Dormitz

Gemeinde im Landkreis Forchheim in Bayern

Dormitz ist eine Gemeinde im Landkreis Forchheim (Regierungsbezirk Oberfranken) und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Dormitz.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dormitz
Dormitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dormitz hervorgehoben

Koordinaten: 49° 36′ N, 11° 7′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Dormitz
Höhe: 305 m ü. NHN
Fläche: 4,57 km2
Einwohner: 2058 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 450 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91077
Vorwahl: 09134
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 119
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sebalder Str. 12
91077 Dormitz
Website: www.dormitz.de
Bürgermeister: Holger Bezold[2] (FW-UBD)
Lage der Gemeinde Dormitz im Landkreis Forchheim
Landkreis Nürnberger LandErlangenLandkreis BambergLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis BayreuthBambergLandkreis BambergWiesenttalIgensdorfHiltpoltsteinGräfenbergHallerndorfForchheimHausen (bei Forchheim)HeroldsbachEggolsheimWeißenoheWiesenthauWeilersbach (Oberfranken)UnterleinleiterPretzfeldPoxdorf (Oberfranken)PinzbergObertrubachNeunkirchen am BrandLeutenbach (Oberfranken)LangensendelbachKunreuthKleinsendelbachKirchehrenbachHetzlesGößweinsteinEffeltrichEbermannstadtDormitzIgensdorfEgloffsteinKarte
Über dieses Bild
Ortsansicht von Dormitz

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Dormitz liegt etwa 10 Kilometer östlich von Erlangen und 15 Kilometer nördlich von Nürnberg. Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Dormitz hat 2 Gemeindeteile (Einwohnerzahlen in Klammern):[3]

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind, von Norden beginnend im Uhrzeigersinn: Neunkirchen am Brand, Kleinsendelbach, Kalchreuth und Uttenreuth.

GeschichteBearbeiten

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Dormitz in den Jahren 1142 bzw. 1146 in zwei Urkunden, in denen sich ein Siegfried als „Sigefridus de dorenbenze“ (mittelhochdeutsch für Dornenwiese) bzw. „Sigefrid de dornbenze“ bezeichnet.

Herrschaftsrechte in Dormitz hatten das Hochstift Bamberg, das die Hochgerichtsbarkeit ausübte, die Reichsstadt Nürnberg und die Markgrafen. Die Höfe verfügten über Waldrechte im Nürnberger Reichswald, unter der Kontrolle des Waldamts Sebaldi. 1504 wurde ein kleiner Herrensitz unmittelbar an der Dormitzer Kirchhofmauer erwähnt (Kirchenstraße 7). Im späten 15. Jahrhundert gehörte er der Nürnberger Patrizierfamilie Schürstab. Es folgten verschiedene Besitzer; 1552 soll das Herrenhaus im Zweiten Markgrafenkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut worden sein.[4] Ein zweiter kleiner Herrensitz, das „Steinhaus“ (Hauptstraße 27–29) soll um 1500 in der Hand der Nürnberger Patrizierfamilie Pfinzing gewesen sein. Später kam er an die Stiebar von Buttenheim und dann an Georg Albrecht von Schaumberg; im 18. Jahrhundert wurde er ein Bauernhof.

Der Ort gehörte bis zum Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zum Hochstift Bamberg. Das hohenzollernsche Fürstentum Bayreuth und die Reichsstadt Nürnberg hatten ebenfalls Besitzungen im Gemeindegebiet. Seither gehört der Ort zu Bayern.

In den letzten vierzig Jahren verdoppelte sich die Einwohnerzahl durch Zuzüge, u. a. aus Erlangen.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister der Gemeinde ist seit 2014 Holger Bezold (FW-UBD). Sein Vorgänger war ab 1990 Gerhard Schmitt (CSU).

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat von Dormitz hat 14 Mitglieder (bis 2014 noch 12) zuzüglich des Ersten Bürgermeisters. Die Gemeinderatswahlen führten zu folgenden Ergebnissen:

Freie Wähler –
Unabhängige Bürger Dormitz
(FW-UBD)
CSU Überparteilicher Wählerblock
(ÜWB)
Bürgerforum Dormitz
(BfD)
SPD Gesamt
2020 6 5 3 - - 14 Sitze
2014 5 5 4 - - 14 Sitze
2008 1 5 3 2 1 12 Sitze
2002 2 5 3 1 1 12 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 15. März 2020)

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot ein gesenkter, gestürzter schräger schwarz gefüllter, silberner Seitengegensparren; oben ein goldener Keil mit einem rot bewehrten schwarzen Adlerrumpf.“[5]

Wappengeschichte: Der Adlerrumpf stellt sowohl den Hohenzollernadler als auch den Reichsadler dar und weist auf die Markgrafen von Bayreuth und die Reichsstadt Nürnberg, die Herrschaftsträger im Gemeindegebiet waren. Die Farben Gold und Schwarz sind die Farben des bambergischen Bistumswappen und erinnern an die Beziehungen zum Bistum. Der Gegensparren ist dem Wappen der Nürnberger Familie der Haller von Hallerstein entnommen, die sich um den Bau der Kirche Verdienste erworben hat. In den Kirchenfenstern ist ihr Wappen mehrfach abgebildet.

Die Gemeinde Dormitz führt das Wappen seit 1981.[6]

PartnergemeindeBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Matthias Fuchs (1965–2020), ehem. Zweiter Bürgermeister[7]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Die Kirche „Zu Unserer Lieben Frau“ wurde um 1400 als Kirchenburg erbaut und erstmals am 29. Juni 1416 urkundlich erwähnt. Die Befestigungsanlagen wurden allerdings im 19. Jahrhundert abgebaut. Die Kirche enthält zahlreiche gotische Kunstwerke. In den 1720er Jahren schuf Georg Sebastian Urlaub eine Stuckdecke, die stark sanierungsbedürftig ist. Im November 2017 fiel ein Teil des Freskos in das Kirchenschiff, nachdem die hölzerne Unterkonstruktion nachgegeben hatte. Im Frühjahr 2020 haben die Sanierungsmaßnahmen begonnen. Dabei wird neben der Restaurierung des inneren Kirchenschiffdaches auch das äußere Kirchendach komplett neu gedeckt.[8]
  • Grundschule mit Mehrzweckhalle
  • Rathaus

VerkehrsbauwerkeBearbeiten

Früher hatte Dormitz einen Bahnhof der Sekundärbahn Erlangen–Gräfenberg („Seku“, in Betrieb 1886–1963).

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Dormitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Dormitz – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bürgermeister. Gemeinde Dormitz, abgerufen am 11. Juni 2020.
  3. Gemeinde Dormitz in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 4. Januar 2020.
  4. Dormitz I auf herrensitze.com (Giersch/Schlunk/von Haller)
  5. Eintrag zum Wappen von Dormitz in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  6. Haus der Bayerischen Geschichte, Bayerns Gemeinden, Gemeinde Dormitz. Abgerufen am 5. März 2021.
  7. Dormitz hat einen neuen Ehrenbürger. nordbayern.de, 16. März 2020, abgerufen am 17. Juni 2020.
  8. Amelie Seck: Und sie fanden keine Herberge, In: Monumente, Ausgabe 6/2019, Seite 10.