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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Herford
Herford
Deutschlandkarte, Position der Stadt Herford hervorgehoben
Koordinaten: 52° 7′ N, 8° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Herford
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 79,16 km2
Einwohner: 66.608 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 841 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 32049, 32051, 32052
Vorwahl: 05221
Kfz-Kennzeichen: HF
Gemeindeschlüssel: 05 7 58 012
Stadtgliederung: 12 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
32052 Herford
Website: www.herford.de
Bürgermeister: Tim Kähler (SPD)
Lage der Stadt Herford im Kreis Herford
Kreis LippeNiedersachsenKreis GüterslohKreis Minden-LübbeckeBielefeldNordrhein-WestfalenEngerLöhneBündeKirchlengernHerfordSpengeHiddenhausenRödinghausenVlothoKarte
Über dieses Bild
Physische Karte von Herford
Luftbild des Herforder Westens
Blick vom Hamscheberg an der Vlothoer Straße auf den Herforder Norden. In der Mitte das Klinikum

Herford Zum Anhören bitte klicken! [ˈhɛɐ̯fɔʁt] (niederdeutsch: Hiarwede, Hiarwe) ist eine große kreisangehörige Stadt mit etwa 67.000 Einwohnern in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt im Regierungsbezirk Detmold und ist die Kreisstadt des Kreises Herford.

Die Stadt gehört zum ostwestfälischen Verdichtungsgebiet, das sich von Gütersloh über Bielefeld und Herford bis Minden erstreckt. Die Stadt liegt im Ravensberger Hügelland zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge 15 Kilometer nordöstlich von Bielefeld und 46 Kilometer östlich von Osnabrück und etwa in der Mitte zwischen Dortmund und Hannover, die etwa 100 Kilometer entfernt liegen und die über die Bundesautobahn 2 und die Bahnstrecke Hamm–Minden erreichbar sind.

Die Anfänge von Herford werden allgemein auf das Jahr 789 datiert. Das um 800 errichtete Frauenstift Herford wurde bald nach seiner Gründung in den Stand einer Reichsabtei erhoben und erlangte im 12. Jahrhundert die Reichsunmittelbarkeit, die das Stift bis 1803 bewahren konnte. Dadurch entwickelte sich die Stadt Herford im Mittelalter zu einer bedeutenden, stark befestigten Handelsstadt Westfalens und trat 1342 der Hanse bei. Zwischen 1224 und 1634 bestanden auf dem Gebiet der heutigen Kernstadt zwei unabhängige Städte, die Herforder Altstadt und die Herforder Neustadt, die auch jeweils eigene Bürgermeister besaßen. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts bis um 1530 nahm eine kondominiale Regierung von Stift und Stadt reichsstädtisches Recht wahr. Die 1631 erlangte Reichsfreiheit ging infolge der Annexion durch das Kurfürstentum Brandenburg verloren. Von 1911 bis 1968 war Herford kreisfreie Stadt in Preußen und Nordrhein-Westfalen.

Herford ist Gründungsmitglied der Westfälischen Hansestädte und der Neue Hanse und trägt den offiziellen Namenszusatz Hansestadt seit 2013.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

 
Mündung der Aa (rechts) in die Werre bei leichtem Hochwasser

Die Kreisstadt Herford liegt im nordöstlichen Teil Nordrhein-Westfalens in Ostwestfalen-Lippe, das deckungsgleich mit dem Regierungsbezirk Detmold ist.

Geografisch gehört Herford zum Ravensberger Hügelland und liegt zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge. Die östlichen Erhebungen der Stadt wie der Stuckenberg mit dem Stadtwald gehören dabei schon zum Lipper Bergland. Höchste Erhebung ist der Dornberg (240 m) im Stadtteil Schwarzenmoor. Der niedrigste Punkt (56 m) liegt im Werretal im Stadtteil Falkendiek. Das Ravensberger Hügelland ist leicht wellig mit zahlreichen kleinen Sieken und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die waldarme Landschaft ist lediglich in den Höhenlagen bewaldet.

Die Stadt liegt an der Mündung der Aa in die Werre, die sich nördlich des Stadtzentrums befindet. Die Werre durchfließt die Stadt von Bad Salzuflen bis zur Aa-Mündung in Südost-Nordwest-Richtung. Von dort verläuft sie nach Norden, wobei sie größtenteils die Stadtgrenze zur Gemeinde Hiddenhausen bildet. Die Aa kommt aus Richtung Bielefeld, wo sie erst kurz vor der Herforder Stadtgrenze an der Einmündung der Lutter in den Johannisbach ihren Namen erhält. Die Aa ist der Grenzfluss zwischen den Herforder Stadtteilen Elverdissen, das östlich der Aa liegt, und Stedefreund sowie Diebrock. In Richtung Norden trennt sie die Altstädter Feldmark von der Radewiger Feldmark, die Altstadt von der Radewig und die Herforder Neustadt von der Radewiger Feldmark. Die Werre bildet die Grenze zwischen der Neustädter Feldmark östlich des Flusses sowie der Altstädter Feldmark, der Neustadt und der Radewiger Feldmark westlich der Werre.

Herford liegt 15 Kilometer nordöstlich von Bielefeld und 46 Kilometer östlich von Osnabrück. Über die Bundesautobahn 2 und die Bahnstrecke Hamm-Minden sind Dortmund und Hannover erreichbar, die etwa 100 Kilometer von Herford entfernt sind. Entlang dieser Achse erstreckt sich das ostwestfälische Verdichtungsgebiet, das von Gütersloh über Bielefeld und Herford bis Minden verläuft.

Seit dem Verlust der Kreisfreiheit gehört sie seit dem 1. Januar 1969 wieder als größte Stadt dem Kreis Herford an.

StadtgliederungBearbeiten

Seit 1969 besteht die Stadt aus folgenden Stadtteilen (Einwohnerzahlen Stand 31. Dezember 2015[2]):

Bezirk Fläche Einwohner
Herford-Stadt 25,07 km² 51.798
Diebrock 7,04 km² 2024
Eickum 7,39 km² 1767
Elverdissen 9,31 km² 4158
Falkendiek 6,57 km² 861
Herringhausen 2,16 km² 2736
Laar 4,80 km² 467
Schwarzenmoor 14,74 km² 1632
Stedefreund 1,78 km² 1462
 
Gliederung von Herford-Stadt

Mit Herford-Stadt ist die Kernstadt gemeint, wie sie bis zum 31. Dezember 1968 existierte. Sie besteht aus der Innenstadt und den Feldmarken, die keine eigenen Stadtteile sind.

Die Innenstadt ist das historische Zentrum der Stadt, das sich innerhalb der Wallanlagen befindet. Zu ihr gehören der frühere Abteibezirk („die Freiheit“), das älteste Stadtviertel Radewig, die Altstadt und die Neustadt. Altstadt und Radewig wurden gemeinsam von einem Rathaus auf dem Alten Markt verwaltet, die Neustadt war selbständig und hatte ein eigenes Rathaus. Die drei Stadtviertel schlossen sich erst 1634 zu einer Stadt zusammen.

Zu jedem Stadtviertel gibt es eine Feldmark, die sich von der Innenstadt bis zur ehemaligen Stadtgrenze erstreckt: Die Altstädter Feldmark (im Südosten), die Neustädter Feldmark (im Nordosten) und die Radewiger Feldmark (im Westen). Innerhalb der Neustädter Feldmark liegen die Bereiche Stiftberg, Friedenstal und Waldfrieden (mit dem Tierpark) und Nordstadt, die jedoch nicht genau umgrenzt sind.

Der flächenmäßig größte der am 1. Januar 1969 eingemeindeten Stadtteile ist Schwarzenmoor, der kleinste ist Stedefreund. Innerhalb der Stadtteile gibt es die Bereiche oder Viertel Dickenbrock (in Herringhausen), Hausheide und Hollinde (in Diebrock), Nieder-Eickum, Ober-Eickum, Pottkamp und Kaishagen (in Eickum), Elsen, Herforder Heide und Hillewalsen beziehungsweise Hillewalser Baum (in Elverdissen) sowie die Berge Dornberg, Hamscheberg und Stuckenberg (in Schwarzenmoor) und Homberg (in Falkendiek).

Ausdehnung und Nutzung des StadtgebietsBearbeiten

 
Flächennutzung

Die Gesamtfläche der Stadt Herford beträgt 78,95 km². Die größte Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt etwa 13,1 Kilometer und in Ost-West-Richtung etwa 13,8 Kilometer. Die Stadtgrenze hat eine Länge von 56 Kilometern. Die Innenstadt innerhalb der Wälle (Altstadt, Neustadt, Radewig) hat eine Fläche von 58 ha (0,58 km²). Die Länge der Wälle beträgt 3,1 Kilometer.

Die Nutzung des Stadtgebiets kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

Fläche
nach Nutzungsart[3]
Landwirt-
schafts-
fläche
Wald-
fläche
Gebäude-,
Frei- und
Betriebsfläche
Verkehrs-
fläche
Wasser-
fläche
Sport- und
Grünfläche
sonstige
Nutzung
Fläche in km² 41,16 7,53 20,20 7,28 0,81 1,86 3,0
Anteil an Gesamtfläche 52,00 % 9,5 % 25,5 % 9,2 % 1,0 % 2,4 % 0 %

NachbargemeindenBearbeiten

Herford grenzt im Westen an die Städte Enger und Hiddenhausen, im Norden an Löhne, im Nordosten an Vlotho (alle Kreis Herford), im Südosten an Bad Salzuflen (Kreis Lippe) sowie im Südwesten an die kreisfreie Stadt Bielefeld.

GeologieBearbeiten

 
Geothermische Karte von Herford

Von Osten her schiebt sich als Ausläufer des Lippischen Berglandes der Herforder Keupervorsprung im Zuge der Piesberg-Pyrmonter Achse nördlich an der Stadt vorbei. Der nach Westen immer flacher werdende Keupervorsprung wird zwischen dem 201 Meter hohen Homberg und dem 168 Meter hohen Schweichelner Berg vom 55 Meter über NN liegenden Werretal durchschnitten.

Südlich des Keupervorsprungs erstreckt sich eine 100 bis 200 Meter hoch liegende Liasrumpflandschaft, die schon pliozän oder altdiluvial durch weite Talungen zur jetzigen Form gegliedert wurde. Diluvial ist das Gebiet mit einer fruchtbaren Lehm- oder Lösslehmdecke überkleidet worden, die heute noch in einer Dicke von vier bis sechs Metern erhalten ist. In diesem Gebiet liegt die Stadt Herford.

Etwa drei Kilometer südlich des Keupervorsprungs mündet die Aa in die aus Lippe kommende Werre. Durch die gegliederte Wirkung ihrer Flusstäler schieben sich zwischen ihnen zwei weitere Höhengebiete an Herford heran: eines von Süden, vom Teutoburger Wald, das andere vom Westen, vom Jöllenbecker Plateau her.

Während der dritten Vereisung erreichte die Eisdecke dieses Gebiet nicht mehr. Durch die wasserstauende Wirkung erzeugte sie in den größeren Tälern sandige Aufschüttungsterrassen von zwei bis fünf Meter Höhe.

Herford eignet sich in einigen Lagen im westlichen Stadtgebiet mittelmäßig, in einigen Lagen besonders im nordöstlichen Stadtgebiet sehr gut und ansonsten gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte).[4]

KlimaBearbeiten

 
Niederschlagsmittelwerte für den Zeitraum von 1961 bis 1990

Herford liegt im Bereich des subatlantischen Seeklimas und weist partiell sehr schwache kontinentale Einflüsse auf. Das Seeklima des atlantischen Klimabereichs zeichnet sich durch relativ gleich verteilte und regelmäßige Niederschläge und relativ milde, im Jahresgang verhältnismäßig ausgeglichene Temperaturen aus. Die Winter sind unter dem atlantischen Einfluss meist mild und die Sommer mäßig-warm. Seltener ist das Klima kontinental geprägt. Unter diesem Einfluss ist die Temperatur im Winter eher kälter, im Sommer eher wärmer, die Niederschläge eher geringer als unter Einfluss des überwiegend herrschenden Seeklimas.

Durch die Beckenlage der Stadt Herford im Ravensberger Hügelland hält der Frühling dort bis zu zwei Wochen früher seinen Einzug als in den umliegenden Mittelgebirgen. Die vorherrschende Windrichtung aus Südwest bringt regelmäßig Niederschläge vom Atlantik, die Niederschlagsmengen sind durch die Beckenlage in Herford geringer als am Teutoburger Wald, wo öfter Steigungsregen niedergehen.

Klimadaten im langjährigen Mittel (1981–2010):

Monatliche Durchschnittstemperaturen, Niederschläge und Sonnenscheindauer für Herford (1981–2010)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 2,2 2,5 5,7 9,3 13,9 16,4 18,6 18,2 14,4 10,4 5,9 3,1 Ø 10,1
Niederschlag (mm) 88 65 73 55 70 81 78 73 80 72 72 88 Σ 895
Sonnenstunden (h/d) 1,7 2,9 3,5 5,5 6,9 6,6 6,9 6,8 4,6 3,7 1,8 1,3 Ø 4,4
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
88
65
73
55
70
81
78
73
80
72
72
88
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD[5]

WetterstationBearbeiten

Seit dem 19. Juli 1891 gibt es in Herford eine Wetterstation. Sie befand sich zunächst auf dem Gelände der Schule Mindener Straße an der Ecke Ortsieker Weg und wurde von dem damaligen Lehrer und späteren Rektor Heinrich Wulff betrieben. Die Daten wurden dreimal täglich ermittelt und an das Königlich Preußische Meteorologische Institut in Berlin gemeldet. Nachdem Heinrich Wulff am 10. Juli 1927 verstorben war, wurde die Station im Haus der Familie Wulff am Ortsieker Weg weiterbetrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Daten an den Deutschen Wetterdienst übermittelt, der die Wetterstation am 31. Dezember 2007 aufgab. Seitdem führt die Familie Wulff die Erfassung der Niederschläge für das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen weiter.[6]

GeschichteBearbeiten

StadtgründungBearbeiten

 
Das Damenstift nach Ergebnissen archäologischer Ausgrabungen 1988 bis 1990

Bereits seit der Jungsteinzeit zog das Mündungsgebiet der Flüsse Aa und Werre die Menschen als Siedlungsplatz an. Im späteren Stadtgebiet lassen sich seit der sächsischen Zeit im Frühmittelalter mehrere Höfe nachweisen.

In günstiger, wirtschaftlich und militärisch nicht unwichtiger Verkehrslage gelegen, entstand Herford um 789 (Gründungslegende in der Vita Waltgeri) auf dem Gebiet dreier älterer Höfe (Adonhusa, Herifurth und Libbere).[7] Um 800 entstand das bedeutende Frauenstift Herford, dessen Bedeutung weit über die Region hinausging.[8] Im Jahre 823 unterstellte Kaiser Ludwig der Fromme das Kloster seinem persönlichen Schutz. Der Kaiser übertrug der Abtei weitere Güter, die nun eng mit dem Kloster Corvey verbunden blieb. Bald darauf entwickelte sich auch eine Kaufmannssiedlung. Es wird angenommen, dass 833 Ludwig der Fromme dem Kloster Herford das Markt-, Münz- und Zollrecht verlieh (Bestätigung 973).

Besonders die Ottonen waren Herford eng verbunden: Mathilde, die Ehefrau Heinrichs I., war hier erzogen worden;[9] 926 wurde das Kloster während des Ungarnsturms zerstört und anschließend mit königlicher Unterstützung neu aufgebaut. Otto der Große bestätigte 973 Markt- und Zollrechte; mit dem bestätigten Marktprivileg gehörte Herford zu den ältesten Märkten in Deutschland. 1011 gründete die Äbtissin Godesdiu auf der Grundlage einer Marienerscheinung (Herforder Vision, datiert etwa in der Mitte des 10. Jahrhunderts, diese Vision gilt als früheste Marienerscheinung nördlich der Alpen) vor den Toren der Stadt das Stift auf dem Berge als Ausbildungsstätte für die Töchter des niederen Adels, das sich zum Wallfahrtsort entwickelte.[10][11]

12. bis 15. JahrhundertBearbeiten

 
Stadtplan der mittelalterlichen Stadt

Herford war im Mittelalter ein bedeutendes geistliches und geistiges Zentrum. Zu dieser Zeit war es eine der am besten befestigten deutschen Städte mit fünf Stadttoren und 14 Türmen, die den verschiedenen Zünften zugeordnet waren. Sie waren Teil der 3,5 Kilometer langen Stadtbefestigung mit Mauer, die von der Werre, der Aa und dem Stadtgraben umgeben war. Die heute zugeschüttete Bowerre stellte den ursprünglichen Verlauf der Werre dar, während der heutige Werrelauf zwischen Bergertor und der Aa-Mündung als Kanal ursprünglich Teil der Stadtbefestigung war.

In staufischer Zeit wurde das Stift Herford als reichsunmittelbar bestätigt (1147, Friedrich Barbarossa 1152);[12] spätere Kaiser bestätigten verschiedene Rechte von Stift und Reichsstadt Herford. Die Äbtissin war Reichsfürstin mit quasibischöflichen Rechten („Monstrum Westphaliae“). Um 1170 wurde eine Bürgergemeinde gebildet und das Stadtrecht entwickelt (keine Verleihungsurkunde überliefert), wobei das Dortmunder Stadtrecht als Vorlage diente. Herford erhielt zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine Ratsverfassung. Um 1220 ist die früheste Erwähnung des Herforder Stadtrates nachweisbar; er war damit einer der ersten in Deutschland.[13] 1224 wurde die Herforder Neustadt gegründet. Das Kondominat, die gemeinschaftliche selbständige Regierung von Stift und Stadt, nahm seit Mitte des 13. Jahrhunderts reichsstädtisches Recht wahr; im Gegenzug leisteten Bürgermeister und Rat der Abtei den Lehnseid.[14] Verschiedene römisch-deutsche Könige und Kaiser aus dem Hause der Ottonen und Staufer besuchten die Stadt, nach dem Ende der Staufer Kaiser Karl IV im Jahr 1377.[15]

Herford war Mitglied des Ladbergener Städtebundes, weiterer Städtebünde und sehr aktiv in der Hanse tätig (Hansestadt von 1342 bis ins 17. Jahrhundert). In der Sicherheit der Stadt kam es zu geistlichen Niederlassungen fast aller damaligen klösterlichen Orden, so dass die Stadt als Sancta Herfordia bezeichnet wurde.[16] Die rege kaufmännische Tätigkeit erstreckte sich früh über den gesamten Hanseraum, aber auch die Verbindungen nach Westen (Flandern) waren bedeutsam. Besonders wichtig waren die Tuchproduktion (seit dem 13. Jahrhundert) und der Handel damit. Im Herforder Rechtsbuch von etwa 1375 werden zahlreiche Gilden und Zünfte erwähnt.

