Kunreuth

Gemeinde im Landkreis Forchheim in Bayern

Kunreuth ist eine Gemeinde im Landkreis Forchheim (Regierungsbezirk Oberfranken).

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kunreuth
Kunreuth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kunreuth hervorgehoben

Koordinaten: 49° 41′ N, 11° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Gosberg
Höhe: 313 m ü. NHN
Fläche: 9,79 km2
Einwohner: 1429 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 146 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91358
Vorwahl: 09199
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 145
Gemeindegliederung: 4 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Reuther Str. 1
91361 Pinzberg
Website: www.gemeinde-kunreuth.de
Erster Bürgermeister: Ernst Strian (SPD)
Lage der Gemeinde Kunreuth im Landkreis Forchheim
Landkreis Nürnberger LandErlangenLandkreis BambergLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis BayreuthBambergLandkreis BambergWiesenttalIgensdorfHiltpoltsteinGräfenbergHallerndorfForchheimHausen (bei Forchheim)HeroldsbachEggolsheimWeißenoheWiesenthauWeilersbach (Oberfranken)UnterleinleiterPretzfeldPoxdorf (Oberfranken)PinzbergObertrubachNeunkirchen am BrandLeutenbach (Oberfranken)LangensendelbachKunreuthKleinsendelbachKirchehrenbachHetzlesGößweinsteinEffeltrichEbermannstadtDormitzIgensdorfEgloffsteinKarte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Kunreuth hat vier amtlich benannte Gemeindeteile:[2]

In Regensberg befindet sich die Burgruine Regensberg mit der Burgkapelle.

 
Kunreuth aus der Vogelperspektive (2018)
 
Kriegerdenkmal

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Leutenbach, Gräfenberg, Igensdorf, Hetzles, Effeltrich, Pinzberg.

GeschichteBearbeiten

Urkundlich wurde Kunreuth erstmals 1120 in einer Schenkungsurkunde für das St.-Egidien-Spital Bamberg erwähnt. Lange herrschte die Meinung vor, dass der Ort 1109 als „Chunesrut“ gegründet wurde. Doch dieser Ort im Gründungsbuch des Collegiat-Stiftes St. Jacob zu Bamberg beschreibt einen Ort bei Amberg, den es heute nicht mehr gibt (Wüstung). Das Jakobsspital hatte zu keiner Zeit Grundbesitz in Kunreuth, wohl aber das Egidienspital. Die Burg von Regensberg ist seit 1251 als Lehen des Hochstifts Bamberg nachweisbar. Das im 14. Jahrhundert entstandene Wasserschloss der Herren von Egloffstein war seit 1412 ebenfalls Lehen des Hochstifts Bamberg. Im Jahr 1426 erfolgte der Bau der Kirche. Im Zweiten Markgrafenkrieg 1553 wurden der Ort, das Schloss und die Kirche durch Albrecht Alcibiades zerstört. Im Jahr 1560 wurde Kunreuth evangelisch, nachdem die Herren von Egloffstein einen evangelischen Pfarrer eingesetzt hatten. Im Jahr 1700 befreite sich Kunreuth von der Bamberger Herrschaft, das Schloss wurde Sitz der Kanzlei des Kantons Gebürg der Reichsritterschaft in Franken. Im Jahr 1805 fiel Kunreuth an das Königreich Bayern, bis 1845 existierte noch ein Patrimonialgericht der Freiherren und Grafen von und zu Egloffstein.

Am 3. Januar 1952 wurde der Name der Gemeinde von Cunreuth in Kunreuth geändert.[3]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1971 wurde die Gemeinde Ermreus eingegliedert.[3] Am 1. Mai 1978 kam Weingarts hinzu.[4]

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit 2020 Ernst Strian (Demokratie/SPD), der sich in der Stichwahl gegen Edwin Rank (CSU) mit 51,4 % durchsetzte. Sein Vorgänger war Konrad Ochs (CSU/Bürgerblock), der ohne Gegenkandidaten bei der Kommunalwahl 2014 90 % der Stimmen erhielt. Ochs war Nachfolger des jetzigen Landrats Hermann Ulm (CSU; als Bürgermeisterkandidat für Demokratie/SPD aufgestellt), der bei der Wahl am 2. März 2008 mit 65,11 % der Stimmen gewählt wurde. Sein Herausforderer Helmut Rahner (CSU/Bürgerblock) kam auf 34,89 % der gültigen Stimmen. Sein Vater Helmut Ulm (Demokratie/SPD) amtierte bis 2008.

LandräteBearbeiten

Zwei der Landräte des Landkreises Forchheim kamen bzw. kommen aus Kunreuth: Paul Strian (CSU, 1951–1964) und Hermann Ulm (CSU, seit 2014).

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat von Kunreuth hat 12 Mitglieder zuzüglich des Ersten Bürgermeisters.

CSU* SPD Demokratie Junge Bürger Bürgerliste Ermreus Die Jungen Kunreuther Gesamt
2002 3 1 5 2 1 0 12 Sitze
2008 3 1 5 2 1 0 12 Sitze
2014 4 1 3 2 2 0 12 Sitze
2020 4 0 3 2 2 1 12 Sitze
* 2014 angetreten als CSU/Bürgerblock

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Unter von Schwarz und Gold gespaltenem Zinnenschildhaupt, gespalten von Silber und Schwarz, vorne ein links gewendeter, rot bezungter, schwarzer Bärenrumpf, hinten eine goldene Saufederklinge.“[5]

Wappengeschichte: Der Bärenrumpf ist dem Wappen der Herren von Egloffstein entnommen, die seit dem 13. Jahrhundert bis heute im Ort ansässig sind. Die Farben Schwarz und Gold stammen aus dem bambergischen Bistumswappen. Die Burg von Regensberg ist seit 1251 als bischöfliches Lehen nachweisbar, das Kunreuther Wasserschloss seit 1412. Beide werden durch die Zinnen im Schildhaupt dargestellt. Das Schloss in Kunreuth war Anfang des 18. Jahrhunderts Sitz der Kanzlei des Kantons Gebürg der Reichsritterschaft in Franken. Die Saufeder ist dem Wappen der Herren von Stiebar entnommen, Schlüsselberger Dienstleute, die 1304 erstmals genannt werden und 1762 erloschen sind. Die Saufeder steht stellvertretend für die verschiedenen Lehensträger der Burg im Gemeindewappen.

Die Gemeinde Kunreuth führt das Wappen seit 1981.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Schloss Kunreuth
 
Lukaskirche
 
Rathaus in Kunreuth

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Christoph Reich (auch Johann Christoph Reich; 1567–1632), deutscher Theologe, Dichter und Bibliothekar
  • Friedrich von Müller (1779–1849), Staatskanzler des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach
  • Georg Erlwein (1863–1945), deutscher Elektrotechniker und Elektrochemiker
  • Helmut Rahner (* 1971), Fußballspieler

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Kunreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Kunreuth in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 4. Januar 2020.
  3. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 461.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 684.
  5. Eintrag zum Wappen von Kunreuth in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte