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Egloffstein

Marktgemeinde im Landkreis Forchheim in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Egloffstein
Egloffstein
Deutschlandkarte, Position des Marktes Egloffstein hervorgehoben

Koordinaten: 49° 42′ N, 11° 15′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Höhe: 450 m ü. NHN
Fläche: 28,04 km2
Einwohner: 2066 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91349
Vorwahl: 09197
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 124
Marktgliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Badstraße 166
91349 Egloffstein
Website: www.egloffstein.de
Bürgermeister: Stefan Förtsch (FWG / CSU)
Lage des Marktes Egloffstein im Landkreis Forchheim
Landkreis Nürnberger LandErlangenLandkreis BambergLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis BayreuthBambergLandkreis BambergWiesenttalIgensdorfHiltpoltsteinGräfenbergHallerndorfForchheimHausen (bei Forchheim)HeroldsbachEggolsheimWeißenoheWiesenthauWeilersbach (Oberfranken)UnterleinleiterPretzfeldPoxdorf (Oberfranken)PinzbergObertrubachNeunkirchen am BrandLeutenbach (Oberfranken)LangensendelbachKunreuthKleinsendelbachKirchehrenbachHetzlesGößweinsteinEffeltrichEbermannstadtDormitzIgensdorfKarte
Über dieses Bild
Burg Egloffstein
Osterbrunnen in Bieberbach
Blick auf Egloffstein

Egloffstein ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Forchheim und liegt in der Fränkischen Schweiz. Seit 1956 ist Egloffstein staatlich anerkannter Luftkurort.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Der Ort Egloffstein liegt im Trubachtal in Hanglage unterhalb der gleichnamigen Burg.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Gößweinstein, Obertrubach, Gräfenberg, Leutenbach, Pretzfeld

GemeindegliederungBearbeiten

Egloffstein gliedert sich in 16 Ortsteile[2]:

GeschichteBearbeiten

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Bereits vor 1180 ist die Burg Egloffstein als Stammsitz der Herren von Egloffstein nachweisbar. Erste urkundliche Erwähnungen stammen jedoch erst aus den Jahren 1180 und 1184, in denen der Salmann „Henricus de Hegelofuesten“ bzw. „Heinricus de Agilulfi lapide“ (von lateinisch lapide, Stein) genannt wurde.

1509 wurde die Burg Lehen der Bischöfe von Bamberg, sie blieb aber bis heute im Besitz der Familie von Egloffstein. 1525 wurde der Ort Egloffstein im Bauernkrieg niedergebrannt, 1561 fasste die Reformation Fuß in Egloffstein.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort zweimal niedergebrannt. Im Zuge der Säkularisation in Bayern kam er zu Bayern.

Der zugehörige Ort Bieberbach befand sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vorübergehend im Pfandbesitz des Hans von Streitberg.[3][4]

20. und 21. JahrhundertBearbeiten

1956 erfolgte die Zuerkennung des Prädikates Luftkurort und drei Jahre später wurde Egloffstein zum Markt erhoben.

EingemeindungenBearbeiten

Vor der Gemeindegebietsreform bestand der Markt Egloffstein neben dem Hauptort aus den Ortsteilen Dietersberg, Egloffsteinerhüll, Leithen (heute zu Mostviel gehörig) und Mostviel. Am 1. Mai 1978 wurden die Gemeinden Affalterthal, Bieberbach und Hundshaupten Egloffstein komplett zugeschlagen. Von der aufgelösten Gemeinde Zaunsbach kam der Ortsteil Schweinthal hinzu.[5]

ReligionenBearbeiten

Bis auf den Ortsteil Hundsboden überwiegt die evangelische Konfession im Markt Egloffstein, aufgeteilt auf die Kirchengemeinden Affalterthal und Egloffstein. Die Trubach bildet die natürliche Grenze der Kirchengemeinden – orografisch rechts der Trubach wohnende Bürger gehören zur Kirchengemeinde Affalterthal, orografisch links der Trubach zur Kirchengemeinde Egloffstein. Deren Kirche St. Bartholomäus steht direkt neben der Burg.