Bis 1634 war die Neustadt selbständig und hatte neben der Altstadt einen eigenen Bürgermeister. Die Außengrenzen (Landwehrgrenzen) der mittelalterlichen Stadt Herford blieben bis 1969 Stadtgrenze von Herford. Dort an den Ausfallstraßen befanden sich die Bäumer, die die Schlagbäume für diejenigen öffneten, die in die Stadt wollten oder sie verlassen wollten. Noch heute stehen an diesen Stellen die Bauernhöfe Vlothoer Baum (Richtung Vlotho), Ufler Baum (Richtung Bad Salzuflen), Ahmser Baum (Richtung Ahmsen), Lockhauser Baum (Richtung Lockhausen), Hillewalser Baum (Richtung Elverdissen), Niederbaum (Richtung Bielefeld), Strothbaum (Richtung Enger), Düsedieksbaum (Richtung Bünde) und Eimterbaum (Richtung Löhne). Lediglich der Neue Baum in Richtung Minden ist nicht mehr vorhanden.[17]

NeuzeitBearbeiten

 
Herford im 17. Jahrhundert, Kupferstich

In der Frühen Neuzeit begann eine lange rechtliche Auseinandersetzung um den Status der Stadt als Reichsstadt. Die Abtei war reichsfrei, die Äbtissin Reichsfürstin mit quasibischöflichen Rechten („Monstrum Westphaliae“), die Stadt Herford nahm aufgrund des sogenannten Kondominats (der oben erwähnten gemeinschaftlichen selbständigen Regierung von Stift und Stadt seit Mitte des 13. Jahrhunderts) reichsstädtisches Recht wahr. Mehrere Prozesse vor dem Reichskammergericht, die zunächst vom Reich angestrengt wurden, das gerne von Herford Reichsteuern erheben wollte, führten schließlich 1631 zur Bestätigung als Reichsstadt, was zu diesem Zeitpunkt im Interesse der Stadt lag.

In der Stadt setzte sich bereits um 1530 die Reformation durch,[18] die Abtei blieb bis 1565 katholisch.[19][20] Die Stadt wurde im Dreißigjährigen Krieg mehrfach belagert, 1638 brannten große Teile der Stadt ab. Infolge der jülich-klevischen Erbfolgeauseinandersetzungen wurde Herford 1647 durch brandenburgische Truppen besetzt und verlor seine Selbständigkeit. Die Annexion durch Brandenburg wurde durch den Westfälischen Frieden und schließlich 1652 endgültig bestätigt. Herford wurde der Grafschaft Ravensberg zugeschlagen und somit abhängige brandenburgisch-preußische Landstadt.[21][22] Als 1765 die Stadtmauer nicht mehr benötigt wurde, wurde das Material versteigert. Heute umschließt dort der Stadtwall, der im überwiegenden Teil Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist, die Innenstadt.

Die Leitung der Reichsabtei wurde durch adelige Damen brandenburgisch-preußischer Familien wahrgenommen. Die Abtei blieb bis zur Säkularisation 1803 Reichsstand.

 
Herford um 1872
 
Die ehemalige Kleinbahntrasse direkt an der Werre (Lübbertor/Jahnstraße)

1816 wurde Herford Kreisstadt des Kreises Herford innerhalb der preußischen Provinz Westfalen.

1847 erhielt Herford mit dem Bau der Cöln-Mindener Eisenbahn einen Bahnanschluss. Die Elektrifizierung der Hauptstrecke Köln-Minden war mit der ersten Fahrt am 29. September 1968 abgeschlossen. Im Jahre 1880 wurde die Strecke nach Detmold und Altenbeken (Lippische Bahn) sowie 1904 die Strecke nach Bünde gebaut.

Durch die Bahnstrecke begünstigt, begann in Herford die Zeit der Hochindustrialisierung sehr früh mit der Ansiedlung zahlreicher Fabrikationsstätten, in denen insbesondere Textilien, Wäsche und Oberbekleidung hergestellt wurden.[23]

Im August 1900 wurde die Herforder Kleinbahn nach Enger eröffnet und im September erfolgte die Verlängerung bis Spenge und Wallenbrück. 1902 kam eine Strecke über Bad Salzuflen und Exter nach Vlotho hinzu. Die Schmalspurbahn (Meterspur) wurde in den 1930er Jahren elektrifiziert. Die Einstellung des Betriebes erfolgte 1962 auf der Strecke Herford – Vlotho, 1966 auf der Strecke Herford – Spenge.

1911 wurde Herford (bis 1969) kreisfreie Stadt, blieb jedoch Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Herford.

Im Ersten Weltkrieg waren in der Stadt Teile des Deutschen Heeres stationiert und es wurden mehrere Lazarette eingerichtet. Nachdem in den 1930er Jahren in drei Bereichen der Stadt Kasernen gebaut worden waren, wurde Herford ab 1935 Garnisonsstadt. Die nach dem Zweiten Weltkrieg dort stationierten britischen Streitkräfte wurden 2015 abgezogen (siehe Militärgeschichte der Stadt Herford).

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt durch Luftangriffe vergleichsweise gering zerstört. Knapp 40 Prozent der Häuser waren leicht beschädigt, sieben Prozent wiesen mittlere bis schwere Schäden auf und nur etwa sechs Prozent waren total zerstört. Nach dem Krieg fiel ein Teil der historischen Bausubstanz einer vereinfachenden Stadtplanung zum Opfer. So wich das ganze Quartier um die Bergertormauer einem vierspurigen Straßen-Neubau. Dennoch blieb der mittelalterliche Grundriss der Stadt weitgehend erhalten und bleibt trotz der umfangreichen Abrissarbeiten bis heute nachvollziehbar.

Die Stadt wurde im Zuge der kommunalen Neuordnung am 1. Januar 1969 wieder in den Kreis Herford eingegliedert. Dabei wurden die acht umliegenden Gemeinden Diebrock, Eickum, Elverdissen, Falkendiek, Herringhausen Ost, Laar, Schwarzenmoor und Stedefreund eingemeindet.[24][25]

Am 25. Juni 1983 wurde in Herford der Westfälische Hansebund gegründet. Anfang 2014 gehörten ihm 48 ehemalige Hansestädte aus Westfalen, dem angrenzenden Niedersachsen und Nordhessen an.

1988 – ein Jahr vor der 1200-Jahr-Feier – wurden bei Ausgrabungen wertvolle Funde in den Resten der Abteigebäude aus karolingischer, ottonischer und barocker Zeit gemacht und die industrielle Nutzung des Geländes ab 1810 mit archäologischen Funden belegt.

Seit Eröffnung des zeitgenössischen Kunstmuseums Marta am 7. Mai 2005 hat sich Herford zu einem bedeutenden Museumsstandort in Ostwestfalen-Lippe entwickelt. Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Herford Gründungsstadt des 1983 gegründeten Westfälischen Hansebundes und trägt den Namen Hansestadt Herford seit dem Jahr 2013.[26]

Namen und Schreibweisen der StadtBearbeiten

Im Laufe der Jahrhunderte hatte Herford verschiedene Namen, für die es teilweise unterschiedliche Schreibweisen gab, zum Beispiel Herifurth, Herivurth, Herfurt, Herforden, Hervorden, Heruorden, Herevorde, Hervede, Herwerden, lat. Hervordia, Herfordia, Herfurtum. So nannte sich Heinrich von Herford (um 1300–1370) auf Lateinisch Henricus de Hervordia. Im 13./14. Jahrhundert wurde Herford wegen der zahlreichen Klöster und Kirchen Sancta Herfordia oder Hilliges Hervede genannt.

Seit Mitte 2013 ist die amtliche Bezeichnung Hansestadt Herford.[27] Siehe auch: Liste der Städte und Gemeinden mit Namenszusatz in Nordrhein-Westfalen.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1969 wurden folgende Gemeinden in die Stadt eingegliedert: Diebrock, Eickum, Elverdissen, Falkendiek, Herringhausen Ost (der westliche Teil, Herringhausen Dorf, gehört zur Stadt Enger), Laar, Schwarzenmoor und Stedefreund[28], wodurch die Einwohnerzahl von etwa 55.000 auf über 67.000 anstieg. Die Fläche des Stadtgebiets verdreifachte sich von 25 km² auf 78,95 km².

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 
Bevölkerungsentwicklung in Herford von 1818 bis 2017

Die Bevölkerungszahl von Herford wuchs im Mittelalter und der frühen Neuzeit nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Durch den Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1818 erst 5.832 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 25.000. Bis 1950 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000.

Durch Eingemeindungen mehrerer Orte in der Umgebung wuchs die Bevölkerung der Stadt am 1. Januar 1969 um 12.486 Personen auf den historischen Höchststand von 67.661 Einwohnern. Am 31. Dezember 2018 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Herford nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 66.608 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse beziehungsweise amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
31. Dezember 1818 5.832
3. Dezember 1831 ¹ 6.640
3. Dezember 1840 ¹ 7.946
3. Dezember 1855 ¹ 9.621
3. Dezember 1861 ¹ 10.400
3. Dezember 1864 ¹ 11.300
3. Dezember 1867 ¹ 10.800
1. Dezember 1871 ¹ 10.968
1. Dezember 1875 ¹ 12.100
1. Dezember 1880 ¹ 13.600
1. Dezember 1885 ¹ 15.902
1. Dezember 1890 ¹ 19.255
2. Dezember 1895 ¹ 21.575
1. Dezember 1900 ¹ 25.109
1. Dezember 1905 ¹ 28.832
1. Dezember 1910 ¹ 32.527
1. Dezember 1916 ¹ 31.054
5. Dezember 1917 ¹ 29.653
Jahr Einwohner
8. Oktober 1919 ¹ 34.835
16. Juni 1925 ¹ 36.106
16. Juni 1933 ¹ 38.536
17. Mai 1939 ¹ 42.339
31. Dezember 1945 40.655
29. Oktober 1946 ¹ 43.940
13. September 1950 ¹ 50.107
25. September 1956 ¹ 53.889
6. Juni 1961 ¹ 55.663
31. Dezember 1965 55.728
31. Dezember 1968 54.830
1. Januar 1969 67.661
27. Mai 1970 ¹ 65.531
30. Juni 1974 64.874
31. Dezember 1975 64.385
31. Dezember 1980 62.881
31. Dezember 1985 59.640
25. Mai 1987 ¹ 60.935
Jahr Einwohner
31. Dezember 1990 63.893
31. Dezember 1995 65.919
31. Dezember 2000 ² 65.050
31. Dezember 2005 ² 64.965
31. Dezember 2006 ² 65.060
31. Dezember 2007 ² 65.019
31. Dezember 2008 ² 64.852
31. Dezember 2009 ² 64.469
31. Dezember 2011 ² 65.008
31. Dezember 2012 ² 65.113
31. Dezember 2013 ² 65.333
31. Dezember 2014 ² 65.538
31. Dezember 2015 ² 66.521
31. Dezember 2016 ² 66.514
31. Dezember 2017 ² 66.923
31. Dezember 2018 ² 66.608

¹ Volkszählungsergebnis

² laut Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW

ReligionenBearbeiten

ChristentumBearbeiten

Die Stadt war schon früh ein wichtiger Verkehrsknoten an den Handelsstraßen von Mainz nach Lübeck und von Hameln nach Osnabrück – und daher bis zur Reformation ein bedeutender Sammelpunkt der Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Zahlreiche Klöster und Bruderschaften betreuten die durchreisenden Pilger durch Herbergen und Hospitäler.

Die zwei Anziehungspunkte für die Pilger waren die Marienkirche als Ort der Herforder Vision (um 940) sowie der heutigen Stadtpatronin Pusinna, einer im 5./6. Jhdt. bekannten Einsiedlerin und Beraterin. Ihre Reliquien befanden sich in der Münsterkirche und wurden im 19. Jahrhundert auf mehrere Kirchen aufgeteilt. Auch die heute wieder so populäre Verehrung des heiligen Jakobus ist in Form alter Plastiken an Bürgerhäusern, im Stadtsiegel von 1494 oder im Wappen des Bürgermeisters Johann von Rintelen (1523) zu sehen.

Auf Initiative des Europarates wurde 1987 der historische Jakobsweg wissenschaftlich dokumentiert und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe belebte die alten Kulturwege wieder. So wurde der „Weg 3“ 2009 markiert und befördert seither den christlichen und säkularen Tourismus.

Neben der Herforder Vision von 940 (bedeutendste von etwa 20 überlieferten Marienerscheinungen nördlich der Alpen) charakterisierte die Devotio moderna – eine um 1400 entstandene Reformbewegung des Augustinerordens – das Leben der Herforder Kirche und wirkte im Denken der deutschen Renaissance-Humanismus und der Reformation fort.

KlösterBearbeiten

 
Die Ruine der Süsternkapelle zu Herford

Gegen Ende des Mittelalters waren in Herford mehr als 20 sakrale Bauwerke und Einrichtungen verzeichnet. Die Zahl der Stifte und Klöster war ähnlich der in den benachbarten Bischofsstädten Osnabrück, Minden und Paderborn. In Quellen ist die Rede vom heiligen Herford, „Sancta Herfordia“ und dem „Hilligen Hervede“. Der Begriff wurde vermutlich von dem aus Herford stammenden päpstlichen Protonotar Hermann Dwerg geprägt. Er war ein enger Vertrauter von Papst Martin V. (Amtszeit 1417–1431).

Neben der Münster-, Johannis-, Jakobi- und Marienkirche sowie der nicht mehr vorhandenen Nikolaikirche am Alten Markt gab es außer der freiweltlichen Fürstabtei und dem Damenstift auf dem Stiftberg weitere zahlreiche Klöster.

 
Reliquie der Heiligen Pusinna

Zwischen Gehrenberg und Brüderstraße lag das Augustiner-Eremitenkloster, das vor allem im Humanismus große geistige Strahlkraft entwickelte. Die letzten Mönche übergaben am 30. Juni 1540 gemäß Martin Luthers Schrift „An die Ratsherrn aller Städte deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen“ die komplette Immobilie mitsamt Kirche und der wertvollen Bibliothek an den Rat der Stadt. Die alte Lateinschule der Reichsabtei wurde vom Münster hierhin verlegt und zunächst gemeinsam von Rat und Äbtissin getragen. Aus ihr ging das Friedrichs-Gymnasium hervor. Aus dem Franziskanerkloster zwischen Gänsemarkt und Altem Markt ging später das Armenhaus und die Herberge zur Heimat hervor.

Das Fraterhaus der Brüder vom gemeinsamen Leben und das Süsternhaus (Schwesternhaus) befanden sich im Holland. An der Clarenstraße gab es das Klarissenkloster und nicht weit davon entfernt den Beginenhof.

Im 13. Jahrhundert wurde in der Komturstraße die Komturei des Johanniterordens errichtet, später nannten sie sich Malteserritter. Während sich fast alle anderen Klöster nach Einführung der Reformation in Herford auflösten und die Häuser anderen Bestimmungen zugeführt wurden, wurde die Komturei zur Keimzelle der katholischen Gemeinde in Herford. Das ehemalige Komturei-Gebäude mit seinem Renaissanceportal in der Komturstraße 4a ist das älteste Steinhaus der Stadt. Es liegt in der Nähe der katholischen Kirche St. Johannes Baptist.

Schutzpatronin PusinnaBearbeiten

Die Herforder Schutzpatronin war bis zur Reformation die Heilige Pusinna. Ihre Gebeine wurden im Jahr 860 von ihrer Einsiedelei bei Corbie in das Stift Herford überführt, das dadurch erheblich an geistlicher Bedeutung gewann und dessen Münster den Namen St. Marien und Pusinna trug. Gedenktag ist der 23. April.

Von Pusinnas Reliquien wurde einige – zusammen mit den üblichen Urkunden – 1490 im Turmknauf des Herforder Münsters eingeschlossen; bei der Renovierung 1854 beschloss die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde, dies wieder zu tun. Teile des Reliquiars sind im Flügelaltar der katholischen Kirche St. Johannes Baptist, andere kamen vom Kloster Wendhusen nach Quedlinburg, weitere zum Paderborner Dom und nach Heddinghausen.

MarienerscheinungBearbeiten

Im 10. Jahrhundert fand in Herford angeblich die älteste Marienerscheinung nördlich der Alpen statt, nach der die größte Herforder Kirmes (Vision) benannt war, die seit 2010 nicht mehr mit einem Jahrmarkt gefeiert wird. Der Legende nach machte ein Hirte mit seinen Schafen Rast auf dem heutigen Stiftberg. Seinen Hirtenstab steckte er in den Boden. Im Traum erschien ihm Maria in Gestalt einer weißen Taube, die sich auf seinen Stab setzte. Sie trug ihm auf, an dieser Stelle eine Kirche bauen zu lassen. Währenddessen begann der Hirtenstab wie eine Linde auszuschlagen. Als der Hirte wieder aufgewacht war, lief er in die Stadt und erzählte dies den Stiftsdamen, welche an dem Ort der Vision die Marienkirche bauten.

Ein Stück Baumstamm wird im Altar der Marienkirche als angeblicher Überrest der Linde aufbewahrt. Vermutlich handelt es sich dabei um „christianisierte“ Überreste eines alt-sächsischen Heiligtums. Früher wurden Holzsplitter davon in der Hoffnung auf Heilung bei Zahnschmerzen zwischen die Zähne gesteckt.

JakobspilgerBearbeiten

 
Jakobspilger – Detail am Remensniderhaus, Brüderstraße 26

Bis zur Reformation war Herford ein bedeutender Sammelpunkt der Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Die Stadt lag verkehrsgünstig am Kreuzungspunkt der Handelsstraßen von Mainz nach Lübeck und von Hameln nach Osnabrück. Im Norden verlief der Hellweg vor dem Santforde (die heutige Bundesstraße 65), im Süden der Westfälische Hellweg von Paderborn nach Soest.

Zahlreiche in Herford ansässige Bruderschaften kümmerten sich um die durchreisenden Pilger und unterhielten Hospitäler und Herbergen. Sicher dokumentiert sind vier Pilgerherbergen: das Gertruden-Gasthaus in der Komturstraße (geschlossen 1545) nahe der Malteser-Kommende, die Pilgerherberge in der heutigen Lübberstraße Nr. 31, das Fürstenau-Haus in der Radewiger Straße Nr. 25 und das nicht mehr existierende Nachbarhaus Nr. 24.

Anziehungspunkte für die Pilger waren die wundertätige Marienkirche als Ort der Herforder Vision sowie die heilige Pusinna, deren Reliquie in der Münsterkirche aufbewahrt wurde. In der Radewig, dem Rast- und Marktplatz der Fernhändler, wurde eine Kapelle errichtet, aus der die spätere Jakobikirche (Radewiger Kirche) entstand. Aus einer Bulle des Papstes Julius II. von 1510 geht hervor, dass die Jakobikirche keine Pfarrkirche war, sondern eine reine Pilgerkirche, die dem Jakobskult diente. Im Jahr 1530 wurde die Kirche auf Anordnung des Rates wegen der zur „Landplage“ gewordenen Pilger geschlossen. Jakobspilger wurden jedoch noch bis ins 17. Jahrhundert in der Stadt gesehen.

