenstad kirke ist eine Holzkirche aus dem Jahr 1703 mit kreuzförmigem Grundriss.[12] Ebenfalls einen kreuzförmigen Grundriss hat die Udenes kirke aus dem Jahr 1708.[13] Die Årnes kirke wurde 1878 erbaut.[14]

Bis zum 31. Dezember 2019 gehörte Nes der damaligen Provinz Akershus an. Sie ging im Zuge der Regionalreform in Norwegen in die zum 1. Januar 2020 neu geschaffene Provinz Viken über.[15] Um zu vermeiden, dass es in der Provinz Viken es eine zweite Kommune namens Nes gibt, benannte sich Nes in Buskerud zum 1. Januar 2020 in Nesbyen um.[16]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Årnes

Entlang des Südostufers verläuft die Bahnlinie Kongsvingerbanen.[3] Der Bahnhof von Årnes wurde im Jahr 1862 eröffnet, als die Linie Kongsvingerbanen bis nach Kongsvinger fertiggestellt wurde. Der Bahnhof ist rund 58 Kilometer vom Osloer Hauptbahnhof Oslo S entfernt. Als Architekten waren Heinrich Ernst Schirmer und Wilhelm von Hanno tätig.[17] Etwas nördlich der Glomma verläuft die Europastraße 16 (E16). Die E16 mündet in der Nachbarkommune Ullensaker in die Europastraße 6 (E6), die von dort weiter in den Südwesten Richtung Oslo führt.[3]

WirtschaftBearbeiten

Nes gehört zu den bedeutendsten Gemeinden im Bereich der Landwirtschaft.[4] Im Jahr 2021 lag die für die Landwirtschaft genutzte Fläche bei etwa 13.200 Hektar. Damit war Nes die Kommune mit der fünftgrößten für die Landwirtschaft verwendete Fläche Norwegens.[18] Im Bereich des Getreideanbaus zählt Nes zu den produktivsten Kommunen. Zudem wird ist auch die Viehwirtschaft von Bedeutung. So werden Schweine, Hühner und Milchvieh gehalten. Die meisten der größeren Industriebetriebe sind in Årnes angesiedelt. Von Bedeutung ist dabei vor allem die mechanische Industrie. In der Kommune angesiedelt sind zudem Betriebe der Lebensmittelindustrie sowie der Holz- und Möbelindustrie.[4] Im Jahr 2021 arbeiteten von 12.097 Arbeitstätigen nur rund 4200 in Nes selbst. Über 2500 Einwohner der Kommune pendelten nach Oslo, jeweils über 1000 nach Ullensaker und Lillestrøm.[19]

SportBearbeiten

Name und WappenBearbeiten

Das seit 1988 offizielle Wappen der Kommune zeigt drei verzweigte goldene Baumstämme auf grünem Hintergrund (norwegisch I grønt tre kvistede gull trestammer stilt i trepass.[20]). Das Wappen soll die Forstwirtschaft darstellen. Die Anordnung der drei Stämme soll zudem die Mündung der Vorma in die Glomma symbolisieren.[21] Der Gemeindename war ursprünglich der Name eines Pfarrhauses, das auf der Landspitze (norwegisch nes) zwischen der Glomma und der Vorma lag.[22]

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Nes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 07459: Population, by sex and one-year age groups (M) 1986 - 2022. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 26. Februar 2022 (englisch).
  2. Svein Askheim: Stor-Oslo. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 17. September 2022 (norwegisch).
  3. a b c Nes kommune. In: Norgeskart. Abgerufen am 13. August 2022 (norwegisch).
  4. a b c d e f g Geir Thorsnæs, Svein Askheim: Nes. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 13. August 2022 (norwegisch).
  5. 09280: Areal (km²), etter arealtype, statistikkvariabel, år og region. In: Statistisk sentralbyrå. Abgerufen am 13. August 2022 (norwegisch).
  6. Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, 6. Januar 2022, abgerufen am 13. August 2022 (norwegisch (Nynorsk)).
  7. Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 26. Oktober 2021 (englisch).
  8. Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 13. August 2022 (norwegisch (Nynorsk)).
  9. Forskrift om språkvedtak i kommunar og fylkeskommunar (språkvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 13. August 2022 (norwegisch).
  10. Population. Municipalities, pr. 1.1., 1986 - latest year. In: ssb.no. Abgerufen am 13. August 2022 (englisch).
  11. Sigrid Marie Christie, Håkon Christie: Nes kirke. In: Norges kirker. Abgerufen am 17. September 2022 (norwegisch).
  12. Fenstad kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 17. September 2022 (norwegisch).
  13. Udenes kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 17. September 2022 (norwegisch).
  14. Årnes kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 17. September 2022 (norwegisch).
  15. Kommunal- og moderniseringsdepartementet: Nye kommune- og fylkesnummer fra 2020. In: regjeringen.no. 27. Oktober 2017, abgerufen am 13. August 2022 (norwegisch).
  16. Nesbyen blir nytt navn på Nes kommune i Buskerud, www.regjeringen.no vom 20. September 2019, abgerufen am 27. Januar 2020
  17. Årnes stasjon. In: Bane Nor Eiendom. Abgerufen am 14. August 2022 (norwegisch).
  18. 11950: Utvalgte nøkkeltall landbruk, etter region, statistikkvariabel og år. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 17. September 2022 (norwegisch).
  19. Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 13. August 2022 (norwegisch).
  20. Godkjenning av våpen og flagg, Nes kommune, Akershus. In: Lovdata. Abgerufen am 17. September 2022 (norwegisch).
  21. Nes (Viken). In: Store norske leksikon. Abgerufen am 17. September 2022 (norwegisch).
  22. Nes. In: Norsk stadnamnleksikon. Abgerufen am 13. August 2022 (norwegisch).