PolitikBearbeiten

MarktgemeinderatBearbeiten

Der Marktgemeinderat von Egloffstein hat 14 Mitglieder. Zusätzlich gehört ihm der hauptamtliche Bürgermeister an. Bei den letzten drei Kommunalwahlen ergab sich jeweils folgende Sitzverteilung:

Amtsperiode Wahlgemeinschaft Egloffstein und Umgebung Freie Wählergemeinschaft Affalterthal Unabhängige Gemeindeliste Dorfgemeinschaft Bieberbach Bürgervereinigung Hundshaupten Hundsboden WG Schweinthal Schlehenmühle Äpfelbach Gesamt
2002–2008 4 2 3 3 1 1 14 Sitze
2008–2014 3 3 3 3 1 1 14 Sitze
2014–2020 4 2 3 2 2 1 14 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit 2008 Stefan Förtsch (Freie Wählergemeinschaft Affalterthal). Er wurde bei den Kommunalwahlen im März 2014 mit 91,6 % der Stimmen und damit mit dem besten Ergebnis eines Bürgermeisters im Landkreis Forchheim im Amt bestätigt. Sein Vorgänger seit 1976 war Christian Meier.[6]

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Schwarz ein silberner, rotgezungter, abgeschnittener Bärenkopf.“

Wappengeschichte: Die Gemeinde führt das Wappen der Freiherren von Egloffstein, allerdings in umgekehrten Farben zur besseren Unterscheidung vom Familienwappen. Bereits vor 1190 ist die Burg als Stammsitz der Herren und späteren Freiherren von Egloffstein nachweisbar. Sie waren Bamberger Ministerialen, wurden um 1180 erstmals erwähnt und sind noch heute im Ort ansässig. Im Jahr 1509 wurde die Burg Lehen der Bischöfe von Bamberg, blieb aber im Besitz der Familie. Seit 1959 ist Egloffstein Markt.

Das Wappen wurde 1956 auf Beschluss des Gemeinderats und Zustimmung des Innenministeriums eingeführt.

  • Beleg: Ministerialentschließung vom 17. März 1956
  • Ehemalige Gemeinden mit eigenem Wappen sind Affalterthal und Hundshaupten.
  • Elemente stammen aus dem Familienwappen derer von Egloffstein.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Eingang zum Felsenkeller

NaturBearbeiten

Freizeit- und SportanlagenBearbeiten

 
Egloffstein aus westlicher Richtung
  • Egloffstein: Freibad (bereits 1935 erstmals errichtet), Sport- und Turnhalle, Sportplatz, Kneippanlage, Kinderspielplatz, Kletterfelsen
  • Affalterthal: Mehrzweckhaus, Bolzplatz, Schießstände für Luftgewehr und -pistole, Aussichtsfelsen (Pfarrfelsen, Balkenstein, Spiegelfelsen), Kletterfelsen, DSV zertifizierte Nordic-Walking-Strecken, zahlreiche Wanderwege, Wanderpavillon
  • Bieberbach: Sportplatz
  • Hundsboden: Bolzplatz
  • Hundshaupten: Wildpark
  • Schlehenmühle: Minigolfanlage

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Leopold II. von Egloffstein (1335–1343), Fürstbischof von Bamberg
  • Johann I. von Egloffstein (unbekannt–1411) war zwischen 1400 und 1411 der 50. Fürstbischof von Würzburg und Erstgründer der Universität Würzburg.
  • Leonhard von Egloffstein (ca. 1450–1514), bedeutender Humanist und Domherr von Bamberg
  • Julie Gräfin von Egloffstein (1792–1869) war Hofdame am Hof zu Weimar und Malerin und lebte zeitweilig in Egloffstein. Sie war eine Vertraute von Johann Wolfgang Goethe
  • Geheimrat Fritz Neumeyer (1875–1935) war ein Egloffsteiner Förstersohn. Neumeyer, Gründer namhafter Industrien (u. a. Zündappwerke), bedeutender Wirtschaftsführer (siehe Neumeyer-Höhe am Pfarrfelsen)
  • Wilhelm Stählin (1883–1975), später Oldenburger Landesbischof, wirkte von 1910 bis 1916 als Ortspfarrer in Egloffstein.
  • Oleg Popow (1930–2016), russischer Clown und Pantomime, lebte seit Anfang der 1990er Jahre in Egloffstein.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Egloffstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111102/171940&attr=OBJ&val=1195
  3. www.dieter-zoeberlein.de, Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie (abgerufen am 7. November 2018)
  4. Dieter Zöberlein, Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie, Selbstverlag, Burggrub 2018, Teil 2, S. 148–149.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 684.
  6. http://www.egloffstein.de/sites/gensite.asp?SID=cms16102011100809116&Art=697