Heute finden sich noch Zeichen des Jakobuskultes in den Knaggen des Remensniderhauses (Brüderstraße Nr. 26), im Traufenhaus (Tribenstraße Nr. 8), an der Fassade und im Siegel der Jakobi-Kirche von 1494, im Wappen des Bürgermeisters Johann von Rintelen von 1523, einer Figur des Heiligen Jakobus im Herforder Münster und zwei Steinplastiken von 1350, die sich im Bestand des derzeit geschlossenen Herforder Museums befinden.

Im Jahr 1987 ging die Aufforderung des Europarates aus, den Verlauf der historischen Jakobswege wissenschaftlich zu dokumentieren und die alten Kulturwege wiederzubeleben. Die Erforschung der Wegstrecke von Minden über Herford – BielefeldRheda-Wiedenbrück nach Lippstadt und weiter in Richtung Soest wird von der Altertumskommission des Landschaftsverband Westfalen-Lippe unter Leitung von Ulrike Spichal wahrgenommen. Die wissenschaftliche Ausarbeitung und die Markierung dieses intern als „Weg 3“ bezeichneten Jakobsweges begann im Jahr 2009. Der Weg wurde im April 2013 mit einem großen Festakt im Dom zu Minden eingeweiht.

Devotio moderna und ReformationBearbeiten

Im Leben der Herforder Kirche gab es schon um 1400 Erneuerungsbewegungen wie die von Holland nach Westfalen hereinwirkende Devotio moderna. Die den Augustinern verwandten Fraterherren – wegen ihrer Klosterdruckereien Brüder von der Feder genannt – beeinflussten das Geistesleben des Renaissance-Humanismus und später der Reformation.

Bereits 1523, sechs Jahre nach Luthers Thesenanschlag, predigten die Fraterherren den Herfordern das Evangelium auf neue Art. Zwei Jahre später wurden im Herforder Münster erstmals deutsche Kirchenlieder gesungen, was die Stadtobrigkeit zunächst stillschweigend tolerierte. Wegen des reichsunmittelbaren Stadtrechts wurde die Reformation im Winter 1529/1530 durch den Entschluss einer Bürgerversammlung eingeführt. Als erste Kirche des Ravensberger Landes erlaubte die Johanniskirche im Jahre 1530 evangelische Predigten.

ReligionsgemeinschaftenBearbeiten

2011 gehörten 49,7 % der Bevölkerung der Evangelischen Kirche von Westfalen an, 15,1 % der katholischen Kirche, 3,6 % evangelischen Freikirchen, 1,8 % orthodoxen Kirchen und 6,5 % anderen Religionsgemeinschaften.[29]

Die evangelischen Kirchengemeinden der Stadt gehören dem Kirchenkreis Herford an, der Teil der Evangelischen Kirche von Westfalen ist. Evangelisch-lutherische Kirchengemeinden sind Herford-Mitte, Stiftberg, Emmaus, Kreuzkirche, Herringhausen, Laar und Elverdissen.

 
Katholisch-apostolisches Gemeindehaus

Zur Gemeinde Herford-Mitte gehören das Münster, die Johanniskirche und die Jakobikirche, zur Gemeinde Stiftberg die Marienkirche. Die vier Kirchen der Emmausgemeinde sind die Christuskirche an der Glazer Straße, die Markuskirche an der Landsberger Straße, die Thomaskirche in Schwarzenmoor und die Trinitatiskirche in Falkendiek. Letztere wurde im Dezember 2008 entwidmet und später an ein Bestattungsunternehmen verkauft. Dabei wurde eine Einigung getroffen, die es der Gemeinde ermöglicht weiterhin mehrere Gottesdienste im Jahr dort zu feiern. Die Kreuzkirche an der Hessestraße im Friedenstal bildet eine eigene Kirchengemeinde. In der Kirchengemeinde Herringhausen steht die Evangelische Kirche Herringhausen, in Laar die Auferstehungskirche und in Elverdissen die Friedenskirche.

 
Wolderuskapelle, Ansicht von Nordwesten, rechts die Nordseite des Münsters

Die evangelisch-reformierte Petri-Kirche steht am Wilhelmsplatz.

Weitere evangelische Kirchen sind die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Herford an der Ravensberger Straße,[30] die Christus-Gemeinde Herford e. V. an der Jungfernstraße,[31] die Evangeliums-Christengemeinde Herford an der Kiebitzstraße, das Missionswerk der Gemeinde Gottes e. V. an der Zimmerstraße sowie die Landeskirchliche Gemeinschaft e. V. Herford an der Jahnstraße.[32] Im Homberghof in Falkendiek hat seit 2013 die deutsch-russische Kirchengemeinde Jesu Christie ihren Gemeindesaal.[33]

Die Katholische Kirche hat die Pfarrgemeinden St. Johannes Baptist, Sankt Paulus, Maria Frieden und St. Josef (in Elverdissen) zu einem Pastoralverbund zusammengeschlossen. Dieser ist Teil des Dekanats Herford-Minden, das wiederum zum Erzbistum Paderborn gehört.

Die Neuapostolische Kirche „Herford-Mitte“ an der Hermannstraße ist die Neuapostolische Gemeinde der Stadt. Die Gemeinde „Herford-Nord“ wurde im Spätsommer 2005 geschlossen.

Die Herforder Gemeinde der Apostolischen Gemeinschaft befindet sich in der Komturstraße.

In der Renntorwallstraße steht das Gemeindehaus der Katholisch-apostolischen Kirche, ein Backsteingebäude aus dem Jahr 1995.

Die Griechisch-orthodoxe Gemeinde ist eine weitere christliche Gemeinde in der Stadt. Sie hält ihre Gottesdienste in der Wolderuskapelle neben der Münsterkirche ab, die den Namen Nektarios-Kapelle erhalten hat. Die Wolderuskapelle befindet sich weiterhin im Eigentum der Kirchengemeinde Herford-Mitte.

 
Synagoge und Gemeindehaus im Juli 2014

JudentumBearbeiten

Nach Verfolgungen im Rheinland im 11. Jahrhundert kamen Menschen jüdischen Glaubens nach Westfalen und nach Herford. Ab 1306 existieren urkundliche Nachweise über Juden in Herford. Die Juden dienten dort aufgrund des Zinsverbotes für Christen als Geldgeber für die Abtei. Die reichsfreie Abtei konnte das Judengeleit einräumen. Gegen die Zahlung von Steuern erlaubte damals die Stadt Herford den Juden, sich in der Stadt niederzulassen. In der Zeit des Kondominats nahm die Stadt das Judengeleit wahr. Während der Judenverfolgungen zur Zeit des Schwarzen Todes wurden die Herforder Juden ermordet. Kurz danach sind wieder Juden in Herford niedergelassen. Für die Zeit bis zum Ende des 16. Jahrhunderts ist von der ständigen Anwesenheit von 3 bis 5 Familien auszugehen. Ob die in der Altstadt liegende Judengasse eine ghettoähnliche Funktion hatte, ist nicht nachweisbar. 1910 wurde sie in Lessingstraße umbenannt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gaben die Brandenburger wieder Juden in Herford zielgerichtet Geleit.

1808 wurde den Juden erlaubt, eine Synagoge zu bauen, und die jüdische Gemeinde wuchs auf rund 300 Personen an. Trotzdem fehlte eine völlige Gleichstellung mit allen Bürgerrechten, die erst im Jahre 1869 stattfand.

In der Komturstraße befand sich die 1852 erstmals geweihte Synagoge der jüdischen Gemeinde. Zwischen 1892 und 1893 wurde sie im neogotischen Stil umgebaut. 1934 setzten SA-Leute die Herforder Synagoge in Brand, dies führte jedoch nur zu kleinen Schäden. Durch Reparaturen konnte sie schnell wieder genutzt werden. Zur Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge erneut angezündet, darüber hinaus noch geplündert. Durch den Brand und die zusätzliche Zerstörung durch die Brandstifter wurde die Synagoge vollkommen zerstört.

Nach dem Nationalsozialismus lebten nur noch sehr wenige Juden in Herford. Sie bildeten mit 10 bis 15 Menschen 1945 eine neue jüdische Gemeinde. Diese Gemeinde wuchs nicht sehr stark an. Durch einige Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion zählt die Gemeinde ungefähr 40 Mitglieder. Das Gemeindehaus, das gleichzeitig mit dem Umbau der Synagoge errichtet wurde, dient der jüdischen Gemeinde Herford-Detmold heute als Gebetsraum. Die jüdische Gemeinde Herford-Detmold, die in Herford ihren Sitz hat, hatte 2017 83 Mitglieder.

Am 9. November 1978 wurde an der Stelle der alten Synagoge ein von der Jüdischen Gemeinde bezahlter Gedenkstein enthüllt.

Am 29. Mai 2008 wurde der erste Spatenstich für den Bau einer neuen Synagoge getan, die am 14. März 2010 eröffnet wurde.

Zwischen Juni 2009 und Mai 2011 wurden in Herford vor Häusern, in denen bis zum Zweiten Weltkrieg Juden gelebt haben, die durch die Nationalsozialisten ermordet wurden, von Gunter Demnig 123 Stolpersteine verlegt.

IslamBearbeiten

Die Gebets- und Kulturstätten der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e. V. (DITIB) befinden sich in der Merkez Camii (Cami = Moschee) an der Bielefelder Straße. An der Engerstraße hat die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş e. V. ihre Fatih Camii. 2006 wurde die Herford Camii des Vereins zur Förderung der Integration und Bildung e. V. an der Goltzstraße eröffnet. Der Verein gehört zum Verband der Islamischen Kulturzentren e. V. Seit 2004 gibt es an der Ahmser Straße eine Moschee des Islamischen Zentrums e. V. Herford, die keinem Dachverband angehört.[34] Die in Herford 1987 gegründete Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat mit etwa 150 Mitgliedern, sucht seit 2013 Räume für ein Gemeindezentrum oder ein Grundstück für den Bau einer Moschee. Der Kauf eines Grundstücks an der Maschstraße ist im Jahr 2013 gescheitert und 2015 zerschlug sich der Erwerb eines Grundstücks an der Waltgeristraße. Derzeit (Stand November 2018) ist der Versammlungsort eine Halle an der Werrestraße.[35] Seit mehreren Jahren säubern Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde am Neujahrstag die Herforder Innenstadt von den Resten der Silvesterraketen.[36] S

Weitere ReligionsgemeinschaftenBearbeiten

An der Eimterstraße gibt es einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas.

Nachdem im Mai 2009 in Herford eine Alevitische Gemeinde gegründet worden war, wurde im November 2010 an der Goebenstraße ein Alevitisches Gemeindezentrum eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde 210 Mitglieder.

Die Jesiden in Herford, die zur Jesidischen Gemeinde in Ostwestfalen Lippe e. V. gehören, suchen ein Gemeindezentrum in Herford, nachdem in Aussicht genommene Standorte in Elverdissen und Laar wegen Anwohnerprotesten aufgegeben werden mussten.

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Der Rat der Stadt Herford hat aktuell 44 Sitze. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die Mitglieder des Rates sind für die Dauer von fünf Jahren gewählt.

Sitzverteilung im
Stadtrat 2014
2
16
5
1
2
1
17
16 17 
Insgesamt 44 Sitze
Jahr CDU SPD Grüne FDP LINKE Liste 2004 Bürger für Herford Gesamt
2014 17 16 5 1 2 1 2 44
2009 17 15 4 4 2 1 1 44
2004 18 16 4 3 2 - 44
1999 27 18 3 2 - - 50

StadtoberhäupterBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1974 gab es in Herford einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Verwaltung (Wahlbeamter) und einen ehrenamtlichen Oberbürgermeister, der Vorsitzender des Stadtrats war. Durch den Verlust der Kreisfreiheit und die Wiedereingliederung der Stadt in den Kreis Herford durften beide ihre Bezeichnung nur bis zum Ende der Amtszeit des Oberstadtdirektors 1974 tragen. Danach gab es in Herford einen Bürgermeister und einen Stadtdirektor. Seit dem Jahre 1999 wird (wie überall in NRW) ein hauptamtlicher Bürgermeister von der Bevölkerung direkt gewählt. Das Amt des Stadtdirektors gibt es seitdem nicht mehr.

Wappen und FlaggeBearbeiten

Wappen der Stadt Herford
   
 
 
Hissflagge

„Das Wappen der Stadt Herford besteht aus einem offenen Tore mit anstoßenden Flügelgebäuden. Über dem Tore erhebt sich ein gotisch gewölbtes Dach mit einem Kreuz gekrönt. Auf den Dächern der Nebengebäude erscheint je eine flatternde Fahne, bis zur Mitte in drei Wimpel aufgeschlitzt, in der Toröffnung ein Schlüssel. Die Farben der Fahne zur rechten Seite sind rot und weiß. Die Fahne auf der linken Seite weist die Farbe schwarz und weiß auf.“[37] Das offizielle Wappen trägt darüber hinaus eine Mauerkrone mit drei Türmen.[38] Dieses Wappen führt die Stadt infolge königlicher Verleihung vom 1. November 1899. Das Bild ist dem ältesten Siegel der Altstadt entnommen, das zuerst aus dem Jahre 1231 mit der Umschrift: „SIGILLUM CIVIUM HERVORDENSIUM“ überliefert ist und seither mit geringen Abweichungen ununterbrochen beibehalten wurde: „In goldenem Schilde ein roter gotischer Torbau mit offenem Tor, in dem ein aufrechter schwarzer Schlüssel steht; auf der Giebelspitze des Tors ein rotes Kreuz, flankiert von zwei Fahnen, die rechte rot-silbern, die linke schwarz-silbern, an langen roten Stangen.“

Der Schlüssel im Torbogen, der bei zahlreichen Stadtwappen im Regierungsbezirk Arnsberg (z. B. Brilon, Hallenberg, Schmallenberg, Soest, Werl) gegeben ist, stellt das Symbol des Heiligen Petrus dar, des Stiftsheiligen von Kurköln, dem die Stadt unterstand. Auf Kurköln weist ebenfalls die schwarz-weiße Fahne hin, während die andere die Farben der Reichsabtei Herford enthält.

Zusätzlich zum Wappen führt die Stadt Herford eine Flagge aus rot-weißem Tuch.

Bis 1899 war das Stadtwappen das der Abtei Herford, ein roter Balken in silbernem Schilde, wobei der Balken die Furt und die silberne Fläche das Wasser darstellen sollte. Das Wappen wird weiterhin als zweites Wappen von der Stadt geführt.

Städtepartnerschaften und -freundschaftenBearbeiten

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Herford pflegt Städtepartnerschaften, Städtefreundschaften und ist Mitglied einer Städteunion.[39]

Partnerstädte sind seit 1972 Hinckley (England) und seit 1987 die dänische Stadt Fredericia. Seit 1991 gibt es eine entsprechende Urkunde zwischen Herford und Fredericia. Auslöser waren in beiden Fällen Schüler- und Bürgerkontakte zwischen den Städten.

Städtefreundschaften bestehen seit 1974 zu Vodice in (Kroatien), seit 1991 zu Quincy (Illinois in den USA), seit 1995 zu Gorzów Wielkopolski/Landsberg an der Warthe in Polen, seit 2008 zu Manavgat in der Türkei und seit 2015 zu Xinbei, einem Stadtbezirk in der chinesischen Provinz Jiangsu. Zu Vodice bestehen Bürgerkontakte, die über Kontakte des Kreises Herford nach Kroatien zustande kamen. Die Initiative zu einer Kontaktaufnahme mit Quincy kam aus den USA, da dort viele Bewohner Vorfahren aus dem Raum Herford haben. Verbindungen zu Manavgat kamen über Herforder Sportvereine zustande.

Seit 1990 besteht eine Städteunion zwischen Herford und den Städten Quedlinburg aus Sachsen-Anhalt, Hameln, Celle und Hann. Münden. Der Kontakt zu Quedlinburg kam zustande, weil die im Stift Herford erzogene Mathilde den Herzog Heinrich von Sachsen heiratete, der als späterer deutscher König in Quedlinburg residierte.

Weitere Kontakte bestehen im Rahmen einer Bürgerfreundschaft zu Leutesdorf am Rhein. Der Ort wurde erstmals im Jahr 868 urkundlich erwähnt, als König Ludwig der Deutsche der Fürstabtei Herford den Fronhof Leutesdorf schenkte.

Darüber hinaus ist Herford Gründungsmitglied des Städtebundes der Neuen Hanse und des Westfälischen Hansebundes. Im Juni 2013 fanden die 33. internationalen Hansetage der Neuzeit in Herford statt.[40] Bei diesem Ereignis wurde der Wirtschaftsbund Hanse e. V. mit Sitz in Herford offiziell gegründet.[41]

BundespolitikBearbeiten

Auf der ersten Zonenausschusstagung der Christlich Demokratischen Union (CDU) im kleinen Sitzungssaal des Herforder Rathauses wurde Konrad Adenauer am 22. Januar 1946 zum Vorsitzenden der CDU in der britischen Zone gewählt.

AbgeordneteBearbeiten

Die Hansestadt Herford wird im Landtag NRW von Christian Dahm (SPD NRW), Stephen Paul (FDP Nordrhein-Westfalen) und Markus Wagner (AfD NRW) vertreten. Im Bundestag wird sie durch Stefan Schwartze (SPD) vertreten (Stand Oktober 2018).

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

TheaterBearbeiten

 
Turm des Stadttheaters

Das 1960 gebaute Stadttheater Herford an der Mindener Straße mit 692 Plätzen wird von Gastspielbühnen bespielt.

In der Nähe des Neuen Marktes hat seit Anfang 2005 die „LAG Spiel und Theater e. V.“ ihren Sitz. In der ehemaligen Leinenmanufaktur befindet sich neben dem Büro und einer theaterpädagogischen Fachbibliothek ein Theatersaal für Proben, Workshops und Aufführungen. Es finden unterschiedliche Angebote für Kinder und Jugendliche sowie landesweite theaterpädagogische Fortbildungen statt. Außerdem ist die „manufactur“ Ausgangspunkt für mobile Theaterprojekte.

Im Seniorenzentrum Johannes-Haus hat seit 2010 das Augenblick-Theater Herford eine Spiel- und Produktionsstätte gefunden. Das Augenblick-Theater inszeniert In- und Outdoorproduktionen. Historische Produktionen wie z. B. das Herforder „Visionsspiel“ und die Bespielung von historischen Stadtführungen für die PRO Herford GmbH, wie moderne Inszenierungen und Walkactproduktionen in NRW und deutschlandweit zeigen die Vielfalt des Theaters. 2010 führt das Augenblick-Theater das Theaterfestival Augenblick-Mal! mit elf Kulturveranstaltungen an sieben Tagen durch.

KinosBearbeiten

Das Capitol in der Elisabethstraße ist mit seinen vier Kinosälen das einzige verbliebene öffentliche Kino in der Stadt.[42]

MuseenBearbeiten

 
Das Museum Marta Herford

Seit Mai 2005 hat das Marta Herford seine Pforten geöffnet. In diesem Museum für zeitgenössische Kunst und Design werden die Ausstellungen in größeren unregelmäßigen Abständen gewechselt.

Des Weiteren befindet sich in Herford das Daniel-Pöppelmann-Haus, dort befindet sich eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte. Thematische Wechselausstellungen werden im Anbau gezeigt.

Im Jahr 2005 wurde in den Kellergewölben des Herforder Rathauses die Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte Zellentrakt eingerichtet. Diese erinnert an die Verfolgung und Vernichtung von Minderheiten in der Vergangenheit und soll Tendenzen und Umgang mit diesem Thema in der Gegenwart aufzeigen.

Am Standort der ehemaligen Fürstabtei neben dem Herforder Münster soll mit Unterstützung der Ernstmeier-Stiftung ein Museum für Stadtgeschichte gebaut werden, das den Namen Archäologisches Fenster am Münster erhalten soll.[43]

MusikBearbeiten

 
Rockakademie OWL

Herford ist Sitz der Nordwestdeutschen Philharmonie, einem von drei Nordrhein-Westfälischen Landes-Synphonieorchestern. Probenraum und Sitz des Orchesters befinden sich innerhalb des Stadtpark-Schützenhofs auf dem Stiftberg, wo auch die Herforder Konzerte gegeben werden.

Ein bedeutender Herforder Chor ist die Westfälische Kantorei der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Alljährlich wird seit 2001 der Herforder Orgelsommer[44] mit Orgelkonzerten in den Kirchen der Stadt veranstaltet. Im November 2006 fand erstmals der Internationale Orgelwettbewerb Herford in der Marienkirche statt.

Von 1966 bis 1970 befand sich in der Stadt einer der bekanntesten Beat-Clubs der Region. Im Jaguar-Club im ehemaligen Kino Scala traten damals viele national und international bekannten Sänger und Bands auf.

Die Musikschule Herford wurde 1970 gegründet und ist eine Bildungseinrichtung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Rockakademie OWL fördert junge Bands und Musiker. Sie vergibt monatlich seit 2005 den Titel „Bester Nachwuchskünstler des Monats“.

BauwerkeBearbeiten

KirchenBearbeiten

 
Die Münsterkirche mit dem Kantorhaus
 
Die Herforder Jakobikirche

Die Münsterkirche ist die älteste Kirche in Herford und war die Kirche des reichsunmittelbaren Frauenstifts in Herford. Die spätromanische Hallenkirche wurde vermutlich 1220–1250 erbaut und ist neben dem Dombau in Paderborn der erste Großbau einer Hallenkirche in Deutschland und gilt heute als die größte in Westfalen.[45] Seit 1532 ist sie eine evangelische Kirche. Der Turm birgt mit elf Glocken aus der Zeit von ≈1200 bis 2001 eines der umfangreichsten Geläute des Landes. Das ehemalige Frauenstift erstreckte sich vom Marktplatz über das Terrain des heutigen Rathauses bis über den Stephanplatz, wo heute noch (rekonstruierte) Grundmauern einzelner Gebäude stehen. Die Münsterkirche steht seit 1981 unter Denkmalschutz.[45] Auch die Wolderuskapelle steht auf diesem Gebiet, unmittelbar nördlich der Münsterkirche. In der Kapelle liegt der Überlieferung zufolge der Heilige Waltger (gestorben 825), der Gründer des Frauenstifts, begraben. Der heutige schlichte Saalbau wurde 1735 errichtet und ist seit 1962 griechisch-orthodoxe Nektarios-Kapelle.[46]

Die Jakobikirche im Herforder Stadtteil Radewig ist eine gotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert. Die für Westfalen ungewöhnliche Turmhaube, eine Welsche Haube, erhielt die Kirche nach einem Brand im 18. Jahrhundert. Die Kirche war bis ins 16. Jahrhundert Pilgerkirche der Jakobspilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela. Nach der Reformation 1530 waren die Pilger nicht mehr erwünscht, die Kirche wurde geschlossen und im Jahre 1590 als evangelische Kirche im Dezember wiedereröffnet. Da zu dieser Jahreszeit keine Blumen zum Ausschmücken der Kirche zur Verfügung standen, wurde hierfür „Braunkohl“ verwendet. Noch heute wird aus diesem Anlass das Radewiger Kohlfest gefeiert.[47]

Zwei weitere gotische Hallenkirchen aus dem 14. Jahrhundert sind St. Johannis (Neustädter Kirche)[48] und St. Marien auf dem Berge (Herforder Marienkirche),[49] eine Kirche des 1011 gegründeten Tochterstifts. Johanniskirche und Marienkirche sind seit 1530 beziehungsweise 1548 evangelische Kirchen.

Von der spätgotischen Süsternkapelle, der Klosterkirche der Herforder Augustinerinnen (geweiht 1518), ist nur die Südwand mit zwei Gewölbeansätzen noch erhalten.

Eine weitere Kirche ist die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist, ein barocker Saalbau von 1715/16.

Die übrigen Herforder Kirchen wurden im 20. Jahrhundert gebaut. Die älteste davon ist die evangelisch-reformierte Petrikirche aus dem Jahre 1902. Der Baustil wurde den Zentralbauten des 14. Jahrhunderts mit kreuzförmigem Grundriss nachempfunden.[50]

Die Friedenskirche in Elverdissen entstand in den Jahren 1914/15. Das im Jahr 1931 in Schwarzenmoor gebaute Gemeindehaus wurde 1962 zur Thomaskirche geweiht, die Trinitatiskirche in Falkendiek entstand 1962 aus einem 1934 erbauten Gemeindehaus. Alle drei Kirchen in den seinerzeit selbständigen politischen Gemeinden sind evangelische Gotteshäuser. Die Trinitatiskirche wurde allerdings 2008 entwidmet. Sie dient heute einem Bestattungsunternehmen als Aussegnungshalle, steht aber weiterhin für besondere Gottesdienste zur Verfügung.

Insbesondere wegen des Zuzugs von Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zwischen 1958 und 1965 in der Stadt und einigen damals noch selbständigen Umlandgemeinden folgende vier evangelische Kirchen gebaut: die Christuskirche an der Glatzer Straße (1958), die Evangelische Kirche Herringhausen (1958), die Markuskirche an der Landsberger Straße (1960), die Auferstehungskirche in Laar (1963) und die Kreuzkirche im Friedenstal (1965).

Zwischen 1955 und 1962 wurden drei katholische Kirchen geweiht: Maria Frieden am Lübberlindenweg (1955), St. Josef in Elverdissen (1957) und St. Paulus an der Kiebitzstraße (1962).

Im Lutherhaus am Oetinghauser Weg, das 1914 als zweite Predigtstätte der Münstergemeinde aufgebaut worden war, werden heute keine Gottesdienste mehr abgehalten.

RathäuserBearbeiten

 
Rathaus (rechts) und Markthalle (links), dazwischen der Rathausplatz

Sehenswert ist das in unmittelbarer Nähe der Münsterkirche gelegene Rathaus, ein großer neobarocker Bau mit Seitenflügeln und anschließender Markthalle. Es wurde von 1913 bis 1916 nach Plänen des hannoverschen Architekten Paul Kanold anstelle der ehemaligen Abteigebäude erbaut. Weitere städtische Ämter befinden sich im Technischen Rathaus. Das nicht mehr von der Stadt genutzte Neustädter Rathaus am Neuen Markt entstand um 1600. Der aufwändige Volutengiebel wurde 1930 expressionistisch überformt. Ab 1988 erfolgte die Rekonstruktion der ursprünglichen Renaissancefassade.

WohnbautenBearbeiten

 
Remensniderhaus

Durch anglo-amerikanische Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurden mehrere innerstädtische Quartiere (wie die Johannisstraße) schwer getroffen und brannten aus. Folgenschwerer für die Vernichtung des mittelalterlichen Stadtbildes waren jedoch die Zerstörungen durch die Stadtplanungen der 1950er und 1960er Jahre. Hier wurde der Bestand an älteren Wohnbauten und ganzen Quartieren (Bergertormauer) erheblich reduziert. Während kriegsbedingt etwa 20 % des Bestandes der teils mittelalterlichen Fachwerkhäuser vernichtet wurde, fielen 60 % dieser historischen Bausubstanz der Stadtplanung erst nach dem Krieg zum Opfer. Besonders schmerzlich ist der Verlust des so genannten Crüwell-Hauses in der Lübberstraße. Der 1957 abgebrochene Fachwerkbau zeichnete sich durch einen bemerkenswerten Massivgiebel von 1589 in Weserrenaissanceformen aus. 1960 folgte das Haus Alter Markt 14 (mit Fächerrosetten, um 1560), 1961 Hämelingerstraße 2 (1639), 1966 das Hagen-Haus in der Rennstraße (Nr. 47), ein stattlicher Fachwerkbau von 1537 und noch 1972 verschwand das spätklassizistische Friedrichs-Gymnasium von 1869 in der Brüderstraße.

Trotz dieser Verluste haben sich in der Brüderstraße mehrere Fachwerkbauten des 16. Jahrhunderts erhalten, dessen bekanntestes das so genannte Remensniderhaus von 1521 ist (Nr. 26). Der dreigeschossige Bau verfügt über reich beschnitzte Figurenknaggen. Direkt nebenan (Nr. 28) befindet sich das Engelkinghaus, ein 1532 entstandenes zweigeschossiges Giebelhaus mit Toreinfahrt. Es wurde 1961/62 restauriert. Während das um 1550 errichtete Dielenhaus Brüderstraße Nr. 14 mit einer seitlichen Utlucht versehen ist, zeichnet sich das um 1528 erstellte zweigeschossige Giebelhaus Nr. 18 durch Taubandknaggen aus.

In der Elisabethstraße 2 steht das Kantorhaus, ein zwischen 1484 und 1494 erbautes zweigeschossiges Fachwerk-Traufenhaus mit Ziegelausfachung im Zierverband. Das Obergeschoss kragt nach allen Seiten über gekehlte Knaggen vor, in die zum Teil Wappen eingeschnitzt sind. Das Kantorhaus gehört zu den ältesten Fachwerkbauten Westfalens; auf der am Außenbau angebrachten Denkmaltafel wird es als „zweitältestes Fachwerkhaus in Westfalen“ bezeichnet. Letzteres trifft aber längst nicht mehr zu, da mittlerweile Bauten entdeckt wurden, die in das 14. Jahrhundert datiert werden konnten.

Auch am Holland blieben mehrere ältere Fachwerkhäuser vom Zahn der Zeit verschont: Nr. 21 ist 1554 bezeichnet. Nur wenig jünger ist Nr. 39, ein 1559 datiertes zweigeschossiges Traufenhaus, dessen Knaggen mit Taustäben verziert sind. Nr. 29, ein Giebelhaus in Ecklage, stammt im Kern wohl noch aus dem frühen 16. Jahrhundert. In der Komturstraße 9 liegt ein kleines Fachwerkgiebelhaus, das ebenso wie das traufständige Nachbargebäude (Nr. 11) wohl um 1600 errichtet wurde. Bei Lessingstraße 14 handelt es sich um einen verputzten Fachwerkbau, der vermutlich noch der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts angehört.

Bei dem ehemaligen Adelshof in der Löhrstraße 5 handelt es sich um ein 1648 errichtetes Traufenhaus, das in der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einem Quaderputz und einem klassizistischen Portal versehen wurde. Das Alte Pastorat in der Löhrstraße 11 ist ein zweigeschossiges Dielenhaus mit Utlucht, das an der Frontseite verschiefert ist. Es stammt nach neuesten Erkenntnissen aus den Jahren 1638–1639.

Erwähnenswert sind des Weiteren die Giebelhäuser Neuer Markt 7 von 1695 und Radewiger Straße 23 von 1638, deren Kern wohl ins 16. Jahrhundert zurückgeht, Radewiger Straße 27 ein Traufenhaus mit beschnitzten Füllbrettern (1645 bezeichnet), Rennstraße 32 ein zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus (etwa 1550–1560 errichtet und 1979 restauriert) und Steinstraße 17 ein Fachwerkdielenhaus mit reichem Schnitzwerk, das 1639 bezeichnet ist. In der Tribenstraße 8 steht ferner ein kleines Traufenhaus mit Figurenknaggen, das wohl zwischen 1500 und 1550 errichtet wurde.

 
Frühherrenhaus

Besonders schön ist die an die ehemalige Stiftsfreiheit erinnernde Bebauung der Elisabethstraße 3–11 mit Fachwerkbauten des 17. und 18. Jahrhunderts. Auf dem Stiftberg in unmittelbarer Nachbarschaft von Sankt Marien sind noch einige Wohnbauten der Stiftsdamen erhalten, darunter Stiftberger Straße 33 (ehemalige Kurie der Dechantin de Vincke) – ein zweigeschossiges Traufenhaus mit Walmdach aus dem 18. Jahrhundert. Über dem Eingang befindet sich ein barockes Wappen.

Neben den oben genannten Fachwerkbauten blieben eine Reihe von Steinbauten erhalten. In der Hämelinger Straße 4 findet sich ein spätgotisches massives Giebelhaus mit kombiniertem Dreieck- und Staffelgiebel, ähnlich Frühherrenstraße 11, das in der Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden sein dürfte. In der Höckerstraße 4, eingerahmt von gründerzeitlichen Bauten, liegt das Bürgermeisterhaus, ein zweigeschossiger Bau mit spätgotischem Treppengiebel nach münsterschem Vorbild. Es wurde 1538 errichtet. Das Haus, dessen Erdgeschosszone durch Ladeneinbauten verändert wurde, erinnert stark an das nur wenige Jahre ältere Crüwellhaus in Bielefeld.

In der Frühherrenstraße 11 steht das Frühherrenhaus, ein verputzter Massivbau mit kombiniertem Dreiecks- und Staffelgiebel, dessen Erbauungszeit mit 1591 angegeben wird. In jüngster Zeit erfolgte eine durchgreifende Restaurierung (2004–2005), bei der die völlig verbaute Diele und die ursprüngliche Fenstereinteilung wiederhergestellt wurden. Außerdem wurde das Äußere mit einem neuen Putz versehen. Das Wulferthaus am Neuen Markt 2 ist ein zweigeschossiges Giebelhaus, das 1560 erbaut wurde. Der Giebel präsentiert sich in Formen der so genannten Lipperenaissance. 1977 bis 1979 wurde es umfassend restauriert. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde der Fronterker in Anlehnung an vergleichbare Vorbilder rekonstruiert. Erwähnenswert ist außerdem Radewiger Straße 33, ein 1610 bezeichnetes Giebelhaus. Die Fassade wurde im 19. Jahrhundert im Stil der Neorenaissance umgebaut. Nebenan (Nr. 35) steht ein Steinbau mit spitzbogigem Tor und Fachwerkobergeschoss von 1555.

Die Villa Bergertorwall 22 der ehemaligen jüdischen Textilunternehmerfamilie Elsbach ist ein exemplarisches Beispiel eines Jugendstilanwesens nach der Jahrhundertwende.

Marta-ViertelBearbeiten

In den Jahren 2004 und 2005 wurde im Zusammenhang mit dem Neubau des Museums Marta das schmucklose Viertel an der Goebenstraße unweit des Bahnhofs zwischen der Schillerstraße und der Luisenstraße komplett neu gestaltet. Das aufwändig restaurierte Elsbachhaus in diesem Bereich mit Einkaufspassagen und Sitz der regionalen Telefongesellschaft EWE Tel (vormals Teleos), der Herforder Versorgungs- und Verkehrs-Beteiligungs-GmbH (HVV), der Stadtmarketinggesellschaft Pro Herford, sowie von Radio Herford geht auf das hier früher ansässige bedeutende Textilunternehmen Elsbach zurück. Neben dem Elsbachhaus wurde das Parkhaus Marta-Areal mit 456 Parkplätzen errichtet. Im Bau befindet sich aktuell das Intercity-Hotel, welches im Januar 2020 eröffnet werden soll.[51]

Im Zuge des Umbaus des Viertels wurde das neue Gebäude der Musikschule Herford in der unmittelbaren Nachbarschaft gebaut.

BismarckturmBearbeiten

Der 22,5 Meter hohe Bismarckturm ist ein Aussichtsturm auf dem Stuckenberg, nahe der Ostgrenze zu Bad Salzuflen.

WilhelmsplatzBearbeiten

 
Widukind-Denkmal

Der Wilhelmsplatz ist Teil der Herforder Wallanlagen, die die Herforder Innenstadt weitgehend als Fußweg umgeben.[52] Auf dem Wilhelmsplatz steht das Denkmal von Widukind (wahrsch. 730–807), im Volksmund Wittekind genannt. Er war Herzog der Sachsen und wurde in der Region zum Sinnbild des Widerstands gegen Karl den Großen in den Sachsenkriegen. Am Wilhelmsplatz befindet sich zudem das heute denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Bürgerschule Wilhelmsplatz, in welchem heute die Wilhelm-Oberhaus-Schule untergebracht ist.

Zwischen dem 15. März und Ende Juni 1949 strömten Tausende von Menschen zum Haus Wilhelmsplatz Nr. 7, wo der sogenannte Wunderheiler Bruno Gröning angeblich einen unheilbar kranken Jungen geheilt hatte.

Linnenbauerdenkmal, LinnenbauerplatzBearbeiten

Das 1909 eingeweihte Denkmal zeigt den letzten Herforder Handweber, der seine Leinenballen zum Großhändler in die Stadt gebracht und verkauft hatte und nun verschmitzt lächelnd das erhaltene Geld zählt.[53] Bis etwa in die Mitte der 1970er Jahre verlief dort ein Teilstück der Bowerre, die eine Mühle angetrieben und Alt- und Neustadt getrennt hatte.

Neuer MarktBearbeiten

Der Neue Markt als Zentrum der Herforder Neustadt ist einer der schönsten Herforder Plätze und geprägt von Fachwerk- und Renaissancearchitektur. Der Brunnen von 1599 zeigt einen Ritter mit Banner und Schild der freien Reichsstadt Herford. Der um 1830 von der Stadt verkaufte Brunnen wurde 1962 am alten Standort wieder aufgebaut. Das ehemalige Rathaus der bis 1634 selbstständigen Neustadt ist ein steinernes Giebelhaus mit mittelalterlichem Kern. Sein 1930 abgerissener Schaugiebel aus der Zeit der Weserrenaissance wurde 1988/89 rekonstruiert. Das 1560 erbaute Wulfert-Haus besitzt einen Giebel im Stil der Lippe-Renaissance und verdeutlicht das Selbstbewusstsein des Herforder Kaufmanns- und Bürgertums.

Alter MarktBearbeiten

Der Alte Markt war wichtigster Handelsort und ist bis heute lebendiger Mittelpunkt der Herforder Altstadt. Hier stand bis 1878 das ursprünglich gotische, im 16. Jahrhundert mit Renaissanceelementen erweiterte Altstädter Rathaus.

BrunnenBearbeiten

 
Gänsebrunnen und Gänsemarkt

In der Herforder Innenstadt stehen zahlreiche Brunnen. Sie sind im Folgenden vom Lübbertor bis zum Steintor aufgeführt.

 
Elisabeth von der Pfalz

Der Hansebrunnen, der bis Mitte 2016 am Anfang der Fußgängerzone (Kreuzung Lübberstraße/Berliner Straße) stand, erinnert an die Hansemitgliedschaft der Stadt. Die Bronzeplastik ist in Form einer Hansekogge gestaltet. Auf dem Neuen Markt steht der Neustadtbrunnen aus dem Jahre 1599, ein Renaissance-Sandsteinbrunnen. Im Gehrenberg an der Einmündung zur Brüderstraße befindet sich ein Brunnen mit beweglichen Figuren, die die Herforder Originale Mutter Grün und Trompeten-Oskar (übrigens ein Ehepaar) sowie die Schausteller darstellen. Ebenfalls im Gehrenberg an der Einmündung „Am Gange“ wurde ein neuzeitlicher Brunnen aufgestellt, der wegen seiner Form im Volksmund „Bürgerdusche“ genannt wird. Der ehemals auf dem Alten Markt stehende Altstädter Marktbrunnen aus dem Jahre 1616 steht heute auf dem Münsterkirchplatz. Die Erinnerung an die Abtei soll der Abteibrunnen auf dem Rathausplatz wachhalten. Ein weiterer Brunnen, der einen Jungen darstellt, steht in der Bäckerstraße. Auf dem Gänsemarkt befindet sich der Gänsebrunnen.

Denkmäler, Gedenksteine, Büsten und KunstwerkeBearbeiten

Neben den bereits erwähnten Widukind- und Linnebauerdenkmälern gibt es in der Stadt weitere Denkmäler, Grenzsteine, Gedenksteine, Büsten, Reliefs und Kunstwerke im öffentlichen Raum. Sie sind in dem Hauptartikel beschrieben. Dazu zählen unter anderem die Abteistele, das Stadtgeschichtsdenkmal, ein Stadtmodell der ummauerten Reichsstadt in der Mitte des 17. Jahrhunderts, das Fürstenaudenkmal, die sieben bronzenen Reliefs aus der Stadtgeschichte am Hotel zur Fürstabtei und die Büsten der Herforder Äbtissin Elisabeth von Herford sowie von Friedrich Ludwig Jahn und Friedrich Schiller.

Kunstwerke stehen unter anderem vor dem Arbeitsamt und am Steintor, wo auf einer Verkehrsinsel ein zusammengepresstes Autowrack aufgestellt wurde. Am Bergertor stehen zwei Skulpturen mit dem Namen Safety Cones des US-amerikanischen Installationskünstlers Dennis Oppenheim. Weitere Kunstwerke im öffentlichen Raum wurden im Umkreis des Museums Marta platziert.

Grünflächen und NaherholungBearbeiten

Bramschebach – NagelsbachtalBramschebach – NagelsbachtalBramschebach – NagelsbachtalBramschebach – NagelsbachtalBramschebach – NagelsbachtalAsbeke-KinzbachtalFüllenbruchJammertalUhlenbachtal (Kreis Herford) 

Der 4,5 Hektar große Aawiesenpark entwickelte sich 1957 aus einem alten Friedhof. 1987 wurde zusätzlich das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Breder hinzugefügt. Der Park weist ausgedehnte Wiesenflächen, einen großen Spielplatz und eine Beach-Volleyball-Anlage auf. Über einen Teich mit Schilfbeständen führt eine Brücke.[54]

Der Schützenhofpark schließt sich an den StadtPark-Schützenhof an. Er geht im Norden in den Luttenberg über.[55] Im Weddigenuferpark am Bergertor steht ein Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Die kleine Parkanlage des Hinckley-Rosengartens wurde auf der ehemaligen Trasse der Herforder Kleinbahn und des Kleinbahnhofs Bergertor angelegt. Weiter westlich befinden sich zwischen Werre, Werrestraße und Hansastraße die Werregärten, wo im Sommer der „Aloah Beachclub“ geöffnet ist.

Erwähnenswert ist der Stiftberg mit Langenberg und Luttenberg. Auf dem Luttenberg fand im 10. Jahrhundert die Herforder Vision statt. Der Legende nach soll dort einem Schäfer die Jungfrau Maria erschienen sein. Beim Stuckenberg mit Bismarckturm handelt es sich um ein ausgedehntes Waldgebiet im Osten der Stadt mit Blick auf Herford, das in den Bad Salzufler Obernberg übergeht. Das Waldgebiet südlich des Stuckenbergs wird Stadtwald genannt. Am westlichen Rand und in einem Teil des Stadtwaldes befindet sich der Tierpark Herford.

Zur Stadt Herford zählen sechs Naturschutzgebiete, dies sind das Asbeke-Kinzbachtal, das Gebiet Bramschebach – Nagelsbachtal (in zwei amtlich geführten Teilgebieten), der Füllenbruch, das Jammertal und das Uhlenbachtal. Insgesamt stehen etwa 351,9 ha, davon 4,45 % der Stadtfläche unter Naturschutz.

Der Elisabethsee im Stadtteil Eickum ist eine Freizeiteinrichtung, an der sich auch ein Campingplatz befindet, der von vielen Langzeitcampern aus dem Ruhrgebiet belegt ist.

FriedhöfeBearbeiten

 
Trauerhalle auf dem Friedhof Ewiger Frieden

Bis 1808 wurden die Bürger der Altstadt, der Radewig, der Abtei und der zu Herford gehörenden Bauerschaften auf dem Münsterkirchplatz beerdigt. Auch an den anderen Kirchen existierten Kirchhöfe. Gegen den Widerstand der Bevölkerung wurden die innerstädtischen Begräbnisplätze während der Zeit des Königreichs Westphalen (1807–1813) geschlossen und ein neuer, nach rationalen Kriterien geplanter Friedhof am Eisgraben (heute Friedhofstraße) eröffnet.

Im alten Herforder Stadtgebiet (ohne eingemeindete Stadtteile) gibt es die folgenden städtische Friedhöfe:

Der Hauptfriedhof Ewiger Frieden liegt zwischen der Mindener Straße und der Eimterstraße. Der größte Herforder Friedhof wurde am 29. Juni 1924 eingeweiht. Die relativ große Friedhofskapelle wurde 1955 gebaut.

Die Doppelanlage Alter Friedhof und „Alter Friedhof“ (alter Teil) liegt an der Friedhofstraße/Hermannstraße. Der 1808 mit der Verlagerung der Begräbnisplätze von den Kirchhöfen entstandene Friedhof „Am Eisgraben“ ist heute eine Parkanlage, die in den Aawiesenpark übergeht. Seit 1964 steht hier das Kriegerdenkmal, das sich zuvor auf dem Alten Markt im Zentrum der Stadt befand.[56] Der Friedhof an der Hermannstraße mit zahlreichen großen Begräbnisstätten und Kriegsgräberstätten wird seit dem Ende des 19. Jahrhunderts genutzt.

Weitere Friedhöfe der ev.-luth. Marienkirchengemeinde Stiftberg sind der Erika-Friedhof an der Vlothoer Straße, der Marien-Friedhof an der Marienstraße und der Friedhof Schwarzenmoor/Falkendiek an der Mindener Straße.

An der Friedhofstraße liegt der Jüdische Friedhof, der bereits seit dem 17. Jahrhundert der jüdischen Gemeinde als Begräbnisstätte dient.

In den 1969 eingemeindeten Stadtteilen befinden sich folgende städtische Friedhöfe:

Friedhof Diebrock an der Hausheider Straße, Friedhof Eickum an der Diebrocker Straße, Friedhof Elverdissen an der Hillewalser Straße, Friedhof Laar an der Laarer Straße und Friedhof Stedefreund an der Bielefelder Straße.

In der Nähe der Autobahnanschlussstelle Herford Ost befindet sich der private Tierfriedhof Schwarzenmoor.

SportBearbeiten

SportanlagenBearbeiten

 
Ludwig-Jahn-Stadion

Unter den zahlreichen Herforder Sportanlagen[57] ist die größte das Ludwig-Jahn-Stadion, das mit seiner 400-Meter-Rundlaufbahn Platz für 18.400 Zuschauer bietet. Im Stadionbereich befinden sich drei Natur- und drei Kunstrasenplätze. Das Stadion ist unter anderem Austragungsort der Fußball-Damenmannschaft des Herforder SV Borussia Friedenstal, die von 2006 bis 2018 entweder in der 1. oder 2. Fußball-Bundesliga spielte. Außerdem werden dort die Fußballspiele des SC Herford ausgetragen.

Im Sportzentrum Im Kleinen Felde gibt es unter anderem eine Eishalle mit etwa 2000 Zuschauerplätzen, in der der Herforder EV seine Heimspiele austrägt sowie ein Freibad.

Ein weiteres Freibad befindet sich in Elverdissen.

Das H2O ist ein Erlebnis-, Freizeit- und Sportbad mit großer Saunalandschaft und Wellnessbereich.

SportvereineBearbeiten

In der Stadt gibt es 62 Sportvereine (Stand 2019)[58][59] mit 18.792 Mitgliedern (Stand 2010).

Die 1860 gegründete Turngemeinde Herford (TGH) ist der älteste und mit etwa 4000 Mitgliedern (Anfang 2009) und 16 Fachsportabteilungen der größte Sportverein der Stadt. In dem Verein werden Sportarten, wie zum Beispiel Badminton, Basketball, Breitensport, Fechten, Handball, Judo, Kegeln, Leichtathletik, (Nordic) Walking, Schwimmen, Tischtennis und Volleyball betrieben.

Im 1996 neu geschaffenen Sportpark Waldfrieden wurden auf dem Gelände der ehemaligen britischen Maresfield-Kaserne mehrere Sportvereine (aber auch Wohnungen) angesiedelt. Unter anderem befinden sich dort der Tennisclub Herford (TCH), die Turngemeinde Herford (TGH), der Herforder Verein für Luftfahrt, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der Radsportclub Endspurt und der Motor-Veteranen-Sport-Club Herford (MSC).

Die Gesundheits- und BehindertenSportGemeinschaft Herford e. V. (GBSG) wurde im Mai 1951 als eine der ersten Versehrtensportgemeinschaften in Nordrhein-Westfalen gegründet. Sie war Gründungsmitglied des Behindertensportverbandes Nordrhein-Westfalen. Mit mehr als 550 Mitgliedern ist sie einer der großen Vereine innerhalb des Behinderten-Sportverbandes Nordrhein-Westfalen (BSNW) und der Stadt Herford. Was zunächst zur Selbsthilfe von Kriegsversehrten gegründet wurde, entwickelte sich bald zum Sportverein für alle, die von Behinderungen betroffen oder bedroht sind. Die Integration von geistig Behinderten durch Spiel und Sport hat sich die GBSG Herford seit mehr als 20 Jahren zur besonderen Aufgabe gemacht.

SportartenBearbeiten

Die Männer-Kegelmannschaft der Turngemeinde Herford (TGH) spielt seit mehreren Jahren in der 1. oder 2. Bundesliga auf Scheren-Kegelbahnen. Die 2. TGH-Mannschaft spielte von 2006/07 bis 2010/11 in der 2. Kegelbundesliga.

Eine große Rolle spielt in Herford der Reitsport. Der Reit- und Fahrverein „von Lützow“ ist mit (Anfang 2009) 686 Mitgliedern einer der mitgliederstärkste Reitvereine Westfalens. Weitere Reitvereine sind der RV „von Derfflinger“ in Schwarzenmoor-Falkendiek, die RSG Dornberger Heide in Schwarzenmoor und der RV „Drei Eichen“ in Diebrock, der seinen Sitz auf der Reitanlage Heyderhof der Familie Meyer zu Bentrup hat. Hinzu kommen die Reiterhöfe Meyer zu Bexten und Meyer zu Hartum in Diebrock und Brinkmann in Laar. Seit 1999 findet auf dem Bexterhof alle zwei Jahre das internationale Jugendreitturnier German Friendships statt. Seit 2004 wird im Wechsel dazu das internationale Kinderreitturnier „Bexter-Hof-Open“ ausgerichtet. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul errang der Herforder Unternehmer Wolfgang Brinkmann auf dem Pferd „Pedro“ zusammen mit Ludger Beerbaum, Franke Sloothaak, und Dirk Hafemeister die Goldmedaille im Mannschafts-Springreiten.

Fußball: Die Frauenmannschaft des Herforder Sportvereins Borussia Friedenstal spielte in der Saison 2008/09, in der Saison 2010/11 und in der Saison 2014/15 in der Frauenfußball-Bundesliga, davor und danach in der 2. Fußball-Bundesliga. Herford ist Landesleistungsstützpunkt im Mädchenfußball. Der SC Herford, der zwischen 1976 und 1981 (mit einem Jahr Unterbrechung) in der 2. Fußball-Bundesliga gespielt hatte, spielt seit der Saison 2014/15 in der Fußball-Westfalenliga.

 
Grün Gold Haus in der Bruchstraße

Die Standardformation des Tanzclubs Grün-Gold TTC Herford (GGH) hat in der Regionalliga West 2016 den zweiten Platz belegt und ist nach einem dritten Platz in der Relegation nachträglich in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Dort konnte das Team zwei Jahre in Folge mit dem sechsten Platz die Klasse halten. Die Standardformation wird auch in der Saison 2018/2019 in der 2. Bundesliga an den Start gehen.[60] Die Lateinformation des GGH tanzte in der Saison 2017/18 zuletzt in der Regionalliga West Latein. Von dort ist sie mit dem achten Platz in der Gesamtwertung in die Oberliga West Latein abgestiegen.[61] Das vereinseigene Grün Gold Haus an der Bruchstraße in Herford, dem ehemaligen Kino „Weltlichtspiele“, ist seit 1986 Trainingszentrum der Herforder Tänzer. Herford ist Landesleistungsstützpunkt.

Der Herforder Eishockey-Verein (HEV) spielte seit der Saison 2006/07 in der Verbandsliga und der Eishockey-Regionalliga. In der Saison 2011/12 rückte er in die Oberliga West, die dritthöchste deutsche Eishockey-Liga, auf. Nach dem freiwilligen Rückzug spielte der Verein seit 2013 in der NRW-Liga. 2016 stieg er wieder in die Regionalliga West auf. In der Herforder Eissporthalle Im Kleinen Felde mit 2000 Zuschauerplätzen wird außerdem der Eiskunstlauf betrieben.

Die Basketballer der BBG Herford (Ehemalige Spielgemeinschaft der Vereine TGH und DJK) spielen seit der Saison 2015/16 wieder in der 1. Regionalliga (West; Herren), Oberliga (2. Herren) und Bezirksliga (3. und 1. Damen). Des Weiteren hat die TGH seit der Saison 2007/08 wieder eine Basketballabteilung und spielt in der Bezirksliga (Herren).

Sehr populär ist in Herford das Radfahren mit einigen bundesweit bekannten Sportlern im Straßen, Querfeldein- und Kunstradfahren, die Mitglied in einem der beiden Radsportvereine sind. Der RSV Wittekind Herford richtet im Frühjahr ein Straßenrennen in der Stadt aus. Jeweils am letzten Wochenende des Jahres (bis 2011 an Silvester) wird vom Radsportverein RC Endspurt Herford ein Querfeldeinrennen durchgeführt. Im Jahre 2007 fand das Silvesterrennen nicht statt, da der RC Endspurt am 5. und 6. Januar 2008 auf dem Langenberg die deutschen Meisterschaften im Querfeldeinrennen ausrichtete. Von 1960 bis 2014 fand die Veranstaltung im Stadtteil Eickum am Elisabethsee statt, seitdem ist der Austragungsort eine Strecke an der Gesamtschule Friedenstal.

In kleinen Teilen auf Herforder Gebiet befindet sich ein Golfplatz, der von der Wippermann Golfanlage Heerhof betrieben wird, fast direkt an der Ausfahrt/Abfahrt Nr. 30 der BAB A 2 (Herford Ost). Der weitaus größere Teil liegt im Vlothoer Stadtteil Exter. Der Golfplatz des Herforder Golfclubs befindet sich komplett auf dem Gebiet der Nachbarstadt Vlotho, etwa drei Kilometer in nordöstlicher Richtung, nahe der Ausfahrt/Abfahrt Nr. 31 der BAB A 2 (Vlotho West). Auf der Maiwiese befindet sich ein Minigolfplatz.

Auch die Ballettschule Albers am Oetinghauser Weg ist in Herford sehr populär. Mit ihren etwa 200 Schülerinnen und Schülern präsentiert sie sich alle zwei Jahre im Stadttheater Herford. Diese Aufführung gehört zu den kulturellen Höhepunkten der Stadt.

Weitere SportartenBearbeiten

In der Stadt sind unter anderem noch die Mannschaftssportarten Handball, Tennis und Tischtennis vertreten, von denen keine Mannschaft auf Bundesebene spielt. Außerdem werden folgende Sportarten in Vereinen betrieben: Angelsport, Ballett, Boxen, Kanusport, Motorsport, Poolbillard, Schach, Schießsport, Segelflug und Squash.

VeranstaltungenBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Im März/April findet entlang der Straße Auf der Freiheit die Oster-Kirmes statt, im Mai in der Innenstadt die Automeile, ein ostdeutscher Spezialitätenmarkt, der Tag der Hanse und ein Jazz-Festival mit dem Auftritt mehrerer Jazzbands in verschiedenen Kneipen, wobei einige dieser Veranstaltungen immer wieder modifiziert werden oder in einzelnen Jahren ganz ausfallen. Ebenfalls im Mai wird das Radewiger Schützenfest in der Radewig und der Radewiger Feldmark ausgerichtet.

Am 19. Juni ist der Jahrestag der Herforder Vision, die auf die älteste Marienerscheinung nördlich der Alpen zurückgeht. Nachdem bis 2010 aus diesem Anlass die Visionskirmes stattfand, wird dieses Fest in jedem Jahr unterschiedlich gefeiert. Einzelheiten siehe unter Kirmes, Visionsspiel und Festumzug.

Im Juli treten auf der Sommerbühne auf dem Rathausplatz an vier Abenden i. A. Popgruppen auf, allerdings nicht jedes Jahr. Seit einigen Jahren tritt an mehreren Tagen im Juli und August in der Innenstadt das Straßentheater/Varieté spettacolo teatrale auf.

Von Juli bis September wird der Herforder Orgelsommer mit Orgelkonzerten und Stadtführungen an acht Sonntagen in den verschiedenen Kirchen der Stadt veranstaltet. Dieser wird von Stefan Kagl, dem Organisten des Herforder Münsters, maßgeblich vorbereitet und begleitet.

Seit 1973 findet im Juni, Juli oder August das Hoekerfest (Herforder Stadtfest) mit vielen Innenstadtveranstaltungen statt, außerdem das Schützenfest Herford-Elverdissen in Elverdissen und das Schützenfest der Schützengesellschaft zu Herford von 1832 in der Altstadt und im StadtPark-Schützenhof.[62]

Seit 2007 wird im September in Kirchen, Museen und anderen Veranstaltungsräumen vom Verein Kulturanker e. V. die Herforder Kulturnacht organisiert. Dabei finden Musikveranstaltungen und Ausstellungen statt.[63]

Veranstaltungen im Oktober sind die Citykirmes im Bereich Alter Markt/Münsterkirchplatz/Rathausplatz, das Weinfest auf dem Gänsemarkt und die Ausstellung Herbstzeitlos in der ehemaligen Güterhalle des Bahnhofs.

Im November 2006 wurde erstmals in der Marienkirche der 1. Internationale Orgelwettbewerb durchgeführt, der seitdem regelmäßig ausgerichtet wird.

Im Dezember wird das Radewiger Kohlfest gefeiert. Es erinnert an die Wiedereröffnung der Radewiger St. Jakobikirche am Donnerstag nach dem 1. Advent im Jahre 1590. Ebenfalls im Dezember findet der Weihnachtsmarkt Weihnachtslicht in der Innenstadt statt.[64]

VeranstaltungsräumeBearbeiten

 
Go!Parc Herford

Die von der Deutschen Bahn nicht mehr benötigte Güterhalle des Alten Güterbahnhofes wurde von der Stadt gekauft und steht allen Interessenten als Veranstaltungshalle zur Verfügung.[65]

Im großen und kleinen Saal sowie weiteren Räumen des StadtPark-Schützenhof an der Stiftbergstraße finden Konzerte, Festveranstaltungen, Vorträge und andere Veranstaltungen statt.

Das Forum im Museum Marta an der Goebenstraße steht für Kulturveranstaltungen (Musik, Vorträge, Diskussionen, Filme und Ausstellungen), Empfänge, Kongresse und Events der Wirtschaft sowie Produktpräsentationen zur Verfügung.[66]

Die Diskothek GoParc, die zwischenzeitlich High Club hieß,[67] befindet sich im Parkhaus Radewig direkt am Bahnhof,[68] die Diskothek X steht an der Bünder Straße in der Nähe der Umgehungsstraße.[69] In beiden Diskotheken treten auch Live-Sänger und -Bands. auf. Der Einzugsbereich der beiden Diskotheken erstreckt sich auf das ganze nördliche Ostwestfalen.

SchaustellerBearbeiten

In Herford und Umgebung wohnen viele Schausteller. Die Stadt ist Sitz des Mitteldeutschen Schaustellervereins von 1895 Herford e. V. des zweitältesten Schaustellervereins Deutschlands.[70] Am 13. Januar 1950 wurde in Herford der Deutsche Schaustellerbund e. V. (DSB) gegründet, der heute seinen Sitz in Berlin hat. Von 1950 bis 1957 war Herford Sitz der Hauptgeschäftsstelle des DSB. Sie wurde 1957 nach Bonn verlegt.[71] 1963, 1995 und 2005 fand in Herford der Delegiertentag des DSB statt.[72]

An der Mindener Straße gibt es seit 1981 ein Internat für Kinder von Schaustellern, Binnenschiffern und Artisten. Die dort lebenden Kinder besuchen Herforder Schulen und müssen nicht mit ihren Eltern reisen und dabei laufend die Schule wechseln oder Einzelunterricht im Kirmeswagen oder auf dem Schiff erhalten. Zwischenzeitlich wurde das Angebot auch auf andere Kinder erweitert, die nicht in ihrem Elternhaus verbleiben können. Für den Aufenthalt stehen sieben Zimmer mit bis zu drei Betten zur Verfügung.[73]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Herford ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort, der auch auf die günstige Verkehrslage im Straßen- und Eisenbahnnetz zurückzuführen ist.[74]

Ansässige UnternehmenBearbeiten

 
Das Bugatti-Verwaltungsgebäude

Die wichtigste Branche ist die Textilindustrie mit den drei weltweit tätigen Unternehmen Ahlers, Bugatti und Brax. Weitere große Firmen sind in den Bereichen Kunststoff, Holzverarbeitung (Möbel) und Nahrungsmittelproduktion, zum Teil als Weltmarktführer tätig. In den letzten Jahren hat sich Herford immer mehr zu einem Logistikstandort entwickelt.

TextilindustrieBearbeiten

In Herford haben drei der fünf größten europäischen Herrenbekleidungsunternehmen ihren Sitz.

Die Ahlers AG, die seit 1932 in Herford beheimatet ist, ist der zweitgrößte europäische Herrenbekleidungsproduzent, sie stellt aber auch Damenoberbekleidung her. Die Kleidung wird unter den Markennamen Baldessarini, Pierre Cardin, Otto Kern, Pionier Workwear Berufskleidung, Pionier Jeans & Casuals und Pioneer Authentic Jeans vertrieben.

Die 1947 gegründete bugatti Holding Brinkmann GmbH & Co. KG stellt Herrenbekleidung, wie Mäntel, Jacken, Hosen, Anzüge, Designermode, Freizeitkleidung, Reitbekleidung, Gesellschaftskleidung und Maßkleidung mit den Markennamen Bugatti, Wilvorst, Pikeur und Eduard Dressler her. Außerdem vertreiben Lizenzpartner weitere Artikel unter dem Namen Bugatti.

Ebenfalls seit 1932 hat die Firma Leineweber GmbH & Co. KG ihren Sitz in Herford. Sie stellt unter dem Markennamen BRAX Herren- und Damenhosen, Strickwaren, Herrenhemden, Damenjacken und Golfkleidung her.

Die 1958 gegründete Firma Grobecker vertreibt ihre Damen- und Herrenhosen unter dem Namen Vabond fast ausschließlich über eigene Direktverkaufsläden, die überwiegend in Nordrhein-Westfalen liegen, sowie über das Internet.

Die Firma JAB Anstoetz Teppiche in Herford-Elverdissen gehört zur Firmengruppe JAB Anstoetz, die ihren Hauptsitz in Bielefeld hat. In Herford werden Teppiche und Teppichböden entworfen und vertrieben.

MöbelBearbeiten
 
Luftbild der Firma Stiegelmeyer

Der Herforder Unternehmer und Pionier Gustav Kopka (1832–1882) errichtete in Herford 1861 die erste Möbel-Fabrik mit Serien-Fabrikation. Produktionsschwerpunkt war die Herstellung preisgünstiger Küchenmöbel. Das Unternehmen war einer der Ausgangspunkte für die Entwicklung der Möbelindustrie mit internationaler Geltung mit Schwerpunkt im heutigen Kreis Herford. Für den Erfolg mit ausschlaggebend war der Anschluss der Stadt Herford an die Cöln-Mindener Eisenbahn. Dadurch konnte die Auslieferung der Möbel über die Grenzen Ostwestfalens hinaus erfolgen. 1933 ging das Unternehmen Kopka in Konkurs.[75][76]

Die bereits seit 1897 in Herford ansässige Poggenpohl Möbelwerke GmbH ist Deutschlands älteste Möbelmarke. Es werden ausschließlich hochwertige Küchenmöbel hergestellt und weltweit vertrieben.

Auch Deutschlands größte Herstellerin von Krankenhausbetten, die Möbelwerke Stiegelmeyer GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Herford, wo sie seit 1899 Krankenhaus- und Altenheimmöbel produziert.

Die Büromöbelfabrik Febrü Büromöbel GmbH ist die 1999 gegründete Nachfolgefirma der einst renommierten Firma gleichen Namens, die nach dem Gründer Felix Brünger benannt wurde und 1996 Konkurs anmelden musste.

Discountkuechen.de ist ein großer Internetküchenhändler. Vertrieben werden Küchenmöbel vieler namhafter Produzenten.[77] Ein ähnliches Angebot hat auch Kueche24.com.[78]

NahrungsmittelBearbeiten
 
Weinrichs Schokoladen Bruchbude

Die Milchwirtschaftliche Industrie Gesellschaft Herford GmbH & Co. KG (MIG Herford) gehört seit Ende 2016 dem Babynahrungshersteller Hipp, der dort Babynahrung für sich und die Humana GmbH produziert.[79] Die Humana GmbH, die zuvor ihren Hauptsitz in Herford hatte, ist ein Tochterunternehmen des Deutschen Milchkontors, das 2011 durch Fusion der Humana Milchunion und der Nordmilch entstanden ist. Am Standort Herford wird seit den 1950er Jahren Babynahrung hergestellt. Die anderen dort ursprünglich produzierten Molkereierzeugnisse wurden nach mehreren Zusammenschlüssen im Molkereisektor zur Humana Milchunion in die anderen Standorte des Unternehmens verlagert.

In den 1920er Jahren stieg Herford zum Zentrum der Süßwarenindustrie auf. Viele Marken wurden im Deutschen Reich bekannt.[80] Von den ursprünglich etwa 20 Herforder Schokoladenfabriken sind nur noch zwei übriggeblieben. Die 1895 in Herford gegründete Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG stellt neben Vivani-Bioschokolade, Transfair-Schokolade für das Gepa-Handelshaus und handelsüblicher Tafelschokolade auch Schokolade für Lidl her. In der Herforder Innenstadt werden in Weinrichs Schokoladen Bruchbude Schokoladen ab Werk und sogenannte „Bruchschokolade“ verkauft.

Die zweite Schokoladenfabrik ist die Eickmeyer & Gehring GmbH & Co. KG, die überwiegend Schokolade am Stiel zu Ostern als Osterhase am Stiel und zu Weihnachten als Weihnachtsmann oder Schneemann am Stiel verkauft.[81]

Die Vandemoortele Deutschland GmbH vertreibt von Herford aus die Produkte der belgischen Firma Vandemoortele in Deutschland und Österreich. Es handelt sich um tiefgekühlte Backwaren, Patisserie und Vienoisserie sowie Margarine, Fette und Öle.

Die Herforder Brauerei GmbH & Co. KG, die 2007 von der Warsteiner Brauerei übernommen wurde, hat ihren Sitz im benachbarten Hiddenhausen. Sie wurde 1878 gegründet und ist die größte Brauerei in Ostwestfalen.

MaschinenbauBearbeiten

Die seit 1892 bestehende Herforder Elektromotoren-Werke GmbH & Co. KG (HEW) stellt Elektromotoren, Läutemaschinen und Kirchturmuhren her. Läutemaschinen der Firma befinden sich unter anderem im Kölner Dom, im Petersdom in Rom, in der St Paul’s Cathedral in London und in der Kathedrale von Canterbury.

Die Schwabedissen Maschinen+Anlagen Service GmbH stellt Holzbearbeitungsmaschinen her. Die Wemhöner Surface Technologies GmbH & Co. KG ist Weltmarktführer bei Kurztaktpressen. Es handelt sich dabei um Pressen für die Holzbearbeitung, Automobilindustrie und Solartechnik. Als Spezialist für Materialfluss- und Lagertechnik entwickelt und produziert die Firma Systraplan GmbH & Co. KG Anlagen für die Reifen und Holzwerkstoff verarbeitende Industrie. Die Firma Prekwinkel Maschinen- und Anlagenbau entwickelt, produziert und vertreibt Werkzeugsysteme für die holzwerkstoffverarbeitende Industrie. Die Allstein GmbH ist ein Hersteller von Flexodruckmaschinen.[82]

Kunststoff, EntsorgungBearbeiten

Nach mehreren Eigentümerwechseln stellt die 1892 gegründete Sulo GmbH heute überwiegend Müllbehälter im größten Mülltonnenwerk der Welt her. Die Heinze Kunststofftechnik GmbH & Co. KG fertigt Spritzgusskunststoffe für die Automobilindustrie sowie Gehäuse für Mobiltelefone und Elektrokleingeräte. Die Richter Werkzeugbau GmbH ist im Bereich Artikeldesign sowie Artikelentwicklung, Konstruktion und Fertigung von Spritzgussformen und die Spritzguss-Produktion für die Branchen Hausgeräte, Gehäusesysteme und Automobilindustrie tätig.

BeschlägeBearbeiten

Durch die im Raum Herford ansässigen Möbelfabriken haben sich Hersteller und Händler von Möbelbeschlägen in der Stadt angesiedelt. Die Joseph Dresselhaus GmbH & Co. KG, die 1994 von Bielefeld nach Herford zog, ist der größte gewerbliche Arbeitgeber in Herford. Sie vertreibt Befestigungs- u. Beschlagtechnik und ist in Teilbereichen Marktführer in Deutschland. Die D-Beschlag GmbH, die ihren Hauptsitz und den Vertrieb in Herford hat, stellt überwiegend Griffe für Möbel her. Die Becker Beschläge GmbH fertigt seit 1953 nunmehr in der 3. Generation Möbelgriffe und andere Beschläge aus einer echten Vollfertigung heraus – einer der letzten in Deutschland. Die Deutschland-Zentrale der österreichischen Julius Blum GmbH, dem Weltmarktführer bei Möbelbeschlägen, hat ihren Sitz in Herford.

LogistikBearbeiten

Von Herford aus werden weite Teile Ostwestfalen-Lippes und weitere Regionen logistisch versorgt.

Die Deutsche Post AG, Niederlassung Brief Herford, betreibt seit 1996 an der Bielefelder Straße das Briefzentrum für die Postleitzahlenbereiche 32 und 33. Es ist eines der 16 größten deutschen Briefzentren und Sitz der Verwaltung des Bielefelder Paketzentrums.

Das Logistikunternehmen Trans-o-flex Express transportiert Pakete und Paletten. Der Apothekengroßhändler NOWEDA hat in Herford eine Niederlassung beziehungsweise ein Regionalverteilzentrum. Ebenfalls pharmazeutische Produkte vertreibt die SK Pharma Logistics GmbH.

Die Loewe Logistics ist ein Logistikunternehmen für hochwertige Konsumgüter, Werbemittel und Formulare. Die Schöneberg-Gruppe mit Wellpappe- und Verpackungswerken besitzt ihr eigenes Logistikunternehmen Wellogistik. Die EGV Mahlmann GmbH vertreibt Lebensmittel, von der Firma Harry-Brot gibt es eine Vertriebsstelle.

Die Firmen Ahlers, Brax Leineweber, Bugatti und Weinrich betreiben in Herford Lager- und Verteilzentren.

Weitere UnternehmenBearbeiten

Weitere Unternehmen sind in alphabetischer Reihenfolge: Niederlassung der ALSCO Berufskleidungs-Service GmbH, Bonitas Holding GmbH & Co. KG (Pflegedienst), Niederlassung der Brillux GmbH & Co. KG (Farben und Lacke), Eratex (Herstellung von textilen Schleifmittelträgern), Ferrocontrol Steuerungssysteme GmbH & Co. KG (Mess- und Regeltechnik), Glockenklang GmbH (PA-Geräte, Verstärker und Lautsprecher für Bassisten), HAN Bürogeräte GmbH & Co. KG, HL-Technology GmbH (chemisch-technische Produkte), HTT energy Systems GmbH (Thermischer Apparatebau), imos AG (Software für die Holz- und Möbelbranche), Inometa GmbH & Co. KG (Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Bahnführungs- und Sensorwalzen aus Aluminium und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff für die Druckindustrie und Folienherstellung), KFM Regelungstechnik GmbH, Ladage Media GmbH (Audio-Marketing-Agentur), Packsize GmbH (Deutschlandvertretung der Packsize International LLC, Verpackung auf Abruf), Prekwinkel Strahl- und Beschichtungstechnik GmbH, Schöneberg-Verpackungs-GmbH & Co. KG, T+A elektroakustik GmbH & Co. KG (Elektroakustik, Licht- und Tonanlagen, unter anderem hochwertige Lautsprecherboxen), Verkaufsniederlassung der Viessmann Werke GmbH & Co. KG (Heiztechnik), Wellformat GmbH & Co. KG (Wellpappenwerk), Westfa-Werbung Modersohn GmbH & Co. KG, Westfalen Weser Energie GmbH & Co. KG, (Hauptverwaltung in Herford, Nachfolgeunternehmen des Energieversorgers E.ON Westfalen Weser). Planatol Wetzel GmbH & Co. KG (Leime und Klebstoffe), Xylem Water Solutions Deutschland GmbH (Umwelttechnologie unter dem Namen Wedeco).

Industrie- und GewerbegebieteBearbeiten

Eines der größten Gewerbegebiete der Stadt Herford ist das Gewerbegebiet Herringhausen im Osten der Stadt. Ebenso wie das Gewerbegebiet Herringhausen wurde das Gewerbegebiet Diebrock[83] nach der Eingemeindung der beiden ehemaligen Gemeinden geschaffen. Es liegt beiderseits der Laarer Straße im Bereich der Zeppelinstraße.

Im Süden der Stadt gibt es die kleineren Gewerbegebiete Gaußstraße, Waterfuhr und Hohe Warth/Ahmser Straße. Das Gewerbegebiet Heidsiek[83] südlich der Umgehungsstraße, das immer noch erweitert wird, ist eines der größeren Industrie- und Gewerbegebiete der Stadt. An der Grenze der Städte Bielefeld, Bad Salzuflen und Herford in Elverdissen wurde ein interkommunales Gewerbegebiet mit dem Namen GewerbePark OWL[83] geschaffen. Seit Mitte 2014 wird nördlich davon das Gewerbegebiet Auf der Helle erschlossen.

WirtschaftsverbändeBearbeiten

Im Museum Marta sind folgende Fachverbände der Holz- und Möbelindustrie ansässig: der Verband der Deutschen Küchenmöbelindustrie e. V., der Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie e. V., der Verband der Deutschen Wohnmöbelindustrie e. V., der Arbeitgeberverband Holzverarbeitung und Holzhandel in NRW e. V., der Verband der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Westfalen-Lippe e. V., der Fachverband Serienmöbelbetriebe des Handwerks, die Interessengemeinschaft Leichtbau e. V., die Initiative Pro Massivholz, der Deutsche Korkverband e. V. und das Daten Competence Center e. V.[84][85]

Seit 2004 befindet sich in dem Gebäude außerdem eine Prüflabor- und Beratungsstelle des Möbelprüfinstituts LGA QualiTest GmbH, einer Tochtergesellschaft der Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA) (Nürnberg).[86]

HandelBearbeiten

Fußgängerzone und InnenstadtBearbeiten

 
Die Fußgängerzone ist in der Karte rot hinterlegt

Nach dem fußgängergerechten Umbau einiger Innenstadtstraßen wurde am 15. November 1968 die Herforder Fußgängerzone eröffnet. Sie ist heute im Vergleich mit anderen Städten dieser Größenordnung besonders weitläufig und erstreckt sich vom Lübbertor über den Neuen Markt, den Alten Markt, die Bäckerstraße und den Gänsemarkt bis zum Steintor. Von der Lübberstraße bis zur Bäckerstraße ist sie rund 750 Meter lang. Allerdings schlossen viele Geschäfte wie zum Beispiel der Kaufhof im Herzen der Fußgängerzone.

Auf dem Gelände des ehemaligen Kaufhofs wurde im März 2018 das Altstadt-Center eröffnet, in dem sich Geschäfte und weitere Gewerberäume sowie Wohnungen befinden.[87]

WochenmarktBearbeiten

 
Markthalle

Der Wochenmarkt, der viermal wöchentlich stattfindet, wird in der Markthalle und teilweise auf dem davor liegenden Rathausplatz abgehalten. Ende August 2019 wurde die Markthalle nach zweijähriger Renovierung mit neuem Konzept wiedereröffnet. Neben Lebensmitteln und Blumen gibt es dort auch Bekleidung, Geschenkartikel sowie Speisen und Getränke an überwiegend festen Ständen. Außerdem können eine Showküche und ein Veranstaltungsraum angemietet werden. In einem Trausaal können standesamtliche Trauungen durchgeführt werden. In der kleinen Markthalle befindet sich die Tourist-Information.[88]

FabrikverkäufeBearbeiten

Inzwischen ist Herford wegen der Fabrikverkäufe der drei Bekleidungsunternehmen Ahlers (Otto Kern – Jeans/Hemden/Sakkos, Pierre Cardin – Anzüge/Jeans/Hemden/Pullover, Pioneer Jeans, Pionier – Jeans/Arbeitskleidung, Jupiter – Hemden/Jacken), Bugatti und Brax Leineweber bekannt. Die Verkäufe finden mehrmals täglich innerhalb der Firmengelände statt. Die Schokoladenfabrik Weinrich betreibt am Gänsemarkt einen Laden mit dem Namen Bruchbude[89], in dem direkt ab Fabrik Bruchschokolade und Restposten verkauft werden. In Herford-Elverdissen gibt es in der Nähe der Autobahnabfahrt Ostwestfalen-Lippe ein Lufthansa WorldShop-Outlet.

ParkmöglichkeitenBearbeiten

Das Parkhaus „Altstadt“ bietet Platz für 577 Personenkraftwagen.[90] Im Parkhaus „Neustadt“ sind 412 Parkplätze vorhanden.[91] Das Parkhaus „Radewig“ am Bahnhof, das auch von Bahnreisenden genutzt werden kann, bietet 444 Parkplätze. Im Parkhaus Marta-Areal stehen 456 Parkplätze zur Verfügung.

Weitere öffentliche Parkplätze befinden sich auf dem Rathausplatz, am Amtsgericht, am Technischen Rathaus, am „Faulen Steg“, am Wilhelmsplatz und vor dem Stadttheater sowie am Wochenende und nach Dienstschluss in der Tiefgarage der Sparkasse „Auf der Freiheit“, auf den Mitarbeiterparkplätzen am Rathaus, am technischen Rathaus, an der Sparkasse/Volksbank „Am Pulverturm“ und bei E.ON Westfalen Weser an der Bielefelder Straße.

MedienBearbeiten

ZeitungenBearbeiten

In Herford gibt es die zwei Tageszeitungen Neue Westfälische und Herforder Kreisblatt. Letztere ist eine regionale Ausgabe des Westfalen-Blatts.

Herforder KreisblattBearbeiten

Das Herforder Kreisblatt erschien erstmals am 4. Juli 1846, zunächst nur wöchentlich jeden Sonntagabend. Die Zeitung war acht Seiten stark und kostete jährlich 20 Silbergroschen, was etwa zwei Tagelöhnen eines Landarbeiters entsprach. Damals hatte die Stadt Herford etwa 9000 Einwohner. 1880 erwarb der aus Minden stammende Buchhändler Ferdinand Eßmann das Herforder Kreisblatt, bei dem er bereits seit 1873 als Redaktionsleiter gearbeitet hatte. 1913 übergab er die Zeitung an Fritz Heidemann. Der neue Herausgeber siedelte 1918 von der Mönchstraße, wo das Kreisblatt bis dahin gedruckt wurde, in die Brüderstraße über. Wenige Jahre später wurde die Zeitung von einer Gruppe Industrieller erworben, die sie 1926 an die bis dahin mitbeteiligte Familie Busse veräußerte. 1936 wurde in der Brüderstraße das neue Verlagshaus errichtet, in dem sich bis heute die Redaktion und die Geschäftsstelle befinden. Zwischen Pfingsten 1941 und dem 1. November 1949 durfte das Herforder Kreisblatt nicht erscheinen. Nachdem Carl-Wilhelm Busse das Bielefelder Westfalen-Blatt 1949 übernommen hatte, erscheint das Herforder Kreisblatt heute als eine von 28 Lokalausgaben des Westfalen-Blatts. Die Zeitung gilt als bürgerlich-konservativ.

Neue WestfälischeBearbeiten

Wie im übrigen Verbreitungsgebiet entstand in Herford die Neue Westfälische am 3. Juli 1967 aus dem Zusammenschluss der sozialdemokratisch ausgerichteten Freien Presse und der Westfälischen Zeitung, die 1879 gegründet wurde. Die Freie Presse geht auf die 1890 gegründete Volkswacht zurück. Die Herforder Ausgabe mit dem Untertitel Herforder Kreisanzeiger ist eine von 19 Lokalausgaben der Neuen Westfälischen, die als sozialdemokratisch-liberal gilt.

AnzeigenblätterBearbeiten

Der Herforder Wochenanzeiger erschien seit 1975 mittwochs als kostenloses Anzeigenblatt. Im Jahr 2012 wurde er von dem Wochenblatt Telegraf OWL abgelöst. Vom Herforder Kreisblatt beziehungsweise Westfalen-Blatt wird seit 1978 donnerstags die ebenfalls kostenlose Wochenzeitung Herford Extra herausgegeben. Sonntags erscheint das Wochenblatt OWL am Sonntag.

RundfunkBearbeiten

Herford ist Sitz des Lokalradios Radio Herford (Verbreitungsgebiet: Kreis Herford). Von Oktober 1990 bis Juli 2009 war die Zentrale des britischen Soldatensenders British Forces Broadcasting Service (BFBS) in Herford.

In Herford-Schwarzenmoor befand sich auf dem Eggeberg bis 1993 ein Mittelwellensender des WDR. Seitdem wird von dem Standort das Programm von Radio Herford ausgestrahlt. Bis in die 1980er Jahre gab es dort auch einen UKW-Sender von BFBS. Außerdem werden von dort Programme des Digitalradioas ausgestrahlt. Einzelheiten siehe Sender Herford.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

JustizBearbeiten

Das Amtsgericht Herford befindet sich an der Straße „Auf der Freiheit“, das Arbeitsgericht Herford an der Elverdisser Straße und die Justizvollzugsanstalt für Jugendliche an der Eimterstraße.

Von 1949 bis 1984 hatte das Oberste Rückerstattungsgericht seinen Sitz zunächst im Herforder Rathaus und danach an der Berliner Straße Ecke Petersilienstraße. Dieses internationale Gericht entschied als oberste Rechtsmittelinstanz über Streitigkeiten bei Anträgen auf Rückerstattung der zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 einem Eigentümer unter politischem Zwang entzogenen, identifizierbaren Vermögensobjekte. 1984 wurde der Sitz von Herford nach München verlegt und im Dezember 1990 wurde das Gericht aufgelöst.

Bundes- und LandesbehördenBearbeiten

 
Agentur für Arbeit Herford

Der Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit an der Hansastraße erstreckt sich auf die Kreise Herford und Minden-Lübbecke. In dem Gebäude wurde Anfang 2014 auch ein Karriereberatungsbürog der Bundeswehr eingerichtet. Von 1956 bis 2013 existierte zudem ein Kreiswehrersatzamt.

Ebenfalls an der Hansastraße hat die Kreispolizeibehörde Herford ihren Sitz.

Das Finanzamt in der Wittekindstraße ist zuständig für Herford, Hiddenhausen, Vlotho, Enger und Spenge. Im Bereich Wittekindstraße/Amtshaustraße/Borriesstraße ist die Kreisverwaltung Herford auf mehrere Gebäude verteilt.

Der Ortsverband des Technischen Hilfswerks hat seinen Sitz an der Ackerstraße.

An der Mindener Straße befindet sich der Dienstort Herford des Hauptzollamtes Bielefeld mit dem Aufgabenbereich Finanzkontrolle Schwarzarbeit.

GesundheitswesenBearbeiten

 
Klinikum Herford
Krankenhäuser und medizinische EinrichtungenBearbeiten

Das Klinikum Herford ist ein vom Kreis Herford betriebenes Krankenhaus mit 755 Betten. Es ist Kooperationspartner des Universitätsklinikums der Ruhr-Universität Bochum (UK RUB).

Das Mathilden-Hospital mit 211 Betten ist in katholischer Trägerschaft.

An der Kurfürstenstraße befindet sich ein Screeningzentrum für Brustkrebs-Früherkennung und an der Hansastraße eine Praxisklinik mit mehreren Arztpraxen.

Eine Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik gibt es an der Straße „Unter den Linden“.[92]

Der Kreis Herford gilt als der Kreis mit der kleinsten Hausarztdichte in Deutschland; hier kamen 2018 rechnerisch nur 50,4 Hausärzte auf 100.000 Einwohner.[93]

KrankenkassenBearbeiten

In Herford gibt es diese Krankenkassen: Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK Nordwest) an der Kurfürstenstraße, die Barmer GEK im Altstadt-Center, dazu die BKK Herford Minden Ravensberg an der Straße „Am Kleinbahnhof“, die DAK-Gesundheit an der Johannisstraße und die IKK classic an der Fürstenaustraße. In der Hochstraße ist der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Westfalen-Lippe zu finden.

Städtische EinrichtungenBearbeiten

Außer den Einrichtungen, die unter den Abschnitten Kultur und Sehenswürdigkeiten, Sportanlagen und Veranstaltungsräume aufgeführt sind, gibt es noch folgende städtische Einrichtungen:

 
Feuerwehr Hauptwache

Die Hauptwache der Feuerwehr befindet sich an der Werrestraße. Dort sind die hauptamtlichen Kräfte mit dem Rettungsdienst und der Löschzug Mitte stationiert. Weitere Löschgruppen gibt es in den Stadtteilen Diebrock, Elverdissen, und Schwarzenmoor.

An der Goebenstraße zwischen der Bahnstrecke, der Werre und der Umgehungsstraße liegt eine der modernsten Kläranlagen Deutschlands. Die Stadtwerke haben ihren Sitz an der Werrestraße.

Weitere Einrichtungen sind die Stadtbibliothek und die Tourist-Information am Linnenbauerplatz.

Kirchliche EinrichtungBearbeiten

An der Hansastraße befindet sich die Verwaltung des Kirchenkreises Herford.

Kindertagesstätten und KinderspielplätzeBearbeiten

In der Stadt gibt es über 37 Kitas, davon sind die fünf Kindertagesstätten Bornbrede, Maiwiese, Zur Bleiche, Schobeke und Stedefreund in städtischer Hand. Weitere Träger von Kitas sind die evangelische und katholische Kirche mit elf bzw. vier Kitas, die Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit sieben, der Verein für soziale Arbeit und Beratung (VAB) mit vier Kitas, das Deutsche Rote Kreuz mit drei Kitas und die Turngemeinde Herford mit einer Kita. Im August 2013 wurden zwei Kindertagesstätten eröffnet, die von Vereinen betrieben werden. Es handelt sich um den Waldkindergarten „Unterm Blätterdach“ im Stuckenberg und um die Kita „Die Forscherhaus-Zwerge“ in der Innenstadt.[94]

Im gesamtem Stadtgebiet gibt es 57 Spielplätze.[95]

Zwischen der Ackerstraße und der Kiebitzstraße liegt das privat betriebene Springolino, eine der größten Indoor-Spielanlagen Deutschlands mit einer Fläche von 5.000 m².[96]

NachbarschaftszentrenBearbeiten

Zehn Einrichtungen werden als Bürgertreffs, Nachbarschaftstreffs, Stadtteiltreffs, Begegnungszentren oder Bürgerzentren bezeichnet. Sie werden von der Stadt, der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas, der Diakonie, dem evangelischen Johanneswerk und, wie das Mehrgenerationenhaus in der Ottelau, vom Deutschen Roten Kreuz getragen.[97]

Frauen- und MädchenberatungsstellenBearbeiten

Seit 1980 gibt es in Herford ein Frauenhaus, das vom Verein Frauenhaus Herford e. V. betrieben wird.[98]

An der Rennstraße 15 befindet sich die seit 1998 bestehende Frauenberatungsstelle Herford e. V., die Frauen und Mädchen aus dem Kreis Herford mit den Schwerpunkten Häusliche Gewalt und Essstörungen hilft.[99]

In der Höckerstraße 13 hat seit März 1991 die Mädchenberatungsstelle „Femina Vita, Mädchenhaus Herford e. V.“ ihren Sitz. Sie berät und hilft Mädchen und jungen Frauen bis zum 27. Lebensjahr aus dem Kreis Herford nach Gewalterfahrungen.[100]

Unter der Trägerschaft der evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e. V. gibt es an der Bielefelder Str. 25 zwei Beratungsstellen für Frauen und Mädchen aus Ostwestfalen-Lippe: Seit 1997 hilft die Beratungsstelle Nadeschda Frauen, die Opfer von Menschenhandel geworden sind und in die Prostitution gezwungen wurden. Nadeschda ist russisch und bedeutet Hoffnung.[101] Die Prostituierten- und Ausstiegsberatung für Mädchen und junge Frauen Theodora nahm im März 2011 ihre Arbeit auf.[102]

Weitere soziale EinrichtungenBearbeiten

Soziale Einrichtungen sind die Arbeiterwohlfahrt an der Schillerstraße[103], das Arbeitslosenzentrum an der Berliner Straße[104], der Caritasverband an der Clarenstraße[105], der Deutsche Kinderschutzbund am Münsterkirchplatz[106], der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband an der Werrestraße[107], das Deutsche Rote Kreuz Herford-Stadt an der Wittekindstraße[108], das Diakonische Werk Auf der Freiheit[109], der ambulante Hospizdienst Hospizbewegung Herford Auf der Freiheit[110] und die Herforder Tafel am Benter Weg (mit Filialen in Enger, Spenge und Hiddenhausen).[111]

Seit 1982 gibt es an der Kurfürstenstraße Die Klinke, eine gemeinnützige Gesellschaft für psychosoziale Arbeit im Kreis Herford. Die Angebote bestehen aus Betreutem Wohnen, einer Kontakt- und Begegnungsstätte, einer Tagesstätte in Herford mit einer Zweigstelle in Kirchlengern.[112]

An der Hermannstraße gibt der Herforder Mittagstisch e. V. warmes Mittagessen an Bedürftige aus. Im selben Haus sind die Sozialberatungsstelle und die Fachstelle für Wohnungserhalt der Stadt untergebracht.[113]

Der Arbeitskreis Recycling befindet sich an der Heidestraße mit Verkauf in der Radewiger Straße.[114]

VereinigungenBearbeiten

 
Gebäude der Freimaurerloge

Im 1906 und 1924 in zwei Bauabschnitten errichteten Logenhaus am Logenplatz hat die 1899 gegründete Freimaurerloge „Zur Roten Erde“ ihren Sitz. Seit 1972 befindet sich dort auch die Loge „The Rose of Minden“ der britischen Freimaurer in Deutschland.[115]

Außerdem gibt es in der Stadt zwei Lions-Clubs und drei Rotary-Clubs.

MilitärBearbeiten

In Herford gibt es drei Kasernengelände, die jedoch nicht mehr militärisch genutzt werden. Nachdem im Dezember 2015 die Britischen Streitkräfte aus Herford abgezogen sind, gibt es in der Stadt keine militärische Einrichtung mehr.

BildungBearbeiten

SchulenBearbeiten

Die 18 städtischen Schulen besuchten im Schuljahr 2014/15 etwa 7.800 Schülerinnen und Schüler, wovon ein Teil nicht in Herford wohnt. An der privaten Grundschule werden etwa 20 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Insgesamt verfügt die Stadt über folgende Schulen:[116]

  • 12 Grundschulen: Neben den Grundschulen Altensenne (früher Grundschule Elverdisser Straße), Eickum, Elverdissen, Falkstraße, Herringhausen, Landsberger Straße, Mindener Straße, Oberingstraße, Radewig (früher Grundschule Diebrocker Straße) und Stiftberg gibt es am Wilhelmsplatz die einzige Konfessionsschule der Stadt, die Wilhelm-Oberhaus-Schule, eine städtische katholische Grundschule. Zum Schuljahresbeginn 2009 wurde im Ortsteil Diebrock die private Grundschule „Das Forscherhaus“ eröffnet.
  • Hauptschulen: Seit dem Ende des Schuljahrs 2017/18 gibt es in Herford keine Hauptschule mehr. Die letzte Herforder Hauptschule Meierfeld ist 2018 ausgelaufen, 2012 wurde letztmals ein neuer Jahrgang aufgenommen. Die Schule wird zunächst als Ausweichstandort für Teile der Ernst-Barlach-Schule und des Königin-Mathilde-Gymnasiums genutzt. Die frühere Hauptschule Elverdissen und spätere Außenstelle der Hauptschule Meierfeld wurde bereits nach dem Schuljahr 2010/11 endgültig geschlossen. In das leerstehende Gebäude ist zunächst eine Außenstelle des Anna Siemsen-Berufskollegs eingezogen.[117]
  • 1 Gesamtschule: Die Gesamtschule Friedenstal befindet sich an der Grenze zur Stadt Bad Salzuflen. Daher wird sie auch von vielen Schülern der Nachbarstadt besucht.
  • 3 Realschulen: Die 1914 als Mittelschule gegründete Otto-Hahn-Schule an der Uhlandstraße ist die älteste Realschule der Stadt. Die beiden anderen Realschulen wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Die Geschwister-Scholl-Schule wurde in den Jahren 1956 bis 1959 an der Wiesestraße als Entlastung für die bis dahin einzige Realschule gebaut. Die Ernst-Barlach-Schule an der Graf-Kanitz-Straße ist eine Realschule mit bilingualem Zweig.
  • 3 Gymnasien: Das um 800 gegründete, ursprünglich altsprachliche Friedrichs-Gymnasium ist die älteste existierende Institution der Stadt überhaupt (siehe Liste älteste Schulen). Seit 1972 befindet sich die Schule in den Werregärten, nicht weit entfernt vom ehemals neusprachlich/mathematischen Ravensberger Gymnasium (vorher Oberrealschule), das dort 1960 neu gebaut wurde. Das Königin-Mathilde-Gymnasium auf dem Stiftberg war ursprünglich ein Lyzeum für Mädchen. Seit 1974 werden dort auch Jungen unterrichtet.
  • 1 Förderschule: Die Albert-Schweitzer-Schule wurde am 1. Februar 2019 vom Kreis Herford übernommen und trägt seitdem den Namen Pestalozzischule, Standort Herford. Sie ist eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Das Gebäude am Wilhelmsplatz wurde 1966 bezogen.[118]
  • Sonstige Schulen: Der Neubau der städtischen Musikschule befindet sich seit 2004 an der Goebenstraße. Daneben gibt es noch eine private Musikschule. Die Volkshochschule im Kreis Herford hat ihre Hauptstelle am Münsterkirchplatz, im früheren Gebäude des Ravensberger Gymnasiums. Am Klinikum Herford ist der Hauptsitz der Schule für Pflegeberufe Herford/Lippe GmbH.
  • 7 Berufskollegs: Fachschule für Agrarwirtschaft, Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg des Kirchenkreises Herford, Berufskolleg am Wilhelmsplatz des Instituts für Weiterbildung in Wirtschaft und Gesellschaft e. V., Friedrich-List-Berufskolleg, Wilhelm-Normann-Berufskolleg des Kreises Herford, Anna-Siemsen-Berufskolleg des Kreises Herford sowie Berufskolleg der AWO für das Sozial- und Gesundheitswesen

HochschulenBearbeiten

Im September 2017 wurde der Bildungscampus Herford auf dem Gelände der ehemaligen Wentworth-Kaserne auf dem Stiftberg eröffnet. Dort sollen mehrere Bildungseinrichtungen angesiedelt werden. Als erstes nahm eine Außenstelle der Fachhochschule für Finanzen Nordrhein-Westfalen (FHF) ihren Betrieb auf.

Außerdem gibt es in Herford die Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen an der Parkstraße. 1948 wurde in Herford die Landeskirchenmusikschule der evangelischen Kirche von Westfalen gegründet, die 1991 in die Hochschule für Kirchenmusik umgewandelt wurde. Sie ist eine von sieben evangelischen Hochschulen für Kirchenmusik in Deutschland.

Daneben sind folgende Hochschuleinrichtungen in der Stadt vertreten:

VerkehrBearbeiten

LuftverkehrBearbeiten

Der nächstgelegene Flughafen ist der Flughafen Paderborn/Lippstadt mit einer Entfernung von 85 Kilometern. Der Flughafen Hannover-Langenhagen ist 90 Kilometer von Herford entfernt. 1911 wurde in Herford auf dem Füllenbruch eine provisorische Landebahn für Notlandungen errichtet, sie wurde während des Zweiten Weltkrieges zerstört. In Herford wurden bis zum Zweiten Weltkrieg Flugsportschauen durchgeführt.

SchienenverkehrBearbeiten

 
Empfangsgebäude des Bahnhofs Herford mit Teil des Busbahnhofs links im Hintergrund

Der Herforder Bahnhof ist ein Kreuzungsbahnhof mit vier Bahnsteigen und sieben Bahnsteiggleisen. Er liegt an der elektrifizierten, viergleisigen Bahnstrecke Hamm–Minden, der Hauptverbindung aus dem Ruhrgebiet nach Hannover und Berlin, die 1847 von der historischen Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet wurde. Hier zweigen die Verbindungsstrecke Herford–Kirchlengern nach Osnabrück und Rahden sowie die Bahnstrecke Herford–Altenbeken (Lippische Bahn) ab. Im Schienenpersonennahverkehr ist Herford nach Bielefeld der zweitgrößte Eisenbahnknotenpunkt im Regionalverkehr Ostwestfalens mit stündlich neun ankommenden und abfahrenden Nahverkehrszügen sowie stündlich einem InterCity und einigen täglichen ICE in beziehungsweise aus Richtung Hannover.

BusverkehrBearbeiten

 
Zentraler Bus-Treffpunkt am Alten Markt

Der zentrale Bus-Treffpunkt befindet sich am Alten Markt. Als zweiter wichtiger Umsteigepunkt im innerstädtischen Nahverkehr wird der Bahnhof von zwei Stadtbuslinien und Regionalbussen bedient. Das Herforder Stadtbusnetz besteht aus sechs Linien (S1 bis S6). Regionalbusse fahren unter anderem nach Bünde, Löhne, Vlotho, Bad Salzuflen, Spenge, Bielefeld-Milse (Stadtbahn) und Schildesche. An Wochenenden und vor Feiertagen verkehren Nachtbusse im Stadtgebiet und nach Bielefeld (Ringlokschuppen und Jahnplatz), Bünde, Enger sowie DiscoBusse nach Löhne und Bad Salzuflen.

Der Busverkehr in Herford und einem Teil des Kreises Herford wird seit Juni 2011 von den Busverkehr Ostwestfalen GmbH durchgeführt. Die Stadt gehört dem Verbund OWL Verkehr (OVLW) „Der Sechser“ an. Zum Verkehrsverbund gehören die Kreise Herford, Lippe, Minden-Lübbecke, Gütersloh, und die kreisfreie Stadt Bielefeld. Mit dem „Sechser-Ticket“ können alle Regionalzüge benutzt werden. Verbundtickets gelten jedoch nicht in Nacht- und DiscoBussen.

StraßenBearbeiten

Autobahnen und BundesstraßenBearbeiten
 
Autobahn 2 durch den Herforder Stuckenberg, Blick Richtung Dortmund

Die Autobahn A 2, die von Oberhausen nach Berlin führt, streift seit 1938 das Stadtgebiet im Osten. Dort befinden sich die Anschlussstellen Herford Ost, Herford/Bad Salzuflen und Ostwestfalen-Lippe sowie die Autobahnraststätten Lipperland Nord und Lipperland Süd, die Ende 2013 die Raststätten Herford Nord und Herford Süd ersetzt haben.

Die Bundesstraßen 239 und 61 leiten den Fernverkehr über die Umgehungsstraße, die zwischen der Bünder Straße und der Autobahnanschlussstelle Herford/Bad Salzuflen vierspurig ausgebaut ist, ins Umland. In Richtung Norden erreicht man über die Bundesstraße 239 nach etwa sieben Kilometern die Anschlussstelle Kirchlengern der Autobahn 30, die über Osnabrück in die Niederlande führt.

An der Vlothoer Straße in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Herford Ost befindet sich die Autobahnmeisterei Herford. An der Ahmser Straße in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Herford/Bad Salzuflen ist die Autobahnpolizei stationiert.

Landes-, Kreis- und GemeindestraßenBearbeiten

Die Ausfallstraßen, bei denen es sich überwiegend um Landesstraßen handelt, führen in die Umgebung. Sie sind meistens nach den benachbarten Orten oder Ortsteilen benannt.

Das übrige Stadtgebiet wird durch Kreis- und Gemeindestraßen erschlossen. Detaillierte Informationen zu vielen Innenstadtstraßen und -plätzen sind in den Artikeln Herforder Neustadt, Herforder Altstadt und Radewig sowie in der Liste der Plätze in Herford zu finden.

Im Herforder Stadtzentrum existiert ein Parkleitsystem entlang des Innenstadtrings – Berliner Straße, Auf der Freiheit, Wittekindstraße, Hermannstraße, Rennstraße, Johannisstraße, Bergertorstraße –, das die Autofahrer über vorhandene Parkplätze informiert. Herford ist für seine intensive „Parkraumbewirtschaftung“ bekannt. Einzelheiten siehe im Abschnitt Parkmöglichkeiten.

FahrradverkehrBearbeiten

Am Bahnhof befinden sich eine Fahrradstation (Parkhaus und Rad-Center mit Werkstatt und Verkauf).[119] In und um Herford gibt es ein ausgeschildertes Radwegenetz und mehrere lokale Fahrradrouten. Die BahnRadRoute Weser-Lippe verläuft durch die Stadt. Landschaftlich schöne Strecken sind die Fuß- und Radwege direkt an der Werre nach Bad Salzuflen und über die ehemalige Kleinbahntrasse nach Enger. Diese Strecken sind oft stark frequentiert. Die Stadt ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.

BrückenBearbeiten

Dadurch, dass durch Herford die Werre, die Aa und der Stadtgraben fließen, gibt es hier viele Brücken. Über diese drei Wasserläufe führen mehr als 20 Straßen-, Eisenbahn- und Fußgängerbrücken. Hinzu kommen 17 Brücken der Bahnanlagen über Straßen und zahlreiche Straßenbrücken über andere Straßen.

Die Herforder Brücken haben keine offiziellen Namen. Einige werden von der Bevölkerung nach der Straße, die über die jeweilige Brücke führt, oder nach den ehemaligen Stadttoren benannt. So gibt es die Lübbertorbrücke, die zwei Bergertorbrücken über die Werre und eine der ältesten Herforder Brücken, die Steintorbrücke über den Stadtgraben.

PersönlichkeitenBearbeiten

1610 wurde der Chemiker und Arzt Otto Tachenius, nach dem noch immer der Tacheniusweg benannt ist, in Herford geboren. Die bekannteste in Herford geborene Persönlichkeit ist der Architekt und Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann (1662–1736), der Erbauer des Dresdner Zwingers. Außerdem sind hier der U-Boot-Kommandant im Ersten Weltkrieg Otto Weddigen (1882–1915), der Reichsinnenminister und preußische Innenminister Carl Severing (1875–1952), die SPD-Politikerin und Mitgestalterin des Grundgesetzes Frieda Nadig (1897–1970), der erste Ministerpräsident (1946) Brandenburgs Karl Steinhoff (1882–1981), sowie der erste Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hermann Höpker-Aschoff (1883–1954) geboren.

In Herford ist Hermann Kunst beerdigt, der von 1949 bis 1977 der erste Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesregierung war. Von 1956 bis 1972 war er gleichzeitig evangelischer Militärbischof. Zuvor war Hermann Kunst von 1932 bis 1956 Pfarrer der ev.-luth. Mariengemeinde Stift Berg und gleichzeitig bis 1945 Standortpfarrer, sowie von 1942 bis 1954 Superintendent des Kirchenkreises Herford.

Weitere bekannte Herforder Persönlichkeiten sind der Schauspieler Ralph Herforth, die Zauberkünstler Ehrlich Brothers und der Sänger der Band Alphaville Marian Gold.

Siehe auchBearbeiten

Weitere Informationen zur Stadt Herford sind in den Artikeln der einzelnen Stadtteile und Stadtviertel enthalten, insbesondere in den drei Artikeln der Innenstadt:

LiteraturBearbeiten

  • Thomas Schuler, Theodor Helmert-Corvey (Hrsg.): 1200 Jahre Herford. Spuren der Geschichte. (= Herforder Forschungen. 2). Maximilian Verlag, Herford 1989, ISBN 3-7869-0249-6.
  • Theodor Berndt: Herforder Plutarch. Lebensbilder und Leistungen namhafter Männer der alten Abtei- und Hansestadt. Herford 1951, DNB 1115863843.
  • Ralf Dorn: Die Kirche des ehemaligen Damenstifts St. Marien und Pusinna in Herford. Architektur unter den Edelherren zur Lippe. Imhof-Verlag, Petersberg 2006, ISBN 3-86568-087-9.
  • F. B. Fahlbusch: Herford. In: Lexikon des Mittelalters. Band 4, Sp. 2152 f.
  • Otto Gaul: Die Marienkirche in Herford. (= Große Baudenkmäler. Heft 232). Deutscher Kunstverlag, München 1969.
  • Otto Gaul: Das Münster zu Herford. Presbyterium der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, Herford 1982.
  • Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der Deutschen Länder. 7., vollständig überarbeitete Auflage. Beck, München 2007, S. 269 f.
  • Christoph Laue: Herford C.4.2. In: Handbuch Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Band 15.1. Ostfildern 2003, S. 266–268.
  • Christoph Laue (Hrsg.): Archive im Kreis Herford. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1993, ISBN 3-927085-72-3.
  • Rainer Pape: Sancta Herfordia. Geschichte Herfords von den Anfängen bis zur Gegenwart. Bussesche Verlagshandlung, Herford 1979, ISBN 3-87120-857-4.
  • Rainer Pape: Das Städtische Museum Herford – Ein Führer durch seine Sammlungen. Maximilian Verlag, Herford 1976, OCLC 832701374.
  • Mathias Polster, Sven Nieder, Björn Pollmeyer: Über Herford. tpk-Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-936359-44-2.
  • Norbert Sahrhage: Diktatur und Demokratie in einer protestantischen Region. Stadt und Landkreis Herford 1929 bis 1953. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2005, ISBN 3-89534-548-2.
  • Eris Valentowicz: Herford zwischen 1900 und 1960. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-142-4.
  • Heinz Stoob, Wilfried Ehbrecht (Hrsg.): Westfälischer Städteatlas. Band 1, 8 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. [Stadtmappe Herford von Heinz Stoob]. Dortmund-Altenbeken 1975, ISBN 3-89115-335-X.

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2018 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 21. September 2018. (Hilfe dazu)
  2. Stadt Herford, Zahlen, Daten, Fakten, abgerufen am 22. Mai 2019.
  3. Kommunalprofil Herford, Stadt 2015. (PDF) it.nrw, 31. Mai 2017, abgerufen am 8. Juni 2019.
  4. Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage (Memento vom 14. September 2005 im Internet Archive) (PDF; 360 kB)
  5. Deutscher Wetterdienst Vieljährige Mittelwerte Beobachtungsstation Herford. dwd.de, abgerufen am 3. September 2019.
  6. Rudi Wehmeier – Karsten Adam: Stadtgeschichten aus der Neustädter Feldmark Herford, 2017, ISSN 1619-7828, S. 14
  7. Rainer Pape: Sancta Herfordia. Geschichte Herfords von den Anfängen bis zur Gegenwart. Herford 1979, S. 15–22.
  8. Rainer Pape: Sancta Herfordia. Geschichte Herfords von den Anfängen bis zur Gegenwart. Herford 1979, S. 23–37.
  9. Rainer Pape: Sancta Herfordia. Geschichte Herfords von den Anfängen bis zur Gegenwart. Herford 1979, S. 38 f.
  10. Stadtgeschichte Herford: Die Anfänge im Mittelalter
  11. Stadtgeschichte Herford: Das Herforder Reichsstift im Mittelalter
  12. Rainer Pape: Sancta Herfordia. Geschichte Herfords von den Anfängen bis zur Gegenwart. Herford 1979, S. 55.
  13. Rainer Pape: Sancta Herfordia. Geschichte Herfords von den Anfängen bis zur Gegenwart. Herford 1979, S. 74 f.
  14. Christoph Laue: Herford C.4.2. In: Handbuch Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Band 15.1. Ostfildern 2003, S. 266f.
  15. Rainer Pape: Sancta Herfordia. Geschichte Herfords von den Anfängen bis zur Gegenwart. Herford 1979, S. 112–114.
  16. Rainer Pape: Sancta Herfordia. Geschichte Herfords von den Anfängen bis zur Gegenwart. Herford 1979, S. 155 ff.
  17. Stadtgeschichte Herford: Die Stadt Herford im Mittelalter
  18. Rainer Pape: Sancta Herfordia. Geschichte Herfords von den Anfängen bis zur Gegenwart. Herford 1979, S. 164 ff.
  19. Wilhelm Heinrich Neuser: Evangelische Kirchengeschichte Westfalens im Grundriß. Luther-Verlag, Bielefeld 2002, S. 66 ff.
  20. Stadtgeschichte Herford: Die Reformation und ihre Folgen in Herford
  21. Stadtgeschichte Herford: Von der Reichsstadt zur ravensbergischen Landstadt
  22. Stadtgeschichte Herford: Vom dreißigjährigen Krieg bis zur Industrialisierung
  23. Stadtgeschichte Herford. Herford im 19. Jahrhundert
  24. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  25. Stadtgeschichte Herford: 20. Jahrhundert
  26. Westfälische Hanse: Herford abgerufen am 5. September 2019
  27. Hartmut Braun: Herford, oh Du Hansestadt In: Neue Westfälische, 17. Mai 2013
  28. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 74.
  29. Zensusdatenbank
  30. Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Herford
  31. Christus-Gemeinde Herford
  32. Landeskirchliche Gemeinschaft Herford
  33. Kirchengemeinde Jesu Christie
  34. Moscheen in Herford
  35. Natalie Gottwald: Ahmadi-Muslime betonen Loyalität zu Deutschland In: Neue Westfälische, 6. November 2018
  36. Peter Schelberg: Muslime bekennen sich zu Deutschland In: Westfalen-Blatt, 6. November 2018
  37. §2 Abs.2 der Haupsatzung der Stadt Herford. herford.de, 17. Mai 2017, abgerufen am 8. Juni 2019.
  38. Stadt Herford: Stadtwappen
  39. Stadt Herford: Städtepartnerschaften und -freundschaften
  40. Rückblick 33. Internationale Hansetage 2013
  41. Wirtschaftsbund Hanse
  42. Capitol
  43. Archäologisches Fenster am Münster auf: Geschichtsverein Herford, abgerufen am 26. August 2019
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  46. Stadtführung Herford: Wolderuskapelle, abgerufen am 27. Dezember 2015.
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  50. Stadtführung Herford: Petrikirche, abgerufen am 27. Dezember 2015.
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  94. Tageseinrichtungen für Kinder in Herford, Stand: August 2019
  95. Spielplätze in Herford
  96. Springolino
  97. Mehrgenerationenhaus „Alte Schule Ottelau“
  98. Frauenhaus Herford e. V.
  99. Frauenberatungsstelle Herford
  100. Femina Vita Mädchenhaus Herford e. V.
  101. Nadeschda
  102. Theodora OWL
  103. AWO Herford
  104. Arbeitslosenzentrum
  105. Caritasverband Herford
  106. Kinderschutzbund Herford
  107. Der Paritätische
  108. DRK Herford-Stadt
  109. Diakonisches Werk Herford
  110. Hospizbewegung Herford
  111. Herforder Tafel
  112. Die Klinke
  113. Herforder-Mittagstisch
  114. Recyclingbörse
  115. Internetseite der Freimaurerloge „Zur Roten Erde“
  116. Schulen der Stadt Herford auf: herford.de, abgerufen am 4. September 2019
  117. Das Anna-Siemsen-Berufskolleg geht nach Elverdissen. In: Neue Westfälische. 7. Februar 2013.
  118. Pestalozzischule, Standort Herford, abgerufen am 4. September 2019
  119. Radstation am Herforder Bahnhof
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